Zusammenfassung
Alexander Malschow von Smarketer präsentiert sechs praxiserprobte Optimierungstipps für Google Ads im E-Commerce Marketing: von kostenlosen Klicks bei Shopping Ads über Pre-Order/Back-Order-Funktionen bis hin zu CSS-Partnerschaften und Margin Tracking. Die Strategien helfen dir, dein Konto effizienter zu gestalten und Reichweite sowie ROAS zu verbessern.
E-Commerce Marketing mit Google Ads optimieren – 6 bewährte Strategien
In der dynamischen Welt des E-Commerce Marketing gibt es ständig neue Möglichkeiten, um deine Google Ads Kampagnen zu verbessern. Alexander Malschow, Senior Consultant bei Smarketer, hat sechs konkrete Tipps zusammengestellt, die du direkt umsetzen kannst – basierend auf der Betreuung von rund 900 Kundinnen und Kunden.
1. Kostenlose Klicks bei Google Shopping Ads
Google hat eine praktische Funktion eingeführt, die automatisch kostenlose Klicks in deine Shopping-Kampagnen bringt. Im Durchschnitt kannst du mit 3–10 % kostenlosen Klicks rechnen. Manche Accounts erzielen sogar deutlich bessere Ergebnisse – das ist aber eher die Ausnahme.
Wo findest du diese Funktion? Im Merchant Center oder als Parameter in Analytics. Die Einstellung ist definitiv einen Blick wert und sollte aktiviert werden, um diese zusätzliche Reichweite zu nutzen.
2. Optiscore nutzen – aber selektiv
Google bietet dir über den Optiscore eine Vielzahl von Optimierungsempfehlungen an. Allerdings: Du musst nicht alles davon umsetzen. Schaue dir gezielt an, welche Maßnahmen für dein Geschäftsmodell sinnvoll sind.
Beispiel: Standortausrichtung – Google könnte dir vorschlagen, deine Zielregion aufzuweichen (z. B. statt nur Deutschland auch Österreich auszuspielen). Das kann aber problematisch sein, wenn du in diesen Regionen unterschiedliche Logistikkosten oder andere Ziele verfolgst. Vertrau hier deinem Business-Verständnis.
3. Pre-Order und Back-Order im Shopping-Feed nutzen
Besonders während Lieferengpässen ist diese Funktion Gold wert. Mit Pre-Order und Back-Order kannst du weiterhin Anzeigen schalten, ohne Artikel als ausverkauft markieren zu müssen.
Das bringt dir:
- Kontinuierliche Anzeigenschaltung auch bei Lieferengpässen
- Transparenz für Kundinnen und Kunden durch geschätzte Versanddaten
- Besonders wertvoll für Fahrräder, Mode, Möbel und Produkte aus dem Fernost-Import
Praktische Umsetzung: Ergänze deine Shopping-Feed-Parameter um die Variablen backorder und preorder mit dem geschätzten Versanddatum. Wichtig: Bleibe realistisch bei den Datumsangaben – falsche Versprechungen schaden deinem Ruf im Online Shop.
4. CSS-Partner nutzen und bis zu 20 % sparen
Unter deinen Shopping-Anzeigen werden inzwischen CSS-Partner (Comparison Shopping Services) angezeigt. Wenn du keine CSS-Partnerschaft nutzt, bezahlst du automatisch 20 % mehr Gebühren – das Geld verschenkst du also.
Wie funktioniert das konkret? Du siehst die Einsparung nicht als separate Zeile in der Google-Rechnung, sondern in der Auktion selbst: Niedrigere Kosten pro Klick, höhere Impressionen oder bessere Platzierung – oder eine Kombination davon.
Drei Strategien zur Umsetzung:
- Full Switch: Kompletter Wechsel des Merchant Centers zu einem CSS-Partner. Vorteil: Beste Kontrolle, konsolidierte Daten, bessere Optimierungsmöglichkeiten. Das ist die beliebteste Variante.
- Double Listing: Kombination aus Google Shopping und einem CSS-Partner. Du verdoppelst deine Reichweite, fragmentierst aber auch deine Daten.
- Multiple CSS-Partner: Noch mehr Reichweite, aber höherer Aufwand und weniger Kontrolle.
Unser Tipp: Ein Full Switch bietet meist das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis, weil du die Gebotsstrategien optimiert steuern kannst.
5. Margin Tracking für smarte Conversion Rate Optimierung
Die meisten Online Shop-Betreiber arbeiten mit einem globalen ROAS-Zielwert für alle Produkte. Das ist suboptimal – denn deine Produkte haben unterschiedliche Margen!
Das Problem: Ein Produkt mit 25 € Marge wird mit dem gleichen Gebotswert beworben wie eines mit 50 € Marge. Resultat: Du verschenkst Potenzial bei hochmargigeeren Produkten.
Die Lösung – Margin Tracking: Optimiere auf Produktebene statt global. Du kannst für jedes Produkt eine individuelle Marge hinterlegen und Google bei der Gebotsabgabe berücksichtigen.
Technische Umsetzung: Das erfordert ein bisschen Aufwand. Du musst im Data Layer zusätzliche Wertevariablen definieren und die Margendaten sowohl im Tracking als auch im Feed hinterlegen. Es lohnt sich aber – gerade bei großen Marktplätzen mit vielen Produkten.
6. Fast Tracking für Datenschutz und Optimierung
Mit dem Wegfall von Third-Party Cookies und strengeren Opt-in-Anforderungen verlierst du möglicherweise wertvolle Konversionsdaten. Fast Tracking ist eine Lösung, um diese Daten auf DSGVO-konformem Weg zurückzugewinnen.
Wie funktioniert das? Statt personenbezogene Daten zu speichern, nutzt Fast Tracking Hardware-Daten (Fingerprinting). Diese werden über die gClid übermittelt und im Konto wieder zusammengeführt – ohne Cookie-Zustimmung.
Wichtiger Hinweis: Fast Tracking hat eine Einschränkung: Klassisches Cookie-basiertes Remarketing funktioniert damit nicht. Du verlierst also nutzerbezogene Zielgruppenlisten.
Der beste Weg: Kombiniere beide Ansätze. Nutze Fast Tracking für die Conversion-Optimierung und ergänze es mit Cookie-Tracking für Remarketing. So holst du das Beste aus beiden Welten.
Zusammenfassung: Diese 6 Maßnahmen solltest du jetzt umsetzen
- Kostenlose Klicks aktivieren: 3–10 % extra Reichweite ohne zusätzliche Kosten
- Optiscore selektiv nutzen: Nicht blind Empfehlungen folgen, sondern prüfen, ob sie zu deinem Business passen
- Pre-Order/Back-Order: Gerade in Lieferketten-Krisen ein großer Vorteil
- CSS-Partner abschließen: Die 20 % Kostenersparnis sind zu wertvoll, um sie zu ignorieren – auch in Zeiten von Datenschutzanforderungen
- Margin Tracking implementieren: Individuelle Produktoptimierung statt globale ROAS-Ziele
- Fast Tracking + Remarketing kombinieren: DSGVO-konform tracken und gleichzeitig deine Zielgruppenlisten nutzen
Die wichtigste Erkenntnis: Der E-Commerce ist in ständiger Bewegung. Google passt seine Tools kontinuierlich an – nicht nur wegen Corona, sondern weil das digitale Marketing immer datenorientierter wird. Wer diese Neuerungen früh nutzt, hat einen echten Wettbewerbsvorteil.
Häufige Fragen
Bekomme ich wirklich kostenlose Klicks bei Google Shopping Ads?
Ja, Google hat diese Funktion eingeführt. Im Schnitt kannst du mit 3–10 % kostenlosen Klicks rechnen. Es ist aber kein großzügiges Geschenk – es gibt Ausreißer, bei denen mehr Klicks kostenlos sind. Prüfe die Funktion im Merchant Center und aktiviere sie. In Analytics kannst du die kostenlosen Klicks als separaten Parameter sehen.
Wann sollte ich Pre-Order und Back-Order nutzen?
Immer, wenn Artikel nicht sofort verfügbar sind, aber absehbar wieder in den Verkauf gehen. Das ist besonders wichtig bei Lieferkettenproblemen (z. B. Fahrräder, Mode, Möbel). So kannst du weiterhin Anzeigen schalten, statt die Artikel komplett zu pausieren. Wichtig: Nutze realistische Versanddaten, sonst verlierst du Kundenvertrauen.
Wie spare ich 20 % bei Google Shopping durch CSS-Partner?
Wenn du keine CSS-Partnerschaft nutzt, zahlst du automatisch 20 % Aufschlag in der Auktion – das siehst du aber nicht als separate Gebühr, sondern in höheren Klickkosten. Mit einem CSS-Partner (wie Smarketer) fallen diese 20 % weg. Du siehst das Ergebnis in niedrigeren CPCs oder mehr Impressionen im gleichen Budget.
Was ist Margin Tracking und brauche ich das?
Margin Tracking lässt dich unterschiedliche Margen pro Produkt im Shopping-Feed festlegen. Statt eines globalen ROAS-Ziels für alle Produkte kannst du dann pro Artikel optimieren. Das ist sinnvoll, wenn deine Produktmargen stark variieren. Technisch erfordert es aber etwas Aufwand (Data-Layer-Anpassungen und Feed-Konfiguration).
Ist Fast Tracking eine Lösung gegen Datenverlust durch Opt-in?
Teilweise ja. Fast Tracking nutzt Hardware-Daten statt Cookies, um Conversions zu tracken – ohne dass Nutzer zustimmen müssen. Das ist DSGWR-konform. Aber: Klassisches Cookie-Remarketing funktioniert damit nicht. Die beste Lösung ist eine Kombination: Fast Tracking für Conversions + Cookie-Tracking für Remarketing.