Es ist Sven-Schmidt-Time hier bei uns bei der OMKB am frühen Vormittag. Sven Schmidt von der Machine Seeker Group wird gleich in einer Q&A-Session mit Shahad die aktuellsten Themen rund digitales Marketing, sicherlich auch Start-ups, Technologie und andere spannende Themen diskutieren. Wer Sven von euch noch nicht kennen sollte, zugegebenermaßen, besitzt er ja doch eine recht hohe Präsenz, gerade auch in unserer digitalen Marketing-Bubble. So möchte ich euch Sven gerne einmal etwas näher vorstellen. Seit 2017 ist er Chief Marketing Officer der Machine Seeker Group und sitzt in Hamburg. Er ist Co-Host des Deutschen Start ups Insider Podcast und berichtet dort in sehr regelmäßigen Abständen über aktuelle Finanzierungsrunden, insbesondere aus dem Start-up-Mikrokosmos hier in Deutschland. Zudem dürfte er dem einen oder anderen bekannt sein, der gerne digitalen Marketing-Content konsumiert, als Stammgast bei den Kollegen der OMR und insbesondere im OMR-Podcast. Sven hat selber BWL studiert in Düsseldorff, in Leipzig und in USA und hat seine Karriere als Unternehmensberater bei McKinsey gestartet. Dann ist er unter die Gründer gegangen, deswegen sicherlich auch noch eine sehr hohe Affinität zu diesem Thema, unter anderem mit der Ticketplattform getgo. De, die er erfolgreich an Eventim verkaufen konnte. Er ist absoluter Venture-Capital-Experte und deswegen, wie wir finden, immer ein sehr spannender, meinungsstarker, teilweise auch polarisierender Gesprächspartner. Kommen wir zur Machine Seeker Group, wo er eben seit 2017 als CMO tätig ist. Die Machine Seeker Group ist das führende Netzwerk für gebrauchte Maschinen und Nutzfahrzeuge in Europa. Das umfasst insbesondere die Plattform maschinensucher. De, dann Machine Seeker, Truck Scout 24 und Werktuegen. Wenn ihr euch das mal in Reichweiten zahlen vorstellt, umfassen die Portale mittlerweile 10 Millionen monatliche Besucher und es wird ein Anfragevolumen von mehr als sieben Milliarden Euro pro Monat entsprechend vermittelt über diese Plattform eben auch mit klarem B2B-Scope. Was ganz spannend ist und wer es ein bisschen verfolgt, weiß, sein Herz schlägt für den Sport, natürlich nicht nur als Fan, sondern unter anderem eben auch als breiter Sportsponsor der Landschaft im deutschen Sportbereich. Er ist unter anderem Sponsor im Handballbereich, dann bei der deutschen Delegation, die jetzt in Olympia in Tokio am Start gewesen ist und bei, wie er selber sagt, der besten zweiten Bundesliga, die es je gab. Da stimme ich dir gerne zu, lieber Sven, bei der hohen Mannschaftsdichte vom HSV über Sankt Pauli, Schalke bis hin zu Fort Duder, Düsseldorff und weitere ist das natürlich echt extrem spannend und sicherlich für euch auch sehr förderlich in der Aktivierung eurer Zielgruppen. Darüber hinaus, angefangen im Sportsponserin mit der Dart-Legende Michael von Gerven. Insofern sehen wir dort maschinensucher. De und auch die anderen Portale im Sportbereich eben extrem oder immer häufiger, möchte ich sagen. Lieber Sven, wir freuen uns sehr, dass du zum zweiten Mal bei der OMKB dabei bist und heute wieder in einen Q&A-Session gehst mit meinem geschätzten Kollegen Shahab. Schön, dass du da bist und herzlich willkommen hier bei uns auf der Main Stage. Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich hoffe, ihr könnt mich alle gut hören. Absolut. Perfekte Tonqualität. Hervorragend. Vielen Dank für die Intro. Sehr nett. Ich glaube, eine kleine Korrektur. Die Maschinensieger-Group sitzt in Essen und ich persönlich wohne in Düsseldorff. Ja, du bist auch noch ein Kind des Ruhrgebiets, so kann man es sagen, zumindest mit einem Essener Standort. Die Fahne kann man, wie ich finde, nicht hoch genug halten. Ich selber komme auch aus dem Pott. Deswegen finde ich das erst einmal grundlegend sehr sympathisch. Und Sven, du hast das Vergnügen mit meinem lieben Kollegen Shahad, der schon in den Startlöchern sitzt. Shahad, ich freue mich sehr auf deine Fragen und euren Dialog. Insofern viel Spaß der OMKB-Community und viel Spaß natürlich auch euch beiden im Austausch. Let's go. Sehr schön. Vielen Dank für das Intro, Mario und servus Sven auch von meiner Seite aus. Sven, du hast beim letzten Mal, bei deinem letzten Auftritt, hast du eine Pain-Situation dargestellt mit Entwicklerressourcen in Essen. Du hast es ja gerade auch noch mal korrigiert. Konntet ihr seitdem neue Softwareentwickler finden oder habt ihr weiterhin Bedarf im Bereich der Programmierung Softwareentwicklung? Ich glaube, es bleibt generell durch den digitalen Boom in Deutschland, sicherlich auch ausgelöst durch Corona, bleibt der Recruiting-Markt allgemein eng und das bezieht sich nicht nur auf Softwareentwickler, sondern natürlich auch auf Online-Marketeers, Produktmanager und so weiter. Und ich glaube, wir haben aktuell über 20 Positionen ausgeschrieben und dass jetzt der iOS-Entwickler ist, der Android-Entwickler. Wir suchen aktuell auch einen Head of Online-Marketing. Also daher, ich sage ja immer, gute Firmen entstehen durch gute Mitarbeiter und daher, aktuell, würde ich sagen, ist es ein Markt, wo gute Mitarbeiter sehr viele Optionen haben und da steht man halt im starken Wettbewerb. Okay, verstehe. Das heißt, wenn sich jemand auf die Suche nach einem neuen Job in Essen und Umgebung bewegen sollte, habt ihr mit Sicherheit die 20 versagten Stellen auf der Website ausgeschrieben? Wir sind auf der Webseite aufgeschrieben und ich sage immer, wir sind sehr anspruchsvoll.Lieber ein bisschen warten und den richtigen Mitarbeiter finden und die richtige Mitarbeiterin, als kurzfristig zu sagen, einfach nur in jedem Fall einstellen. Das ist nicht unsere Kultur. Also wer ein starkes Abitur hat, wer analytisch gut ist, also auch gut Noten in Mathematik und Physik, wer gute Studienleistungen hat, sehr gerne bewerben. Für gute Leute finden wir immer einen Platz, auch wenn jetzt eventuell die konkrete Stelle gar nicht ausgeschrieben ist. Sehr gerne sven. Schmidt@maschinensucher. De, also vorname. Nachname@hauptdomain. De. Und falls jemand rätselt, Schmidt mit dt. Aber genug der Werbung. Sehr schön. Ja, toi, toi, toi, dass dass sich die richtigen Kandidaten bei euch dann bewerben. Sven, ahh steigen wir doch mal direkt ein. Die Tech Bubble spricht seit einigen Tagen über den jüngsten Auftritt unseres Kanzlerkandidaten der CDU, Armin Laschet, gegenüber Alan Musk hier hier in Berlin. Jetzt will ich gar nicht bewerten, was dort gesagt wurde. Das kann ja jeder für sich selbst interpretieren. Was ich viel erstaunlicher finde, ist, dass sehr, sehr öffentlichkeitswirksam unter anderem auch bei YouTube etc. KI Experten, Ingenieure, Softwareentwickler, also wirklich sehr, sehr hoch ausgebildetes Personal, sich offenbar sehr, sehr magisch angezogen fühlt. Nicht nur von Tesla, sondern auch von dieser Personality Alan Musk. Ob das jetzt gut ist für den Standort Berlin und generell Deutschland, das müssen dann auch andere bewerten, weil natürlich der Wettbewerb hier um genau diese diese führenden Köpfe total intensiv jetzt auch in den nächsten Monaten und Jahren wahrscheinlich geführt wird. Meine Frage zielt auf etwas anderes ab. Fehlt es uns in Deutschland an authentischen Machern, Entrepreneuren, Persönlichkeiten oder sind wir einfach unter kulturellen Aspekten nicht so dieses bullische nach vorne gehen. Wenn man das jetzt mal mit dem Elon Musk vergleicht, können wir irgendwie Frank Thelen hier in den Raum werfen. Du hast ja auch eine ganz spezielle Beziehung zu Frank. Der bringt mich aber jetzt auch nicht persönlich in Schwingungen, muss ich sagen. Wie? Wie stehst du? Wie stehst du generell zu zu zu diesem Thema? Weil starke Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten hätten wir ja eigentlich vorzuweisen. Oder fehlt es uns an diesem dramatisch überspitzendem US amerikanischen bullischen Hey, hier bin ich und ich ziehe euch einfach mal mit mit meiner völlig überdrehten Vision. Ich meine, wenn man sich Elon Musks Vision anschaut, irgendwann mal den Mars zu besiedeln etc. ist ja auch ganz, ganz viel Fiktion mit dabei. Wie stehst du dazu? Ja, ich glaube, du hast jetzt ganz viele Punkte adressiert. Also zum einen glaube ich, dass wir leben in der Aufmerksamkeitsökonomie. Das hat was mit Social Media zu tun. Das hat auch damit was zu tun, dass viele Geschäftsmodelle, die jetzt Top of the Funnel werden wollen, brauchen auch die Aufmerksamkeit, um dann halt im Endeffekt Kunden zu akquirieren. Und wenn man dann als Plattform vorne ist, sind natürlich auch die Gewinne eher null und eins verteilt. Also entweder bist du Marktführer oder du gewinnst halt nicht. Da kommen dann alle diese Effekte zusammen und dann muss man sich fragen, warum sind wir in Deutschland nicht ganz so gut, solche Charaktere, ob es nun ein Steve Jobs ist oder war, einen Elon Musk oder einen Jeff Bezos im Endeffekt zu zu kreieren? Ich glaube, da hast du ein paar sehr valide Punkte angesprochen. Sicherlich. Zum einen eine kulturelle Frage. Es hieß früher mal so vielleicht vor zehn, 20 Jahren immer, SAP würde ein Produkt bauen und dann gucken, ob das Produkt erfolgreich ist und Oracle würde ein Produkt verkaufen. Und wenn es sich verkaufen lasse, dann würde Oracle das Produkt bauen. Und das, finde ich, umschreibt es sehr gut. Und bei meiner Zeit bei Excel in London, einem der führenden globalen VC's, ja, da habe ich halt früh gelernt, wie wichtig präsentieren und verkaufen ist. Und dann habe ich gefragt oder wie wichtig es sozusagen aus amerikanischer oder angelsächsicher Perspektive ist. Und da habe ich gefragt, warum legt ihr so viel Wert, wie gut sich ein Team verkaufen kann? Und da wurde mir gesagt, ja, das sei einfach wichtig, denn ein Gründer, der charismatisch sei, der eine gute Storyline hinbekommen würde, der könne besser rekrutieren, der könnte besser weitere Finanzierung raisen und der kann in seiner Firma auch besser verkaufen, ob nun über einen IPO oder einen Trade Sell. Und da habe ich dann relativ früh gesehen, dass damals, wenn man es verglichen hat, deutsche Teams mit vielleicht angelsächsisch geprägten Teams oder auch israelischen Teams, dass die Deutschen da kulturell einfach nicht so gut sind und vielleicht auch anders geprägt sind. Wir sind ja auch in einem Land, wo teilweise, wenn man sich nach vorne stellt oder vielleicht auch seinen, ja, sich vielleicht größer macht, als man vielleicht ist, was dann teilweise auch notwendig ist für Fundraising, dass man dann sehr viel Kritik abbekommt. Und die Eigenschaft, glaube ich, die hilft wahrscheinlich, wenn man einen Mittelständler baut im Bereich Maschinenbau, indem man sich auf Prozesse fokussiert, auf Produktqualität. Aber sie hilft wahrscheinlich nicht, wenn man sagen will, ich will eine weltweit führende Plattform bauen. Und daher sieht man halt jetzt, dass solche, ich sag mal Gründer, CEOs wie Elon Musk mit ihrer Eigenreichweite, was die dafür Werte für ihre Firmen generieren können. Auf der anderen Seite muss man natürlich auch sagen, auch ein Jeff Bezos, der war ja zu Anfang nicht so, das heißt, er hat Amazon so groß gemacht, ohne jetzt diesen dieses Charisma zu haben, mit dem wahrscheinlich Elon Musk schon in Anführungsstrichen aufgewachsen ist.Und daher geht es auch anders. Allerdings muss man natürlich sagen, dass jetzt im Fall von Jeff Bezos der der größere Heimatmarkt und natürlich auch in gewissem Rahmen das Englische auch von Vorteil sind. Das ist natürlich für einen, glaube ich für einen Nicht Muttersprachler, also nicht englisch muttersprachlichen Gründer auch immer noch mal schwieriger, dieses Charisma rüberzubringen. Auf der anderen Seite geht das natürlich auch. Ich glaube, so ein Kaghan Sümer von Gorillas, der bringt halt auch dieses Charisma mit, diese diesen großen Glauben, der dann eventuell Berge versetzen kann. Also daher, man hat ja auch gesehen. Dass er es geschafft hat, ich glaube das schnellste Einhorn Unicorn zu werden, was wir in Deutschland in Europa hatten. Und auch da sieht man den Wert von Storytelling und wie er dadurch natürlich auch. Generell Gorillas ist ein guter Name, aber er hat auch eine gute Brand gebaut. Ja, absolut, absolut. Das heißt, in Summe sagst du, uns fehlt ein bisschen Sales DNA. Also du wünschst dir ein bisschen mehr Sales DNA, etwas buschigeres Vorgehen. Du hast es ja gerade valide auch hergeleitet, dass ein ein Gründer, der eine gewisse Sales DNA hat, auch die Fähigkeit hat, besseres Personal zu rekrutieren, weil Verkauf ja eben nicht nur kundenseitig, sondern auch mitarbeiterseitig abläuft. Ist das. Ist das so korrekt zusammengefasst? Absolut. Also ich glaube, manche sagen Sales, DNA, manche reden von Storytelling Fähigkeiten. Ich glaube, das sind dann zum Schluss nur nur Wording Fragen. Gemeint ist zum Schluss, dass man als Gründer, als Tech Gründer einfach erkennen muss man muss sich, man muss seine Firma immer verkaufen. Und ich habe es auch mal immer Leuten gesagt damals schmiss etwas her. Der Jens Begemann von Hugo zum Beispiel. Es war einer der ersten deutschen Gründer, die die Firma immer sehr, sehr gut verkauft haben. Der war immer perfekt im Auftreten oder war sage ich jetzt, weil er nicht mehr bei Google aktiv ist, ist er ist ja primär Business Angel sicherlich immer noch perfekt im Auftreten. Und das, wie gesagt, müssen wir, das kriegen wir teilweise, glaube ich, anders beigebracht. Kulturell in Deutschland. Ja, ich kenne auch die Geschichte von einem Gründer sehr erfolgreich, der mir erzählt hat bei einem Abendessen, dass er irgendwie Autofan sei und was er so für Autos hätte. Und die hatte er immer in seiner Tiefgarage und mit denen fahre er nachts rum und da habe ich mir gedacht boah, in den USA würde so jemand ganz stolz mit seinen Autos fahren und sagen Hier, schaut mal, das kann ich mir jetzt leisten, weil ich habe die Firma geschaffen, ich habe die Arbeitsplätze geschaffen und ich bin so erfolgreich. Und in Deutschland sagt jemand Ich habe die tagsüber in der Tiefgarage und ich fahr damit nachts rum. Thema Neidgesellschaft. Ja, das. Hilft halt auch nicht. Also dieses dieses Stichwort Neidgesellschaft und auch jetzt wieder teilweise jetzt hier im Bundestagswahlkampf, wo immer nur darüber geredet wird, wie wir Geld umverteilen und viel zu wenig darüber geredet wird, wie wir Vermögen schaffen. Und das passt leider in diese in diese deutsche DNA rein. Und ich bin mir nicht ganz so sicher, dass die DNA mag vielleicht hilfreich sein, um sozialen Zusammenhalt zu stärken. Die DNA mag hilfreich sein, um eine gewisse Art von Firma zu kreieren. Aber in einer Welt, wo ja dieses Schlagwort ist Software will eat the world, also die Dominanz von Software für die nächsten Jahrzehnte. Und im Softwarebereich ist es halt meistens so Da gewinnen pro Kategorie 2 bis 3 Anbieter und das auf globaler Ebene. Und dann muss man halt einen globalen Marktführer schaffen. Und das schafft man meistens nur, wenn man sich in der Aufbauphase in gewissem Rahmen größer macht, als man ist, indem man halt die Medien mitnimmt, die Mitarbeiter mitnimmt, indem man wie ein Elon Musk über Social Media Leute erreicht und so Kundenakquisitionskosten senkt. Also es gibt ja immer das schöne Beispiel wie viel Marketingwert Elon Musk oder auch damals den Steve Jobs halt für Apple durch ihre Persönlichkeiten geschafft haben. Also was hätte das gekostet in klassischen Marketing Spend und. Ich glaube, es wird notwendig sein, dass wir das erkennen und versuchen, uns zu ändern, um halt auch diese Wertschöpfungstiefe, die uns die letzten 567 Jahrzehnten Wohlstand geschaffen hat, um die zukünftig aufrechtzuerhalten. Aber ich befürchte, wenn man so diese öffentlichen Diskussionen sieht, statt sich zu fragen wie können wir hier eine Plattform bauen, auf der halt auch solche Firmen entstehen? Reden wir darüber Wie können wir Reichtum umverteilen? Und ob das dann solche Charaktere anlockt, das wage ich zu bezweifeln. Okay, verstehe. Tesla investiert ja auch interessanterweise so gut wie gar nicht in Advertising. Von daher ein wichtiger Hinweis von dir. Was hat das eigentlich für einen Return of Invest, wenn ich so eine starke Personality habe? Sprechen wir über Personalpersönlichkeiten. Sven, du bist ja in diversen Podcasts aktiv und bist auch dafür bekannt, dass du wirklich sehr, sehr spitze Analysen, komplexe Sachzusammenhänge innerhalb kürzester Zeit auf auf einer abstrakten Ebene kontextuell auch eingeordnet bekommst. Wie schaffst du es persönlich, dich so vielschichtig zu informieren? Also was, was für eine Strategie verfolgst du, um diese Informationsgesellschaft, die du ja gerade auch aufgezeigt hast, die die voller Informationen ist, die richtigen Informationen zu absorbieren, zu verarbeiten? Wie gehst du da vor? Was sind auch die, die Medien, die du nutzt? Ist es Social Media, ist es Video, ist es Text, ist es Audio? Und vielleicht noch eine erweiterte Frage Wie viel Investment leistest du, um dich da permanent up to date zu halten? Und hast du eine spezifische Technik, um einfach ganz, ganz viel Wissen innerhalb kürzester Zeit zu konsumieren und zu verarbeiten?Ich glaube, ich habe das ja schon mal in einem anderen Podcast, glaube ich, gesagt, wo ich zu Gast war, dass ich sehr gerne lese. Ja, es wird eine Generationsfrage, aber ich gibt ja manche Leute, die sagen mir, sie können sich Podcast in eins Komma fünf bis zum zweifachen der Geschwindigkeit anhören und so halt das Ganze für sich selbst effizienter oder effektiver zu gestalten. Das kann ich irgendwie nicht und ich kann allerdings, glaube ich, komparativ relativ schnell lesen. Ist mehr, glaube ich, in meinem Fall mehr so, weil ich viel lese. Irgendwann kriegt man es dann irgendwie hin, wahrscheinlich schneller zu lesen. Und also für mich ist lesen die Form, Informationen aufzunehmen versus irgendwie Video oder Podcast. Das ist für mich, mich macht das wahnsinnig, das dann irgendwie in der doppelten Geschwindigkeit zu hören oder zu sehen. Also lese ich lieber und kann da meine Geschwindigkeit dann auch vielleicht irgendwie noch mal anpassen, wenn halt die komplexeren Zusammenhänge kommen, dann halt mir Zeit lassen und wenn es dann halt vielleicht nicht ganz so eine hohe Informationsdichte hat, sehr schnell lesen. Also das dazu. Generell ist immer eine Frage, wie allokiere ich halt meinen Tag? Und es gibt halt Leute, die gehen halt irgendwie Golf spielen vielleicht am Wochenende. Ich habe so eine Golf Runde, dauert viereinhalb Stunden. Ich war in meinem Leben weiß, glaube ich, einmal auf der Driving Range und die Podcasts, ob es jetzt DS Insider ist oder ob es der OMR Podcast ist, wo ich Stammgast bin oder vielleicht auch mal, jetzt war ich wieder am Wochenende bei den Kollegen von der Welt zu Gast. Das mache ich halt am Wochenende. Das heißt, ich recherchiere am Wochenende. Das heißt, ich lese, ich telefoniere, ich schreibe mir die wichtigsten Dinge auf und das ist für mich so eine Art Hobby. Und das ist dann immer eine Frage, andere Leute, wie gesagt, vor 30 Jahren hätte man gesagt, ich sammle Briefmarken. Das tun, glaube ich, die wenigsten heutzutage. Aber ich habe hier keine Uhr an, ich spiele kein Golf, sondern am Wochenende macht mir das halt Spaß, mich da in Geschäftsmodelle einzudenken, mir irgendwie KPIs anzuschauen und mit Leuten darüber zu reden und zu hören, was deren Einschätzungen sind, dann halt eine Meinung abgeben zu können. Okay, vielleicht eine erweiterte Frage, Sven, wie kuratierst du Informationen? Und die Telefonate, die du gerade angesprochen hast, ist es für dich eine wichtige Informationsquelle? Also hast du dir ein Netzwerk aufgebaut? Ja, ich glaube, kuratieren im Sinne von: Ich schreibe mir dann halt immer die wichtigsten Bullets, meistens immer so ganz klassisch irgendwie noch mit Kugelschreiber und Papier nieder. Das ist für mich tatsächlich, wenn ich mir was aufschreibe, hilft es mir halt, mich danach daran zu erinnern. Es geht dann noch mal tiefer, brennt sich in mein Gehirn ein. Und ja klar, für die Podcasts, da habe ich mir ein Netzwerk aufgebaut beziehungsweise war ich ja vorher insgesamt sechseinhalb Jahre für VCs tätig. Da hat man halt ein Netzwerk. Bin ja jetzt auch selbst schon seit gut 20 Jahren in der Techszene dabei. Wir kennen uns ja auch schon von früher. Du siehst immer noch jung aus. Ich bin alt geworden. Und da hilft es natürlich dann, dass man Leute halt dann direkt anrufen kann, dass man sagt: „Hier, keine Ahnung. Gibt es, glaute, jetzt offiziell bekannt geworden, dass so ein Tiger Global in Central investiert. Central ist so eine Art Mini-SAP für kleinere bis mittelgroße E-Commerce-Händler zu einer sehr, sehr hohen Bewertung und ich habe das nicht nachvollziehen können. Also habe ich halt ein, zwei andere Gründer in dem Segment angerufen und gebeten zu sagen: „Hey, wie schätzt ihr das ein? Was glaubt ihr, warum zahlt ihr die Bewertung? Weil natürlich auch nicht in jedem Segment. Ja, also ich betreibe jetzt keinen E-Commerce selbst. Das heißt also, ich kann jetzt schwer beurteilen, wie gut ist wirklich die Central Software? Also muss ich mich da verlassen, indem ich zwei Leute anrufe und die mir eine Einschätzung geben können. Okay, habe ich verstanden. Sven, sprechen wir noch mal kurz über die Aufnahme von Informationen. Das passt ja ganz gut und die Verarbeitung dieser jedoch auf einer eher programmatischen Ebene, würde ich sagen. Mal ganz salopp gefragt: Kannst du eigentlich coden? Also hast du eine Affinität zum Thema Softwareentwicklung? Kannst du coden? Nein, leider nicht. Leider nicht. Ich kann eine lustige Geschichte erzählen. Als ich damals ... Ich bin jetzt 47, damit die Hörer oder Hörer oder Zuhörer das einschätzen können, Zuschauer das einschätzen können. Und als ich, glaube ich, so 11, 12 war, wollte ich unbedingt so einen C64 haben, so einen Commodora. Das ist, glaube ich, noch vor deiner Zeit. Und dann haben meine Eltern gesagt: „Hier, wenn du einen Computer haben willst, dann musst du auch programmieren lernen. Und dann bin ich irgendwie genötigt worden, an der Volkshochschule so einen Basic-Kurs zu machen und damals noch Pascal. Das waren damals die beiden Kurse an der Volksschule. Und dann saß ich da irgendwie abends zwischen lauter Erwachsenen, weil meine Eltern gesagt haben: „Hier, du musst diese Kurse machen, den C64 zu bekommen. Und das hat mich wahrscheinlich irgendwie in dem Fall eher abgeschreckt. Und mein Programmieren bestand dann vielleicht daraus, dass ich aus irgendwelchen Zeitschriften damals irgendeinen Code abgetippt habe, dann irgendein Spiel zu haben. Und ja, dann ging es dann irgendwann weiter mit dem Amiga. Aber irgendwie das Programmieren hat mich damals nicht so richtig gepackt und ich glaube ehrlich gesagt, dass meine Eltern mir das so ein bisschen versucht haben aufzuzwingen. War aus ihrer Perspektive sicherlich ein cleverer Versuch, aber hatte jetzt bei mir nicht so zum Erfolg geführt. Und ich habe dann ja BWL studiert und daher, ich habe da jetzt maximal so ein kleines Verständnis von. Und dementsprechend aber, ich sage immer allen Leuten heutzutage, was ich ja gerade gesagt habe, wer heutzutage irgendwie 12, 13, 14, 15 ist, der muss sich damit beschäftigen, weil diese Aussage, die.Von Marc Andreessen, dass halt Software, die die Welt aufessen wird, ist natürlich das Bild dafür, dass die Geschäftsmodelle alle digital werden. Ich glaube, das ist zu neunundneunzig Komma neun Prozent zutreffend und das heißt, die Relevanz von Software wird immer weiter zunehmen und ähm dementsprechend ist es halt schon notwendig, sogar wenn ich zum Schluss sage, ich will dann BWL studieren, muss ich trotzdem ein gutes Verständnis von Informatik ähm haben. Und wie funktionieren Datenbanken und die ganzen Themen? Das ist elementar wichtig und ähm ich habe, glaube ich, in einem anderen Podcast mal gesagt, ich glaube halt, dass Informatikunterricht und auch Wirtschaftsunterricht ja ab der ersten Klasse Pflichtfächer werden sollten. Wirtschaftsunterricht meiner Meinung nach ab der fünften, aber Informatik von Anfang an. Das ist neben Deutsch, Mathematik, das sollte eins dieser Elementarfächer werden. Hast du den Commodoro bekommen? Ja, habe ich bekommen. (lachen) Ja klar, ich habe diese Kurse gemacht. Ja, also ich habe damals auch, glaube ich, solche ähm Bescheinigungen von der VHS bekommen in Basic und Pascal. Okay, sehr gut. Du hast gerade schon gesagt ah, du würdest dir ja als additives Fach Informatik wünschen. Gibt es da sonst auch etwas, wenn du Wünsch dir was spielen dürftest, wenn du mal so ein bisschen an deine Schulzeit denkst, ähm würdest du sagen, wir müssen am Bildungssystem Schule generell neue Fächer neu denken und auch wirklich als elementar wichtig installieren. Informatik hast du gerade schon vorweg entsendet. Ja, ich hatte gesagt, gerade Wirtschaft, ähm weil ich glaube, dass das Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen, das Verständnis von Geschäftsmodellen, das nimmt auch noch mal in der Relevanz zu. Und ich glaube auch, wir brauchen auch mehr Unternehmertum. Und ich finde, die Wirtschaft zu verstehen, ist auch eine wichtige Basis für erfolgreiches Unternehmertum. Und das ist von mir auch noch ein ganz klarer Wunsch. Und jetzt was ganz Ungewöhnliches. Ich habe gerade heute Morgen zu viel Kaffee getrunken und daher muss ich mal zwei, drei Minuten wegtreten. (kichern) Ich bin gleich wieder da. Scharf, du kannst die Gäste mal kurz unterhalten. Sorry. (kichern) Alles gut. Es gibt für alles irgendwann mal eine Premiere. Ähm Von daher machen wir jetzt hier einen kurzen kleinen Break und äh ich werde euch jetzt noch ein bisschen was zu dem weiteren Programm des heutigen Tages erzählen. Wir haben noch ganz, ganz viele tolle Speaker. Ich möchte euch auch noch mal auf die Hashtag Challenge hinweisen. Ihr bekommt über Balloon in regelmäßigen Abständen immer wieder auch Messages reingepusht. Wir haben heute morgen ja auch schon über das Thema Reviews und auch der Hashtag-Challenge erzählt und von daher lade ich jeden einzelnen ein, an der Hashtag-Challenge teilzunehmen. Zu gewinnen gibt es so ein schönes kleines iPad mini, was ich hier in der Hand halte. Und bei dem Thema Reviews incentivieren wir aktuell mit zehn Euro für jede qualifizierte Review, die dann auch ähm bei uns landet. Es gab auch ein paar Rückfragen: Sind die Reviews denn schon online zu sehen? Die Reviews, die wir sammeln, sind noch nicht online zu sehen. Wir müssen jede einzelne Review auch händisch freigeben. Wir möchten natürlich, ah dass ein hohes Qualitätsniveau dann auch aufrechterhalten wird auf unserer Plattform. Deswegen können wir natürlich nicht einfach alle Reviews ähm direkt programmatisch, automatisch freigeben. Deswegen haben wir hier einen gewissen manuellen Prozess installiert und sobald wir eine gewisse Quantität an Reviews dann auch erreicht haben, auf die wir jetzt sehr, sehr schnell auch zulaufen werden, könnt ihr dann auf der omkb. De das gesamte Thema inklusive Filterfunktionen etc. Konsumieren und euch entsprechend die Reviews anschauen, die für euch dann auch entsprechend passend ist. Ich werfe noch mal einen kurzen Blick in Richtung der Regie, ob wir gleich weitermachen können. Und da sitzt aber auch schon der Sven. Sven, ich habe die Zeit sehr, sehr gut überbrückt und wir waren ja gerade beim Thema der Bildungspolitik und können da gerne noch mal ein Stück weit einsteigen. Ähm Du hast gerade über das Thema Wirtschaft und Informatik gesprochen. Beim Thema der Informatik gibt es ja, gibt's ja es heißt so schön, die Demokratisierung von Code unter dem Begriff „No Code, Low Code. Ich weiß, das ist jetzt nicht unbedingt komplett dein Metier, ähm aber was sind deine Berührungspunkte zu diesem Thema und wie viel Upside siehst du denn eigentlich in Summe ah bei dem gesamten ähm Kosmos Low Code, No Code? Ja, ich glaube, letztendlich sind das ja alles fließende Grenzen. Also ich glaube, schon so ein Tool wie so ein Excel, ja, würden wir jetzt in den Achtziger, Anfang der Neunziger Jahre sein, würde man wahrscheinlich sagen, das ist jetzt auch irgendwie ein neuartiges Tool, was Programmieren halt vereinfacht, indem das halt damals eine Revolution war ähm und so eine Tabellenkalkulation. Und dementsprechend glaube ich, dass wir immer mehr Software haben werden, die halt Sachen, die man früher mit viel Programmieraufwand machen musste, vereinfachen. Ob das nun Business Intelligence ist. Da gibt es ein Start-up in Berlin, was gerade eine große Runde macht, Y42, die gesagt haben, wir machen de facto eine Low-Code-Anwendung, dass jeder halt Business Intelligence halt einfacher darstellen kann. Ob das dann teilweise, ich glaube, Brighter ist ein Start-up, was irgendwie Legal Tech macht, die auch versuchen, ähm diese Anwendung in die Breite zu bekommen, indem sie da die Coding-anforderungen runterschrauben. Ich glaube, das sehen wir und das ist auch unglaublich sinnvoll, dass das kommt. Ähm Und ich glaube, der Trend geht so ein bisschen hin zu da im gewissen Rahmen einer Vertikalisierung oder einem Anwendungsfokus, nachdem der vor zwei, drei Jahren teilweise.War auch der Versuch, letztendlich sehr, sehr horizontale Low-Code-Angebote zu machen. Und ich glaube, wir sehen jetzt hier eine stärkere Ausprägung, weil die, glaube ich, dann einfacher zu positionieren und auch zu vertreiben sind. Aber generell haben wir ja auch schon vorher im Bereich der Programmierung gesehen, dass ja einfach schon aus Effizienzgründen dann teilweise schon auf vorhandene Modulen aufgesetzt wird, was ja auch sinnvoll ist. Und jetzt gerade im E-Commerce haben wir natürlich eh schon entweder Open-Source-Modelle oder letztendlich Standard-Software, die sich da entwickelt hat. Das erklärt ja auch, warum wir überhaupt die Möglichkeit haben, so viele kleinere E-Commerce-Anbieter zu haben. Müssten die alle einen Individualshop programmieren, würde ich das Business für die gar nicht lohnen. Und daher, glaube ich, wird der Trend natürlich auch fortgesetzt, weil einfach so viel Rückenwind im Markt ist, so viel Bedarf für Software und damit natürlich auch Bedarf für Lösungen, wo ich als kleinere Firma sage: „Ich möchte jetzt keine eigene Suite programmieren oder keine Individualsoftware, sondern aus bestehender Software baue ich mir dann meine Lösung zusammen. Das kann man dann irgendwie eine Software-Suite nennen oder sagen, so ist der Stack. Aber da kommen dann diese ganzen Trends und dann auch der No-Code-, Low-Code-Trend, der zahlt darauf ein. Okay, das heißt, in Summe siehst du dann auch weiter viel, viel Upside und Demand. Ja. Kommen wir noch mal zurück auf deine analytischen Fähigkeiten. Du hast ja gerade auch schon einige Companies genannt. Hand aufs Herz: Auf welche IPO freust du dich dieses Jahr ganz besonders? Wir haben ja gerade gewissermaßen die Halbzeit des Jahres, haben dieses Jahr auch schon einige tolle IPOs erleben dürfen, trotz Pandemie-Tech-IPOs. Auf welche freust du dich ganz besonders und vor allem, warum? Ich muss sagen, ich habe jetzt diese ganzen IPOs in Deutschland noch nicht mal so eins zu eins verfolgt. Liegt sicherlich auch daran, dass wir jetzt in den USA relativ viele IPOs im Tech-Bereich hatten, sicherlich auch getrieben durch die hohen Bewertungen. Da waren es teilweise, ich glaube, acht, neun, zehn IPOs pro Woche. Dann hatten wir in Deutschland IPOs, was mich gefreut hat, dass auch hier wieder mehr Firmen an die Börse gegangen sind. Das ist sicherlich generell gut für den Markt. Aber da muss man sagen, irgendwann, ich beschäftige mich ja für die Podcasts primär mit privaten Firmen, also sprich Firmen, die Finanzierungsrunden machen und die noch nicht an die Börse gehen. Und dann auch parallel zu sagen, dass ich mir jetzt die ganzen IPOs anschaue, da muss man ja dann auch noch mal die sogenannten IPO-Präsentationen oder die Filings. Ich gucke dann ab und zu bei den Kollegen von Exciting Commerce, die fassen dann immer sehr gut die IPOs im Bereich E-Commerce zusammen. Das lese ich dann immer, die Zusammenfassungen, aber da jetzt genau zu sagen, wer ist da gut, worauf ich mich da gefreut? Da würde ich jetzt vortäuschen, dass ich mich damit richtig, richtig gut auskenne. Ich habe jetzt gerade in einem Podcast gesagt, dass ich jetzt irgendwie von den Unicorns, finde ich irgendwie, zum einen, die das gerade geworden sind, die Solaris Bank spannend, die meines Erachtens auch eine spannende Übernahme in Großbritannien getätigt hat und so halt so hohe Skaleneffekte wie Synergieeffekte nutzt. Und zum anderen, obwohl ich selbst ja, wie gesagt, hier komplett uhrenfrei bin, so ein Chrono24, auch ein Unicorn aus Deutschland, die global führende Plattform für hochwertige beziehungsweise Luxusuhren. Das sind Sachen, die ich spannend finde. Okay, cool. Mit Chrono ist ja auch ein deutscher Wettbewerber in Köln, soweit ich weiß. Okay, Stichwort IPOs. Gucken wir mal auf eine Trade Republic. Ganz nach dem Vorbild von Robin Hood ist das Investieren ja mittlerweile, würde ich sagen, in der Mitte der Gesellschaft. Vielleicht auch ein bisschen überspitzt, dass es komplett in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, aber es wird auf jeden Fall wieder mehr investiert in Deutschland. Mit Sicherheit auch auf Basis solcher Applikationen wie Trade Republic, die das Investieren einfach ganz, ganz einfach machen. Robin Hott hat ja in den letzten Wochen eine recht ordentliche IPO hinten gelegt, ist aufs Parkett gegangen. Die Überraschung kam aber eigentlich erst kurz danach auf Basis von Kursexplosionen, die auch nicht wirklich rational hergeleitet werden konnten. Viele sprechen dabei davon, dass Robin Hood gewissermaßen Opfer seiner Selbst oder Profiteur aus seiner Selbst geworden ist als Meme-Stock. Wie bewertest du generell kollektive Bewegungen wie bei Reddit, was ja auch GameStop unter anderem irgendwie erwischt hat? Und was ist deine Einschätzung? Was kann da in naher Zukunft passieren? Also müssen wir damit rechnen, dass die Märkte viel, viel volatiler werden und dass wir viel mehr Influencer haben werden. Du hast es ja eben auch noch mal auf Alan Musk differenziert, der ganz, ganz viel auch an Bewegung produzieren kann. Was passiert da? Wie betrachtest du das auch als ehemaliger oder immer noch aktiver Investor? Ja, ich muss noch mal differenzieren. Wir reden jetzt hier über die öffentlichen Märkte, also über die Börsen, die da bewegt werden, weniger die privaten Märkte. Generell ist ja die Frage die sogenannte Gamification der Anlage, sicherlich sehr stark von Robin Hood geprägt und in Europa, in Deutschland haben wir da natürlich mit Trade Republic eine starke Firma. Ich glaube, die hat den Vorteil, dass sie damit Leute ans Investieren heranführt und die damit Vermögensaufbau betreiben können, die damit Altersvorsorge betreiben können. Das ist, glaube ich, sehr positiv. Also sprich, ich glaube, die Thematik, die Umlage versus Ansparen, wie jetzt mit der Umlage in Deutschland, wo die aktuelle Generation für die dann alte Generation zahlt, dass das irgendwann schwierig sein wird, das ist, glaube ich, den meisten transparent. Das heißt, man muss selbst in einem gewissen Rahmen ansparen oder investieren fürs Alter und daher muss man sich mit den Themen beschäftigen. Und da, glaube ich, ist es.Und da haben solche Anbieter wie Trade Republic und Robin Hood tragen dazu bei, das halt in die Breite zu bringen und das ist schon mal vorteilhaft. Auf der anderen Seite muss man aufpassen, dass diese Gamification natürlich jetzt, das ist jetzt nicht extrem betrachtet, wie ähnlich eines Casinos wird, wo Leute halt de facto wetten können, fällt der Dollar heute gegenüber dem Euro oder steigt der und dann hast du irgendwie, wenn du gewinnst, kriegst du irgendwie aus dem einen Euro 1,95 Euro ausgezahlt, wo du verlierst jetzt deinen Euro weg. Und dann ist letztendlich so eine Art, das ist dann wirklich sehr, sehr nah dem Casino, ja, wenn es dann halt um irgendwelche Derivate und Co geht und so weiter. Das heißt, ich glaube schon, dass da eine gewisse Art von Regulierung vonnöten ist. Das heißt, wenn da jemand sagt, ich kaufe jetzt irgendwie DAX-Titel und ich kaufe irgendwie MDAX oder meinetwegen Dow Jones. Das ist, glaube ich, sehr, sehr vorteilhaft. Wenn dann jemand sagt, der vielleicht irgendwie 22 ist und relativ wenig Bezugspunkte beruflich dazu hat, ich kaufe mir jetzt irgendwie einen Put oder ich kaufe mir irgendwie einen Credit Swap. Das finde ich schon sehr, sehr schwierig. Ich glaube, da muss man sich immer fragen, ob es da nicht dann Anlegerschutz bedarf. Und das wäre so meine Perspektive und daran anschließend, du hast ja diese, glaube ich, GameStop, da eben zumindest die Thematik impliziert. Die einen sagen Demokratisierung und irgendwie Short Squeeze, das würde sonst die Wall Street irgendwie nur irgendwelche Hedge-Fonds untereinander machen. Und in dem Fall hat es die Reddit Community übernommen. Auf der anderen Seite, es ist letztendlich ein Händler, ein Offline-Händler, also mit Shops, mit Läden, also ein Anglizismus ist Retailer, der Videospieler und Co verkauft. Und ich glaube, den Nutzern ist ja wiederum auf der anderen Seite auch klar, dass das ein Produkt ist, was natürlich auch komplett digital wird, also siehe Steam und Co. Und da muss man schon hinterfragen, wenn dann auf einmal so ein Börsenpreis dann irgendwie nach oben getrieben wird. Und das Gleiche hatten wir, glaube ich, auch bei einer Mietwagenfirma, die, glaube ich, insolvent war, die dann irgendwie, ich glaube, es war Herz. Ja, ich glaube, davon bin ich jetzt nicht so ein Fan. Also ich glaube schon, dass da im gewissen Rahmen es einer Regulierung bedarf, weil wenn dann irgendwie GameStop-Aktien kauft bei, keine Ahnung, zweihundertfünfzig Dollar, die dann irgendwie drei Tage später wieder bei fünfzig sind und dann wieder bei einhundertfünfzig, ist schon die Frage, ob das nicht dann auch wieder dem Casinobeispiel von eben sehr nahe kommt. Das heißt, ich sehe da sehr positive Dinge, aber ich glaube auch, dass man im Bereich Finanzwesen, dass da Anlegerschutz schon eine Menge Sinn macht. Okay, bleiben wir vielleicht beim Thema Finance. Eine sehr große Suchmaschine sagte mal, sie könne die Finanzmärkte vorhersagen, tut es aber nicht, weil es illegal ist. Es müsste die Möglichkeit geben, dennoch gewisse Dinge auszuprobieren, um zu innovieren, so ohne das weiter zu konkretisieren. Jetzt könnte ich natürlich die Hypothese aufstellen, dass diese besagte große Suchmaschine ja eigentlich nur die Weltmeere oder den Mars gemeint hat, wo so ein bisschen der sechszfreie Raum vielleicht gilt. Aber das Thema Regulierung, du hast es gerade auch schon angesprochen. Wenn du die Möglichkeit hättest, die Zeit so ein Stück weit zurückzudrehen und ich weiß, dass in den letzten Wochen ja auch in unserer Tech und Digital Bubble ein Stück weit Gründerkultur und auch die Rahmenbedingungen in Deutschland diskutiert wurden. Wenn du die Möglichkeit hättest, die Zeit zurückzudrehen, Sven, würdest du erneut in Deutschland investieren und gründen? Ich glaube, man hat sich, glaube ich, gezeigt, die Relevanz, Dominanz von GAFA plus dann irgendwie Microsoft. Also ich glaube, hätte man sicherlich vor fünf bis zehn Jahren keinen Fehler gemacht, in die genannten zu investieren. Ich glaube, dafür gibt es jetzt letztendlich keinen vergleichbaren Fall in Europa und vor allem nicht in Deutschland. Also ich glaube, was das Investieren angeht, ist das, glaube ich, relativ eindeutig. Dann ist immer die Frage: Wo gründet man? Wo kann man gründen? Also ich glaube, es zeigt sich auch jetzt, ob wir nun irgendwie die eben genannten Unicorns, wir haben mit Celonis in München einen Decacorn, wie auch immer man dazu steht, Delivery Hero irgendwie auch dreißig Milliarden wert. Ich glaube, auch als Gründer, gerade jetzt, kann man in Europa, in Deutschland sehr, sehr erfolgreich sein und auch sehr schnell relevante Firmen aufbauen und sehr schnell relevante Bewertungen erzielen. Ich habe ja gerade mit den Karjan Sümer, den CEO und Gründer von Gorillas erwähnt, der das ja vorgemacht hat. Und daher glaube ich, vielleicht hätte man argumentieren können, dass es irgendwie vor zehn, fuffzehn, zwanzig Jahren sicherlich viel einfacher im Valley gewesen wäre, als vielleicht das Ganze in Deutschland zu machen. Aber in der Zwischenzeit, glaube ich, gibt es hier auch hervorragende Bedingungen für Gründe. Okay. Sprechen wir noch ein Stück weit über das Gründungsthema. Aktuell ist ja unheimlich viel Geld im Markt als gutes Gründerteam, also wirklich als gutes Gründerteam, Ausrufezeichen und Idee, steht der klassische VC heute ja wahrscheinlich etwas stärker in der Competition in einer Pitch-Situation gegenüber Family Offices, Private Equity, you name it, Crowdfunding. Wenn ich Geld suche, sollte ich dabei im Jahr zwanzig einundzwanzig noch auf einen VC zugehen oder habe ich eigentlich deutlich bessere Optionen?Ah, ich würde immer noch das Geld, also, Crowdfunding, glaube ich, bin ich ja sehr skeptisch. Family Office bin ich auch skeptisch, Corporate bin ich auch skeptisch. Vor allem ist das auch gar nicht notwendig, denn, ähm, die Bewertungen, die VCs bereit sind, in Deutschland für Gründungsteams zu zahlen, die sind, die sind top für Gründer und das liegt primär nicht an der Konkurrenz von Family Offices oder Corporate, sondern es liegt an der Konkurrenz von anderen VCs. Das heißt, wir sehen ja jetzt hier die ganzen Angelsachsen, ich hab's ja gerade erwähnt, ein heute bekannt gegeben worden, ein Tiger Global hat in Central investiert, ähm, und ob es nun eine ʻCo2 ist, die in Gorillas investiert haben, dann gibt es 'nen Inside, die unglaublich aktiv investieren und mein früherer Arbeitgeber XCEL und auch, glaub ich, in Europa ist der zweitführende Anbieter ist Index. Die haben früher immer erst in der Series A investiert. Das heißt, es gab immer, man würde sagen Angel-Runde, Seed-Runde, dazwischen nennt man das Pre-Seed und Seed. Und dann haben sich diese beiden für einen Anbieter de facto die Firmen aussuchen können in der Series A. Und jetzt drängt halt die ganze Konkurrenz aus den USA, VCs, Growth Funds, Hedge Funds, die drängen da rein und jetzt investieren XCEL und Index als führender Anbieter sogar primär im Seat-Bereich, weil sie gezwungen sind durch die Konkurrenz. Und das ist für die Gründer super, ja. Also, erfahrene Gründungsteams bekommen teilweise im Pre-Seat-Bereich eine sogenannte Pre-Money-Bewertung. Also, de facto für, sage ich mal, Präsentation und drei, vier Köpfe bekommen die Bewertungen von fünfzehn bis zwanzig Millionen Euro pre. Und, ähm, das ist ja, das ist top, top, top und ist jetzt auch gar nicht so weit in dem Valley. Und das zeigt dir halt, welche Möglichkeiten du da jetzt als erfahrener Gründer hast. Das heißt, in Summe bekomme ich heute als erfahrener Gründer eigentlich viel, viel schneller in einer viel, viel früheren Phase Geld, als es in der Vergangenheit der Fall gewesen ist? Und auch viel mehr Geld. Korrekt. Da kommen die Effekte zusammen, äh, wenn du dir so einen Christian Reber anguckst, der sechs Wunderkinder gemacht hat, der hat dann, glaube ich, bei Pitch die erste Runde gemacht, bei achtzehn Millionen Euro pre, hat dann die nächste Runde gemacht, ich glaube, so bei sechzig Millionen Euro pre und, ähm, jetzt ist es mit Tiger irgendwie vierhundert. Das heißt, da ist diese Bewertung, das hätte früher das Doppelte, Dreifache an Zeit gedauert. Es wäre viel schwieriger geworden, diese großen Namen als Investoren zu gewinnen und das Ganze findet jetzt halt sehr, sehr schnell statt und die Investoren rufen einen an. Denn was du gerade gesagt hast, ja, der VC-Markt, gegeben die Geldflut, ja, wenn du als VC in ein gutes Team investieren willst, dann bist du derjenige, der pitchen muss. Du musst dich verkaufen. Früher, als Geld der Engpass war, ja, musst, musst du mal als Gründungsteam beim VC pitchen. Jetzt hat sich das gedreht. Mhm. Mhm. Absolut. Bleiben wir, bleiben wir bei deinem Thema Stichwort Bedarf an Geld. Softbank hat ja vor, vor einiger Zeit eine große Finanzierungsrunde bei Gorillas, du hast Gorillas ja jetzt gerade auch schon häufiger angeführt, abgesagt. Du beschäftigst dich bekanntlich ja auch sehr intensiv mit diesem Berliner Start-up, welches ein sehr, sehr kostenintensives Business dann ja auch aktuell betreibt. Wie gehst du mit folgender Hypothese um, Sven, dass, dass Gorillas mehr ist als ein reiner Supermarkt auf Rädern, sondern mit eigenen Brands? Ähm, ich, ich tituliere das Ganze immer so ein, so ein Stück weit unter „Bedarf schlägt Loyalität", ja, auch mittelfristig einfach tolle eigene Mono-Brands, ja, mit höheren Margen auf den Markt werfen kann. Um mal dieses Abstraktionslevel ein bisschen zu, zu verlassen, äh, wenn ich regelmäßig, ja, ein totaler Chiquita-Bananen-Fan bin, ja, und einfach auf den Geschmack von Chiquita abfahre – Disclaimer: tue ich nicht –, ähm, aber Gorillas die Fähigkeit hat, innerhalb von zehn Minuten mir eine Banane zu liefern, ja, wäre ich bereit, meine Loyalität gegenüber dieser Marke aufzugeben, weil mein Bedarf in diesem Moment stärker ist? Weil wenn diese Hypothese aufgeht, muss man sagen, äh, hat dieses besagte Unternehmen und es gibt ja auch noch einige weitere Wettbewerber durchaus ja die Fähigkeit, Brands zu etablieren bei höheren Margen, um das Geschäftsmodell, was ja sehr, sehr margenarm ist, ja, in, in sich betrachtet, äh, zu optimieren. Wie stehst du dazu? Ja, also, ich glaub, also vielleicht mal für die Hörer oder Zuschauer, es gibt auch noch Flink, gibt irgendwie foodpanda, gibt irgendwie ƒetier, gibt zukünftig Gopuff, potentiell doordash. Von daher hat der Nutzer nur die, die Qual der Wahl, nicht, dass es hier zum reinen Gorillas-Werbespot verkommt. Ähm, ja, ich glaube, ähm, zum Schluss glaube ich, den Trend, den du ansprichst, der ist ja nicht neu. Den siehst du ja bei Lidl und Aldi, die haben das ja eigentlich etabliert. Also im Endeffekt Eigenmarken oder White Label oder keine Marke, wenn du so willst. Und so ein Edeka und so ein Rewe, um jetzt die anderen beiden großen Anbieter aufzugreifen, haben das ja letztendlich, ähm, komplett übernommen. Wenn du heutzutage in so einen Rewe reingehst, hast du irgendwie Rewe Beste Wahl, ähm, als Eigenmarke, die ein bisschen teurer ist und du hast ja als Eigenmarke, die ein bisschen günstiger ist. Und wer jetzt als sozusagen Markenhersteller, ähm, bei Rewe jetzt nicht den, äh, äh, richtigen Preis sozusagen dem Einkauf von Rewe anbietet, der verschwindet halt in der, in der untersten Regal, also außerhalb des sichtbaren Bereiches. Und also aktuell, wenn ich irgendwie meiner Nutella-Leidenschaft nachgehen will, dann muss ich mich irgendwie tief beugen, um den im Rewe zu finden. Und wenn jetzt ein Ferrero halt bei Rewe wieder eine andere Platzierung will, dann müssen sie entweder bessere Preise bieten oder einen Werbekostenzuschuss. Und das zeigt dir halt, ähm, dass die Rewes und Edekas dieser Welt haben auch erkannt, dass sie halt Top of the Funnel sind und in gewissem Rahmen, ähm, ja-Entscheiden können, was der Kunde kauft. Das ist, glaube ich, du sagst, Bedarf schlägt Loyalität. Ich würde jetzt sagen, Zugang schlägt Marke, denn zum Schluss haben die Anbieter halt den Zugang. Und jetzt auf das Quick-Commerce-Modell zu gehen. Natürlich haben die Anbieter, die wir gerade genannt haben, die Möglichkeit, den Kunden zu steuern. Wenn du Hunger auf eine Banane hast oder brauchst einen Liter Milch oder Spaghetti oder Wasser. Das sind relativ austauschbare Produkte und dir ist es wichtiger, innerhalb von zehn Minuten das zu bekommen, als jetzt zu sagen, ich will jetzt unbedingt die Barilla-Nudeln und ich möchte das Gerausterner Wasser, sondern du sagst, ich brauche ein Sprudelwasser und ein paar Nudeln. Klar werden die dort in der Lage sein, genauso wie die bestehenden Anbieter, die ich gerade genannt habe, also Supermarktanbieter. Mit Skaleneffekten, mit einer gewissen Größe, kannst du Eigenmarken einführen und auf den Eigenmarken kannst du eine höhere Marge durchsetzen. Das ist auch, glaube ich, die einzige Möglichkeit, für die zu sagen, ohne teurer zu werden, trotzdem mehr Marge durchzusetzen. Das geht nur, wenn man dann die Marken durch Eigenmarken ersetzt. Was sie aber auch immer sagen, was ich nicht glaube, ist, dass man in der Lage sein wird, Eigenmarken zu pushen und parallel noch Werbung zu verkaufen. Das geht meines Erachtens gerade nicht im mobilen Bereich. Zum Schluss ist der Screen von so einem Handy überschaubar und das ist ja nun mal der primäre Weg für diese Anbieter. Und dann kann ich entweder oben meine Eigenmarken platzieren oder ich gehe hin und platziere Marken dafür, dass die mir einen WKZ zahlen oder analog zu Amazon auf Klickbasis oder Impressionsbasis. Und das heißt, klar, den Gorillas, Flings dieser Welt wird eine Margenerweiterung gelingen, aber man wird jetzt nicht beides hinbekommen, nach dem Motto: „Ich verkaufe 100% Eigenmarken und parallel greife ich von den Ferreros dieser Welt noch Marketing-Budget ab, weil die werden ja auch gucken, solange da meine Werbung in den Kanal zu keinen Transaktionen führt, werden die keine Werbung bezahlen. Verstehe. Das heißt, WKZ stehen so ein bisschen in den Wettbewerb zum Thema Monobrands, Eigenbrands. Okay, Sven, jetzt mal so ein bisschen ab von der Außenzentrierung. Wir haben ja viel über andere Companies gesprochen. Du bist ja schließlich auch CMO der Maschinensucher. Wie hat sich euer Business in den letzten Monaten entwickelt? Ja, ich glaube, es ist immer ganz spannend. Leute fragen mich immer: „Was hat Corona sozusagen, was bedeutet das für euer Business? Und ich sage immer, es hat zwei Effekte. Zum einen hat es natürlich die Transition von offline zu online beschleunigt. Das heißt, Messen, Offline-Events, Print sind in unseren Bereichen irrelevanter geworden und die Relevanz von online hat zugenommen. Das haben wir ganz klar gemerkt an der steigenden Reichweite. Also einfach mehr Traffic auf unseren Portalen. Das ist sicherlich gut, weil es natürlich auch den vielen Anbietern klarmacht, die Relevanz von Online als Vertriebskanal. Auf der anderen Seite hat natürlich Corona auch zu einer sehr, sehr hohen Varianz geführt in einzelnen Segmenten, die wir bedienen. Also ich gebe dir mal ein Beispiel: Holzverarbeitungsmaschinen, die haben halt unglaublich geboomt während Corona, weil Leute haben ihre Küchen neu gemacht, haben sich ein Gartenhäuschen gegönnt, haben letztendlich ihr Dachgeschoss ausgebaut. Also ich sage mal, so viel Heimwerkerrei. Und das hat natürlich den Bedarf nach hinten raus, nach Holzverarbeitungsmaschinen, gesteigert. Und da waren auf einmal viele unserer Anbieter auf unserer Plattform, die waren ausverkauft. Und wenn so ein Anbieter ausverkauft ist, kauft er dir kein großes Inseratspaket ab, sondern er versucht, das Inseratspaket zu verkleinern. Und das Beispiel vielleicht ein bisschen griffiger zu machen: Wenn du jetzt irgendwie bei Immoscout aktuell draufgehst, und zwar nicht auf Mietobjekte, sondern auf Kaufobjekte, siehst du in den meisten Regionen in Deutschland weniger Angebot. Wir haben aktuell durch das billige Geld, gekoppelt mit sicherlich einer hohen Inflation, wollen viele Leute ihr Geld in Immobilien anlegen oder wollen dann ihre Bestandsimmobilien nicht verkaufen, es so auszudrücken. Und dadurch sinkt auf der Angebotsseite das Angebot und dadurch hat so ein Immoscout dann teilweise die Hälfte der Inserate im Bereich Verkauf wie vorher. Und da hilft die Nachfrage nicht. Da hilft potenziell auch eine höhere Zahlungsbereitschaft von manchen Maklern nicht. Wenn du die Hälfte der Inserate hast, ist das finde ich nicht gut. Und daher sage ich immer, wenn mich Leute fragen: „Corona, wie war es für euch?, sage ich: „Ja, was jetzt die Nachfrage angeht, super, aber für den Supply hätte ich mich gefreut ... Als Marktplatz sagst du immer, ist am besten, wenn es so in der Mitte läuft. Die Händler, wenn die ausverkauft sind, ist nicht gut. Also eine heiße Boom-Phase ist nicht so richtig gut. Aber auch so was, wenn dann in manchen anderen Segmenten irgendwelche Maschinen sich gar nicht bewegen, ist auch nicht gut. Das heißt, ich sage immer hier gegenüber Mitarbeitern: Corona war jetzt natürlich für uns als Gesellschaft grauenvoll, war für uns privat schrecklich. Als Firma, glaube ich, haben wir es noch, komparativ geht es uns dann auch sehr, sehr gut. Und sicherlich hat es allen Leuten klargemacht, wie relevant digital ist. Aber zum Schluss, dass jetzt zwei, drei Branchen ausverkauft sind – uns gehört ja auch zu unserer Gruppe weg, Trucks called 24. Die haben auch ein relevantes Wohnwagengeschäft und Wohnwagen, das hat wahrscheinlich manche Leute, die es privat mal geguckt haben: Wenn du Wohnwagenverkäufer warst oder Wohnwagenvermieter, da waren die letzten zwölf Monate für dich, da hat es oben reingeregnet.Und aber klar, wenn du keine Wohnwagen zum Verkaufen hast, dann inserierst du auch keine Wohnwagen. Klar, klar. Abschließende Frage dazu, weil wir sind auch schon so gut wie am Ende unserer Zeit. Habt ihr während Corona neue Strategien entwickelt, neue Business Cases entwickelt, wie diese erhöhte Nachfrage, die ja gar nicht bedient werden konnte auf euren Plattformen, gegebenenfalls anderweitig zu monetarisieren? Nein, das haben wir jetzt, ähm, das haben wir nicht getan. Ich glaube auch, zum Schluss, um mal wieder beim Wohnwagenbeispiel zu bleiben, kannst du halt irgendwie keine Wohnwagen herbeizaubern, ja. Wenn sie ausverkauft sind, sind sie ausverkauft. Was wir gesehen haben, ähm, in Corona ist, dass vorher die meisten Leute auch schon, sage ich mal, günstigere Maschinen im B2B-Bereich, also bis fünf, zehntausend Euro, sind vor Corona eigentlich ungern online gekauft worden. Das waren immer noch sehr stark offline Transaktionen. Das heißt, wir haben für unsere Händler Kaufanfragen generiert, aber es ist dann zu einer Offline-Transaktion gekommen. Wir haben halt gemerkt, dass sich das Verhalten während Corona geändert hat. Klar, sicherlich auch zwangsweise, eine höhere Bereitschaft, direkt online zu kaufen. Und wir waren vorher ein reines Classifieds-Modell und haben jetzt während Corona, ähm, das Thema „Sofortkaufen" angegangen und umgesetzt. Also mehr Marktplatz. Das heißt, Ware bis zehntausend Euro oder Maschinen bis zehntausend Euro können unser Anbieter jetzt direkt auf unserer Plattform verkaufen. Okay, treuhänderisch. Treuhänderisch, korrekt. Ja, also mit einem Fintech dahinter, Mango Pay, ähm, die dann Treuhandkonten machen. Kunde zahlt das oder Käufer zahlt das. Wir sagen dem Verkäufer, wir haben das Geld bekommen. Verkäufer liefert die Ware. Käufer sagt, er hat die Ware erhalten. Wir geben das Geld frei, damit dann, ähm, einfach mehr Schnelligkeit reinkommt. Ähm, denn dieser Prozess online to offline, der hat meistens immer dann-- führt zu einem gewissen Zeitverzug. Und wir haben halt gemerkt, die Leute wollen jetzt gewohnt durch Amazon und Co., die wollen online direkt kaufen und wollen, dass das dann am gleichen Tag oder am nächsten Tag verschickt wird. Und das war sozusagen eine strategische Reaktion. Das hatten wir schon immer in der Planung und das hat-- den Prozess, den hat Corona auch für uns beschleunigt. Super interessant. Vor allem sprechen wir bei euch ja über hohe Ticketpreise und die dann wirklich transnational direkt online abzubilden. Äh, Chapeau. Ich glaube, das wünscht sich das eine oder andere Marktplatz, ähm, wahrscheinlich auch, das so in der Form umzusetzen. Sven, ich sage vielen, vielen lieben Dank. Wir hätten jetzt auch noch viele weitere Fragen, auch aus der Audience, aber die Zeit reicht einfach nicht. Da kommt eine Audience-Frage, wo ich vorhin die Biopause gemacht habe. (lacht) Ich gucke mal kurz in Richtung, äh, der, der Redaktion. Haben wir eine Audience-Frage, die ich, äh, die Sven jetzt noch ganz schnell stellen kann, die mit 'ner kurzen Antwort versehen ist? Ich krieg hier kurz was rein. Sekunde. Genau, hier kommt jetzt noch eine Frage rein, ob sich das gesamte Thema Olympia Investment für euch, äh, gelohnt hat. Also ist wahrscheinlich schwierig. Ja, ich weiß nicht, ob ihr da jetzt schon Informationen vorzuweisen habt. Ja, also zum Schluss: Das Olympia-Investment hat für uns ja zwei Komponenten. Das eine war, ähm, konkret, ähm, die Thematik, wir haben zehn Sportler, die für Maschinensucher antreten. Das konnten wir letztendlich zwei Wochen vorher bis zwei Wochen nachher ausspielen. Also es war so ein sechs-Wochen-Zeitraum. Das hat über die sozialen Medien gut geklappt. Ich glaube, da konnten wir uns, ähm, gut mit positionieren, weil wir auch immer sagen, wir sind die Nummer eins und wir wollen mit, mit Leuchtturm-Events verbunden werden. Und-- Aber klar, da ist der, natürlich die-- Es ist schwer messbar, ist also nur anekdotisch. Aber dass die Frage kommt, ist ja schon ein Zeichen, dass es aufgefallen ist. (lacht) Aber für uns mitentscheidend im Bereich dieses Deals ist es, dass wir jetzt für zwei Jahre das Logo vom Team Deutschland, was auch die olympischen Ringe enthält, nutzen können. Wenn man auf Maschinensucher geht oder auf Machine Seeker, dann seht ihr im Header, also oben, das Logo von uns eingebunden. Und das hilft uns halt gegenüber Neukunden, also Leute, die zum ersten Mal auf Maschinensucher oder Machine Seeker kommen – seien es Verkäufer, seien es Käufer –, ist das für uns wie so ein Trust-Signal. Also sprich, andere vielleicht, wenn du einen E-Commerce-Shop betreibst, hast du vielleicht Trusted Shops da drauf oder ein analoges Logo oder vielleicht Trust Pilot, wie auch immer. Und für uns ist halt, die olympischen Ringe zeigen halt unsere Größe an, weil das können sich halt nicht kleinere Anbieter, können sie es sich leisten. Und so nutzen wir das Logo als Signalling, um gegenüber Käufern und Verkäufern Vertrauen zu erzeugen. Kann ich, kann ich total nachvollziehen. Wirkt auf mich auf jeden Fall wie eine große Company, seriöse Company, Trust. Von daher ist das Kalkül da, glaub ich, komplett aufgegangen. Sven, ich sage vielen, vielen lieben Dank für deine zweite Session hier auf der UMKB und, äh, wünsche dir alles Gute. Viele Grüße nach Essen und bis sicherlich ganz bald. Ja, ich habe zu danken. Und zum Schluss noch mal: Also wer Lust hat, bei uns zu arbeiten, fünfzig Leute, ähm, ich glaube, wir haben das beste Team im Bereich Classifieds in Europa. Also muss ich echt sagen: Top, Top, Top-Leute. Wer also Lust hat, sozusagen für das Bayern München oder meinetwegen für das PSG der Classifieds-Firmen zu spielen, möge sich bitte bei mir melden. Äh, die Sportanalogie, die bringt bringen wir öfter. Da kann man auch sehen, wir haben eine hohe Affinität. Bitte einfach melden: sven.schmidt@maschinensucher.de. Und wem die Inhalte hier gefallen haben, der kann gerne mir auf LinkedIn folgen. Ich bin nicht auf Twitter, ich bin nicht auf Instagram. Ähm, mein Fokus gilt so ein bisschen LinkedIn und daher gerne bei LinkedIn folgen. Und jetzt Ende des Werbeblocks und, äh, vielen, vielen Dank für die Möglichkeit an dich und weiterhin so ein tolles Event und ich mein ganz großen Respekt, was ihr da aufzieht. Klasse. Vielen Dank. Alles Gute nach Essen. So. Danke. Tschüss. Wir gehen jetzt in einen kurzen Break und melden uns nach dem Break, äh, wieder bei euch mit tollen neuen Speakern und Inhalten.
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