Hallo und herzlich willkommen zurück zu OMKB Deep Dive Edition Social Media. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich war es ein fulminanter Tag bis hierhin. Also wirklich jetzt. Ich muss sagen, es waren viele tolle Vorträge dabei. Ich habe einiges an Learnings für mich mitnehmen können und bin schon ganz gespannt, die eine oder andere Aufzeichnung noch mal in Ruhe reinschauen zu können. Und jetzt zum Abschluss haben wir einen ganz besonderen Leckerbissen. Und zwar erwartet uns jetzt der Vortrag mit dem Titel: „Wie China die Social-Media-Landschaft komplett neu zeichnet und wie du davon maximal profitieren kannst. Wer heute bei uns im Studio vor Ort dabei, so viel sei schon verraten, erfahrt ihr jetzt im Speaker-Trailer. Jawohl, da wird der eine von euch sicherlich denken, das Gesicht kenne ich doch irgendwo aus dem OMKB-Kosmos schon, denn es ist unser geschätzter Kollege Charpussini. Scharp, der in der Vergangenheit schon als OMKB-Host für diverse Talkformate, wie unter anderem mit Philipp Glöckner oder André Alper hier am Start war, sowohl auf der Bühne in Berlin als auch virtuell, wird heute in seiner Funktion als CEO der Think11, der Performance-Marketing-Agentur Think11 am Start sein. Think11 ist eine der Top-25-Agenturen laut iBusiness-Ranking mit diversen Standorten in Deutschland und der Schweiz. Scharf selber hat 15 plus Jahre Erfahrung. Er nickt Erfahrung im Bereich Digital Marketing, unter anderen weit bevor Facebook nach Außenrück kam, ein Social-Media-Netzwerk mit aufgebaut und war Geschäftsführer diverser namhafter Agenturen im gesamten Dachraum. Ich habe ihn kennengelernt als sehr operativen CEO, der sehr gerne mal eine Nachtschicht tiefer in irgendwelche Themen dift, in Werbeanzeigenmanagern unterwegs ist und wirklich sehr, sehr hands-on agiert. Deswegen freue ich mich insbesondere auf den Vortrag zum Thema China. Wer Schab auch kennt, weiß, er guckt immer gerne über den Tellerrand hinaus und liebt es auch, First Mover an gewissen Themen zu sein und deswegen gilt sein Blick aktuell unter anderem in den asiatischen Raum und er bringt uns einige Insights mit, wie wir auch hier im europäischen und deutschsprachigen Raum profitieren können von dem, was dort drüben passiert. Scharf, bist du ready? Ich bin ready. Vielen Dank für die schönen Worte und tolle Kulisse habt ihr hier, auch wenn Tauchen und Schwimmen nicht unbedingt mein absolutes Hobby ist, mache ich heute für euch einen Einsatz im Deep Dive Social Media. Cool. Dann übergebe ich dir gerne das Wort und wir sehen uns dann gleich wieder zur Q&A. Sehr schön. Ja, klasse. Schön, hier zu sein. Und ich habe jetzt das Privileg, euch in den nächsten 30 Minuten zum Themenkomplex „Wie China die Social-Media-Landschaft komplett neu zeichnet und wie du davon maximal profitieren kannst. Der Titel ist mit Sicherheit gewissermaßen ein bisschen reißerisch definiert, aber er soll vor allem auch noch mal wichtige Impulse setzen, warum es jetzt gerade wichtig ist, sich noch mal mit anderen Ländern, anderen Sitten, anderen Kulturkreisen im Bereich Social Media auch auseinanderzusetzen. Und wir starten direkt mit einer Kurzvorstellung der Think11, so viel sei erlaubt, damit ihr uns auch so ein bisschen einordnen könnt. Think11 ist eine Martekberatung an acht verschiedenen Standorten in Europa, die echte strategische Beratung methodisch validiert, mit Technologie verknüpft und für einige der wertvollsten Brands der Welt arbeiten darf. So, langer Satz. Ich erkläre ihn euch ganz kurz. Was ist Martec? Martec steht für Marketingtechnologie. Wir sind eine Beratungsorganisation, die die Symbiose zwischen Marketing und Technologie versucht herzustellen. Und wir haben hier etwas dick markiert, und zwar ist das die echte strategische Beratung, weil wir sehr, sehr häufig im Rahmen der Beratung immer wieder auf den Umstand stoßen, dass über vermeintliche Strategien philosophiert wird, aber wenn man ein bisschen näher hinschaut, sieht man, eigentlich ist es eher ein operativer Fahrplan oder wenn es hochkommt, eine taktische Vorgehensweise, aber häufig keine Strategie, die wirklich sehr, sehr stark in die Zukunft ragt und aus einer Flugebene funktioniert. Und das versuchen wir eben, methodisch validiert durch Technologie umzusetzen. Ja, und vielleicht noch der letzte Punkt kurz zu uns. Wir haben jüngst auch unsere eigene Technologie als Patent beim United States Patent und Trademark Office angemeldet und freuen uns jetzt hier auch heute bei der UMKW mit dabei zu sein. Aber so viel auch zur Think11. Ich will das Unternehmen jetzt auch gar nicht überstrapazieren und pitchen, zumal unsere Aufschlagsbücher bis Ende Q4 so gut wie ausgelastet sind, glücklicherweise. Heute geht es Innovation. Und ich habe hier folgendes mitgebracht, was ich euch einmal kurz vorlesen möchte: Um digitale Innovationen schnellstmöglichst zu identifizieren, schauen wir uns Indien, China und den afrikanischen Kontinenten an. Usa und Europa immer weniger. Ich will euch das gerne mal erklären, warum wir uns Indien, China und den afrikanischen Kontinenten eigentlich so genau anschauen, wenn wir über Innovationen nachdenken. Es ist so, dass wir natürlich in Indien, China und Afrika als Kontinent eine enorm hohe Population haben an erster Stelle. An zweiter Stelle ist es so, dass wir hier immer noch eine sehr, sehr große Anzahl in der Bevölkerung haben, die nicht einen Internetanschluss haben, die keinen Zugang haben zum Internet. Und der dritte Punkte Wir haben häufig in diesen Ländern, vor allem in der ländlichen Region, immer noch eine Infrastruktur – und mit Infrastruktur meine ich nicht die digitale Infrastruktur, sondern die generelle Infrastruktur – die nicht mit einem westlichen Standard zu vergleichen ist. Und das führt aber, was das Thema Digitalisierung angeht, zu einem enormen Innovationsdruck in diesen Ländern. Ich gebe euch ein Beispiel, dieses Abstraktionslevel zu verlassen. Wenn wir uns Afrika beispielsweise anschauen, haben wir dort eine sehr florierende, sehr funktionierende und performante FinTech, also Finanztechnologiebranche. Warum ist das so, hier in Deutschland? Wird jeder von uns ein Girokonto haben, ansonsten kriegt man kein Gehalt ausgezahlt oder ein Sparkonto. Das ist beispielsweise in Afrika nicht der Fall. Das heißt, aus dieser Pain-Situation entsteht häufig in diesen Ländern eine sehr, sehr hohe Innovationsfreudigkeit und deswegen wagen wir immer wieder, auch wenn wir Research, vor allem strategischer Natur für unsere Kunden betreiben, einen Blick in genau diese Länder. Aber es geht heute nicht Afrika, es geht heute auch nicht Indien, sondern es geht heute China. China ist in unserem Research, den wir sehr, sehr intensiv in der Vergangenheit, in der Gegenwart und mit Sicherheit auch in der Zukunft betreiben werden, das Land, welches am innovativsten im Bereich Social Media vorgeht. Deep Dive heute steht ja auch unter dem Zeichen Social Media. Und ich glaube, ich muss euch nicht erzählen, welches Unternehmen unter anderem neben TikTok, dem absolut disruptivsten Netzwerk, was in den letzten Jahrzehnten an den Start gegangen ist, steht, und zwar ByteDance aus China. Das heißt, wir sehen, ungeachtet dessen, dass in diesem Land einfach eine sehr, sehr hohe Dynamik vorhanden ist, was soziale Netzwerke angeht, soziale Interaktion auf digitalen Ökosystemen, dass hier eben auch große, große Unternehmen entstehen, die mittlerweile ihren Einfluss auch weltweit ausüben können. Mit welcher Methodik gehen wir hier vor, diese Megatrends zu identifizieren? Das ist eigentlich ganz einfach, aber ich erkläre euch das dennoch, weil ich hier wahrscheinlich ein, zwei Fremdbegriffe verwendet habe, die vielleicht nicht für alle geläufig sind. Und zwar schauen wir uns sogenannte M&A-Aktivitäten an. M&a steht für Mergers und Acquisition. Und was dahinter steckt, das erzähle ich euch gleich. Wir schauen uns M&a-Aktivitäten führender sozialer Netzwerke an. Das kann Vibro sein, das kann WeChat sein, das kann ByteDance sein, das können andere Plattformen sein. Und wir sehen hier dann häufig Indikatoren für Trendthemen. Und dann versuchen wir das Ganze durch Hypothesen, die ich euch gleich auch vorstellen werde, zu validieren. Bedeutet, wenn wir sehen, dass ByteDance beispielsweise, auch hier wieder ein konkretes Beispiel zu nennen. Wenn wir sehen, dass ByteDance sehr, sehr stark in das Thema Virtual Reality investiert, dann spotten wir das sehr genau. Wir sehen uns an, wie viele Unternehmen hat ByteDance im Rahmen von M&A-Aktivitäten, also ByteDance/TikTok, gekauft und versuchen zu identifizieren, haben das auch andere soziale Netzwerke, Vibro und WeChat beispielsweise, in China getan. Und wenn wir dann eine sehr, sehr starke Themenfokussierung im Rahmen der Kaufprozesse identifizieren können, dann gehen wir wirklich tiefer rein oder hier bei diesem Begriff zu bleiben, machen einen Deep Dive und schauen uns an, ist das ein Thema, was vielleicht zu einem Megatrend werden könnte, aus China dann nach Europa rüberschwappen? Das ist eine sehr, sehr methodische Vorgehensweise und damit haben wir eigentlich sehr, sehr positive Erfahrungen gesammelt in der Vergangenheit. Aber warum ist es denn jetzt eigentlich so wichtig, im digitalen Marketing mit Schwerpunkt auch auf Social Media nach China oder generell ins Ausland zu blicken? Im digitalen Marketing gibt es nur sehr, sehr kurze Timeframes, in denen AdSpans, also Werbeausgaben, enorm günstig und effektiv eingesetzt werden können von euch durch Werbetreibende oder Advert Heiser. Danach ist häufig ein inflationärer Einsatz gegeben und es ist kompetitiver. Auch hier wieder ein konkretes Beispiel: Der eine oder andere von euch wird sich vielleicht noch an das Unternehmen Criteo erinnern, wobei das ist eigentlich nicht richtig ausgedrückt, weil das Unternehmen gibt es immer noch. Es hat nur nicht mehr diese ganz, ganz tollen Zeiten absolvieren können in den letzten Monaten, wie es mal getan hat. Als vor sehr, sehr langer Zeit Criteo, ein französisches Unternehmen im Übrigen, also gut auch für das europäische Ökosystem, so vielen, vielen Jahren Criteo angefangen hat, das Thema Retargeting, das heißt Werbung, die mich auf Basis von Cookies verfolgt, zu etablieren, waren diejenigen, die sehr, sehr schnell auf diesen Zug aufgesprungen sind, hoch erfolgreich. Maximal performante Kampagnen, sehr, sehr geringe CPC-Werte. Das heißt, man konnte kostengünstig hochgradig effizient Werbung einkaufen im Netz. Das hat sich verändert, weil mehr Player dazugekommen sind. Mittlerweile könnt ihr Retargeting mitschreiben über Google, Facebook, Twitter, LinkedIn, Instagram, you name it. Das heißt, wir haben eine Sättigung erreicht im Markt, im Segment Retargeting. Und der Werbedruck hat zugenommen, weil mittlerweile einfach deutlich mehr Werbetreibende in diese Channels investieren. Das heißt, dieser kurze Timeframe ist vorüber. Und das finden wir eigentlich immer wiederkehrend. Und deswegen ist es so wichtig, nach China zu blicken, weil dort werden die Trends geboren im Social-Media-Bereich, bei denen wir wahrscheinlich heute schon in Auszügen direkt aus Europa und Deutschland heraus genau dieses Timing erwischen können, für uns als Brands das Bestmögliche rauszuholen holen, bevor es zu kompetitiv wird. Und das ist eben ganz, ganz wichtig, Stichwort Timing. Das passt aber nicht nur auf Social Media, sondern das passt eigentlich in das gesamte digitale Marketing-Ökosystem. Risikodiversifikation, ein weiterer Punkt. Häufig ist es so, dass Brands etablierte Kanäle haben. Etablierte Kanäle können beispielsweise sein, Google Ads, wo man mit einer gewissen Sicherheit und mit einer gewissen Performance-Garantie, wobei garantiert ist nichts, aber man hat einen gewissen Foodprint und weiß, wie das Ganze funktioniert. Aber eine Risikodiversifikation, das heißt eine Streuung meines Risikos, findet hier unzureichend statt und ist meines Erachtens nach wirklich brandgefährlich. Ich gebe euch hier ein Beispiel: In der Beratung finden wir sehr, sehr häufig Unternehmen, die beispielsweise im Bereich Google Ads den Großteil ihres Budgets allokieren. Das heißt, 80 bis 95% ihrer Werbebudgets pflanzen die bei Google Ads und sagen: „Es funktioniert für uns. Wir haben verstanden, wie das System funktioniert. Es ist performant, die Kennzahlen passen etc. Aber jetzt frage ich euch mal, ist es aus Risiko-Diversifikations-und Steuerungsaspekten sinnvoll, achtzig bis fünfundneunzig Prozent meines Budgets in eine Plattform zu investieren, mich so dermaßen abhängig zu machen. Deswegen ist es auch hier wiederum wichtig, nach China zu blicken und zu verstehen, wie verändern sich die Märkte? Wer heute noch achtzig bis fünfundneunzig Prozent nur beispielsweise in einen Channel investiert, der lebt sehr, sehr brandgefährlich. Und hier sehen wir eben aus China tolle, tolle Trends, in denen wir dann gegebenenfalls investieren können, einfach diese Risikodiversifikation noch breiter zu streuen, weil auch mit zwei, drei Channels sind wir immer noch sehr, sehr abhängig. Und das ist eben das Thema Risikodiversifikation, was uns einfach dazu animiert, immer wieder auch ins Ausland zu schauen. Ja, und der letzte Punkt, warum wir uns damit intensiv beschäftigen, ist das Thema der Replizierbarkeit. Etablierte Channels – und ich nutze gerne auch wieder hier Google Ads nicht, nicht weil es nur auf Google Ads passt, sondern weil es hier einfach so einfach zu erklären ist. Bei Google Ads gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Tools da draußen, von Systrix über SemRush, dies uns sehr, sehr einfach ermöglichen, beim Wettbewerb zu sehen, welche Keywords werden gebucht, wann bucht mein Wettbewerber eigentlich welches Werbevolumen etc. Das heißt, ich bin gewissermaßen nackt und transparent, wenn ich diesen einen Channel einsetze. Das macht es für meinen Wettbewerber einfacher, mich zu kopieren, meine Proven Concepts zu kopieren. Das ist Angriffsfläche für mich als Brand. Und das wird dann noch zugespitzt durch Algorithmen. Man spricht hier auch von Self-Driving-Advertising. Das heißt, ich gebe einem Dienstleister einer großen Technologieplattform Geld und diese Technologieplattform streut dann diese Gelder komplett eigenständig auf Basis des Algorithmus für mich. Das nimmt ja dadurch noch viel, viel stärker zu, weil meine Kontrolle wird geringer und diese Algorithmen gleichen sich alle relativ stark an. Das heißt, wenn ich mich hier differenzieren möchte, kann ich das entweder über ein Produkt oder ich gehe in Channels, die nicht so einfach zu replizieren sind. Video beispielsweise ist nicht so einfach zu kopieren und zu replizieren wie Search. Das heißt, wenn ich jemanden analysieren möchte, welche Search-Aktivitäten er hat, kann ich das heute relativ einfach. Wenn ich analysieren möchte, mit welcher Dramaturgie er Video produziert, welche Emotion er anspricht, in welcher Frequenz er Content produziert, ist es um ein vielfaches komplexer. Das heißt, die Replizierbarkeit nimmt hier ab und das ist mit Sicherheit auch einer der Punkte, warum wir immer wieder eben auch nach China blicken, weil auch hier passt ja das Thema Video sehr gut, wozu ich gleich einige spannende Hypothesen mitgebracht habe. Ja, kommen wir jetzt zu den Hypothesen. Ich habe euch sechs Hypothesen mitgebracht und das sind Hypothesen. Das heißt, das sind einfach nur Thesen, die wir hier aufgestellt haben. Wir glauben, es ist ein großer Wahrheitsgehalt vorhanden, aber es bleiben Hypothesen, es bleiben Wetten. Und das sind jetzt sechs Wachstumsprognosen für Social Media in Deutschland und Europa. Doch bevor wir hier einsteigen, möchte ich auf zwei Punkte hinweisen. Punkt eins: China hat eine maßgeblich andere Kultur als Deutschland und Europa. Deutlich zu differenzieren. Das heißt, nicht alles, was dort funktioniert, funktioniert hier, weil die Kultur und auch der Wertekatalog ist völlig anders. Und ein weiterer Punkt, den viele vielleicht nicht direkt auf der Agenda haben, der aber immer stärker ausgeprägt wird, ist: Wir haben a) völlig unterschiedliche politische Systeme und wir haben hier in Deutschland eigentlich kaum regulative Maßnahmen im Bereich Social Media. In China haben wir sie sehr, sehr deutlich. Ich gebe euch ein Beispiel: ByteDance, also der Mutterkonzern hinter TikTok, hat auch ein TikTok-Pendant in China. Und dort gibt es eine Zwangsunterbrechung, weil die Politiker in China haben gesagt: „Wir möchten nicht, dass die Jugend, diese snackable Videos, die häufig ja irgendwie wenige Sekunden ablaufen, immer wieder in einem dauerwährenden Stream und Loop konsumiert und gar nicht dann irgendwie ein Zeitgefühl dafür hat, dass man vielleicht fünf, sechs Stunden wirklich auf dieses Handy gerade blickt. Jeder von euch, der TikTok genutzt hat, wird wissen, wovon ich spreche. Das heißt, da gibt es eine Zwangsunterbrechung. Du kannst gar nicht fünf Stunden am Stück dir diesen Videocontent anschauen. Das ist hier anders. Das heißt, wir haben hier zwei unterschiedliche Rahmenbedingungen bei diesem konkreten Case und deswegen müssen wir und haben wir auch bei unseren Hypothesen vieles dann auch raus destilliert. Dazu gehört auch das Thema Messenger Marketing. Wechat ist mit WhatsApp nur in Teilen vergleichbar. Wechat ist ein viel, viel größeres, komplexeres Ökosystem als WhatsApp und hier haben wir uns versucht, an Hypothesen zu orientieren, die für den deutschen und europäischen Raum eben auch passen. Fangen wir an mit Live-Events. Ich bin hier heute persönlich auch auf einem Live-Event. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Livestreaming via Social Media wächst in China rasant. Livestreaming via Social Media und Shopping explodiert aber regelsrecht. Das ist noch mal eine extremere Stufe des starken Wachstums zwischen Livestreaming und Social Media. Das heißt, diejenigen von euch, die vielleicht noch den Sender QVC kennen, wissen, auch wenn ihr euch mal die Umsatzentwicklung und Umsatzzahlen von genau diesen Produkten anschaut, dass sehr, sehr viel Geld im Bereich Live-Shopping, Live-Streaming vorhanden ist. Gepaart mit Social Media steckt da ganz, ganz, ganz viel Energie drin und häufig ist es so, dass wir hier in Deutschland so ein bisschen live-streaming-faul sind, würde ich mal sagen. Viele Brands haben Ängste, ins Livestreaming einzusteigen, weil jeder Satz muss ja vermeintlich sitzen. Und auch die Kosten sind natürlich zu berücksichtigen. Livestream-Setup für diejenigen, die ab und zu dann mal auf den Screen hier genau blicken, wenn wir dann auch das Studio zeigen, sehen ja, wie viel Technik hier verbaut ist. Das ist alles nicht kostengünstig. Das heißt, zwei Themen sind hier meines Erachtens nach ganz, ganz wichtig für eine hohe Adoption Rate in Deutschland, wenn ihr sagt: „Okay, schau, du hast mich überzeugt. Ich will mich auch mit Live-Events beschäftigen, Livestreaming, Social Media brauche ich euch nicht viel erzählen – bietet mittlerweile so gut wie jedes soziale Netzwerk an. Shoppingoptionen, Discovery Commerce kommen wir gleich auch – wird immer stärker angeboten. Aber wie kann ich jetzt dieses Thema vielleicht auch konkret angehen? Schaut euch Produkte an, wie Vimeo beispielsweise. Vimeo bietet sehr, sehr tolle Produkte an, womit ihr ein bisschen experimentieren könnt, mittlerweile eben auch Shoppable Ads. Das heißt, im Video könnt ihr eure Produkte verankern und könnt hier eben euren E-Commerce noch mal beschießen oder nutzt Produkte wie Restream. Restream ist ein Unternehmen, bei dem ihr, wenn ihr mal einen Livestream produziert habt, diesen Livestream danach noch mal über alle sozialen Netzwerke von Twitch, LinkedIn, Twitter, Google, YouTube und Facebook distribuieren könnt, noch viele, viele weitere Netzwerke. Und das Tolle ist bei Restream, ihr könnt Recycling betreiben. Das heißt, einmal ein Stream produziert, könnt ihr diesen dann immer wieder zeitversetzt über diese ganzen Netzwerke streuen und der Nutzer, der euch dann über diese Netzwerke konsumiert, hat das Gefühl, er ist live dabei, aber eigentlich ist es ein recyceltes Produkt. Da nimmt ihn ein bisschen Kostendruck aus der gesamten Situation raus, weil beim Thema Livestreaming – und das sehen wir eben auch in China – ist es ganz, ganz wichtig, auch sauber zu recyceln. Über das Thema Recycling sprechen wir gleich auch, weil all das, was ich euch hier vorstelle, kostet Geld und häufig ist es dann ja auch so, dass man im Marketing überlegt: Wie allokiere ich eigentlich meine Ressourcen, um natürlich auch das Thema Personalgehälter irgendwo im Griff zu behalten? Discovery Commerce ist das nächste Thema. Auch nicht völlig neu, aber ich habe es mitgebracht, weil viele das Thema noch nicht verstanden haben. Discovery Commerce ist total faszinierend, weil der Sales Funnel, wie wir ihn kennen, verändert sich gerade dramatisch. Das heißt, in der Vergangenheit habe ich als Schar Produkte gesucht. Ich brauche eine neue Matratze, ich gehe auf Google, suche danach oder Amazon und kaufe das Produkt. Aber jetzt kommen die Produkte zu mir und ich weiß vorher gar nicht, dass ich diese Produkte benötige. Vielleicht benötige ich sie auch nicht, aber es wird einfach eine gewisse Begehrlichkeit geweckt. Und das ist eben das sehr, sehr Interessante an Discovery Commerce, weil der Search Intent, wie wir ihn kennen, hier verdrängt wird. Ich gebe euch kurzes Beispiel: Ich weiß nicht, wer von euch TV-Sprachverstärker kennt. Tv-sprachverstärker sind ein Produkt, das kannst du mit deinem TV verbinden per Bluetooth und dann kannst du dich zwei, drei Meter auf die Couch hinsetzen, was normalerweise die Distanz zwischen Couch und TV ist, und dann kannst du quasi aus dieser Box den Sound hören. Jetzt sagt ihr: „Okay, wozu brauche ich das? Na ja, denk mal über die alte LSVC-Gruppe nach oder wenn ich über meinen Papa nachdenke, der ist jetzt 70, der hört einfach altersbedingt nicht mehr so gut und der hat sein Hörgerät häufig nicht dabei, Akku leer, was auch immer. Und wenn der TV guckt, dann unterhält er das gesamte Haus. Und nicht jeder will an dem TV-Konsum dann gleichzeitig partizipieren. Und dieses Gerät löst das Problem und ich finde das super geil. Ich habe das jetzt auch gekauft, aber dieses Produkt ist zu mir gekommen, weil es die Lebensqualität von jenem anderen steigert, der mir am Herzen liegt, in dem Fall meinem Vater. Das ist Discovery Commerce und da steckt unheimlich, unheimlich viel Energie drin. Wir haben ja heute auch schon über das Thema USG, User Generated Content, gelernt, weil viele überlegen: „Okay, wie steige ich jetzt in Discovery Commerce ein? Wenn eure Brand nicht total hip und fancy und jung ist, würde ich empfehlen, macht es nicht selber. Sucht euch Menschen, mit denen ihr kooperieren könnt über User Generated Content und versucht dort eure ersten Experimente zu starten oder versuchen, ein bisschen mit Shoppable Ads, was ich eben angesprochen habe, zu experimentieren, weil diese ganzen Themen, die ich heute mitgebracht habe, sind eigentlich fließend ineinander einhergehend. Letzten Punkt will ich hier noch mal erwähnen: Durch Discovery Commerce hat sich auch einiges verändert in Richtung der Influencer. Es gibt, und das müsst ihr mal beobachten, auf LinkedIn wird das sehr, sehr häufig publiziert, häufiger mittlerweile den Fall, dass auf LinkedIn Menschen postulieren: From zero to hero. Ich war noch nie bei TikTok, habe jetzt ein Video abgedreht und irgendwie mehrere Millionen Views abgestoppt. Ich habe den Code geknackt. Kann sein, aber das ist Discovery Commerce, weil der TikTok-Algorithmus oder die Algorithmen, die jetzt entstehen, auch bei Meta & Co., viel, viel stärker darauf abzielen, uns die Produkte und die Videos ans Herz zu legen, bei denen der Algorithmus glaubt, dass sie passend sind für uns. Und das verändert sehr, sehr viel, weil plötzlich andere Metriken relevant sind. Wenn ich eine große, große Follower-Zahl habe, ist es immer noch relevant heute, aber ich kann ohne große Followerschaft quasi vom Zero to Hero mit dem relevanten Content aufsteigen. Und das verändert sehr, sehr viel, nicht nur für uns als Advertiser, sondern auch für den Publisher verändert das sehr, sehr, sehr viel. Microcontent. Content-Produktion wird immer kleinteiliger und das ist auch ein bisschen das nervige Thema, wenn ich Content-Marketing-Manager wäre, der ich nicht bin, hätte ich heute viel, viel mehr zu tun, weil ich viel, viel kleinteiliger produzieren muss. Videos werden vor allem immer kürzer. Die Dramaturgie verändert sich dadurch. Also wenn ich vorher irgendwie ein Video gehabt habe mit zwei, drei Minuten Länge, ist die Dramaturgie anders, als wenn ich 10 bis 20 Sekunden habe. Völlig logisch und nachvollziehbar. Das bedeutet, die Zeiten sind vorbei, wo ich einfach nur SEO-Content produzieren konnte. Ich habe die Zeiten auch noch miterlebt. Das waren tolle Zeiten, die sind vorbei. Ich muss den Content heute immer noch für SEO, also SEO-optimiert produzieren, aber damit alleine ist es eben nicht getan. Und hier ist etwas wichtig, weil wir produzieren in viel, viel schnelleren Zyklen. Das fordern die Netzwerke von uns auch ein. Freshness ist ganz, ganz wichtig, den Algorithmus gut zu füttern. Also das muss permanent produzieren. Und hier passiert folgendes: Dass einfach der Aufwand exorbitant stark zugenommen hat. Und das Thema Content Recycling nimmt hier auch wiederum eine ganz, ganz wichtige Position und Rolle ein. Ich gebe euch ein Beispiel: Schaut euch mal den YouTube-Channel von Welt an. Der eine oder andere von euch kennt Welt als TV-Institution, aber auch als Printmagazin und auch digitales Magazin. Und die produzieren mittlerweile ganz, ganz häufig Videos von zwei bis drei Minuten Länge, die ihr bei YouTube dann auch konsumieren könnt. Die haben hunderttausende von Zugriffen und das machen die on scale. Das heißt, wenn ich ein Videointerview führe über eine Stunde, dann ziehen die daraus 30 bis 45 kurze Schnipsel und skalieren damit massiv über hunderttausende Views. Das ist Content Recycling. Die produzieren nicht mal spezifisch auf kurze Timeframes, sondern die suchen sich eben diese ganz, ganz wichtigen relevanten Passagen, weil wir mittlerweile eben auch durch diese Netzwerke versaut sind, in Anführungsstrichen und nur noch kurzen Content konsumieren wollen. Und darauf muss man reagieren. Und das, finde ich, ist ein sehr, sehr tolles Beispiel, was ihr euch anschauen könnt, was auch hier in Deutschland gut funktioniert in Richtung der Skalierbarkeit. Vorsicht, das sind keine YouTube-Shorts, sondern das ist wirklich YouTube, weil auch der Algorithmus von YouTube fängt an, viel stärker zu priorisieren, wenn Videos kürzer sind. Das ist auch Bestandteil der Wahrheit, genauso wie der Google-Algorithmus mittlerweile auch TikTok-Videos und Co. In den organischen Suchergebnissen relativ gut rankt. Kommen wir zu dem weiteren Punkt: Key Opinion Consumer. Ich kürze das ab mit KOC. Ich erkläre euch gleich, was dahinter steckt. Koc wachsen in China enorm. Was ist ein KOC? Ein KOC ist kein typischer Influencer. Das habe ich nämlich hier als KOL, Key Opinion Leader, hinterlegt. Es ist kein typischer Influencer. Es ist ein Konsument, wie du und ich, der ein Produkt nutzt und Spaß hat an diesem Produkt, der auch vielleicht keine Millionen von Followern hat, der aber etwas hat, was der große Influencer vielleicht nicht hat. Wenn der Consumer sagt: „Das Produkt finde ich gut und das nutze ich, ist es authentischer, als wenn es der Bauchladen von Influencer sagt, der – mittlerweile haben es viele verstanden – eben auch gegen Geld gewisse Aussagen tätigt. Das heißt, wir haben hier eine viel höhere authentische Form und die Autorität nimmt hier zu. Problem beim KOC ist, du hast am Ende viel, viel mehr Publisher oder vermeintliche Influencer, mit denen du arbeitest, Consumer, aber die haben eine viel, viel stärkere Durchschlagskraft als ein großer Influencer, der eigentlich für nichts so richtig steht, der als Bauchladen für viele verschiedene Produkte steht. Und eigentlich wiederholt sich die Geschichte hier. Wenn ich in der Vergangenheit große programmatische Kampagnen, also Werbeanzeigen, geschaltet habe im Netz und ich hatte beispielsweise einen Kunden aus dem Automobilsegment, konnte ich natürlich bei Bild in der Kategorie KFZ buchen oder in der Kategorie Auto buchen oder ich habe bei dem Blogger, bei dem kleinen Blogger Berts Autoparade-Blog privat betrieben gebucht, wenn er das denn zugelassen hat über beispielsweise Google AdSense. Natürlich hat er viel, viel weniger Traffic, der Bert, als Bild, aber trotzdessen ist er viel, viel authentischer, hat eine höhere Autorität und dadurch habe ich als Brand eine bessere Conversion Rate etc. Das heißt, ich muss aber trotzdem einen Mechanismus finden, wie ich hier stärker skalieren kann und da lohnt sich ein Blick nach China. Da gibt es mittlerweile auch viele tolle Unternehmen, die sich so ein bisschen auf das Thema KOC spezialisiert haben. Sehr, sehr interessant und spannend. Und natürlich muss das alles sauber gemessen werden, aber das Thema Tracking, ich glaube, das hatten wir heute noch nicht so stark, aber das wird noch mal hier den Rahmen sprengen und wäre wahrscheinlich noch mal eine eigene Präsentation hier wert. Zwei weitere Punkte habe ich vor euch mitgebracht und dann habe ich auch hier keine weiteren Hypothesen mehr zu präsentieren. Private Traffic. Private Communities ebnen Brands neue Wege der Existenz ohne den dauerhaften Wettbewerb nach teurer Aufmerksamkeit. Was ist Private Traffic? Was tituliert sich dahinter oder wie interpretiere ich das, das Wording? Das ist kein offizielles. Das ist eine Wortschöpfung von mir. Deswegen werde ich es hier auch noch mal einmal kurz beschreiben. Private Traffic ist für mich Closed Shops oder auch Open Shops wie Discord, wie Telegram, wie Strava im Bereich Sport, wie aber auch Twitch im Bereich Gaming, wobei Twitch mittlerweile ja nicht mehr nur Gaming ist. Weit gefehlt. Twitch ist ja viel, viel mehr mittlerweile. Und der Vorteil, hier eine private Community auf die Beine zu stellen, liegt eigentlich auf der Hand. Menschen suchen Zugehörigkeit und soziale Netzwerke bieten dieses Zugehörigkeitsgefühl, auch wenn sie Community-Elemente anbieten, nicht mehr in dieser Ausprägung, wie es die großen neuen Netzwerke wie Discord beispielsweise anbieten. Ich kann euch da empfehlen, wenn ihr mal verstehen wollt, wie diese Mechanismen eigentlich funktionieren, schaut euch mal in unserer Branche beispielsweise den Doppelgänger an, die es auf Discord wirklich auf eine wahnsinnig hohe Reichweite geschafft haben. Mittlerweile ja auch einer der populärsten Podcast-Marketing-Segment in Deutschland. Aber schaut euch auch Unternehmen wie Paletten an, die wirklich auf das Thema Community setzen. Und Private Traffic über private Communities kann eine Möglichkeit für euch sein, Support durch die Community zu erhalten, Loyalität aufzubauen, Insights zu euren Kunden zu erfahren und, und, und. Das ist hochgradig spannend, sich mit diesem Themenkomplex zu beschäftigen. Heißt nicht, dass ihr euch jetzt alle einen eigenen Discord-Channel anlegen solltet, auch wenn ich noch mal hier auf Philipp Glöckner referenziere, Doppelgänger. Die haben auch viel experimentiert. Die waren irgendwie vorher bei Signal und haben noch einige andere Plattformen getestet, bevor sie dann jetzt bei Discord geblieben sind, was eine gute Entscheidung ist. Discord mittlerweile mehrere Milliarden bewertet. Ob es eine IPO in der nahen Zukunft geben wird? Ich weiß es nicht, aber wenn ja, würde ich investieren. Ja, und der letzte Punkt eSport. Unternehmen wie Meta und der enorme Virtual Reality Push bringen Gaming und das Metaverse in den Fokus von Social Media und Monetarisierung. Jetzt könnt ihr euch fragen: „Was hat denn Gaming mit Social Media und auch mit Marketing zu tun? Da sage ich: „Na ja, Gaming ist soziale Interaktion, und zwar par excellence. Gaming ist soziale Interaktion. Ich habe hier ganz bewusst Meta mitgebracht, weil Meta hier im europäischen Raum die größte Rolle spielt, wie groß ByteDance noch werden wird, werden wir absehen müssen in naher Zukunft, aber auch da gibt es ja politische Bewegungen. Und bei Meta ist es so: Meta hat vor vielen, vielen Jahren, viele, viele Jahre sind es gar nicht, vor einigen Jahren, Oculus gekauft, meines Erachtens nach auch ein sehr, sehr smarter Move, für sehr viel Geld allerdings auch, und hat hier mittlerweile die Dominanz und Marktführerschaft im Bereich Virtual Reality. Meta ist gleichzeitig immer noch das größte soziale Netzwerk in Deutschland, mit Facebook, Instagram, WhatsApp und das komplette weitere Ökosystem. Und wir sind in der festen Überzeugung, dass auch das Metaverse, aber vor allem auch Virtual Reality, was sehr, sehr stark im Übrigen getragen wird von Gaming. Also Virtual-Reality-Nutzer, ein typischer Virtual-Reality-Nutzer, nutzt diese Brille, zu spielen. Ich habe selber zu Hause eine Oculus Quest 2. Ich bin kein Gamer. Ich nutze es eher für berufliche Aspekte, Meetings im virtuellen Raum stattfinden zu lassen, aber da bin ich wahrscheinlich der Exot. Primär ist der Anwendungs-Case: Gaming. Aber hinter Oculus steckt Meta. Das heißt, es ist jetzt kein No Brainer, dass Meta sehr, sehr starke Bemühungen unternimmt und auch unternommen hat, hier stärker die Bereiche miteinander zu verweben. Das heißt, Oculus, Virtual Reality, WhatsApp, das Ökosystem, Instagram, Facebook und auch die Home Devices von Facebook/Meta, die immer relevanter werden. So, das waren jetzt sechs Hypothesen. Ich hoffe, ich war nicht auf einem zu hohen Abstraktionsniveau unterwegs und konnte euch ein bisschen Input geben, Impulse geben, über gewisse Dinge noch mal nachzudenken. Ich würde mich freuen, wenn wir im Nachgang in Kontakt bleiben. Kurze Key Takeaways. Wir haben auf der einen Seite Live Events. Ich befinde mich gerade hier auf einem Live Event. Wir haben das Thema Discovery Commerce, dessen Opfer ich auch schon geworden bin durch den Höherverstärker, den ich euch gerade vorgestellt habe. Wir haben das Thema Micro Content. Das heißt, dass es immer mehr und kleinteiliger wird, vor allem im Bereich Video. Wir haben das Thema Key Opinion Consumer, die den großen Influencern in vielerlei Hinsicht überlegen sind, noch nicht beim Reach, aber in der Summe höhere Reach erreichen und wesentlich performanter sind. Und wir haben das Thema Private Traffic, wie beispielsweise Channels wie Discord oder Strava, Twitch etc. Und wir haben das Thema E-Sport zu guter Letzt, was vor allem getrieben wird durch Meta und dadurch eben auch in unserem Ökosystem, wo wir uns eben mit Advertising, Ads und Co. Beschäftigen, ein absolut starker Treiber geworden ist und auch noch weiterhin wird. Das war es auch schon. Studien, die wir hierzu durchgeführt haben, Präsentationsmaterial, Analysen, methodische Vorgehensweise oder wenn ihr einfach nur Feedback braucht zu einem gewissen Gedankengang, den ihr für eure Brand oder für euch habt, kommt jederzeit gerne auf uns zu. Wir haben keine Blackbox. Wir haben ein Non-Blackbox-Modell bei uns. Das heißt, wir tauschen uns sehr, sehr gerne aus, geben die Informationen transparent weiter und geben teilweise auch Empfehlungen mit wem ihr idealerweise besser zusammenarbeiten könnt als mit uns. Wenn wir da keine Kernkompetenz drin sehen, kommt gerne per E-Mail auf mich zu, sh für charposeni@thinkeleven. De. Think Eleven steht im Übrigen für Don't think between one and ten, think eleven. Das heißt ganz bewusst out of the box. Und damit sage ich herzlichen Dank. Und ich weiß jetzt nicht, wie es weitergeht, aber ich glaube, die Moderatoren haben sich hier schon fit gemacht. Und ja, vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Klasse, Charp. Komm doch zu uns rüber. Wir haben hier einen Stuhl für dich freigehalten. Vielen lieben Dank für diese Reise. Es war ein Vergnügen zum Abschluss, würde ich sagen und hast den ganzen Tag noch mal richtig rund gemacht. Und eine Einstiegsfrage an dich: Welche Quellen beziehungsweise welche Tools nutzt du eigentlich, Quellen zu destillieren, so up to date zu bleiben, was diesen schnelllebigen Digital Kosmos angeht? Was ist da dein persönlicher Tipp an alle, die jetzt noch zuschauen? Ich persönlich konsumiere sehr, sehr viel. Ich versuche ungefähr eine halbe Stunde bis eine Stunde pro Tag in Research und Development zu investieren. Research nutze ich primär eigentlich Google News, aber auch viel Google Patterns. Das heißt, ich suche ganz explizit nach Patenten von Unternehmen wie Facebook, Google und Co., zu identifizieren, in welche Bereiche wird gerade ganz, ganz viel auch Intellectual Property investiert. Und darüber hinaus nutze ich Google News über verschiedenste Quellen, habe aber natürlich auch meine Blog Roll, in die ich regelmäßig einblicke. Darüber hinaus, wenn es Tools geht, nutze ich sehr, sehr gerne SemRush, was so eine gute Outside-In-Analyse mit sich bringt. Für den chinesischen Markt ist es nicht unbedingt das präferierte Produkt, aber für den europäischen Raum funktioniert diese Outside-In-Alanalyse eigentlich sehr, sehr gut. Und auch dieses Thema Competitive Intelligence Analyse, sich mal einen Wettbewerber sehr genau anzuschauen, das heißt, mal in einen Markt reinzugehen. Wenn ich beispielsweise vorhabe, in Schweden reinzugehen mit meinem E-Commerce, würde ich mir erst mal den größtmöglichsten schwedischen Onlineshop anschauen, würde eine sehr, sehr tiefgehende Outside-In-Analyse durchführen, eine Competitive Intelligence Analyse, würde alle Channels einfach mal herunterbrechen und dann für mich herausdestillieren. Was macht der denn eigentlich so richtig gut, ja? Würde mich aber nicht nur auf den einen konzentrieren, weil nur weil jemand Leader ist, muss er nicht alles richtig machen, weil der wird häufig dann attackiert von unten von sehr, sehr vielen Disruptoren. Ähm, ja, das ist aber ein sehr, sehr spaßiger Prozess, aber man muss trotzdem ein bisschen Zeit mitbringen und auch Leidenschaft. (lacht) Ich glaube, das ist, das ist, das ist, glaube ich, noch das viel Wichtige. Ich glaube, das hört man mit jeder Silbe raus, die du hier sprichst, dass die Leidenschaft auf jeden Fall gehörige Portion an der Stelle ist. Ähm, wir kommen nicht drumherum, TikTok zu sprechen. Du hast TikTok das eine oder andere Mal, ähm, angesprochen und, ähm, speziell die rasant wachsende Relevanz von der Plattform, ähm, ja, weltweit. Also man kann wirklich sagen, dass kein, kein Land, ähm, mehr gibt, was sich vor TikTok komplett verbergen kann. Ähm, wie ist deine Prognose für Meta? Beziehungsweise China zu bleiben, wohin rollt der TikTok, der ByteDance-Zug eigentlich noch? Das ist ja wirklich fulminant, was hier in kürzester Zeit passiert ist. Ja, (räuspert sich) ich glaube, diese, diese Diskussion, Christoph, müssen wir fast, auch wenn ich es nicht gerne tue, auf einer geopolitischen Ebene führen, weil rein, was die, was, was die Reputation, was die Technologie, was die Reach und auch die Sexiness des Produktes angeht, ist TikTok Facebook und Meta meines Erachtens nach heute deutlich überlegen. Aber darum geht es ja nicht. Ja? Äh, Meta ist ein US-amerikanisches Unternehmen und, äh, TikTok gehört zum ByteDance-Konzern und ist ein chinesisches Produkt. So, und jetzt wissen wir ja, dass diese beiden Nationen nicht unbedingt grün miteinander sind, wenn ich hier gerade den, den schönen grünen Moos sehe. Ähm, das heißt, es ist ein geopolitisches Thema und die, die Frage, die man sich stellen muss, ist: Wie viel Macht sind die US-Amerikaner bereit, ähm, ja, vorübergehend zu lassen zu Ungunsten von Meta und zugunsten von ByteDance? Und wie weit kann Amerika auch seinen Einfluss hier in Europa, ähm, manifestieren? Ich meine, wir haben auch hier in Brüssel eine starke europäische legislative, die auch die Möglichkeit hat, solche großen Konzerne recht schnell dann auch in ihre Grenzen wieder zu verweisen. Aber ich möchte jetzt gar nicht geopolitisch, äh, sein, weil da weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie, wie das Thema ausgeht. Ich glaube, bei einer Sache ist Meta allerdings, äh, fortschrittlicher als, ähm, ByteDance. Ähm, das ist mit Sicherheit das Thema Virtual Reality und da setzt ja auch Mark Zuckerberg und Meta sehr, sehr stark drauf im Rahmen des Metaverses. Deswegen geopolitisch mal außenvor. Weiß ich nicht, wie das Ding ausgeht. Rein auf der technologischen Sexiness-Ebene, Reputationsebene et cetera, hat Facebook einfach sehr, sehr schwere Zeiten in der Vergangenheit absolviert und man kann ja auch-- Ist ein aktiennotiertes Unternehmen, muss ja auch regelmäßig seine sogenannten Monthly Active User oder auch MAU publizieren. Und da sieht's, würde ich sagen, würde ich mal sagen, auch mittlerweile ein bisschen mau aus. Ja? Dann können wir eigentlich das Ganze ins Deutsche transferieren mit dieser Begrifflichkeit. Deswegen sehe ich da aktuell nicht so diesen starken Hebel von Meta. Okay. Du hast aber gerade angesprochen, Meta und Virtual Reality, dass sie da gegebenenfalls stärker sind, beziehungsweise sich auch nicht ohne Grund in Meta umbenannt haben. Trotzdem sagt man auch chinesischen Unternehmen nach, dass sie fortan die Standards in Metaverse übersetzen können, sei es irgendwie Baidu oder halt ByteDance. Es gibt ja eine Vielzahl von Playern, die da unterwegs sind. Wie ist denn deine Hypothese für das Thema Metaverse? Nehmen wir da die Standards aus China gesetzt? Ich glaube, nicht. Ich glaube nicht, dass wir die Standards aus China gesetzt bekommen und, ähm, man muss da auch wieder eben, wie ich es auch aufgezeigt habe, die kulturellen Unterschiede noch mal differenzieren, ja? Ähm, China und Europa sind nun mal grundunterschiedlich und wenn ich sage, ich glaube nicht, sage ich, ich hoffe eigentlich eher nicht, ja, dass die chinesischen Standards gesetzt werden, weil, ähm, ich glaube, so viel politisches Statement darf ich heute hier setzen. Ich bin jetzt nicht unbedingt scharf drauf, ja, dass China auch noch auf das digitale Ökosystem in Europa oder weltweit stärker so einen Einfluss nimmt, als es ohnehin schon nimmt. Ähm, da bin ich sehr klar in meiner Antwort, dass ich das, dass ich das nicht toll finde. Ich finde es auch nicht toll, dass die US-Amerikaner so einen starken Einfluss haben, aber nun denn. Ich glaube, darüber habe ich schon häufig genug mit Gesprächspartnern debattiert. Wir haben aktuell keine großen europäischen Antworten. Wir haben jetzt im Bereich Cloud, ähm, mit, mit, ähm, mit, mit Eins-on-Eins und Ionos beispielsweise eine tolle europäische Antwort auf die ganzen Super-Scaler der US-amerikanischen Staaten. Aber das ist eigentlich irgendwie so ein kleiner Bereich, wo wir als Europäer einen guten Job machen. Ansonsten überlassen wir das Feld ja eigentlich den US-Amerikanern. Aber sagen wir es mal so: Stand heute würde ich eben ein politisches Statement treffen und sagen: Lieber US-Amerikaner als Chinesen. Okay. Zum Livestream-Shopping würde ich gerne noch einmal kommen, Shaab. Du hast es angesprochen, in China ein Megatrend, nicht erst seit gestern oder vorgestern, sondern schon geraume Zeit. Bei uns wird das immer noch gerne so als Teleshopping für die Generation Z abgetan und, äh, scheint noch nicht so richtig abgehoben. Also wenn man Otto sich als Platzhirsch, als Plattform, als E-Commerce-Plattform anschaut, die sind in dem Segment ja durchaus unterwegs, aber eher so halbherzig, ne? Irgendwie einmal monatlich wird da eine Live-Show gemacht, zuletzt zur IFA. Inwieweit das performt, ist von außen schwierig zu betrachten, aber sie würden es wahrscheinlich häufiger machen, wenn es richtig abgeht. Kommt das denn wirklich noch? Ich glaube, ja, dass es kommen wird. Und Live-Shopping geht natürlich auch ganz, ganz stark einher mit dem Thema, ähm, shoppable product ads in videos, ja? Das heißt, dieses Thema muss sich natürlich auch erst mal etablieren, dass von den Konsumenten akzeptiert wird, dass ich über ein Video eben dann auch Produkte kaufen kann. Das ist ja auch kein Thema, was rein auf dem Desktop oder auf dem Handy stattfindet, sondern eben auch vielfach auf den Smart-TV-Geräten. Und ich glaube schon, dass das ein Thema sein wird, was kommen wird. Ansonsten hätte ich es auch nicht als Hypothese mitgebracht, weil wenn wir uns die Kennzahlen und auch das Wachstumspotenzial, äh, in China genauer anschauen, dann sehen wir hier schon, dass es ein sehr, sehr hohes relevantes Signifikanzniveau erreicht hat. Jetzt kann ich auch nur Hypothesen aussprechen und ich weiß, dass es kulturelle Unterschiede gibt, ohne Frage, aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir in naher Zukunft alle durch die Bank weg deutlich häufiger shoppen werden über Bewegtbild-Inhalte. Da bin ich sehr, sehr fest von überzeugt. Okay. Wir haben es heute das eine oder andere Mal ja auch gehört, auch von gewissen Plattformen, die auch gesagt haben, dass der Trend ganz klar ist. Ich bin, ähm, in der Tat sehr gespannt. Shaab, dank dir vielmals. Ich habe es gerade schon eine, eine Reise genannt und einen krönenden Abschluss hier des gesamten Tages. Das hat sehr, sehr viel Spaß gebracht.
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