Herzlich willkommen und einen großen Applaus für Philipp Glöckner. Philipp, Moin. Sei gegrüßt. Hallo. Hallo. Philipp ist einer der bekanntesten Angel-Investoren und Advisor in Deutschland und du hast in den letzten 15 Jahren tatsächlich über 100 Start ups und Wachstumsunternehmen daran mitgewirkt. Tatsächlich. Und ich habe gehört, gut ein Dutzend haben es sogar in den Unicorn Status geschafft. Das heißt, es kann nicht ganz so erfolglos gewesen sein. Philipp hat zudem für Rocket Internet zahlreiche internationale Marktplätze und Classifieds aufgebaut und dürfte sicherlich vielen von euch bekannt sein. Nicht nur von dem Vortrag von Ben von Hubspot, sondern insbesondere aus dem Doppelgänger Podcast mit deinem Kompagnon Philipp Glöckler. Philipp, schön, dass du da bist und gleich zur Verfügung stehen wirst in unserem Fireside Chat am heutigen Tag. Ich möchte aber, bevor wir in das Thema einsteigen, unseren Fokus auf eine aktuelle Initiative richten. Von eurem Doppelgänger Podcast insbesondere. Es geht nicht um Clubhouse. Dieses Mal war auch viel beachtet. Zugegebenermaßen aber natürlich ein ganz anderes Thema, sondern es geht um den nach wie vor stattfindenden Krieg in der Ukraine, der auch heute in immer mal wieder uns begleitet hat, über den Tag auch zu Recht begleitet hat, über den Tag. Ihr unterstützt mit dem Doppelgänger Podcast die Mission Lifetime EVA Lifeline Lifeline eV. Dankeschön genau. Kannst du uns ein bisschen berichten? Was hat es damit auf sich? Wie kam die Idee zustande und was habt ihr bisher geschafft? Mission Lifeline ist eine NGO, die normalerweise Flüchtlinge, Flüchtende aus dem Mittelmeer rettet, die in Seenot geraten. Und wir haben einen Weg gesucht, mehr Flüchtende aus der Ukraine so schnell wie möglich in sichere Gefilde zu bringen. Und da die gerade 100 % daran arbeiten, schien das für uns die beste Mittelverwendung zu sein. Gleichzeitig hatten die ein sehr gutes Frontend, wo man Spenden sehr einfach abgeben konnte. Und dann haben wir uns entschieden, dass wir versuchen, sozusagen die Community, die wir aufgebaut haben, mit dem Podcast zu nutzen, einfach so viel Spenden wie möglich aufzubringen, um mehr Leute aus der Gefahr zu bringen und haben das verbunden mit was wir versuchen unsere Audience nicht so viel zu monetarisieren. Normalerweise. Es gibt wenig Werbung, wir verkaufen keinen Merchandise. Wir machen auch sonst nicht viel, um das zu monetarisieren. Aber wir haben dann gesagt, wenn jemand über 500 € spendet, dann bekommen die dafür einen limitierten, exklusiven Hoodie. Wir wussten, dass das viele Nutzer und Hörerinnen wünschen. Wir haben es bisher trotzdem nicht gemacht. Das schien uns der beste Moment, das dann doch zu machen. Und damit haben wir jetzt über 650.000 € eingesammelt. Wow. Okay. Fantastisch. Danke. Und man kann sich noch weiterhin beteiligen, nehme ich an, oder? Man kann jederzeit so ein bisschen Lifeline spenden, wenn jemand das nicht geschafft hat und uns nachweist, dass er signifikant gespendet hat, dann treiben wir bestimmt auch noch einen Hoodie. Gibt es auch noch einen Hoodie von dir? Wunderbar, Vielen Dank. Eine tolle Initiative. Und jetzt starten wir aber in den Fireside Chat. Das heißt, ich möchte meinen lieben Kollegen Sha Hosseini noch einmal auf die Bühne bitten. Schab, komm gerne zu uns. Ich verlasse jetzt die Bühne, wünsche euch ganz viel Spaß mit Philipp und Shahab. Let's go! Danke schön. Dankeschön, Mario. Ja, Philipp, heute wollen wir nicht über die dramatische weltpolitische Lage sprechen. Aber auch noch mal Chapeau da in deine Richtung. Die über 600.000 €. Das ist ja wirklich eine imposante Zahl. Und zu Recht glaube ich, gab es jetzt dazu auch noch mal Applaus. Ich glaube, die Community, die du und und die ihr viel mehr in der Kürze der Zeit aufgebaut habt, scheint eine sehr, sehr loyale Community zu sein. Ansonsten würde man diese diese sehr sehr starke Summe in Höhe von über 600.000 € glaube ich gar nicht zustande bekommen. Ähm, bevor wir damit durchstarten, vielleicht für die Audience Wie groß ist die Community? Kannst du uns ein bisschen was zu den Zuhörerzahlen erzählen? Also wie viele Leute schalten sich wöchentlich bei euch auf den Podcast ein? Also Anfang des Jahres sind wir mit rund 25.000 Hörern pro Episode gestartet, wollten das im Laufe des Jahres verdoppeln. Wir sind jetzt bei der besten Episode bei knapp unter 40.000. Es sieht so aus, als wenn wir Ich glaube, Fritz Walter Stadion haben wir das genannt. Im Moment also angefangen haben wir beim Ostseestadion. Vielleicht schaffen wir sogar das Olympiastadion, also so 80.000 gegen Ende des Jahres. Das wäre toll. Ähm, im Moment sind wir so rund bei 40 und genau das ist. Faktor 40 der Teilnehmer der UMKW, muss man sagen. Also wir haben ungefähr so circa round about 1000 Leute hier. Wahnsinn! Also ein wahnsinniges Wachstum, was ihr dort hingelegt habt. Ähm, Philipp, kannst du uns ein bisschen was erzählen zu der Rolle von Discord? Wir haben heute über Discord auch immer mal wieder gesprochen. Ich verfolge euch ja auch und habe auch die die Phase erlebt, wo ihr Signal ausprobiert habt. Die die Empfehlung von von Edward Snowden, die mittlerweile glaube ich gar keine Geheimempfehlung mehr ist, weil sie durchaus, glaube ich, in der Breite angekommen ist. Ihr habt ein bisschen herumexperimentiert. War zumindest meine Wahrnehmung. Jetzt habt ihr euch auf Discord committet und das scheint auch gut zu funktionieren. Für mich und die Audience ist es interessant, in Erfahrung zu bringen, warum dieser Channel und welche Journey habt ihr absolviert, bevor ihr dann gesagt habt okay, wir gehen jetzt auf Discord, weil das das ist es, da wollen wir unser Community Management oder es ist ein Bestandteil unseres Community Managements. Ja, also was wir eigentlich gesucht haben, ist ein Kanal, ein Feedbackkanal zum Publikum, weil Podcast ist eben ein One to many Sendemedium. Ja, also.Ahm, wir haben es anfangs mit Clubhouse, äh, probiert. Das hat 'ne Zeit lang ganz gut funktioniert, ähm, schien aber auch nicht perfekt zu sein. Dann, ähm, und wir wollten auch einen Kanal, womit wir Hörer und Hörerinnen aktivieren können. Ähm, deswegen haben wir dann, ähm, im Rahmen dieser Clubhouse-Aktion haben wir auch Telegram teilweise genutzt. Das wollten wir langfristig aber nicht nutzen, weil es da gewisse geopolitische Implikationen gibt, die damit zusammenhängen, auf die wir jetzt nicht zu weit eingehen sollten. Aber, ähm, Signal schien uns wie die nächstbeste Variante, weil es so ein Secure Message ist, in dem es zunächst so schien, als könnte man sozusagen mit ganz vielen Leuten gleichzeitig darin, ähm, kommunizieren. Das Problem ist aber, dass wirklich sichere End-to-End-Verschlüsselungen funktioniert so, dass sozusagen jede Nachricht mit jedem Nutzer und Nutzerin sozusagen komplett verschlüsselt ist. Das wiederum, wenn man das mit tausend Leuten im Chat-- Also A, es gab eine Begrenzung bei tausend Leute, die wir sofort oder relativ schnell gerissen haben. Und dann, wenn man tausend Leute in einer Single-Gruppe hat, dann frisst das unheimlich viel Ladekapazität des Handys und Rechenzeit, einfach weil die ständige Entschlüsselung aller-- Man muss sich vorstellen, äh, das sind ja quasi zwei hoch tausend, wenn ich mich nicht irre, Verschlüsselungen, die dann passieren. Ähm, und das frisst einfach unheimlich viel Rechenzeit und Batterie damit. Deswegen schien das auch, äh, nicht der richtige Use Case zu sein. Und dann blieb so ein bisschen Slack und Discord übrig. Slack hätte man sicherlich auch nutzen können. Wir haben uns für Discord entschieden, ähm, weil wir bewusst auch was wollten, was vielleicht nicht so im Arbeitskontext, äh, drin ist. Discord ist vom Sign-up relativ niedrigschwellig. Äh, man braucht nicht irgendwie komplizierte Accounts anlegen oder so, sondern es geht wirklich relativ schnell. Das kann jeder machen. Es gibt 'ne gewisse Grundakzeptanz aus der, aus der Krypto-Szene, aus der Gaming-Szene. Es hat alle Features, die wir brauchen, ähm, ist ansonsten nicht so verschieden, ähm, zu Slack, aber das schien uns die richtige Möglichkeit, um uns sozusagen so ein bisschen sortiert in verschiedenen Channels und Themen mit Nutzern austauschen zu können und gleichzeitig den Nutzern und Nutzerinnen auch ein Forum zu geben, um sich untereinander auszu- ah -tauschen. Also wir müssen-- wir sind da jeder eigentlich täglich drin und wenn man uns verschreibt, dann kriegt man auch eine Antwort innerhalb von vierundzwanzig Stunden in der Regel. Ähm, aber vor allen Dingen können Nutzer und Nutzerinnen sich gegenseitig helfen und es hat so eine ganz tolle Eigendynamik, ähm, womit so ein bisschen Moderationspflichten irgendwann einhergehen. Aber bisher ist unsere Community eine sehr soziale und anständige, sodass das sich in Grenzen hält. Okay. Rückwirkend betrachtet, würdest du weiterhin auf Discord setzen oder sagst du: „Ja, wir hätten gerne vielleicht noch neben Telegram und Signal Produkt XY getestet?" Wir sind im Moment super zufrieden mit Discord. Also ich sehe keine Limitierung. Man könnte Dinge, die wir noch nicht haben, mit unheimlich vielen Add-ons und Bots noch umsetzen, die wir noch gar nicht nutzen. Von daher scheint das bisher die beste Alternative zu sein. Es ist hundert Prozent mobilfähig. Ähm, wir haben in Discord – ich will nicht lügen, aber mindestens fünftausend unserer Hörer sind auch auf Discord, davon dreihundert eigentlich ständig online und aktiv. Ähm, von daher war das wahrscheinlich eine richtige, ähm, Entscheidung bisher. Wir hatten heute Andre Alpa auf der Bühne, der hat ganz klar gesagt, Discord hat Potenzial, auch Marketing. Siehst du, siehst du bei Discord für diverse Unternehmen auch durchaus noch eine Opportunity in dieser sehr, sehr frühen Phase, wie ich empfinde, ja, zumindest für den deutschsprachigen Raum, in das Thema Discord reinzugehen. Weil es hat natürlich schon gewisse Eigenheiten und, ähm, auch keine Advertising-Möglichkeiten, muss man ja auch ganz, ganz klar noch mal hervorheben. Oder sagst du, es ist nur ein sehr, sehr spezifisches Produkt, was aber für das Community-Management durchaus funktionieren kann? Ja, ich glaube, gerade wenn man eine sehr junge Internet affine Audience hat, dann ist das einer der natürlichsten Wege, mit seiner Audience authentisch in Kontakt zu treten. Es gibt Sportartikelhersteller, die das machen, es gibt gewisse Lifestyle-Marken, Nahrungsergänzungsmittel, äh, die gesamte Krypto-Szene und NFT-Szene basiert größtenteils auf Discord. Ähm, und es entstehen Netzwerkeffekte natürlich einmal innerhalb einer Community. Je mehr Leute da drin sind, desto wertvoller wird diese Community, auch unsere. Ähm, aber es gibt natürlich auch, also, übergreifende Netzwerkeffekte, nämlich dass letztlich jeder Nutzer in mehreren Discord-Servern sozusagen aktiv sein wird, das alles über ein Frontend bedient und gerade das Sterben von, von dem blauen Facebook-- Was-- Facebook hat so ein bisschen das Internetforum ersetzt mit Facebook-Gruppen. Ähm, sollte sich das weiter fortsetzen, dass da jetzt das Engagement sinkt, wovon ich ausgehe, dann sollte Discord der nächstwahrscheinlichste Profiteur davon sein, glaube ich. Jetzt hast du schon so ein bisschen über Discord geschwärmt. Discord hat 2021 zumindest inoffiziell ein Übernahmeangebot von Microsoft abgelehnt, wo sie gesagt haben: „Nein, wir wollen weiterhin unabhängig bleiben", oder die Zahl auf dem Blatt Papier war zu niedrig. Ähm, I don't know. Plant aber einen Börsengang. Ja, das, das haben sie mittlerweile auch offiziell kommuniziert. Wie bullish wärst du bei Discord und warum? Das hängt natürlich immer von der Bewertung, äh, ab, die da dranhängt. Für die Geschäftsentwicklung selber von Discord bin ich eigentlich sehr bullish. Ich glaube, sozusagen, das wird die dritte Generation der Foren im Internet nach Facebook Groups sein. Ähm, und ich wüsste jetzt nicht, was dort das Engagement rausziehen würde. Also was-- Ich sehe derzeit noch nicht die nächste Entwicklungsstufe und solange es die nicht gibt und da es dieses Grundbedürfnis, glaube ich, gibt, sich zu vernetzen, äh, und solche Grüppchen zu bilden, in Kanälen fachspezifisch sich auszutauschen, sei es über Gaming, sei es über Krypto, sei es über eben eine Community wie unsere, ähm, wäre ich tendenziell, äh, bullish, ja. Und ich sehe viel Loyalität, viel Treue, ne? Also, äh, ich glaube, nicht viele Leute, die da beigetreten sind in unserem Server, haben den dann nie wieder aufgemacht. Äh, wir sehen keinen Grund, das zu ändern. Ich höre wenig Leute, die sagen: „Ich bin mit Discord unzufrieden, deswegen probiere ich doch noch mal Slack eher in die andere Richtung. Ich kann mir vorstellen, dass Discord vielleicht sogar so ein bisschen in die Arbeitswelt, äh, bei jüngeren Start-ups Einzug hält, dass Leute sich statt Slack für Discord entscheiden. Okay, okay, spannende Hypothese. Jetzt, jetzt bist du persönlich ja auch auf vielen diversen anderen Channels aktiv: Twitter, LinkedIn, Discord. Kannst du, kannst du der Audience und uns so 'n, so 'n Stück weit aufzeigen, welche Rolle, also welche Marketing- (räuspert sich) und vermarkterspezifische Rolle übernehmen eigentlich so diese einzelnen Channels für dich persönlich oder auch für euren Podcast?Differenzierst du das ganz klar? Oder sagst du, na ja, am Ende sind das Kommunikationskanäle. Ihr bespielt ja gleichzeitig auch nicht alle Kommunikationskanäle, also sehr selektiv. Wie geht es dir da konkret vor? Ja, gute Frage. Eine richtige Strategie gibt es dahinter vielleicht gar nicht. Also ich würde sagen, Discord ist sozusagen sehr nicht privat, aber das ist halt eben sehr diese Community, die den Podcast rum entsteht, auch wenn da alle möglichen Themen diskutiert werden, letztlich. Für die Arbeitswelt oder sozusagen meine persönliche Brand ist wahrscheinlich Twitter und LinkedIn wichtiger, auch wenn sich das natürlich immer wieder mit Podcast-Themen vermischt. Bei Facebook bin ich seit über einem Jahr nicht mehr. Das spielt keine Rolle, bis auf so ein bisschen Rest Instagram, aber auch da will ich mich eigentlich eher von lösen. Von daher gefühlt ist Twitter und LinkedIn noch stärker ein reiner Sendekanal. Man kann da interagieren, aber auf Twitter ist es immer ein bisschen kompliziert, sich irgendwie einzulassen, weil das Feedback in der Regel eher provokativ ist, schnell eskalierend. Es gibt gefühlt nicht so einen echten Willen und ich laste mir das auch voll selber an. Ich bin da nicht anders als ich Twitter-Biografie. Ich wollte gerade einwenden, wir folgen ja auch an der einen oder anderen Stelle gerne mal. Ja, wer mir folgt, weiß das vielleicht. Also da schwingt immer sehr viel Sarkasmus mit, sagen wir mal, auch viel Kritik und Skepsis. Bei LinkedIn ist es ein bisschen gesitteter, sozusagen im Business-Kontext. Und die besten Diskussionen haben wir wahrscheinlich tatsächlich auf unserem Discord-Server inzwischen, mit wirklich Tiefgang oder wo auch respektvoll verschiedene Positionen diskutiert werden können. Ja, mit einem gewissen Tiefgang, absolut. Du hast gerade eine Personal Brand auch angesprochen. Finde ich ganz interessant. Was ist stärker? Die Marke Doppelgänger oder die People Brand Philipp Glöckner? Ich glaube, jetzt auf jeden Fall die Marke Doppelgänger, würde ich sagen. Das hat man, glaube ich, an dieser Pullover-Aktion gesehen. Viele Leute haben es natürlich aus Überzeugung gemacht, zu spenden, aber es gab viele Leute, die wussten, das war natürlich eine künstliche Verknappung und wenn jemand 500 € zahlt für einen Pullover, wo Doppelgänger draufsteht, ich habe noch niemanden mit einem Flip-Club-Knapf-Pullüber gesehen. Ist mir auch lieber so. Ich selber bin gar nicht so scharf drauf, eine Brand zu sein. Du sagst, die Marke Doppelgänger ist deutlich wertvoller, wenn man jetzt im Wert bemessen würde. Wenn ihr so eine wertvolle Marke habt – und ich finde, Das ist ja ein faszinierendes Beispiel, was du da gerade genannt hast mit dem „500 € Hoodie. Plant ihr eine weitere Diversifikation eurer Marke? Die ist ja aktuell, muss man sagen, schon sehr, sehr stark im Bereich Audio angesiedelt. Discord, inhaltliche Diskussion, hast du gerade angesprochen, haken dran, auch total nachvollziehbar. Aber der nächste logische Schritt wäre doch für mich als Außenstehender zu sagen: „Na ja, die Marke ist so stark. Warum nicht auch redaktionelle Inhalte herumzubauen? Warum jetzt nicht auch noch in das Thema Bewegtbild investieren und daraus eine Fachmedienmarke bauen. Sind das Überlegungen für euch? Oder sagt ihr, ich kann mich nämlich noch an den ersten Talk mit dir in Berlin erinnern. Da habe ich eine ähnliche Frage gestellt und dann hast du gesagt, du schab, ich fühle mich bei Audio eigentlich am wohlsten Punkt. Würdest du das immer noch heute genauso sekundieren? Tendenziell schon. Es gibt natürlich mit OMR ein großartiges Vorbild, was man alles daraus machen kann. Es gibt immer wieder Wünsche aus der Community, mehr zu machen, sei es Richtung Twitch, Richtung YouTube, Richtung Events, Offline-Events, Online-Events, Möglichkeiten und Ideen gibt es jede Menge. Ich bin aber eigentlich ein Fan von ... Ich glaube, ich habe meine Keynote auf der OMKB in Bielefeld noch live gehalten. Da ging es sehr Wachstum und dass ich glaube, dass die größte Triebfeder von Wachstum eigentlich Konzentration auf wenige richtige Sachen ist. Und ich glaube, es ist nie gut, alles zu machen, bloß weil es geht. Wir fühlen uns immer noch dem auditiven Erlebnis verhaftet. Vielleicht wird es mal wieder was Neues geben, wenn es sich richtig anfühlt. Wir haben es mit einer Weihnachtsfeier mal einmalig probiert auf Twitch. Das war ganz lustig für die Teilnehmenden. Aber wir denken jetzt nicht so in die Richtung: „Was kann man noch alles machen?, sondern eher von all den Ideen: „Wenn wir nur eine machen könnten im Jahr, was wäre die, die wir machen? Das heißt, ganz klarer Fokus erst mal weiterhin auf Audio und hier weiterhin ein sehr signifikantes Wachstum produzieren. Philipp, wo Licht ist, ist ja auch gewissermaßen immer ein bisschen Schatten. Ihr macht den Podcast ja jetzt schon eine ganze Weile. Was würdest du rückwirkend betrachtet anders machen beim Aufbau eurer Podcast-Brand? Also mit all dem Wissen, was du heute hast, hättest du das wissen vor einigen Jahren gehabt, wo es wirklich aktiv darum gegangen ist, intensiver in das Thema Podcast zu investieren. Was würdest du heute rückwirkend betrachtet anders machen? Also einerseits haben wir alles falsch gemacht eigentlich und trotzdem würde ich, glaube ich, nicht viel anders machen. Also die Hauptwachstumstreiber von Podcasts sind Gäste, sind Formate unter 45 Minuten. Das haben wir alles extrem schlecht gemacht. Wir hatten noch nie einen Gast. Ich glaube, es gab noch nie einen Podcast unter 45 Minuten. Der Längste hat über zwei Stunden gedauert. Das ist für Wachstum eigentlich alles nicht hilfreich. Von daher war das eigentlich falsch pro forma, aber trotzdem war das Ziel jetzt auch nicht irgendwelchen Platitüden zu folgen oder ewigen Weisheiten mit dem Podcast, sondern unser Format zu machen, was ja trotzdem zu funktionieren scheint. Die eine Sache, die mich schon ärgert und da hat Ben total recht: Man sieht, wir haben 90% männliche Hörer. Das finde ich eigentlich nicht cool. Ich fände es cool, dass wenn wir so ein Olympia-Stadion voll machen Ende des Jahres, dass da 10.000 Frauen drin sitzen. Daran müssen wir irgendwie arbeiten. Wir machen das ja auch mit einem gewissen Bildungshintergrund oder Bildungswunsch dahinter und einem gewissen Sendungsbewusstsein und das soll natürlich die 50% der Bevölkerung genauso erreichen. Die Themen verschieben den Fokus natürlich so ein bisschen in einem Bereich, wo Männer aktiver sind, wo Männer mehr Interesse haben und wir sind nun mal zwei Männer und man begleitet da auch so eine Männerfreundschaft, die am Entstehen ist, so ein bisschen, aber trotzdem ist es noch enttäuschend und auch zu wenig als Anspruch, wenn nur, ich glaube, 8% Frauen zu hören. Und.Da sollten wir auf jeden Fall versuchen, inklusiver zu sein. Ich finde es auch super, wenn Bendler den Finger in die Wunde legt, weil das nicht zufriedenstellend aus unserer Sicht. Und das können wir noch besser machen und ich bereue das nicht, aber daran werden wir arbeiten. Okay, das heißt Diversity ist für euch durchaus ein Thema und die 8%, das nimmst du als persönliche Challenge? Also nicht jeden Preis, sondern wir müssen trotzdem authentisch bleiben. Wir werden jetzt deswegen nicht Gäste einladen oder so, aber es muss besser gehen. Und es geht nicht darum, alles richtig zu machen, aber immer ein paar Sachen weniger falsch zu machen. Philipp Glöckler gendert zum Beispiel sehr viel. Ich versuche beide Geschlechter anzusprechen, ohne zu gendern, weil ich es vom Audioerlebnis angenehmer finde. Das heißt, wir machen unseren authentischen Weg, aber es muss besser gehen. Und das ist nur eine Sache. Also es ist nicht mit Gendern löser. Damit löst man nicht alle Probleme, aber es ist eine Sache, die man besser machen kann. Aber die Sensibilität für das Thema scheint dann offenbar da zu sein. Finger in die Wunde, hast du gerade gesagt. Lass uns mal bei Social Media bleiben, worunter ich Discord auch unter Umständen dann durchaus einkategorisieren würde. Gerade wurde bekannt, dass das Meta, finde ich ja ganz interessant, im PR Abteilung ist es nicht, ein PR Unternehmen damit beauftragt hat, gegenüber TikTok Unwahrheiten und Diffamierung der Plattform etwas publiker zu publizieren. Offenkundig hat Meta hier mehr als nur Respekt davor, was TikTok an Reichweite und Loyalität produziert hat. Wir hatten bei der letzten UMK auch den Deutschland Chef TikTok hier, der uns ein bisschen was über die Reichweitenzahlen erzählt hat und wie wahnsinnig aggressiv, muss man sagen, auch TikTok wächst. Wo siehst du aktuell die Achillesferse von Meta? Warum haben die so viel Bange vor TikTok? Ich sehe nicht eine Achillesferse bei Meta. Meta ist ein Train wreck, würde man im Englischen sagen, glaube ich. Die Frage ist, wo ist noch die Stärke von Meta oder von den Facebook? Wo ist die Stärke von Meta? Also im europäischen Raum sehe ich bestenfalls noch WhatsApp sozusagen mit der starken Verbreitung und tiefen Durchdringung durch alle Gesellschaftsschichten und Generationen. Sozusagen die Kommunikationsgruppe mit unseren Eltern ist wahrscheinlich bei allen WhatsApp noch. Die kriegt man nicht so einfach auf Single rüber. Das ist, glaube ich, das, wo sie noch relativ stark sind. Eins zu eins Messaging und so kleinere familiäre Gruppen oder die Kindergartengruppe und so weiter. Ansonsten bei dem blauen Facebook, glaube ich, sieht man schon, dass wir in einem Structural Declines sind, also die Engagementzahlen, wenn man sich die anschaut, die sind durch doppelte Nutzer, Duplikate und so weiter noch so ein bisschen verschleiert und Facebook hält das sehr gut fern von Shareholdern und Advertisern, aber in der jungen Audience verlieren sie seit 2013 glaube ich, massenweise Nutzer. Also die jungen Nutzer wachsen gar nicht mehr nach auf Facebook. Ein paar davon gehen auch auf Instagram, die meisten gehen direkt zu Snapchat und TikTok. Das ist auf jeden Fall eine große Achillesverse. Hinzukommen die regulatorische und politische Aufmerksamkeit, die zu Recht darauf gelenkt wird. Und die versuchen sie jetzt, glaube ich, so ein bisschen zu deflektieren auf TikTok. Also Probleme, die sie selber ganz klar haben, dass es ungesund für psychische Gesundheit ist, dass es Menschen zu illegalen oder unmoralischen Taten antreibt und so weiter. Und was sie jetzt gemacht haben, ist quasi eine Agentur zu beauftragen, Leserbriefe an große Zeitungen zu schreiben, dass TikTok das eigentliche Problem ist und Dinge, die tatsächlich auf Facebook entstanden sind, als Trend sozusagen TikTok anzulasten. Und einerseits im Vorteil, dass TikTok ihr größter Konkurrent ist, wahrscheinlich der, der die meiste Atemluft wegsaugt sozusagen oder Engagement aufsaugt, was eigentlich bei Facebook landen sollte. Und gleichzeitig sind sie natürlich froh, wenn sich der Argfon der Politik und der Regulatoren auf jemand anderen außer Facebook sozusagen konzentriert. Jetzt hast du bei Meta okulus unterschlagen. Siehst du dort Opportunity? Oder mittlerweile heißt es, glaube ich, nicht mehr okulus, sondern Facebook VR oder okulus by Facebook? Ja, das Metaverse und AR/VR okulus, das gehört ja alles sehr eng zusammen. Das ist eine Wette, die funktionieren kann, aber es ist und bleibt erstmal eine Wette. Ich finde es schon verwunderlich, dass selbst während COVID, wo wir jetzt wirklich schwer hatten, sozusagen gemeinsam Events zu machen, dass selbst dort der Durchbruch von AI und VR eigentlich nicht passiert ist. Es gab nie eine Zeit, wo Menschen mehr danach gegiert haben, so halbvirtuelle Events oder Beziehungen zu haben, die sich enger anfühlen. Und selbst da gab es keinen großen Durchbruch. Deswegen glaube ich, das wird schon noch ein paar Jahre dauern, falls das überhaupt funktioniert. Und gleichzeitig hat Meta halt entschiedene Probleme mit, dass sie vor allen Dingen keine Device-Strategie haben, bis auf okulus, was sie zu spät bringen. Das führt dazu, dass sie sozusagen in die Mangel genommen werden von Apple und Google, die quasi die Tracking-Möglichkeiten etc. Einschränken für Facebook. Das haben sie selber verschuldet dadurch, dass sie kein eigenes Endgerät am Nutzer haben. Sie haben deswegen auch keine Payment-Strategie, was problematisch ist, weil sie kein echtes Tracking machen können. Also Payment wäre letztlich das ultimative Tracking. Ich kann keinem Advertiser besser erklären, ob Werbung wirksam ist, als wenn ich sage, ich habe jemandem eine Werbung gezeigt und ich habe auf der Kreditkarte gesehen, der hat ein paar Tage später das Produkt gekauft. Das können sie nicht machen, weil sie keine Payment-und Kein Device-Strategie haben. Wie gesagt, das blaue Facebook verliert Nutzer und Engagement in allen Altersgruppen fast. Instagram stagniert sehr stark, verliert auch bei jungen Nutzern Engagement und Nutzer. Von daher sehe ich da vor allem Schwachpunkte. Was nicht heißt, dass Facebook jetzt morgen untergehen wird. Aber ich glaube, wir sind über einen gewissen Höhepunkt rüber und es wurde jetzt durch den E-Commerce-Boom und den damit verbundenen Online-Werbeboom noch mal so ein bisschen übergepflastert. Dadurch hat man das jetzt bei vielen Unternehmen nicht gesehen, denen es eigentlich schon schlechter ging, als wir dachten. Und.Ich kann mir vorstellen, dass es jetzt eher schlechter und schwerer wird für Facebook in Zukunft. Das heißt, du sagst, Meta Plateau erreicht. Oculus ist eine Wette. Ob die aufgeht? Noch nicht klar. Für ein 600 Milliarden Unternehmen ist es halt viel verlangt, alles auf eine Technologie zu setzen, die sich letztlich noch nicht durchgesetzt hat. Absolut. Bleiben wir bei bei Tiktok. Was, was viele nicht wissen In der chinesischen Version von Tiktok gibt es eine Verpflichtung eines fünf Minuten Breaks, also die der chinesische Staat hat hier ganz, ganz klar die Entscheidung getroffen. Diese endlos loopende Variante von Tiktok heißt in China auch anders. Name kann ich jetzt hier nicht aussprechen. Zu zu kryptisch für mich, um den Suchtfaktor einfach ganz, ganz klar auch zu regulieren. Jetzt muss man sagen die chinesische Regierung. Aber da würden wir zu stark in die politische Diskussion einsteigen. Das wollen wir heute gar nicht. China greift natürlich rigoros ohnehin auch bei Tech Unternehmen ein, das wissen wir spätestens nach nach Alibaba und dem IPO von von Finance. Glaubst du dennoch, dass durch die durch die sehr, sehr starke Machtkonzentration und auch Einfluss auf junge Menschen es in der nahen Zukunft häufiger der Fall sein könnte, dass auch abseits von China Politiker ganz, ganz bewussten Einfluss nehmen, weil sie sagen Wir wollen nicht, dass das unsere Jugend jetzt total abhängig davon wird, weil diese fünf Minuten Breaks sind unter anderem notwendig, weil du diese 15 Sekunden Clips, da hast du einfach das Gefühl, du investierst keine Zeit und und guckst dir auf die Uhr und 45 Minuten sind durch. Glaubst du, dass es passieren wird? Und. Und ist das. Ist das eine Gefahr auch für Big Tech? Ich würde es nicht komplett ausschließen. Ich halte es für eher unwahrscheinlich. Wenn man sieht, wie lange Facebook und Instagram sozusagen gewähren lassen wurde, dann fände ich es fast ein bisschen unfair, jetzt zu sagen, ich würde sagen, Tiktok ist schon so ein bisschen wie Instagram of Crack. Also irgendwie, der Algorithmus ist so gut, dass er noch suchtführender ist, als Instagram es schon war. Von daher, aus der Warte könnte ich so ein bisschen verstehen. Aber Facebook da relativ lange einfach walten lassen und dann jetzt auf Tiktok draufhauen, fände ich nicht ganz fair. Man kann natürlich sagen, es ist ein chinesisches Unternehmen, deswegen schauen wir da noch mal genauer drauf. Ähm, es ist wahrscheinlich auch fair zu sagen Die gleichen Diskussionen hat man bei der Erfindung des Buchdrucks oder des Romans geführt, bei der Erfindung des Fernsehens oder Farbfernsehens oder Privatfernsehens. Dass Leute irgendwie döschig werden, wenn sie davor sitzen. Zu lange. Ich glaube, dass es eine gesellschaftliche Aufgabe ist, Kinder so zu bilden und auch Erwachsene, dass man, wie man mit solchen Medien umgeht, also die die reine Verfügbarkeit zu beschränken, löst ja das Problem nicht, sondern wir müssen als Gesellschaft mündiger im Umgang damit werden. Das ist schwer, weil die Algorithmen halt extrem suchtführend sind. Aber so ein fünf Minuten Blackout, das hilft natürlich sozusagen diesen, diesen Bann zu brechen. Kurz. Aber es wäre auch eine traurige Entscheidung, wenn. Du in den fünf Minuten dann nicht Instagram nutzt. Genau. Ja, genau. Und nach fünf Minuten ist man halt wieder drin und dann ist man wieder anderthalb Stunden im Club oder so was. Ich ich glaube nicht, dass das die Lösung ist. Einfach, sondern es ist so ein. Social Media Führerschein oder ein gesellschaftliches Thema, was du gerade angesprochen hast. Bleiben wir bei China. Wenn ByteDance an der Börse direkt handelbar wäre, was es tatsächlich noch nicht ist. Wie ist deine Haltung aktuell gegenüber chinesischen Tech Aktien? Ich habe einige Tech Aktien im Portfolio aus China und mein bei gerade nicht so gut. Danke. Ist gerade nicht so gut, weil ich sie auch weiterhin halte. Wie ist deine Haltung dazu? Also wir sehen ja, dass das wirklich der der chinesische Staat rigoros eingreift, vor allem bei Big Tech. Sagst du Finger weg, Das wird noch viel, viel intensiver. Also ByteDance ist ja die Mutter von Tiktok. Das hielte ich für ein hervorragendes Unternehmen, was die Produktinnovation angeht. Deswegen wäre ich da tendenziell Fan von Wäre übertrieben, aber es wäre ein Unternehmer, an das ich glaube. Ich würde aber China im Moment komplett weiterhin meiden. Tatsächlich. Die chinesische Regierung hat so ein bisschen angekündigt, dass sie vorhaben, ihre regulatorischen Bemühungen zum Ende zu bringen, haben sie gesagt. Das heißt, es kann noch was kommen. Aber dass man zumindest einen gewissen Horizont zeigt, wo das. Dass das nicht ewig so gehen wird und auch wieder die Zügel lockern wird. Wahrscheinlich. Gleichzeitig würde ich aber befürchten, dass eventuell, je nachdem so ein bisschen auch wieder Konflikt in Osteuropa ausgeht, China früher oder später irgendwie noch mal Bestrebungen intensiviert, sich Taiwan anzueignen, was dann in neuen in neuen Sanktionen enden wird. Das wird dann wahrscheinlich noch mal ein Backlash sein für chinesische Aktien. Wir können China nicht so sanktionieren, wie wir Russland sanktionieren, die wir auch zu wenig sanktionieren. Meiner Meinung nach. Aber trotzdem wäre das wahrscheinlich für die chinesischen Aktien nicht gut und deswegen würde ich da erst mal von entfernt bleiben auf unbestimmte Zeit. Du hast gerade den Krieg angesprochen. Dieser Krieg ist mit Sicherheit auch ein Krieg, der im Netz stattfindet. Cybersecurity. Du scheinst aktuell relativ bullig zu sein auf auf Cyber und und IT Security. Du empfiehlst Aktien unter anderem mit Wachstumspotenzial wie Crowd, Strike, Zscaler, Sentinel one Alphabet hat vor circa vier Wochen für 5,4 Milliarden US Dollar was, was wenig in den Medien beachtet wurde. Meines Erachtens nach Mandiant im Bereich Cybersecurity gekauft. Wie sind deine Gedanken zum Thema Cybersecurity allgemein? Also ich glaube, dass der Markt unheimlich viel Rückenwind hat. Wir haben eine Vielzahl an Bedrohungsszenarien, das ist Osteuropa, das ist von.Foreign state actors insgesamt, das kann auch Nordkorea sein oder China. Das betrifft Wirtschaftsspionage aus China, vor der wir uns schützen müssen. Das betrifft Ransomware, also Privatpersonen, die das für Profite machen und Unternehmen erpressen, indem sie sozusagen die Netzwerke infiltrieren. Und ich glaube, es ist valide davon auszugehen, dass der Cyber Security Sektor mindestens so schnell wachsen wird wie der Cloud Sektor, der mit 30 bis 50 % bei den großen Cloud Anbietern, also Microsoft, Amazon und Google, wächst. Und die Investitionen in Security im Vergleich zu Cloud insgesamt sollte sich noch mal intensivieren. Das heißt, der grundlegende Markt wächst 30 bis 50 %, Security sollte einen immer größeren Anteil davon einnehmen. Deswegen halte ich den Sektor sozusagen und mit der Vielzahl von Bedrohungsszenarien für so traurig das ist, aber wahrscheinlich wird er weiter florieren. Und das sieht man ja, die Unternehmen, die du aufgezählt hast, CrowdStrike wächst, glaube ich, so zwischen 50 und 60%, Sentinel One über 100%, Setska da glaube ich irgendwo dazwischen, das auf einem relativ hohen Niveau schon. Von daher glaube ich, da wird es mehr Rückenwind geben und Unternehmen müssen sich damit beschäftigen. Wenn wir uns die 40 größten aktiennotierten Unternehmen im Bereich IT und Cyber Security anschauen, wird sehr, sehr schnell klar, dass das ganze Thema absolut von den US-Amerikanern dominiert wird. Auch die Unternehmen, die wir jetzt gerade genannt haben, sind alle US-amerikanischer Natur und Deutschland findet sich unter den 40 größten IT-Security-Unternehmen nach Marktkapitalisierung nur ein einziges Mal mit Seconet und stellenweise auch Israel, die dort vertreten sind, muss man fairerweise sagen, ist das ein erneutes Infrastruktursicherheitsproblem, was geopolitisch mit negativen Auswirkungen erneut einhergehen kann. Oder anders ausgedrückt, nicht so ganz kryptisch, beschäftigen wir uns hier in Deutschland viel zu wenig mit dem Thema? Also dass sich Unternehmen generell noch zu wenig damit beschäftigen, egal wo auf der Welt, aber besonders in Deutschland, das würde ich so unterschreiben. Das gilt generell, glaube ich. Ich weiß nicht, ob wir so ein deutsches Cyber Security Unternehmen brauchen. Richtig ist, dass wir den Anschluss da verloren haben. Es kommt keins der relevanten Unternehmen aus Deutschland. Auch Secunet ist jetzt nicht in den Top 10, wenn ich mich nicht irre, und wächst deutlich langsamer als die, die du vorher genannt hast. Im Consumer-Security-Sektor hatten wir ja mit G-Data, kommt glaube ich aus Bochum, Anti-Vio irgendwo aus Baden-Württemberg im deutschsprachigen Raum, Avast glaube ich aus der Schweiz. Da gab es viele Unternehmen. It-Security für Unternehmen oder B2B-Bereich haben wir das nicht. Muss man das in Deutschland haben? Das ist so ein bisschen vergleichbar mit der NATO. Also wir vertrauen da sehr auf die USA, sozusagen eigentlich nichts anderes als im echten militärischen Sektor. Das könnte irgendwann teuer werden, wenn man überlegt, dass vielleicht auch nochmal ein anderer Produzent in den USA an die Macht kommt. Gleichzeitig sehen sich die großen Cyber-Security-Unternehmen wirklich sehr neutral. Die bedienen weit. Dafür werden sie auch stark kritisiert, dass sie weiterhin auch russische Unternehmen schützen. Die können natürlich sagen, wir bieten unseren Schutz nicht an. Das würde russische Seiten extrem angreifbar machen. Aber das zeigt, das ist natürlich auch, was dahinter steckt. Die wollen natürlich nicht, dass es so ein Splinternet gibt, wo jedes Land seine eigenen Unternehmen hat. Deswegen sagen wir, wir sind noch neutraler als die Schweiz. Selbst die Schweiz hat jetzt Flagge bekannt in dem Konflikt, aber Cloudflare und viele Security-Unternehmen sagen, „Wir machen alle Webseiten sicher. Natürlich, weil sie Angst haben, dass sonst jemand auf die Idee kommt, dass jedes Land jetzt seine eigene Security-Lösung braucht. Deshalb würde ich davon ausgehen, dass es einerseits eine Abhängigkeit ist, andererseits die Unternehmen sich wahrscheinlich, wenn sie nicht politisch verpflichtet werden, aber selbst da würden sie sich, glaube ich, stark gegen werden, da relativ unpolitisch agieren werden in aller Regel. Bleiben wir aber beim geopolitischen Thema. Du sprichst ja auch häufig in deinen Podcasts über Amazon und das rasante Wachstum des Multichannel-Giganten. Sprechen wir in dem Zusammenhang mal über AWS, Amazon Web Services und Hyper-Scaler-Ambition deutscher Player, wie zum Beispiel Ionos, was viele ja nicht kennen. Wir hatten bei der letzten Konferenz auch ein Vorstandsmitglied der IONOS bei uns mit auf der Bühne, die gerade ihre IPO vorbereiten, laut Medienberichten. Und da muss man sich mal wirklich festhalten. Das ist, glaube ich, auch noch nicht so wirklich bekannt. Könnte damit der wertvollste europäische Cloud-Konzern überhaupt entstehen mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von fünf Milliarden. Wie ist deine Einschätzung hier zum Cloud-Computing-Markt und Ionos? Ich glaube, die Marktwertung ist realistisch und eher die untere Grenze von dem, was man sehen wird, wenn das Gesamtklima an Börsen sich auf der Welt wieder ein bisschen aufhält. Ich glaube, bei Cloud-Lösungen ist es schon noch mal stärker so, dass man auch lokale oder nationale Lösungen sucht oder zumindest welche, die 100% innerhalb der EU sind. Von daher, und ich glaube, nach allem, was ich weiß, wächst das Segment sehr dynamisch bei Ionos. Von daher glaube ich schon daran. Ich glaube, dass viele mittelständische Unternehmen oder vielleicht sogar im MDAX-DAX-Bereich sich aktiv für eine europäische Cloud entscheiden werden. Von daher bin ich da bullisch. Gleichzeitig ist es aber dann noch wahrscheinlich, dass wenn sich das weiter sozusagen manifestiert, dass dann auch neue Konkurrenz auf den Plan tritt, so wie mit Lidl jetzt. Das wird ein bisschen belacht, aber ist vielleicht gar nicht so absurd, dass die auch ihre Infrastruktur Dritten zur Verfügung stellen. Schwarzgruppe. Weil was man sagen muss, ist, dass im Zweifel immer.Ähm, sicherer ist, sich sozusagen an Lösungen von großen Playern ranzuhängen, als es gibt Leute, die immer kritisieren, dass man zu viel in der Google Cloud hätte oder in der Amazon Cloud. Aber im Zweifel ist die eigene Cloud oder Infrastruktur immer angreifbarer als seine Daten bei einem der ganz Großen zu haben. Das hat andere negative Implikationen, vielleicht, aber, ähm, ich kann mir schon vorstellen, dass es da zwei, drei Player gibt. Das würde dann so ein bisschen auch die Wachstumsraten drücken, vielleicht bei IONOS, äh, dass sie die klare Nummer eins bleiben in Eu-- in Europa, da bin ich mir relativ sicher, ehrlich gesagt. Ja, und ich glaube auch Multi-Cloud wird da mit Sicherheit noch mal eine Relevanz haben. Und dass auch die durch die Aufholeffekte natürlich auch dieses dreißig bis fünfzig Prozent Wachstum noch mindestens über fünf Jahre sehen werden, äh, würde ich auch unterschreiben. Es wird so mit der Zeit immer ein bisschen langsamer werden, glaube ich, aber so in dem Bereich sollten die, äh, noch weiterhin wachsen, auch glaube ich stark. Das heißt, du glaubst an den europäischen Markt für auch dauerhaft, der, der hier in Deutschland sitzt? Und es gibt halt immer so das, das, äh, mögliche Event, dass es mal gesetzlich, regulatorisch sogar ein bisschen vorgeschrieben wird, gewisse Daten innerhalb der EU zu hosten, ähm, und das könnte natürlich noch mal extra Rückenwind, äh, abgeben, je nachdem, wie sch-- wie stärk-- wie stark da auch lobbyiert wird. Ähm, da werden sich andere Konzerne natürlich stark gegen verwahren. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass man es schafft, äh, da so ein bisschen Regulationen zu schaffen, um das noch enger zu machen. Ja, das ist ein realistisches Szenario. Siehst du weitere Player im deutschsprachigen Raum, die Platz hätten für eine europäische Führung oder vielleicht sogar weltweite Führung im Tech Segment? Weltweite Führung, ehrlich gesagt nicht. Ich überlege gerade, wer überhaupt sozusagen eine mehr als nationale Relevanz erreichen könnte- Ich schenke uns da ein bisschen Hoffnung. Ähm, ich glaube, Celonis, äh, sozusagen beim Process Mining schlägt sich ganz gut auch international, ähm. Trade Republic könnte paneuropäisch ein relevanter Player werden, glaube ich. Ähm, FlixBus, wenn sie in den USA die Greyhound Marke wiederbeleben, äh, könnte ein Vorzeigecase sein. Steht, glaube ich, unter Risiko, aber wenn es klappt, dann, sagen wir, wären sie, sagen wir, innerhalb von Europa, glaube ich, relativ erfolgreich. Ähm, wenn sie das schaffen, die US-Expansion, dann könnte es ein Vorbild werden. Ähm, Spryker vielleicht? Also, sagen wir, dass der Markt, für, für E-Commerce-Systeme wird immer fragmentiert bleiben mit großen Lösungen, kleinen Lösungen, sowas wie Shopify, sowas wie Big Commerce. Aber, sagen wir, von dem Segment, wo sie aktiv sind, glaube ich, können-- da werden sie ein relevanter, ähm, internationaler Player werden. Sehr sicher oder relativ sicher auch schon sozusagen im Unicorn-Bereich. Ähm, und natür-- ich glaube, Zalando und About You werden sozusagen im Fashion-E-Commerce-Bereich, ähm, auch eher die arrivierten Player, sei es Fast Fashion oder so was wie ASOS, eher out performen und sind wahrscheinlich so Vorbilder für das Geschäftsmodell bleiben. Aber, sagen-- jetzt gerade wurde gerade bekannt, dass Shein auf rund hundert Milliarden die nächste Runde macht, ähm, mit sechsmal Umsatz bewertet ist, das ist fünfmal so viel wie About You bei gleichen Wachstumsraten. Ähm, genau. Aber es gibt Wachstums-, Wachstumskandidaten, die du gerade ja auch definitiv genannt hast, die, ähm, schon, schon eine sehr, sehr beachtliche Größe eingenommen haben. Aber wirklich globale Player? Äh, leider nein, würde ich sagen. Vielleicht fangen wir mit Europa an. Bleiben wir, bleiben wir bei Tech. Tech-Aktien haben zwanzig zweiundzwanzig den schlechtesten Start seit zwanzig sechzehn hingelegt. Also der Start zwanzig zweiundzwanzig war jetzt nicht so gut, ähm, wenn man zumindest das arithmetische Mittel mal nimmt. Das hat mit sicher diverse grüne Halbleiterkrise, Corona und jetzt leider auch, muss man sagen, die Ukraine-Krise, die aber ja auch viele andere Branchen durchaus hat leiden lassen. Florian Heinemann, Heinemann sagt in der letzten MKB-Runde mal, dass er weiterhin an das fundamentale Momentum und Wachstum von Big Tech glaubt. Ähm, wie siehst du das? Die Frage kann ich mir fast beantworten, weil wir auch den Doppelgänger Tech Talk inne hast. Aber wie, wie bewertest du das für dich? Weil, ähm, ihr seid natürlich nah dran. Mit Sicherheit habt ihr zwanzig einundzwanzig auch ganz, ganz viele tolle Zuhörer gewinnen können, die mit Sicherheit auch ein schwieriges Jahr gehabt haben, wenn sie in diesem Jahr entsprechende Tech-Investitionen getätigt haben. Ja, man muss so ein bisschen sagen, die großen Trends von der Entwicklung im Aktienmarkt trennen. Sagen wir, die Aktienkurse, sagen wir, haben vorher einer starken Übertreibung unterlegen, muss man ganz klar sagen, bis Ende zweitausendeinundzwanzig. Ähm, da sind jetzt durch die Effekte, die du genannt hast und die Inflation und drohenden Zinserhöhungen, die immer Tech-Werten schaden, ähm, ist natürlich Druck auf die Kurse gekommen. Die, die großen Trends, die diese Firmen wachsen lassen, die sind aber, ähm, einhundert Prozent intakt, glaube ich, ne. Also, wir werden trotzdem den Wandel von Offline- zu Online-Handel haben. Wir werden trotzdem den Wandel von Offline- zu Online-Werbung haben. Wir haben immer noch Billionen, auf Deutsch, also Tausende von Milliarden, die an Wagniskapital in den Markt gedrückt werden, die bei den Großen, also ein Drittel davon landet sicherlich bei den großen Tech-Giganten als Werbegeld, ein anderes Drittel bei den großen Software, Cloud, SaaS-Anbietern und ein Drittel vielleicht im Personal. Ähm, also ich sehe nicht, wo diese Trends sich irgendwie, ähm, verlangsamen oder gar umkehren, äh, sollten. Ähm, von daher wüsste ich nicht, ähm, warum man Angst um Technologieaktien oder Wachstumswerte haben sollte. Wie gesagt, die Bewertung schwankt mit den Marktgegebenheiten, mit den Alternativen, mit den Zinssätzen. Aber die großen Trends, äh, bleiben, äh, intakt, so mit der Ausnahme Meta, die ich gesagt habe, sozusagen, wo man, wo ich glaube, dass man vielleicht begreifen muss, dass A, Netzwerkeffekte in beide Richtungen funktionieren. Also sozusagen, Wert entsteht sehr stark auf dem Weg nach oben mit jeem weiteren Nutzer, aber je mehr Nutzer verschwinden irgendwann, äh, kann der Wert auch ganz schnell sinken. Und man muss-- also, es gibt so ein großes Aber ist, was wir halt noch nicht wissen, ist, wie viele, also wie lang eigentlich der Lebenszyklus eines Tech-Unternehmens ist. Ich hab neulich im Podcast ein gutes Beispiel genannt: Meine ersten Aktien, das ist zwanzig Jahre her, dass ich das erste Mal Aktien gekauft habe, waren ein Druckmaschinenhersteller und ein CD-Presswerk, was ich damals für mega schlau hielte. Ähm, beide Unternehmen sind mehr oder weniger irrelevant heute, zumindest was Wachstum angeht. Ähm, und--Ob es überhaupt eine Social Media Company gibt, die mehr als zwanzig Jahre überleben wird an Zeit. Ahhh Das ist zum Beispiel eine Grundfrage. Bei Softwarefirmen glaube ich, wird immer Innovation passieren, immer Erneuerung. Bei Social Media ist vielleicht anders. Ich würde die Hypothese aufstellen, dass in der Vergangenheit Monopolisten irgendwann abgelöst wurden, aber die Tech-Unternehmen wahrscheinlich Strategien entwickelt haben, diese Ablösung sehr, sehr stark zu verzögern. (kichern) Und ahhh ich, ich glaube, da sind wir vielleicht gerade bei Meta mittendrin ja. Aber da hast du ja wirklich valide Punkte auch vorgezogen. Die haben sich die Innovation sozusagen immer aufgekauft ahhh dazu, aber das wird ihnen ja in Zukunft unter Lina Kahn, der neuen FTC Chairwoman, mit hoher Wahrscheinlichkeit untersagt werden. Also man wird zumindest von Facebook nicht viele Akquisitionen mehr sehen, definitiv nicht in ihrem Hauptgeschäftsbereich. Ahhhm Umso gefährlicher ist das eben, dass ahhh sie die Produktinnovationen nicht hinbekommen, gleichzeitig starke Konkurrenz gibt und sie nichts kaufen dürfen. Also es ist so ein bisschen Einbahnstraße. Ja, ich finde das Segment super spannend, wenn man sich Snapchat anschaut, die auch wieder wachsen, ganz interessanterweise ist da immer sehr, sehr viel Bewegung drin. Bleiben wir beim Aktienmarkt. Wie stehst du, ahhh ich weiß ja auch, dass du dich mit Kryptowährungen und NFTs etc. Beschäftigst, wie stehst du zu Unternehmen wie Microstrategy, die ahhh wirklich ja große, also Microstrategy ist ja glaube ich auch noch mal Exot, die absolut große Teile ihres Vermögens in Kryptowährungen investieren. Also sie sagen ganz klar, hey, einen Großteil unseres Vermögens investieren wir in Kryptowährungen wie Bitcoins. Tesla, die ahhhm zwei Milliarden US-Dollar in Bitcoins investiert haben, was gegenüber der Marktkapitalisierung von Tesla fascho Makulatur ist, muss man sagen. Vorgestern hat Kollege Musk ja auch einen sehr, sehr relevanten Stack bei Twitter gekauft, der der größer ist als der von Jack Dorsey, (kichern) soweit ich informiert bin. Ahhhm Aber das ist noch mal ein anderes Thema. Tesla und Microstrategy argumentieren damit, dass sie sagen, das ist eine sinnvolle Diversifikation ja. Wir gehen ganz bewusst in Kryptowährung. Das kann natürlich auch irgendwo ein sehr, sehr stark gekünsteltes PR Thema sein. Aber jetzt mal PR ausgeklammert. Siehst du das genauso? Weil du glaubst ja auch unter anderem ahhh auf der Doppelgänger Seite sagst du ja auch ganz klar Predictions 2022, Ethereum glaubst du auch weiterhin dran? Also ich glaube, wenn ich sozusagen meine Geldhaltung diversifizieren will, dann kaufe ich mir halt selber Ethereum oder Bitcoin. Dafür kaufe ich keine Aktien, damit dann der CEO oder die CEO das Geld ahhh einfach in Kryptowährungen nach ihrem eigenen Gutdünken steckt. Sondern das ist meiner Meinung nach nicht die Funktion ahhh des CEOs. Ahhhm MicroStrategy ist ein Spezialfall, glaube ich, weil die haben eigentlich was ganz schlaues gemacht. Also ich bin kein Fan von dem Unternehmen, aber trotzdem ist es schlau, was Michael Sailer, der CEO, eigentlich gemacht hat, ist, es gibt viele Fonds, die dürfen regulatorisch gesehen noch nicht selber in Bitcoin investieren oder in Kryptowährungen. Und MicroStrategy hat quasi so eine Art hinten rum durch die Hintertür ein ETF gebaut oder ETP, also ein börsennotiertes Produkt, ahhh was eine Company mit fast keinem operativen Geschäft mehr war, die aber gesagt haben, 100% unseres Gelds stecken wir in Bitcoin. Und damit können Anleger, die jetzt selber Bitcoin nicht traden können oder Fonds, die das nicht dürfen, können stattdessen unser Unternehmen kaufen und profitieren damit mittelbar vom Bitcoin Kurs. Das war ganz schlau, das auszunutzen. Der Plan ist auch aufgegangen. Also anhand meiner Mama kann ich das sagen, die ist in MicroStrategy ganz, ganz minimal investiert, weil die sagt, ahhhm Bitcoins und co, das ist ja alles zu kompliziert. Aber Aktienmarkt hat sie verstanden, scheint der Plan aufgegangen zu sein. (kichern) Genau das haben sie ganz schlau genutzt. Ansonsten erwarte ich nicht von Unternehmen, dass sie ihre Geldhaltung diversifizieren, sondern die sollten ahhhm ihre Währungsreserven in denen Währungen halten, in denen sie auch selber Geschäfte vollziehen. Wenn Tesla sozusagen in Bitcoin Autos verkauft ahhh oder so, dann wäre das vielleicht noch mal was anderes. Dann wäre das natürlich auch ein Teil sozusagen sich dagegen abzusichern gegen die foreign exchange Risiken und so weiter. Aber ansonsten sollten Unternehmen das Geld in den Währungen, in denen sie auch operieren, glaube ich, halten. Gut, klare Ansage. Ja, noch wenige Minuten. Eine Frage schaffen wir noch, Philip. Eine deiner Predictions für 2022 ist unter anderem, dass dieses Jahr ein sehr, sehr schweres Jahr werden wird für E-Commerce. Jetzt kommen ja so langsam die Quartalsberichte in den nächsten Wochen und Monaten. Die sind ja noch nicht publiziert von vielen aktiennotierten Unternehmen. Woran machst du deine Hypothese fest, die du wahrscheinlich vor einigen Monaten getroffen hast? Das würde mich interessieren. Und würdest du immer noch an deiner Hypothese festhalten und sagen ja, ich dabei, 2022 ist auch nach Q eins wird ein schwieriges Jahr für E-Commerce. Ich würde nicht daran festhalten und ich würde sie mit mehr Conviction sogar noch überzeugender vorbringen im Moment. Die Grundhypothese war, dass das Hauptproblem von E-Commerce-Unternehmen 2022 sein wird, dass die Vorjahresvergleich, also an der Börse vergleicht man Unternehmen immer mit dem gleichen Quartal des Vorjahres. Und diese Vergleiche, einfach weil 2021 die absolute Sonderkonjunktur war durch Corona und alle Unternehmen, egal wie schlecht sie waren, sehr stark gewachsen sind. Ahhhm Diese Werte zu schlagen in einem Jahr, wo jetzt der Offline Handel wieder aufmacht, ist einfach unheimlich schwer. Das heißt gar nicht, dass die Firmen schlecht operiert sind oder so, sondern einfach, dass diese Rekordjahre oder diese Rekordquartale fast nicht zu schlagen sind und dementsprechend schwer ist es. Und wer das trotzdem schlägt, wie eine Bautze zum Beispiel, der leistet extrem gute Arbeit, meiner Meinung nach. Die an den Aktienmärkten aber auch abgestraft wurden. Also wenn man sich den Verlauf anschaut, ist das eher so. Ja, das ist tatsächlich liegt meiner Meinung nach zum großen Teil daran, dass eben der gesamte Sektor abgestraft wird, ahhhm was wie gesagt an den Vergleichswerten liegt, was denke ich so ein bisschen an dem Inflationsszinsszenario liegt, was so ein bisschen an der Supply Chain liegt, an der wahrscheinlich Facharbeitermangel. Das heißt, ich würde davon ausgehen, dass in der Logistik die Kosten sehr stark steigen, einfach weil wir zu wenig auch niedrig qualifizierte Arbeiter inzwischen haben und die Inflation und so weiter, die die Löhne treiben wird. Mindestlohneffekt ja. Das macht es nicht einfacher.Ähm, und hinzu kommt jetzt eben noch durch die Krise in Osteuropa, dass wir im Moment gerade eine sehr starke Konsumzurückhaltung, äh, sehen. Also der sogenannte Verbrauchervertrauen ist auf einem lokalen Minimum gerade. Es fiel im ersten und zweiten, äh, Monat des Jahres sowieso schon durch die leicht steigenden Energiepreise. Aber jetzt bekommen Leute, also jetzt sehen Leute die erhöhten Kosten an der Tankstelle, bekommen ihre Gasrechnungen oder Öllrechnungen und, ähm, viele Leute haben einfach nicht mehr das Geld zu shoppen. Und jeder, der einen Onlineshop hat, weiß, dass das Jahr okay gestartet ist, aber es gerade echt schlecht aussieht. Äh, den Leuten geht es entweder emotional nicht gut oder auch einfach finanziell. Keiner hat Lust zu shoppen oder hat Geld zu shoppen. Ähm, deswegen wird das Jahr noch schwerer, als ich ursprünglich gedacht habe. Ähm, ich habe in der ersten Podcast-Folge, glaube ich, gesagt, dass ein Großteil meines Geldes in Amazon liegt, ungefähr damals ein Drittel des Portfolios, ähm, und dass ich das nie verkaufen werde. Ich habe meine Amazon-Position letzte Woche verkauft, weil ich glaube, dass selbst Amazon, was ich für ein extrem gut gemanages Unternehmen halte, ähm, ein schlechtes Jahr vor sich hat. Ähm, ich hoffe, dass sie jetzt noch mal deutlich unter dreitausend Dollar nachkaufen können irgendwann. Aber, ähm, ich glaube, das wird wirklich für alle, ausnahmslos für alle Player relativ schwer. Was nicht heißt, dass da relativ gesehen wieder welche outperformen werden, wie zum Beispiel bei Auto, wie wahrscheinlich in Amazon, wie viele andere. Ähm, aber auf dem Papier wird es erst mal wie ein schlechtes Jahr aussehen. Deswegen würde ich vielleicht anfangen, Q4, was schwer vorauszusehen, was dann ist. Vielleicht haben wir dann ganz neue Krisen, ähm, aber dann könnten sich diese Vergleichswerte wieder einfacher gestalten und dann wird man so eine Art neue Baseline oder neue Bodenbildung sehen und von dort aus kann man dann wieder zweistellig wachsen und dann werden auf dem Papier diese Unternehmen auch wieder besser aussehen. Weil grundlegend glaube ich natürlich an E-Commerce. Der Offline-Online-Shift wird wieder passieren, natürlich, oder wird weiter, ähm, galoppieren. Äh, nur dieses Jahr ist nach der Sonderkonjunktur der letzten zwei Jahre im Vergleich einfach sehr schwer. Ein schwieriges Jahr. Mit Blick auf die Uhr, Philipp, herzlichen Dank für deine Zeit, für den tollen Input, für die Transparenz und ich finde, das hat einen Applaus verdient und wir haben natürlich noch ein bisschen was für dich vorbereitet, was ich dir einmal kurz überreichen möchte. Das sind zwar keine sechshunderttausend Euro, aber die Benchmark hast du auch sehr, sehr hoch gesetzt. Ja, aber trotzdem möchten wir hier auch in deinem Namen noch mal etwas spenden in Richtung Tech for a Better World. Und ja, herzlichen Dank. (Applaus) Vielen Dank, Philipp. Und danke dir. Danke. Danke. Komm, stoppen. Danke dir.
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