(Musik läuft im hintergrund) So, wir machen jetzt direkt weiter, und zwar mit dem nächsten Thema beziehungsweise unserem ersten eins zu eins Panel im Rahmen der UMKB. Und zwar begrüßen wir gleich in ein paar Minuten den Herrn Andreas Arntzen bei uns. Äh, Andreas Arntzen ist der Geschäftsführer des Wort & Bild Verlages und wird von uns beziehungsweise meinem lieben Kollegen Shahab gleich im Rahmen von einer eins zu eins Session ausführlich interviewt. Ich möchte euch Andreas einmal vorstellen. Andreas, wie gerade gesagt, Geschäftsführer des Wort & Bild Verlages, ist ein langjähriger deutscher Verlagsmanager und das wissen vielleicht nicht, ja, das wissen nur die wenigsten: ehemaliger Hockey-Bundesliga und Nationalspieler, und zwar gar nicht mal unerfolgreich. Das heißt, er hat zum Beispiel an Weltmeisterschaften teilgenommen, neunzehnhundertvierundneunzig in Sydney. Er ist Europa-Pokalsieger, der Pokalsieger und auch Deutscher Meister (hörbares Einatmen) im entsprechenden Hockey. Das heißt, Verlagswesen auf der einen Seite, Hockeysport, aber auf der anderen Seite als entsprechend, äh, wichtiges Thema, was ihn begleitet hat. Etwas zur Vita von Andreas Arntzen. Ab neunzehnhundertachtundneunzig, also ihr merkt, wir gehen jetzt hier wirklich ein paar Jahre zurück, war in der Verlagsgruppe Georg von Holzbrinn tätig, hat dort unter anderem damals die ersten Online-Stellenmärkte ausgerollt, inklusive Börsengang und war im selben Jahr beteiligt, unter anderem an der Gründung der Online-Partnervermittlung Parship, die ja immer noch eine sehr, sehr hohe Bekanntheit und Sichtbarkeit im Markt aufweist. Danach war bis zweitausendvier Geschäftsführer unter anderem der Zeitverlagsgruppe und der Verlagsgruppe Handelsblatt, bis er dann von zweitausendsechs bis zweitausendneun als Konzerngeschäftsführer der Madsack-Verlagsgruppe zuständig war für elektronische Medien und Zeitungen. Dann ein, zwei Stationen später, im Jahr zweitausendvierzehn, übernahm er bei der NZZ Medien AG Zürich die Geschäftsleitung für die Bereiche Businessmedien, Strategie und alle M&A-Aktivitäten. Darüber hinaus ist er Gründer und Gesellschafter mehrerer Digitalfirmen wie AppLoft, Radio.de, ViSound und einiger weiterer Internetfirmen. Das heißt, ihr merkt, hier ist nicht nur das Verlagsgeschäft tatsächlich in der Kern-DNA eben von Andreas Arntzen vorhanden, sondern er beschäftigt sich seit jeher eben auch mit digitalen Geschäftsmodellen und das insbesondere seit zweitausendsechszehn in der Rolle als CEO beim Wort Bild Verlag. Wenn ihr euch jetzt fragt: „Wort Bild Verlag, was ist das? Nie gehört, kenne ich gar nicht." Ha, doch, kennt jeder. Und zwar ist der Wort Bild Verlag unter anderem eben der Herausbringer der Apotheken-Umschau. Und die Apotheken-Umschau, jeder, der von euch noch physisch in eine Apotheke geht und das tun ja auch die meisten in Covid-neun-Zeiten, ist mit einer Auflage von über acht Millionen verbreiteten Exemplaren pro Monat natürlich das führende Medium im Gesundheitsbereich. Und was mich besonders fasziniert hat, ich habe mir das einmal im Vorhinein angeschaut, die eine Apotheken-Umschau hat eine durchschnittliche Lesedauer von über neunzig Minuten und das ist, wie ich finde, ein fantastischer Wert. Auch wenn wir alle sehr digital, sehr online-marketing-orientiert geprägt sind, so sind neunzig Minuten Lebe-- Lesedauer das Dreifache von der täglichen Nutzungsdauer von beispielsweise TikTok und Instagram. Also entsprechend eine sehr hohe und intensive Reichweite. Zum Wort Bild Verlag gehören neben der Apotheken-Umschau weitere Formate wie die Medizini. Die gab es zu meiner Jugend schon mit den schönen Tierpostern. Ich erinnere mich noch, Baby und Familie oder den Seniorenratgeber. Das heißt, der Wort & Bild Verlag schaut natürlich auch ganz genau darauf, wie ich die diversen Zielgruppen im Customer Lifetime Value bedienen kann. Familien mit Kindern, Kinder selber oder aber auch eben die Senioren entsprechend. Und, äh, der Wort-Bild-Verlag mit Sitz in Bayerbrunn bei München hat über hundertdreißig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (hörbares Einatmen) Andreas Arntzen selbst ist verantwortlich für die Neuausrichtung des Verlages, die digitale Agenda Gesundheit und investiert in etablierte, aber auch in neue Geschäftsfelder, (hörbares Einatmen) sowie den Aufbau, insbesondere einer titel-, titelübergreifenden Redaktion und ist damit, wie ihr merkt, sehr vielschichtig in seinem Aufgabenspektrum verankert. Und genauso vielschichtig stelle ich mir gleich, Sahap, auch deinen Talk mit Andreas vor (hörbares Einatmen) und würde gerne einmal in deine Richtung überleiten und die Frage in die Regie: Ist der Andreas auch da und hört uns? Die Information von der Regie, dass der Andreas noch nicht da ist, aber Mario, wir sind ja geübt im Improvisieren. Von daher würde ich dir mal gerne die Frage rüberwerfen: Wann warst du denn das letzte Mal physisch in einer Apotheke? Du bist ja auch ein eher digital orientierter Typus Mensch. Ja, schön, dass du fragst. Apothekenbesuche sind ja gar nicht so privat, wie man denken mag, ne. Ich als, äh, Allergiker gehe tatsächlich regelmäßig in die Apotheke, um mir, ähm, dort entsprechend, äh, ja das eine oder andere Medikament zu holen, was mich dabei unterstützt. Gerade auch im Frühjahr, das kennt er, kennt man vielleicht Lora und ähnliches. Insofern, Shahab, letzte Woche tatsächlich das letzte Mal. Letzte Woche. Erweiterte Frage. Die, äh, und, und, äh, Andreas wird mir das nicht übel nehmen, weil er auch dieses Wording, äh, selber sehr gerne nutzt. Die Rentner Bravo, Stichwort Apotheken-Umschau. Ja. Hast du die dann auch mitbekommen seitens der Apotheke oder ist das eher ein Thema, was du gerne auslässt? Ähm, die Apotheke gibt sie mir mit und ich nehme sie auch gerne mit nach Hause und, äh, meine Kinder blättern sie total gerne durch. Ich muss sagen, ich bin nicht bei den neunzig Minuten Lesedauer, auch wenn Andreas (Gelächter) das vielleicht nicht so gerne hört, aber tatsächlich ja, bekomme ich sie weiterhin von dem Apotheker meines Vertrauens und das ist für mich immer noch eine Vertrauensangelegenheit (hörbares Einatmen) abseits der E-Commerce-Themen eben jedes Mal wieder mit auf den Weg gegeben, wenn es denn eine neue Ausgabe gibt. Sehr schön. So, ich bekomme (klackern) jetzt die Information aus der Regie. Der Andreas ist zugeschaltet. Andreas, kannst du mich hören? Ah ja, wunderbar. Ich kann dich-- Ich kann dich nicht sehen. Wir können dich sehen, wir können dich hören. Das passt doch alles wunderbar. Andreas, wo bist du denn gerade? Ich sehe einen ganz, ganz weißen Hintergrund. Das kann zu Hause sein, das kann im Büro sein. Also das ist wirklich nichts aussagend, aber wo bist du denn gerade? Ha ha, wunderbar, die weiße Wand von zu Hause. Ahh. Ich bin in Hamburg im Homeoffice. Okay, du bist in Hamburg im Homeoffice. Klasse. So, äh, Andreas, wir haben ja heute das Vergnügen, das Privileg, zirka eine Stunde miteinander ins Sparring gehen zu dürfen. Ich freue mich ganz besonders, weil ich persönlich ja auch eine gewisse Verlagsnähe habe. Von daher werden wir auch über das Thema später sprechen. Ahhhm. Andreas, mein, mein, mein erster Punkt wird sein, ähm, direkt mit einem etwas schwerfälligen Thema zu starten. Und zwar hast du, äh, auch bei dir auf LinkedIn und in anderen sozialen Kanälen das Thema um Google in den letzten Wochen und Monaten intensiv gespielt. Für diejenigen, die vielleicht hier noch nicht so stark involviert sind, der Burda Verlag hat gegen Google und die Bundesrepublik geklagt, äh, weil Jens Spahn die Information der Plattform gesund.bund.de über die sogenannte Knowledge Panels etwas präferierter innerhalb von Google dargestellt hat. Äh, auch ihr seid hier rechtlich vorgegangen. Dahingehend würde ich dich gerne jetzt einfach mal ein bisschen challengen. Warum habt ihr eigentlich als Apothekenumschau damit ein Problem, wenn es doch konkret die Reduktion von Fake News, vor allem in Zeiten der Pandemie, geht? Also, wunderbare Einstiegsfrage. Ähm, hervorragend. Du legst gleich voll los. Das finde ich sehr sympathisch. Ähm, das ist ein sehr, sehr interessantes Thema mit Google und dem, äh, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Ähm, man muss vielleicht einmal kurz, ähm, etwas, äh, weiter vorne anfangen. Und zwar ist es so, dass der Gesundheitsminister in einer doch relativ groß aufgesetzten Pressekonferenz mit Google zusammen mit Philipp Justus, äh, bekannt gegeben hat, dass er einen Misszustand in Deutschland, ähm, sieht, dass es angeblich keine evidenzbasierten, seriösen, verlässlichen, gesundheitsrelevanten Informationen gibt. Und das ist schlicht nicht richtig, denn wir erreichen mit der Apotheken Umschau zweiundzwanzig Millionen Leser und zehn Millionen Unique User, Überschneidung nur fünf Prozent, ergo dreißig Millionen Menschen pro Monat konsumieren unsere Informationen. Komplett neutral, komplett evidenzbasiert, von einer Redaktion mit fast hundert Mitarbeitern erstellt, mit wissenschaftlichen Beiräten, Ärzten, Apothekern und so weiter und so fort. Da ist es eine absolute Pflicht für einen CEO, sich vor die Belegschaft zu stellen und dem Gesundheitsminister darüber hin-- oder dahingehend aufzuklären, dass es solche Angebote bereits in Deutschland gibt. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt ist, dass wir in Zeiten einer Pandemie, glaube ich, nicht zehn Millionen Euro ausgeben müssen, um ein weiteres Gesundheitsportal zu platzieren. Äh, der Fokus sollte aktuell auf ganz anderen Themen liegen. Ich stehe im engen Austausch mit dem Gesundheitsministerium und wir sind absolut in good terms, äh, Sympathie ist da, Chemie stimmt und so weiter. Dazu gehört aber auch, dass man mal Dissens hat bei bestimmten Themen. Ich habe dort auch nachgefragt: Was ist eigentlich die Zielsetzung? Ist die Zielsetzung wirklich ein weiteres Gesundheitsportal? Denn das ist eigentlich nur die Strategie, die Umsetzung, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Und das Ziel des Gesundheitsministeriums ist es, dass wir so wie von dir gesagt Fake News, ja, inflationär in unserer Gesellschaft haben, nicht nur im Print, sondern eben auch im Digitalen. Und das ist schlecht. Gesundheitsinformationen verdienen eine Null-Fehlertoleranz. Das heißt, wir müssen uns darum kümmern, dass schlechte, falsche, gefährliche Inhalte schlechter gerankt sind als die, die seriös und evidenzbasiert sind. Um das zu erzielen, muss ich aber nicht ein weiteres Portal erstellen, sondern muss in den Austausch mit denen gehen, die seriöse Inhalte haben und muss mit denen in Austausch gehen, die solche Inhalte entsprechend verbreiten, wie beispielsweise Google. Das ist der eine Part. Der zweite Part ist, und das ist etwas, was nicht nur den Gesundheitsbereich tangiert, sondern alle Lebensbereiche: Wir haben ein Grundgesetz, in dem die Pressefreiheit entsprechend verankert ist. Es geht einfach nicht, dass ein Ministerium information in Kooperation, Partnerschaft mit Google an die erste Stelle rankt. Also Beispiel: Du gibst auf deinem Smart Device, ähm, das Thema Impfen oder AstraZeneca ein. Dann ist es nicht gut, wenn die erste Information, die du siehst und die auf einem Mobile Device den gesamten Screen ausfüllt, von dem Ministerium kommt. Erwartest du denn wirklich, dass das Ministerium hundertprozent neutral jetzt über Impfen und AstraZeneca und so weiter schreibt, während sie natürlich wollen, dass die Quote hochgeht? Das ist ja der Sinn der Pressefreiheit, dass man kritisch mit Informationen letztendlich umgeht und den Bürger vernünftig informiert. Und das betrifft eben nicht nur den Gesundheitsbereich, sondern genauso die Wirtschaft, die Politik und, und ähnliche Bereiche. Und deswegen gehen wir da entsprechend eben vor. Verstehe, Andreas. Äh, danke für die ausführliche Antwort. Ist das in deinen Augen ein generelles Problem? Also das gesamte Thema Zero Click ist bei Google in den letzten Jahren ja durchaus, ja, von, von der Popularität her seitens der Nutzer, aber auch von, von der Nutzungsintensität seitens der Nutzer stark gewachsen. Was, was steckt hinter diesem Begriff, äh, Zero-Click Searches? Zero-Click Searches sind die Suchanfragen, die Google direkt und unmittelbar beantwortet, bevor überhaupt der Traffic abgeleitet werden kann auf die Publisher-Plattformen. Ähm, jetzt, jetzt bist du ja auch durch deine Historie. Mit, ähm, vielen Verlagen auch immer wieder mit, mit, mit dem Themenkomplex Google konfrontiert worden. Wie stehst du dazu? Ja, du hast es ja gerade auch nochmal sehr, sehr schön hergeleitet. Aber ist das ein generelles Problem, das wir hier einen Suchmaschinenriesen haben, der sich, äh, durchaus eben immer stärker auch in diesem Bereich positioniert, Inhalte direkt und unmittelbar auf seiner eigenen Plattform auszuliefern? Na ja, das, was du beschreibst, ähm, ist ja letztendlich die Macht, die Google als Quasi-Monopolist, ähm, dort innehat. Und, äh, eine solche Alleinstellung birgt immer auch Gefahren in sich. Ja, zur Neutralität gehört auch, dass man vielfältige Informationsquellen hat und sich die seriösesten und für dich individuell besten aussuchen kann. Ob das Google mit seinem Algorithmus für alle Menschen identisch gut, ähm, bewerkstelligen kann, wage ich stark zu bezweifeln. Und noch mal: Im Bereich von Gesundheit haben wir eine Null-Fehler-Toleranz und es ist extrem wichtig, dass die Menschen gute Informationen bekommen. Es gibt x Situationen in der Medizin, bei der Ärzte den Kranken, den Patienten empfehlen, eben gerade nicht zu googeln, weil sie dort so viel Negativ-Botschaften über bestimmte Symptome erfahren, dass sie schon alleine davon krank werden, beziehungsweise ihr Heilungsprozess negativ beeinflusst wird. Das heißt, sie brauchen die seriösen Informationen und wir sollten uns mit Google zusammensetzen, wie wir solche Informationen nicht nur von uns, sondern von den vielen Quellen, die es gibt, letztendlich so kennzeichnen, dass aus dem Dickicht und der Intransparenz über Informationen letztendlich, ähm, eine Orientierung wird für den Endverbraucher und User. Und ich glaube, das kriegt man besser hin, ähm, als mit, ähm, One-Click-Informations. Das heißt, wenn ich dich richtig verstehe, tendierst du dazu zu sagen: Na ja, wir brauchen eine Validierungsmechanik, um seriöse Quellen im Vorfeld einmal selektiv zu deklarieren. Weil ansonsten würde ich ja jetzt die Hypothese in den Raum werfen, derjenige, der das SEO-Game gut beherrscht, rankt natürlich bei Google entsprechend oben. Und ob der jetzt natürlich seriöse Quellen oder unseriöse Quellen verbreitet, ist ja erstmal in dem Moment sehr, sehr schwer zu prüfen. Das heißt, du schlägst einen, einen selektiven Validierungsprozess vor allem für diese sensiblen Informationen vor? Absolut, genau. Es gibt ja noch mehr, mehr Kriterien und natürlich ist es so, dass SEO-Optimierung schon viel ausmacht, ja. Und, äh, diese, ich will mal sagen, Mittel verstehen, seriöse als auch nicht seriöse Quellen entsprechend zu nutzen. Ein Grund mehr, dass es weitere Kriterien gibt, die dort für eine Differenzierung und Qualifizierung sorgen. Ich glaube aber, dass es da Möglichkeiten gibt und ich glaube, das Entscheidende ist, dass wir ein Ziel definieren können, nämlich verlässlichere Informationen sichtbarer zu machen. Das wäre das Ziel. Und die Frage, wie wir das erreichen, ist an sich ja schon extrem wertvoll, weil die Frage auch den Appell beinhaltet, mit den richtigen Personen zusammen nach Lösungen zu suchen. Verstehe. Andreas abschließende Frage in diesem Kontext: Ähm, ihr seid gemeinsam jetzt rechtlich gegen, gegen Google und, und das Gesundheitsministerium vorgegangen. Ihr habt Erfolg gehabt, gell? Also letz-letztendlich erfolgt keine Priorisierung der Rankings mehr. Ist das korrekt? Also wir haben verschiedene Verfahren, ähm, am Laufen, so wie wir eben auch verschiedene Themen angesprochen haben. Der Themenkomplex des, ähm, Rankings bei Google, ähm, der ist in einem Verfahren zwischen Burda und dem BMG und Google entsprechend entschieden worden und, äh, das Gesundheitsministerium hat das so zur Kenntnis genommen und wird auch nicht weiter dagegen angehen. Ähm, es geht bei dieser Frage aber nicht um Sieg oder Niederlage. Es geht auch nicht um Rechthaberei. Es geht darum, dass wir eine vernünftige Konstellation für den Enduser, für den Patienten, für die Menschen in Deutschland haben. Und ich glaube, da ist uns ein erster Schritt geglückt. Okay. Ja, klasse. Vielen Dank für die, für die ausführlichen, ähm, Antworten zu diesem doch sehr komplexen Themen-- äh, Themenbereich. Andreas, eure Redaktion, habe ich gelesen, hat 2020 doppelt so viele Texte produziert wie im Vorjahr aus Vergleich. Meine Frage an deine Richtung: Musstest du hier intern eine Transformation der Redaktion durchführen? Stichwort höhere Quantität gegenüber Qualität. Oder, ähm, wurde die Transformation mehr oder weniger durch Corona ohnehin in das Unternehmen getrieben? Ja, also mein, meine Frage zielt, zielt darauf: Wie stark hast du Pain und Schmerzen ausgelöst in der Organisation? Weil ich habe gelernt, Transformation geht häufig, leider muss man sagen, einher mit Schmerz. Oder sagst du: Na ja, der Schmerz kam von extern. Wir mussten uns hier anpassen. Wir mussten einfach viel, viel schneller, viel schnelllebiger Content produzieren. Und, äh, das, das war genau das, was das eben auch ausgelöst hat. Also ich glaube ehrlich gesagt, dass ich den Schmerz, ähm, unserer Organisation ab meinem ersten Tag im Unternehmen beigefügt habe. Ähm, ehrlicherweise. Das hat nicht mit Corona zu tun. Das hat vielleicht mit meiner inneren Einstellung zu tun und, und einem Leistungssport, den ich mal getrieben habe. Ähm, ich habe eine innere Triebfeder, die in die Richtung schwingt, dass ich jeden Tag von Neuem versuche, die Produkte, die Services, die Leistungen zu hinterfragen und besser zu machen. Und diesen Anspruch erwarte ich von jedem einzelnen Mitarbeiter im Haus. Und den kann ich schon extrem penetrant, ähm, kommunizieren und auch einfordern. Selbstverständlich, ich sage immer zu unseren Mitarbeitern, wenn ihr wollt, dass es so herrlich bleibt, wie es gerade ist, dann müssen wir uns verändern. Denn auch die Welt verdreht, äh, dreht sich natürlich schnell, verändert sich schnell. Dementsprechend müssen wir uns auch transformieren. Diesen Prozess haben wir eingeleitet. Ich habe vor fünf Jahren beim Wort und Bild Verlag angefangen. Wir haben dort große Schritte gemacht. Aber selbstverständlich ist es so, dass Corona diesen Prozess noch mal deutlich beschleunigt hat. In der Sensibilität, in dem Verständnis für Digitalisierung bei vielen Mitarbeitern, in der Wahrnehmung, dass digitale Inhalte einfach schneller, äh, funktionieren und das war bei Corona extrem wichtig und dass man versteht, dass die Mixtur aus analog und digital so smart zu verbinden sind, dass sie einen Mehrwert für den User, Leser und Patienten darstellen. Jetzt hast du ganz, ganz häufig schon, äh, dass das Wording digital verwendet. Ihr habt hier mittlerweile auch einen eigenen Ratgeber gestartet. Vielleicht kannst du uns und dem Publikum noch mal zu der Strategie dahingehend abholen, wieso ihr jetzt anfangt, äh, so stark Themen, was, was das Themenspektrum angeht, zu diversifizieren. Na ja, erstmal ist es so, dass unser Verleger vor fünfundsechzig Jahren sich auf die Fahne geschrieben hat, komplexe gesundheitsrelevante Informationen leicht verständlich wiederzugeben. Das hat Rolf Becker im Print par excellence perfekt hinbekommen. Wenn Rolf Becker jetzt neu starten würde, würde er seine Informationen sicherlich nicht nur auf Papier drucken, sondern auch in digitaler Form anbieten. Genauso in Video und Audio und so weiter. Und genau dem Anspruch, ähm, gehen wir auch nach und müssen natürlich unsere Redaktion auch dahingehend ein Stück weit umerziehen, ja, und unterstützen, diese Transformation auch entsprechend hinzubekommen. In Bezug auf deine Frage mit dem Digitalratgeber. Da ist es ganz einfach so: Wir müssen, so wie ich vorhin gesagt habe, den Anspruch, Produkte und Services besser zu machen, geht ja nicht in den Keller, sondern wir müssen ja draußen sein und schauen, wie sich die Welt verändert. Wir müssen schauen, wie die Menschen leben, was für Symptome es gibt und wir müssen auch schauen, dass sich diese Welt dahingehend verändert hat, dass wir früher waren wir krank und sind zum Arzt gegangen. Jetzt bedeutet Gesundheit, dass du gesund bist und gesund bleiben willst. Prävention, Ernährung, Bewegung, Sport haben in Bezug auf Gesundheit eine ganz andere Relevanz, äh, bekommen und dem müssen wir Rechnung tragen. Redaktionell im Print, aber auch mit digitalen Angeboten. Die Motivation des Digitalratgebers war aber noch mal eine ganz andere. Uns ging es darum, dass das Thema Digitalisierung im Gesundheitsbereich zu achtig, neunzig Prozent in den Medien immer negativ dargestellt wurde. Das ist natürlich, muss man ehrlicherweise sagen, auch ein deutsches Phänomen. Alles, was neu ist, wird erstmal hinterfragt, wird erstmal kritisiert und man versucht unbedingt, ja, das Schlechte irgendwie rauszupicken und darüber zu referieren. Mir hat mal ein, ähm, bekannter Chirurg gesagt, beziehungsweise hat er mich gefragt: „Andreas, was glaubst du eigentlich, was die häufigste Todesübersache ist?" Daraufhin kam die Antwort: „Datenschutzgrundverordnung." (lachen) Wenn wir all die Informationen hätten, ja, die wir haben könnten, dann würden wir halt viel, viel mehr Menschenleben retten können und das sagt relativ viel aus. Der Digitalratgeber hat, beziehungsweise die Redaktion, die diesen erstellt hat, hat von mir im Prinzip nur eine wirkliche Aufgabe bekommen. Jeder Text muss einladen zum Lesen, muss positiv anfangen, muss positiv enden, soll trotzdem kritische Stellen beleuchten. Aber der Grundtenor soll der sein, dass der Nutzen von Digitalisierung im Gesundheitswesen herausgestellt wird, neugierig macht und dazu animiert, in diese Welt selber einzusteigen. Okay, verstehe. Und damit war es übrigens auch ein, auch ein Titel, nicht nur für, für Patienten, für Kunden, für Endverbraucher, sondern auch für Ärzte und für Apotheker, weil auch für viele von denen die Digitalisierung natürlich noch Neuland bedeutet. Verstanden. Das heißt gewissermaßen auch ein Reputationsauftrag, um das, das Wording eh harz noch mal positiver aufzuladen, weil du genau gerade ja dargestellt hast, dass dieser, dieser Begriff sehr negativ aufgeladen ist, vor allem hier in Deutschland. Absolut. Ähm, du hattest auch nach dem Konzept gefragt. Ähm, wir haben kein Konzept erstellt. Wir haben uns noch keine Gedanken gemacht zu dem Zeitpunkt: Wie sieht es mit einer Nummer zwei oder drei aus? Wie werden wir das Ganze noch diversifizieren? Nein, es war unser Ansinnen, überhaupt erst mal mit einem Magazin rauszukommen und zu schauen, wie die Reaktionen sind. Auch das ist vom Ansatz her etwas vollkommen Neues gewesen für uns. Okay, habe ich verstanden, Andreas. Dann machen wir einen kleinen Themenschwenk. Wir haben uns im Vorfeld natürlich auch, ähm, die digitalen Aktivitäten eures Hauses angeschaut. Was ich ganz interessant ha-- fand: Wir haben gesehen, dass ihr mittlerweile auch Domains von Apotheken direkt führt. Verfolgt ihr damit, äh, gewissermaßen die Strategie, wie sie auch schon größere Marketplaces und Food-Delivery-Bereich nutzen? Das heißt, kleine Apotheken, die vielleicht digital keine Präsenz haben. Da wird sich dann die Top-Level-URL registriert, um diese dann zum Ranken zu bringen? Oder sind das jetzt einfach nur mal, äh, Spielereien gewesen, die uns da aufgefallen sind? (lacht) Also, erst mal sind es sicherlich keine Spielereien. Das Schöne an diesem Themenblock ist eigentlich, dass der Verleger im zarten Alter von dreiundachtzig Jahren – er ist dreiundneunzig geworden, lebt nicht mehr –, aber im zarten Alter von dreiundachtzig Jahren hat er für sich entschieden, dass das Internet doch im Sinne der Apotheker zu nutzen sei und hat den Kunden der Apothekenumschau eine Website quasi gratis zur Verfügung gestellt. Das ist der Grund, weshalb wir historisch bedingt über zehntausend Apothekenwebsites in Betrieb haben und den Apothekern zur Verfügung stellen. Stark. Das heißt, äh, letztendlich, ihr seid die Domäneninhaber, aber ihr verfolgt da jetzt kein, kein eigenes, ähm, Ziel, sondern, sondern schenkt die, die Domains letztendlich einfach nur den Apothekern. Ja, jetzt muss man schauen. Es geht ja nicht darum, ein hübsch aussehendes und gut verpacktes Geschenk zu übergeben, sondern es geht ja den Inhalt und den Nutzen für den, der beschenkt wurde. Da muss man sagen, dass sich die Apotheke und das Gesundheitswesen natürlich erst am Anfang der Digitalisierung bewegen und man muss schauen, in welche Richtung dieser Zug oder dieser Weg letztendlich führt. Da wird jetzt viel kommen durch das E-Rezept, digitale Patientenakten und ähnlichem. Bei den Apotheken selbst ist es so: Es gibt viele Apotheken, die drei oder vier Websites haben. Ein bis zwei davon kennen sie selber gar nicht und da gehört es sicherlich mal irgendwann aufzuräumen und die für den Apotheker so zu nutzen, dass er auch einen entsprechenden Vorteil hat. Wir werden uns auf jeden Fall nicht auf dieses Business konzentrieren und das irgendwie ausbauen, sondern wir konzentrieren uns auf unsere DNA, nämlich das Erstellen von gesundheitsrelevanten Informationen. Verstehe. Das heißt, ein Marketplace ist nicht im Hintergrund im Gange. Das könnte ja so interpretiert werden. Aber jetzt habe ich auch die Vielzahl an Domainregistrierungen bei euch verstanden, weil das ist tatsächlich quantitativ, muss man sagen, nicht ganz wenig gewesen. Absolut absolut. Wir nutzen das eben, unsere Inhalte auch entsprechend zu platzieren. In Bezug auf den Marketplace oder eine Plattform ist es so, dass wir diese nicht federführend treiben, sondern gegebenenfalls nur unterstützen. Wir glauben fest daran, dass die Apotheker eine konzertierte Lösung brauchen, in diesem Markt überhaupt bestehen zu können und ihre Rolle im Gesundheitssystem auch entsprechend festigen zu können. Ja, über das Thema werden wir bestimmt gleich auch noch mal sprechen. Andreas, ihr seid, soweit ich lesen konnte, eigentlich ganz gut durch die Corona-Krise gekommen. Ihr habt bisweilen keine Starzhilfen beantragt und das Thema Kurzarbeit konntet ihr auch auslassen. Ist die Information immer noch aktuell? Die Information ist aktuell und darauf sind wir auch sehr stolz. Wir haben einen sehr intensiven Austausch mit der Belegschaft und gerade als Gesundheitsverlag ist es natürlich auch so, dass wir einen hervorragenden Krisenstab haben, besetzt mit drei Ärzten und Leitern aus allen Abteilungen bei uns. Den haben wir seit März letzten Jahres und konnten dort bis dato noch erfolgreich agieren und den Virus von unserem Verlag fernhalten. In Bezug auf Kurzarbeit und staatliche Unterstützung habe ich eine persönliche Sichtweise und die versuche ich in diesem Unternehmen auch entsprechend mit Leben zu füllen. Ich halte überhaupt nichts davon, wenn Unternehmen in der jetzigen Zeit Starthilfen beantragen und zugleich Milliardengewinne schreiben. Ich halte überhaupt nichts davon, wenn wir mit dem Staat Unternehmen unterstützen, die zu 60, 70% ausländischen Fonds gehören oder Private Equity-Gesellschaften. Ich glaube, dass dort Gelder in die falsche Richtung transferiert werden. Ich würde es lieber sehen, dass der kleine Restaurantbesitzer, die Eisdiele und so weiter die Ecke, die wirklich mit ihrer Existenz kämpfen, dass die auch entsprechend unterstützt werden. Und ich glaube, da muss einiges noch gerade gerückt werden. Ja, Chapeau für diese sehr, sehr klare Linie, die du da verfolgst. Vielmehr habt ihr jetzt in der Corona-Krise eine, ich würde sagen, leichte Diversifikationsstrategie durchgeführt. Ihr seid in das gesamte Thema Podcasting eingestiegen, wie ich finde, auch sehr erfolgreich. Wir können gleich gerne auch mal über Zahlen, Daten, Fakten sprechen und auch das Thema Newslettering seid ihr intensiver investiert. Wie möchtest du zukünftig für eine Monetarisierung dieser Channels sorgen? Wenn wir uns das Thema Podcasting oder Newslettering anschauen, wie gedenkst du in naher Zukunft, diese Channels zu finanzieren? Oder ist die Strategie, das über das typische klassische Verlagsgeschäft mitzutragen? Also dazu gibt es natürlich verschiedenste Ansätze. Erst mal muss man sagen, dass wir 64 Jahre lang keine einzige Akquisition getätigt haben. Es gab kein anorganisches Wachstum bei uns. Das verändern wir gerade beziehungsweise sind es im letzten Jahr entsprechend angegangen. Ich glaube, dass es extrem wichtig ist, auch anorganisch zu wachsen, weil der Markt so schnell, so dynamisch ist, dass man nicht die Zeit hat, alle Dinge alleine aufzubauen. Punkt eins. Punkt zwei glaube ich, dass wir in der heutigen Zeit und in der Zukunft noch viel mehr in Partnerschaften verbringen müssen. Wir möchten als Wort und Bild Verlag lieber zehn interessante Projekte verfolgen mit zehn anderen Partnern zusammen, als dass wir zwei Projekte alleine starten. Was die Monetarisierung anbelangt, so glaube ich, vollkommen losgelöst von uns und vom Gesundheitswesen, sondern für alle Märkte, für alle Branchen. Wer ein Produkt herstellt oder ein Service, der einen Mehrwert für den Endverbraucher darstellt und dies nachhaltig, wird auch in der Lage sein, dieses entsprechend zu monetarisieren. Wir sprechen meiner Meinung nach viel zu oft über Monetarisierungsmodelle und vergessen dabei den Anspruch an die wirkliche Leistung. Derjenige, der gute Produkte und Services erstellt, wird auch vom Endverbraucher entsprechend honoriert und dann werden sich entsprechende Modelle auch finden. All die Anbieter im Netz, die erfolgreich sind, sind ja sehr, sehr oft mit Gratisangeboten eingestiegen, haben dann performt, haben eine Relevanz gewonnen und konnten dann entsprechend skalieren beziehungsweise die Preise nach oben fangen. Okay, das heißt, diese Free-Lunch-Mentalität, auf die du jetzt gerade differenzierst, da würde ich jetzt tatsächlich noch mal differenzieren zwischen Technologiedienstleister und Content-Produzent. Aber deine Hypothese ist: Wenn wir es schaffen, wirklich einen Podcast oder einen Newsletter zu produzieren, der Mehrwerte stiftet, wird der Konsument auch mittelfristig bereit sein, Geld dafür zu bezahlen? Absolut, dass es da natürlich verschiedene Formen gibt. Ja, natürlich kann es sein, dass die Industrie es bezahlt, dass es klassisch werbefinanziert. Ähm, und der Endverbraucher kann es gratis nutzen. Da gibt es auch die entsprechenden Freemium-Modelle und so weiter und so fort. Da muss man ein bisschen experimentieren. Aber wichtig ist auch, und das ist ein Grund, weshalb wir vielschichtig innerhalb der letzten drei hundert fünfundsechzig Tage agiert haben und teilweise einfach ins Blaue rein agiert haben, ist, dass wir überhaupt eine Lernkurve hinbekommen, was will der Endverbraucher? Was können wir überhaupt erstellen? Wir haben bei dem Podcast Klartext Corona nicht darüber diskutiert, wo das Geschäftsmodell liegt. Wir haben nicht darüber diskutiert, wann wir wie welchen Preis dafür, äh, nehmen könnten. Wir haben gesagt, wir machen das jetzt, weil wir glauben, dass der Bedarf da ist und dass es für uns der richtige Zeitpunkt ist, dieses Medium besser zu verstehen und dort zu experimentieren. Und ich glaube, das ist letztendlich auch der Weg zum Erfolg, weil es auch darum geht, eine Unternehmenskultur zu verändern. Und das kriegt man nur hin, wenn man Trial and Error betreibt, wenn man einfach mal ins kalte Wasser springt, wenn man auch solche Dinge startet und sie vielleicht auch wieder abschaltet. Mhm. Okay, habe ich verstanden. Andreas, jetzt habt ihr angefangen, euren Content etwas diverser zu streuen und etwas stärker zu fragmentieren. Ähm, was sind für dich mit Blick nach vorne die tragenden Säulen im Rahmen eurer Content-Marketing-Strategie auf digitale Kanäle reduziert? Ist das Weiterhin, das das typische Publishing-Geschäft, bei dem du sagst, wir müssen schaffen, wirklich relevanten Content auf unseren Webseiten zur Verfügung stellen? Oder gehst du, was du ja schon tust, mit Newslettering, äh, und, und, äh, Podcast, ähm, durchaus andere Wege. Aber meine Frage zielt darauf im Rahmen eurer Content-Marketing-Strategie, was sind da für dich die, die wirklich spannenden Channels für die Zukunft? Qualität, Qualität und, äh, noch mal Qualität. Ähm, es geht bei uns darum, dass wir in fünfundsechzig Jahren Unternehmensgeschichte wirst du nicht eine einzige Zeile finden, in der ein Pharmaunternehmen oder ein Präparat genannt sind. Wir schreiben über Wirkstoffe, wir schreiben über Symptome und, und Verfahren, wie wir, wie die entsprechend geheilt werden können. Aber es gibt in dem klassischen Sinne des Content Marketings, ähm, keine, keine, ich will mal sagen, Berührung, ähm, oder Angriff auf unsere redaktionelle Hoheit. Wir produzieren hundert Prozent klare, evidenzbasierte, seriöse Gesundheitsinformationen und wir glauben, dass wir die nicht nur in unseren Publikationen letztendlich kommunizieren sollten, sondern dass es viele Bereiche gibt, in denen genau solche Inhalte momentan gefragt sind. Und wir tun im Gesundheitssystem auch etwas Gutes, wenn wir sicherstellen, dass diese Inhalte entsprechend seriös sind. Ja, absolut. Geht ihr, geht ihr auch auf neue Channels wie beispielsweise TikTok? Wir experimentieren dort, ähm, von Clubhouse über Instagram, äh, über Facebook. Diese ganzen Geschichten haben wir gemacht. TikTok haben wir noch nicht gemacht, werden das aber genauso angehen. Wir haben vor fünf Jahren noch keine Social-Media-Abteilung gehabt. Die haben wir aufgesetzt und die haben ziemlich einen Freibrief, ähm, sich mal auszutoben und Erfahrungen zu sammeln. Und es ist schön zu sehen, was sie dort alles, ähm, erstellen. Mhm. Wie war eure Experience mit, äh, mit Clubhouse? Du hast ja durch deine Radio-de-Vergangenheit auch eine gewisse Affinität, würde ich sagen, (lacht) zum Thema, ähm, Audio. Wie war die Experience? Seid ihr happy mit den Ergebnissen oder ist es für euch erstmal ein ganz, ganz grober Test gewesen? Na ja, das ist bei uns so, dass wir mit einer Marke, die dreiundneunzig Prozent Markenbekanntheit hat und für Seriosisch-- äh, Seriosität steht. Ähm, da kannst du nicht auf jeden Zug springen, der vorbeikommt. Du solltest aber schon sehen, welcher Zug dort lang fährt und du solltest ihn beobachten. Um sich ein eigenes Bild zu machen, muss man dort auch einsteigen, selber mal an einem Talk teilnehmen, äh, selber mal einen Talk aufsetzen und dann ganz in Ruhe reflektieren, wie man ein solches Medium gegebenenfalls noch nutzen kann. Ähm, ich bin ehrlich gesagt dann auch ein Stück indifferent in Bezug auf Clubhouse. Ich finde es als Entwicklung sensationell, weil es das Thema Audio letztendlich stärker hervorhebt und ich glaube, dass Audio deutlich an Relevanz gewinnen wird in dieser Welt der, der Informations-, äh, Inflation und Überflutung. Ähm, ich glaube, dass die auch eine steile Lernkurve haben werden und sich dort einzelne Formate sukzessive durchsetzen werden. Und welche Rolle wir dabei spielen? Wait and see. Okay, das heißt, ihr seid dann auch am Experimentieren. Andreas, sprechen wir mal so ein Stück weit über den Wettbewerb. Wie gehst du mit dem erhöhten Wettbewerb gegenüber Bruder um, die euch, ich glaube, das kann man so behaupten, frontal angreifen im Printsegment und auch mit Blick auf die digitalen Channels, beispielsweise im Vergleich zur Apotheken Umschau versus NetDoktor, A in Summe größer sind und B, äh, auch weiterhin sehr, sehr positiv wachsen. Wie siehst du und nimmst du diese Situation wahr? Also erstmal ist Wettbewerb etwas Hervorragendes. Wenn man so wie die Apotheken Umschau fast alleine im Markt agiert, ist es so, dass die eigene Leistung fast nicht visibel ist, weil sie nicht messbar ist. Wenn du hundert Meter komplett alleine laufen würdest, könntest du dir auch über, was weiß ich, eine Zeit von elf Sekunden nichts einbilden, weil du gar nicht weißt, wie schnell andere Menschen laufen. Der Wettbewerb macht ja die Leistung erst visibel und Wettbewerb gehört auch dazu, um letztendlich den Anspruch, besser zu werden, in einer Organisation entsprechend zu forcieren. Deswegen war ab dem ersten Tag, als ich hörte, dass wir neuen Wettbewerb bekommen, erstmal positive Aufbruchsstimmung da und nicht Frustration. Man muss diese Dinge, die man ohnehin nicht verhindern kann, positiv zu nutzen wissen. Und das haben wir getan und haben unsere Produkte entsprechend verbessert. Wir haben unsere Unternehmenskultur nach vorne gebracht, wir sind breiter aufgestellt und wir sind mit dieser Strategie erfolgreich. Ich finde es wunderbar, wenn es andere Player am Markt gibt, egal ob das im Analogen ist oder ob das im Digitalen ist. Bei Burda: Burda ist ein hochseriöses, tolles, erfolgreiches Haus, die selbstverständlich viel, viel größer sind als wir und über ganz andere Mittel verfügen. Burda ist in dem Bereich anorganisch gewachsen, hat sehr smart ein entsprechendes Portfolio zusammengekauft und wir stehen im engen Austausch auch mit den Geschäftsführern derer Angebote wie beispielsweise, ähm, NetDoktor, gerade auch im Kontext zu der vorhin geführten Diskussion Google und, äh, das Bundesministerium für Gesundheit. Ähm, von daher stört mich das nicht. Unser Anspruch ist es, die klare Nummer eins zu sein. Da sind wir momentan mal vor denen, mal hinter denen. Ähm, wir schauen. Okay, sehr schön. Das heißt positiver Wettbewerb. Du siehst das alles sehr, sehr positiv. Finde ich gut. Ähm, wieder kleiner Themenschwenk. Im Rahmen eurer Digitalisierungsstrategie, Andreas, habt ihr euch jüngst an Doktorbox beteiligt. Darüber hinaus habt ihr eben mit weiteren Partnern einen Fonds in Höhe von sechzig Millionen Euro aufgesetzt. Und ich finde das Zitat eigentlich ganz schön. Ihr seht euch so ein Stück weit über den Fonds als die Höhle der Löwen im Gesundheitsmarkt. Erzähl uns doch vielleicht erstmal ein bisschen was zu eurer Beteiligung. Doktorbox, Stichwort Kontakttagebuch, was ja ganz, ganz wichtig ist in Zeiten von Corona, Beacons, Bewegungsmuster und wie Doktorbox eigentlich in eure Mission und Vision, ähm, des Verlages passt. Also Doktorbox ist ein ganz besonders schönes Thema, weil all die Begriffe, die du eben gerade genannt hast, sind Tools und Angebote und Projekte der Doktorbox, die sie überhaupt nicht auf der Agenda hatten, als wir dort eingestiegen sind. Für uns ist Doktorbox ein junges digitales Unternehmen im Gesundheitssektor, die sich, ich will mal sagen, Gesundheitsakte, Patientenakte auf die Fahne geschrieben haben, sodass du deine gesundheitsrelevanten Daten, Röntgenbilder, Blutbilder und so weiter und so fort, Befunde auf deinem Smart Device hast und das vollkommen sicher, ähm, datenschutzkonform und kompatibel zu allen Systemen. Diese Firma hat ein unglaublich starkes Team, eine unglaublich gute Technologie und einen extrem umtriebigen unternehmerischen Spirit. Das waren für uns die Hauptbeweggründe, dort mit einem kleinen Stake vertreten zu sein. Wir wollten lernen und wir wollten helfen, als strategischer Investor, deren Projekte auch in die breite Masse zu transportieren. Dann kam auf einmal Corona und das Unternehmen hat letztendlich unter Beweis gestellt, genau das, was ich eben angedeutet habe, nämlich den Wert eines smarten, unternehmerisch denkenden, ähm, Managements und der hier sehr, sehr guten Gesellschafterkonstellation, nämlich von vielen Unternehmern, die komplett auf Wachstum, ähm, ausgerichtet sind. Und so hat Doktorbox, übrigens auch Hauptgesellschafter und Mitgründer Oliver Mildner, ähm, der Orthopäde ist, sofort reagiert und entsprechende Tools entwickelt, die uns in der Coronazeit auch entsprechend helfen. Das hat angefangen mit dem Labor Becker, mit unserem Gesellschafter Dr. Marc Becker zusammen auf der Theresienwiese in München. Ähm, dort wurden Coronatests durchgeführt und man hat sich immer gewundert, wieso man eigentlich die Personen anschließend anrufen muss, um sie über das Ergebnis zu informieren. Wir haben dann einfache QR-Codes generiert, ähm, die wurden eingescannt bei dem Test und das Testergebnis wurde dann automatisch, ja, übermittelt auf das Smartphone. Sie sind positiv, sie sind negativ, sie müssen dieses oder jenes tun. Damit hat es eigentlich angefangen. Also ganz, ganz simpel, aber eben schnell, ähm, und einfach experimentieren. Und du wirst gelesen haben oder gesehen haben, was gerade in Tübingen passiert. Ähm, dort wird deutlich mehr getestet. Die Getesteten können sich ausweisen, die Getesteten haben kleine Armbänder, auf denen ein QR-Code ist. Man kann über ein einfaches Smartphone über eine bestimmte App ablesen, wann wurde diese Person das letzte Mal getestet? Wurde sie positiv oder negativ getestet? Und das führt zu einer deutlichen Lockerung all dieser coronabedingten Restriktionen in Tübingen. Und das könnte ein Vorbild für ganz Deutschland sein. Absolut. Gerade jetzt am Wochenende, gerade jetzt am Wochenende hat beispielsweise die Berlin Vollies in der Bundesliga ein Spiel gehabt mit tausend Zuschauern. Da wurden die Zuschauer direkt vor der Halle getestet, hatten dann auch dieses Bändsel und konnten dann entsprechend in die Halle rein. Klasse Projekt, Andreas. Ähm, Andreas, die OMKB wird auch regelmäßig von jungen Unternehmern-- Also junge Unternehmer nehmen hier teil. Und wenn du jetzt nicht unbedingt CEO des Wort-Bild-Verlages wärst, wie würdest du versuchen, ein Teil des sechzig Millionen Euro Fonds, den ihr aufgesetzt habt, mit einem smarten E-Health-Thema zu adressieren? Also, was wäre das? Ähm, das sind erstmal zwei Dinge. Also, wann immer hier jemand zuhört und, ähm, das jetzt mitbekommt, wer eine gute Idee hat, nur eine gute Idee reicht schon, ja, möchte sich einfach bei uns melden und wir werden das Gespräch suchen und wir werden schauen, inwieweit wir einen solchen Unternehmer unterstützen können bei der Umsetzung seiner Idee. Sicherlich ist nachher beim Livetragen und beim, beim Erfolgreichsein die Idee eigentlich nur noch zwanzig Prozent und achtzig Prozent ist die Umsetzung. Aber wir sind eben kein Finanzinvestor. Wir haben einen Digital Health Fond aufgelegt mit sehr sorgfältig ausgesuchten Investoren, die bestimmte Bereiche im Gesundheitswesen abdecken und dann als strategische Investoren junge Unternehmen auch entsprechend unterstützen können. Wäre ich nicht CEO beim Wort und Bild Verlag und die Frage ist an sich schon falsch, weil ich bin dort CEO, weil ich dort als CEO eben auch genauso ein Start up Business betreiben kann. Wenn ich diese unternehmerische Freiheit nicht hätte, würde ich diesen Job nicht machen, weil ich bin nicht dort, Print zu verwalten, sondern den Gesundheitsbereich mit zu digitalisieren und voranzubringen. Aber ich würde mir sicherlich etwas suchen im Digital Health Bereich, weil dieser Markt unglaublich wachsen wird, unglaublich dynamisch ist, es dort enorm viel Geld gibt. Und von daher würde ich sicherlich ein oder zwei Ideen weiterentwickeln, mir entsprechende Geldgeber suchen und das neu aufziehen, so wie ich es in der Vergangenheit in anderen Bereichen auch getan habe. Genau. Sprechen wir doch gerne über die Vergangenheit. Du hast ja auch eine unternehmerische Vergangenheit und bei einer Fuck up Night hast du mal folgendes oder hast du mal folgende Situation geschildert. Du hattest demnach die Option, damals mobile Punkt DE für siebzig Millionen Euro gemeinsam mit Verlagen zu erwerben, konntest das jedoch nicht intern umsetzen. Und mobile DE ist danach für über hundertzwanzig Millionen, das heißt noch mal fünfzig Millionen mehr verkauft worden. Vielleicht erzählst du unserer Community noch mal von dieser sehr, sehr sonderbaren Situation, wie ich finde und was, was du vielleicht immer noch heute aus diesem Case für dich im Rahmen des Unternehmertums mitgenommen hast. Na ja, ich habe damals im Namen von drei großen deutschen Verlagsgruppen die Marktgruppe aufgesetzt, zusammen mit Laurenz Mehl, und wir haben letztendlich versucht, die klassischen Classifieds zu digitalisieren. Wir waren im Stellenmarkt, im Immobilienmarkt und im Automarkt unterwegs und es gab dann die Situation lustigerweise war ich zu dem Zeitpunkt übrigens und das passt zu deiner vorherigen Frage. Ich war Geschäftsführer von der guten alten Zeit, ja, von der Wochenzeitung, die zu Holzbrink gehört. Und in dieser Zeit hatte ich einen sehr guten Kontakt zu den Gründern von Mobile DE und habe gesehen, dass es eine Möglichkeit geben könnte, mobile DE zu übernehmen. Habe dann die Gesellschafter, diese drei Verlagsgruppen, angesprochen und gesagt ihr habt hier die einmalige Chance, nochmal im Autosektor richtig die Nummer eins zu übernehmen und dieses Business entsprechend auszubauen. Und wir hätten die damals für siebzig bis achtzig Millionen Euro kaufen können. Und dann gab es eine sehr interessante Diskussion, die da lautete ja, aber können wir nicht mit Media bezahlen und so weiter und so fort und Mitbesserungsschein und ähnlichen Dingen. Naja, es war nicht mein Geld, ich war nur mandatiert für diese drei Gruppen entsprechend zu verhandeln. Und selbstverständlich ist es dann so gekommen, wie es kommen musste. Die Gründer von Mobile DE haben das letztendlich eine Beratung gegeben, die das Ganze in eine Auction gebracht haben und wir haben uns dann kurze Zeit später in einer Auction mit eBay und anderen großen Playern wiedergefunden und es war eigentlich klar, dass wir dort ah das Rennen nicht machen werden. Aber für mich war es natürlich eine extrem interessante Zeit, weil die Verleger, die zuvor bei siebzig Milli-Millionen überlegt haben, kann man das nicht mit Media und so weitermachen? Die waren zweieinhalb Monate später bereit, hundert Millionen Cash auf den Tisch zu legen, um diesen Deal doch zu bekommen. Das heißt, die Attraktivität ist eigentlich erst entstanden durch die Auction und es hat im Prinzip gezeigt, dass wir damals in den klassischen Medien noch nicht in der Lage waren, ausreichend zu abstrahieren, was dort eigentlich für ein Potenzial drin steckt, was für ein Wert dahinter steckt. Und wenn man sich anschaut, wie sich dann mobile DE entwickelt hat, muss man natürlich sagen schade, Chance verpasst. Aber solche Situationen gab es häufiger. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hätte StudiVZ auch tauschen können gegen vierProzent der Facebook Anteile und hat es nicht gemacht. Wäre auch kein schlechter Deal gewesen. Rückwirkend betrachtet nicht. Nein. Jetzt ist das Thema Media for Equity schon angesprochen. Ist das für euch auch ein Hebel? Weil ihr habt ja eine wahnsinnige Reichweite. Absolut. Also wir erreichen ja wie gesagt dreißig Millionen Menschen in Deutschland jeden Monat. Das ist schon eine ziemliche Hausnummer und natürlich können wir das auch mit einbringen. Ah Media for Equity hat nur in Deutschland in den letzten, ich will mal sagen, vier fünf Jahren an Image verloren, weil es teilweise inflationär eingesetzt wurde, als Währung für eben Equity, ohne immer die Erwartungen zu erfüllen, die man damit bei dem Deal und bei dem Abschluss entsprechend erfüllt hat. Wir handhaben das etwas anders. Wir wollen wirklich als strategischer Partner und da steht nicht Strategie im Vordergrund, sondern die Partnerschaft junge Unternehmen nach vorne bringen. Und wenn die sich bei Media for Equity dealen mit uns und wir machen eigentlich immer eine Mixtur aus Cash und Media, dann versuchen wir erst unter Beweis zu stellen, welchen Wert unsere Media hat und verhandeln dann über die entsprechenden Konditionen und machen es nicht umgedreht, weil auch wir natürlich nicht bei jedem Produkt, bei jeder Anzeige, bei jeder Marke sagen können, ob sie entsprechend Anklang findet oder nicht. Ein andere, eine andere Mixtur, ein anderer Kanal entsprechend besser wäre. Und ich glaube, dass diese Form von Ehrlichkeit ganz wichtig ist, um nachhaltig eine Partnerschaft auch mit Leben zu füllen. Und das kam bisher ganz gut an. Ja, nee, das würde ich absolut, das würde ich absolut unterstreichen, dass das Thema des influz-inflationären Nutzen von Media for Equity hat mit Sicherheit viele, viele Dinge stark verwässert. Eine Frage haben wir noch. Dafür haben wir noch einige Minuten Zeit. Andreas, ich würde dich dahingehend noch mal zitieren. Du hast mal gesagt, Fehler zu machen ist enorm wichtig für den Erfolg. Ohne Fehler kein Erfolg. Wenn du jetzt rückwirkend mal die letzten zwölf Monate betrachtest, was war denn deine größte Niederlage und was hast du aus dieser Niederlage für dich dann auch wieder abstrahieren können? Ich habe eben den Zeitfaktor nicht gehört. Die letzten zwölf Jahre oder zwölf Monate? (lacht) Zwölf Jahre wäre auch gut, ja? Wäre, wäre aber eine kuriose Zahl, die ich jetzt einfach in den Raum werfe. Zwölf Monate. Okay, also erstmal in Bezug auf die Fehler. Ähm, wir müssen mal ehrlich jeder reflektieren, ähm, dass wir auf die Welt kommen und, äh, letztendlich, ich will nicht sagen, Fehler machen, aber hinfallen und wieder aufstehen. Keiner von uns hat laufen gelernt, ohne dass er hingefallen ist. Keiner lernt Skifahren, ohne dass er sich mal wirklich in den Schnee packt. Ja? Und je häufiger du das machst, umso besser kannst du austarieren, wo die Grenzen sind. Und das ist eigentlich im, im Unternehmerdasein und im Business ganz genauso. Du musst Fehler machen, um die Grenzen zu erkennen, um das Maximum zu se- zu sehen, ähm, was du auch erreichen kannst. Du solltest nur zusehen, dass du ein und denselben Fehler nicht allzu oft, ähm, wiederholst, ähm, und die Lernkurve halt sukzessive auch nach oben geht. Das ist der eine Punkt. Der zweite Punkt: Wenn du über Fehler bei Investments sprichst, natürlich musst du dann sagen, ähm, es gehört auch dazu, dass man mal einen Flop hat, dass man mal, äh, deinvestieren muss, dass mal etwas nicht funktioniert. Bottom the line solltest du natürlich versuchen, schon irgendwie ein positives, ähm, positiven Saldo zu, zu bekommen, ja? Weil du ansonsten auch zu langsam bist, nicht das Backing bekommst, nicht das Funding bekommst, ähm, neue Dinge anzugehen. Also, die, der Saldo sollte da schon ganz gut sein. In Bezug auf zwölf Jahre. Ähm. Ja, was gefloppt ist, ähm, war TIM TV, der erste homosexuellen Sender Deutschlands. Den haben wir 2008 aufgebaut, äh, komplett werbefinanziert und voll gegen die Wand gefahren, weil wir dummerweise nicht wussten, dass es eine Lehman-Krise gibt und, ähm, Werbefinanzierung in zwei acht so nach unten rauscht. Das hatten wir nicht einkalkuliert, ähm, aber das war ein total spannendes, ähm, Unterfangen. Ähm, und jetzt die letzten zwölf Monate. Ähm. (drei Sekunden Pause) Gute Frage. Ähm. Du beziehst das aufs Unternehmerische, ne? Wenn du privat was erzählen magst, gerne. (lacht) Ja, privat ist es so: Hätte ich gewusst, dass die Corona-Krise länger als zwölf Monate dauert, hätte ich, glaube ich, noch mehr in, in Aus- und Weiterbildung investiert, hätte noch experimenteller versucht, paar neue Dinge anzugehen. Da habe ich den Drive erst so im, im zweiten Halbjahr der Corona-Pandemie, äh, genommen, was auch extrem wichtig ist, aber was ich auch versuche, an, an alle Mitarbeiter entsprechend weiterzugeben. Ähm, ich kann das ehrlicherweise nicht mehr hören, diese Aussprüche, wenn die Corona-Krise vorbei ist, dann mache ich dies oder jenes. Es gibt überhaupt keinen Grund, weshalb man nicht heute, ja-- Jetzt ist es fünfzehn Uhr vierzehn. Wieso wir heute nicht noch hinterfragen, was wir Neues lernen könnten und Neues machen könnten, äh, und das Entsprechende angehen. Corona wird uns daran nicht hindern und man sollte die Motivation hochhalten, um dann ehrlich gesagt auch noch besser durch diese Krise zu kommen. Ähm, Fehler innerhalb der letzten zwölf Monate unternehmerisch ... (zwei Sekunden Pause) fällt mir jetzt relativ wenig ein, weil wir wirklich ganz gut unterwegs sind. Ich ein ganz, ganz tolles Führungsteam habe, extrem stolz darauf bin, wir durch die Krise sehr gut durchgekommen sind und trotz der Pandemie eben einen Fond aufsetzen konnten und insgesamt vier Beteiligungen eingegangen sind. Ich glaube, dass wir da in der Gruppe als Team, äh, wirklich einen ganz guten Job gemacht haben. Ja, Andreas, toi, toi, toi, dass das weiterhin so bleibt. Mit Blick auf die Uhr, ich bekomme aus der Regie gerade auch die Ansage, wir sind leider am Ende unserer Zeit angekommen. Ich hätte tatsächlich noch einige Fragen, aber dafür haben wir jetzt leider keine Zeit mehr. Es war sehr, sehr kurzweilig, sehr imponierend, äh, was für Geschichten du aus der Vergangenheit auch erzählt hast. Und ich sage herzlichen Dank, Andreas, dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, uns bei den verschiedensten Themenkomplexen noch mal etwas intensiver abzuholen und, äh, sag, äh, erst mal vielen Dank. Perfekt. Vielen, vielen Dank. Ciao. Euch noch viel Spaß. Danke schön. Wir gehen jetzt in eine kurze Pause und melden uns dann nach der Pause wieder bei euch bei der OMKB V3.
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