Banking von morgen: Mit Nachhaltigkeit, maximaler Transparenz, mehr UX und Convenience – Jakob Berndt im Talk
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Banking von morgen: Mit Nachhaltigkeit, maximaler Transparenz, mehr UX und Convenience – Jakob Berndt im Talk

Zusammenfassung

Jakob Berndt, Co-Founder der Nachhaltigkeitsbank Tomorrow, spricht über seinen Weg vom Social Entrepreneur (Lemonade and Charity) ins Banking und erklärt die Vision eines nachhaltigen, transparenten und nutzerfreundlichen Banking von morgen.

Vom Social Entrepreneur zur Nachhaltigkeitsbank: Jakob Berndt und Tomorrow

Jakob Berndt ist Co-Founder der digitalen Nachhaltigkeitsbank Tomorrow und bringt eine beeindruckende Unternehmer-Geschichte mit sich. Nach seinem Studium der angewandten Kulturwissenschaften arbeitete er als strategischer Planer bei Jung von Matt, bevor er 2009 gemeinsam mit zwei Partnern Lemonade and Charity gründete – ein Unternehmen, das bis heute in 15 Märkten aktiv ist und mehr als vier Millionen Euro für Sozialprojekte erwirtschaftet hat. Nun prägt er mit Tomorrow die Zukunft des Banking.

Der Weg in die Selbstständigkeit: Zwischen Konzern und Leidenschaft

Berndt ist nicht mit dem klassischen Traum eines Unternehmers aufgewachsen. Bei Jung von Matt merkte er früh, dass er sich nicht vollständig mit seinen Aufgaben identifizieren konnte: "Ich habe gemerkt, dass ich sehr viel Zeit und Energie in was stecke, was nicht komplett synchron ist mit meinen persönlichen gesellschaftlichen Wertevorstellungen."

Die Wendung kam, als sein damaliger Partner Paul mit einer noch vagen Idee zu Lemonade an die Tür klopfte. Berndt erkannte darin das, was er suchte: die Möglichkeit, Gesellschaft zu verändern, selbst am Steuer zu sitzen und mit einem weißen Blatt Papier zu beginnen. Nach knapp zehn Jahren intensiver Arbeit bei Lemonade – mit Reisen nach Südafrika, Paraguay und Sri Lanka, um die Lieferketten kennenzulernen – kam der Punkt, an dem die Lernkurve ihren Höhepunkt erreicht hatte. Eine Auszeit, intensive Arbeit bei einer NGO und eine Reise später war es Zeit für das nächste Kapitel.

Banking von morgen: Drei Säulen der Veränderung

Tomorrow ist kein Zufall. Der Name symbolisiert den Anspruch, die Vision des Banking von morgen zu prägen. Mit über 120.000 Kunden und einem europäischen Marktpotenzial von über 500 Millionen Menschen ist das Wachstumspotenzial erheblich. Doch worum geht es Berndt und seinem Team von 130 Mitarbeitern konkret?

"Ich habe mich nie als Banker gefühlt und tue das heute auch nicht," erklärt Berndt offen. Trotzdem springt Tomorrow ins "Haifischbecken" Banking – weil dort ein "wahnsinniger Hebel für gesellschaftliche und ökologische Veränderungen" liegt. Die drei großen Veränderungsfelder sind:

  • Nachhaltige Finanzierung: Die Finanzbranche finanziert heute vielfach alte, umweltschädliche Industrien. Tomorrow lenkt Geld dorthin, wo es Teil der Lösung sein kann – nicht des Problems.
  • Maximale Transparenz: Banking ist eine der intransparentesten Branchen. In der Tomorrow-App können Kunden in Echtzeit sehen, wie viel Geld sich bei der Bank befindet und wohin es fließt. "Das ist so ein zweiter Auftrag, da eben maximale Transparenz reinzubringen."
  • UX und Convenience: Banking soll stärker in den Alltag und in die Lebensrealitäten der Menschen verankert werden – einfach, intuitiv, nah am Leben.

Social Entrepreneurship im Banking: Ein Widerspruch?

Auf den ersten Blick wirkt der Sprung von Lemonade zu einer Bank widersprüchlich. Doch Berndt sieht tiefe Parallelen: Bei beiden Unternehmen geht es darum, einen vermeintlich verstaubten Markt neu zu erfinden und Menschen für eine Geschichte zu begeistern, die bisher in der Nische lag.

"Auch wir haben ja das Thema nachhaltiges Banking, nachhaltige Finanzen nicht erfunden. Da gibt es Akteure wie die GLS Bank, die Triodos Bank, die machen das seit 40, 50, 60 Jahren auch wahnsinnig ernst gemeint und authentisch, aber senden schon aus unserer Warte stark in so eine Nische." Der Auftrag für Tomorrow ist es, dieses Thema "da rausholen" und so zu erzählen, dass es den Weg in die Mitte der Gesellschaft findet.

Die Lektionen aus Lemonade: Offline-Nähe im digitalen Zeitalter

Interessanterweise spielte Digitalität bei Lemonade in den frühen Jahren eine untergeordnete Rolle. Berndt erinnert sich: "Tatsächlich Digitalität als Faktor im ganzen Marketing-Mix, zumindest für uns, hat das noch keine entscheidende Rolle gespielt." Stattdessen setzte Lemonade auf analoge Kontaktpunkte – Festivals, Musikveranstaltungen, die Berlinale, Point of Sale. Das Produkt selbst, mit Fokus auf Design und Haptik, war zentral. Erst später kamen digitale Kanäle hinzu, um das Erlebnis zu verlängern.

Diese Erkenntnis – dass echte Begeisterung oft offline entsteht – könnte auch für Tomorrow relevant sein: Im Banking von morgen geht es nicht nur um die App, sondern um echte, verständliche Beziehungen zu Geld und Verantwortung.

Ein Markt im Wandel: Die Rolle von Impact und Authentizität

In Hamburg, Berlin und anderen großen deutschen Städten wird es immer normaler, dass Gründerinnen und Gründer Erfolg und Nachhaltigkeit zusammendenken. Der Begriff "Social Entrepreneur" wird zwar manchmal inflationär verwendet, doch der Kern ist real: Es geht um echte, messbare Impact – nicht nur um Marketing.

Berndt und Tomorrow unterscheiden sich durch Klarheit im Purpose. Das Unternehmen versucht nicht, Banking sexy zu machen, sondern es ehrlich, fair und wirksam zu gestalten. Mit der Einsammlung von 14 Millionen Euro 2021 und einer wachsenden Crowd-Investor-Community zeigt sich: Der Markt honoriert Authentizität.

Häufige Fragen

Wer ist Jakob Berndt und was hat er vor Tomorrow gründet?

Jakob Berndt ist Co-Founder der Nachhaltigkeitsbank Tomorrow. Zuvor gründete er 2009 Lemonade and Charity, ein Unternehmen, das durch den Verkauf fair gehandelter Limonaden bis heute mehr als vier Millionen Euro für Sozialprojekte erwirtschaftet hat und in 15 Märkten aktiv ist. Vor der Gründung arbeitete er als strategischer Planer bei der Werbeagentur Jung von Matt.

Warum wechselt ein erfolgreicher Social Entrepreneur ins Banking?

Berndt sieht im Banking einen großen Hebel für gesellschaftliche und ökologische Veränderungen. Die Finanzbranche finanziert heute vielfach umweltschädliche Industrien – Tomorrow will das ändern, indem es Geld dorthin lenkt, wo es Teil der Lösung sein kann. Der Auftrag ist ähnlich wie bei Lemonade: einen vermeintlich verstaubten Markt neu erfinden und in die Mitte der Gesellschaft bringen.

Was sind die drei Säulen von Tomorrow?

Tomorrow baut auf drei Veränderungsfeldern auf: (1) Nachhaltigkeit – Geld fließt nur in zukunftsgerichtete Projekte, nicht in alte Drecksindustrien; (2) Transparenz – Kunden sehen in der App in Echtzeit, wohin ihr Geld fließt; (3) UX und Convenience – Banking wird einfacher und näher in den Alltag der Menschen integriert.

Wie viele Kunden hat Tomorrow und wie groß ist der Markt?

Tomorrow hatte zum Zeitpunkt des Talks über 120.000 Kunden. Der Gesamtmarkt in Europa umfasst über 500 Millionen bankkontenfähige Personen – ein enormes Wachstumspotenzial.

Spielte Digitalität bei Lemonades Erfolg eine große Rolle?

Überraschenderweise nein. In den frühen Jahren von Lemonade war Digitalität im Marketing-Mix nicht entscheidend. Stattdessen setzte das Unternehmen auf analoge Kontaktpunkte wie Festivals, Events und Point of Sale, um das Produkt in die Hände der Menschen zu bringen. Digitale Kanäle kamen erst später hinzu, um das Erlebnis zu verlängern.

Transkript Komplettes Gespräch zum Mitlesen & Durchsuchen

(Musik läuft im hintergrund) So, da sind wir wieder zurück hier live aus Berlin zur OMKB am ersten Tag unserer zweitägigen Digitalkonferenz. Und ich fand es richtig stark, was wir für einen Talk vorhin erleben durften mit dem Dominik von Home2Go und Sharp. Und das Schöne ist, dass wir direkt mit dem nächsten Hochkaräter hier vor Ort im Studio durchstarten dürfen. Und wer das genau ist, das zeigen wir euch in unserem Speaker-Trailer. Los geht's. Yes. Und zwar darf ich ganz herzlich hier bei uns begrüßen, Jakob Berndt. Jakob ist Co-Founder von der Nachhaltigkeitsbank Tomorrow. Moin Jakob, schön, dass du den Weg hergefunden hast. Moin Mario, schön, hier zu sein. Du bist aus Hamburg angereist heute, oder? Ich bin gestern angereist. Ich habe noch ein, zwei Gelegenheiten mitgenommen hier in Berlin und jetzt habe ich hier den Weg nach Neukölln gefunden. Sehr schön. Ich möchte euch Jakob einmal ganz kurz vorstellen. Und zwar hat Jakob angewandte Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität und der University of Sydney studiert. Nach seinem Studium war er zunächst strategischer Planer bei, wer kennt sie nicht, Jung von Matt, und 2009 – und davon kennen ihn vielleicht die meisten von euch – gründete er mit zwei weiteren Begleitern das Unternehmen Lemonade und Charity, das es immer noch gibt, immer noch sehr erfolgreich ist, in 15 Märkten mittlerweile aktiv ist und damit mehr als vier Millionen Euro für Sozialprojekte erwirtschaftet hat, denn wem es nicht geläufig ist von euch, ist es so, dass von jeder Flasche, die verkauft wird, fünf Cent an wohltätige Projekte gehen. Jacob hat mittlerweile aber seinen Fokus entsprechend auf das Thema der digitalen Nachhaltigkeitsbank gelegt, mit dem Unternehmen Tomorrow. Und da möchten wir heute einmal einsteigen in den Talk, Jakob, dich ein bisschen besser kennenzulernen und auch zu verstehen, wie du aus einem Limonadenunternehmen letztendlich zu einer Bank gewechselt bist. Fangen wir noch mal einen Schritt früher an. Du hast begonnen, bei Jung von Matt zu arbeiten und hast dann entsprechend 2009 mit Lemonade ein Unternehmen gegründet. Was war damals dein persönlicher Antrieb, zu sagen: „Ich möchte Unternehmer werden und ich möchte auch Unternehmer werden und damit ja auch nachhaltig etwas bewegen. Ja, gute Frage. Ins Unternehmertum bin ich eigentlich eher so ein bisschen reingeschlittert, anders als es heute vielleicht Leute tun, die schon damit antreten vor dem Studium, sich zu überlegen, irgendwann mal auf eigenen unternehmerischen Füßen zu stehen. Ich habe eine ganze Zeit ja bei Jung von Matt gearbeitet und habe da auch ganz viel gelernt und mitgenommen, aber schon relativ frühzeitig gemerkt, dass ich mich nicht zu 100% identifizieren kann, so mit dem Arbeitsfeld, mit der Rolle, mit der Tatsache, dass ich sehr viel Zeit und Energie in was stecke, was nicht komplett, sagen wir mal, synchron ist mit meinen persönlichen gesellschaftlichen Wertevorstellungen. Ich habe für große Konzerne da gearbeitet und habe immer mehr gemerkt, das kann es nicht sein. Habe nebenbei schon so ein paar Triple-Schritte in andere Richtungen gemacht, habe ein kleines Online-Portal für Kunst mal gegründet mit zwei anderen Kumpels und eine kleine Galerie auf Sankt Pauli. Das hat alles überhaupt nicht funktioniert, aber ich habe irgendwie schon gemerkt, mich zieht es raus aus diesem großen Apparat, wo ich für große Akteure ein kleines Rädchen bin und in einer Maschine, deren Output ich nicht mal so richtig toll finde. Und dann hat damals mein Kumpel Paul bei mir an die Tür geklopft mit der noch sehr vagen Idee zu Lemanate und dann habe ich gemerkt, okay, das bringt irgendwie alles mit, was ich machen will: Gesellschaft verändern, selber am Steuer sitzen, weißes Blatt Papier vor sich haben. Und dann habe ich mich, ehrlich gesagt, eher zufällig in der Rolle des Unternehmers wiedergefunden mit all den Widrigkeiten, die dazugehören. Okay, wow. Du warst aber nicht gerade kurz dabei, sondern viele Jahre. Du hast die Geschicke von Lemanate und Charity begleitet. Wenn du dich ein bisschen zurückerinnern magst, das war eine andere Zeit, gerade auch im digitalen Marketing, wenn man darauf schaut, wie macht man eigentlich ein Unternehmen groß, auch ein Unternehmen groß im Bereich B2C, endkundenorientierte Kommunikation. Kannst du dich noch an ein, zwei, drei Hebel erinnern, die entscheidend waren dabei, wo du sagen kannst, yes, das waren so ein bisschen die Turning Points, wo wir gemerkt haben, das wird richtig groß, das erzeugt richtig Macht und wir steigern unsere Bekanntheit. Ja, auch wenn es in Jahren gesprochen gar nicht so wahnsinnig lange her ist – es sind jetzt 12, 13 Jahre –, aber tatsächlich Digitalität als Faktor im ganzen Marketing-Mix, zumindest für uns, hat das noch keine entscheidende Rolle gespielt. Wir waren relativ offline. Wir haben ganz viel Point of Sale gemacht, ganz viel Festivals bedient und haben erst nach und nach den Zugang gefunden, auch unsere Geschichte über Social Media und so zu erzählen. Aber am Anfang, muss ich sagen, sind es tatsächlich ganz analoge Räume und Kontaktpunkte gewesen, die für uns entscheidend waren. Das Produkt. Wir haben ja sehr viel Wert auf Design und Haptik gelegt, das zu zeigen, das an den richtigen Orten zu inszenieren. Dann haben wir die großen Festivals, die Musikfestivals bis zur Berlinale bespielt und immer geguckt, wie kriegen wir das Produkt in die Hand der Leute. Und das hat sich erst sukzessive gedreht, dass man natürlich dieses Erlebnis auch digital verlängern kann und inszenieren kann. Aber die ersten Schritte waren sehr, sehr offline damals. Okay. Und dann – ich hoffe, ich ordne das der richtigen Company zu – gab es ja auch irgendwann die Diskussion, dass ihr euch nicht Limonade nennen durftet, weil ihr ein zu gesundes Getränk gewesen seid für eine Limonade. War das nicht ganz absurd, oder? Ja, das ist jetzt in den letzten Jahren gewesen, wo ich nicht mehr operativ am Ruder war. Genau, da haben dann meine Mitstreiter und Mitstreiterinnen von damals ganz gut zu hebeln gewusst, diese Tatsache, dass irgendwelche öffentlichen Ämter Einspruch erwirkt haben, weil das Produkt nicht genug Zucker habe, den Titel tragen zu können. Und das ließe sich natürlich über PR wahnsinnig gut verlängern. Also diese Absurdität der öffentlichen Rechtsprechung, das so ein bisschen zu drehen. Das haben sie gut gemacht, aber da will ich mich nicht mit Federn schmücken. Das haben die Jungs gut gehebelt. Ich habe da nur noch als Beobachter zugeschaut. Zu der Zeit wart ihr auf jeden Fall in jedem digitalen Newsfeed, glaube ich, auf den Unterschied. Das war ein guter Stunt, auf jeden Fall. Ja, das glaube ich.Jetzt habe ich es schon angedeutet, ist ja auch kein Geheimnis, dass du bei Lemonade und Charity jetzt nicht mehr mit an Bord bist. Trotzdem ist sehr erfolgreich ein Unternehmensfreise in der und das ist ja etwas, was dir auch persönlich wichtig ist, eben auch viel Gutes tun konntest und wir ja auch immer noch tut mit dem Projekt. Was war für dich der entscheidende Faktor, um deine persönliche Reise dann bei dem Unternehmen zumindest zu beenden? Ja, Reise ist ein gutes Stichwort. Das war ja fast zehn Jahre lang war ich unterwegs auf dem schnellen Zug. Lemonade hat mich an viele Orte in der Welt gebracht, also tatsächlich, die ich man sonst als Tourist oder Reisender nicht gesehen hätte. Ich habe irgendwie Rollbusche geerntet in Südafrika und Zuckerrohr in Paraguay geschlagen und Tee in Sri Lanka gepflückt. Und es war auch inhaltlich eine wahnsinnige Metamorphose und Reise, die ich da durchlebt habe. Aber nach den zehn Jahren hat sich immer mehr das Gefühl gefestigt: Ich habe Lust auf noch mal ein weißes Blatt Papier, noch mal eine neue Herausforderung, noch mal ein neues Thema. Die Lernkurve war so ein bisschen ans Ende gekommen und dann habe ich gemeinsam mit meinen Partnern, meinen damaligen Partnern entschlossen, dass die das weiterführen und habe eine kleine Auszeit für mich genommen, habe mich bei einer NGO sehr intensiv diskutiert, bin reisen gewesen und dann war es Zeit für das neue Projekt. Sehr schön. Verständlich. In Hamburg, in Berlin, aber auch wenn wir eine andere Großstädte schauen und Start-up-Bereiche, ist es schon so, dass man feststellen kann, dass erfolgreich sein und trotzdem nachhaltig zu handeln, für immer mehr Gründerinnen und Gründer relevant wird. Es gibt ja so ein bisschen auch diesen Begriff – ich weiß nicht, ob du den magst – des Social Entrepreneurs. Ich finde auch, aber das ist ja häufig so langsam etwas inflationär benutzt wird. Erklär doch einmal auf dem Hintergrund, so dieses Social Entrepreneurship, dein Sprung ins Banking-Business, wo man ja schon erst einmal ein Fragezeichen hat von Getränken, von Nachhaltigkeit, von Spenden, dann in den Finanzsektor, der ja nicht für jeden gegebenenfalls dann zu diesem Thema Social Entrepreneurship und Nachhaltigkeit passt. Wie kam es denn dann von Limonade zur Bank? Also Wahnsinn. Ja, du hast die richtigen Stichworte schon genannt. Erst mal ist natürlich die Diskrepanz zwischen ... Also es scheinen zwei grundverschiedene Märkte zu sein: Getränke auf der einen, Banking-Produkte auf der anderen. In vielerlei Hinsicht gibt es da durchaus Parallelen. Also wie kann man einen Markt wirklich aus sich heraus noch mal neu erfinden? Wie kann man Leute begeistern für eine Geschichte, die vielleicht bisher so ein bisschen verstaubt in der Ecke lag? Bei Lemonade war es damals fairer Handel, kleinbeuliche Landwirtschaft, alles so ein bisschen ökige, vermeintlich langweilige Themen, die wir aufgebürstet haben und ein bisschen in den Zeitgeist gestellt haben. Und im Grunde genommen ist es jetzt bei Tomorrow eine ganz ähnliche Mission, denn auch wir haben ja das Thema nachhaltiges Banking, nachhaltige Finanzen nicht erfunden. Da gibt es Akteure wie die GLS Bank, die Triodos Bank, die machen das seit 40, 50, 60 Jahren auch wahnsinnig ernst gemeint und authentisch, aber senden schon aus unserer Warte stark in so eine Nische. Und der Auftrag jetzt für uns, den wir uns selber auferlegt haben, ist eigentlich wieder dieses Thema da rausholen und wie können wir das darreichen? Wie können wir das verändern? Wie können wir die Geschichten so erzählen, dass es den Weg in die Mitte der Gesellschaft findet? Insofern ist der Auftrag nicht so unterschiedlich. Und die Frage: Warum jetzt Banking? Ich habe mich nie als Banker gefühlt und tue das heute auch nicht. Und das gilt auch für die 130 Leute, die noch mit an Bord sind. Die würden wahrscheinlich auch eher so ein bisschen verlegen gucken. Aber Fakt ist, warum machen wir das trotzdem? Weil da einfach ein wahnsinniger Hebel für gesellschaftliche und ökologische Veränderungen ist. Die Branche hat wahnsinnig viel Dreck am stecken heute, aber gleichzeitig ist das eben auch eine Chance, viel zu verändern, zum Positiven zu verändern und das reizt uns, in dieses Haifischbecken zu springen. Okay, spannend. Ich würde euch mal kurz zwei, drei Fakten noch zu Tomorrow nennen, ehe wir da jetzt in diesen Bereich einsteigen. Also Tomorrow ist unter den grünen Fintech-Start-ups gestartet. Als Pionier, kann man sagen, in dem Bereich. In 2021 habt ihr noch mal ungefähr 14 Millionen Euro eingesammelt und mittlerweile – man kann es auch sehen, wenn man sich bei euch in der App einloggt – habt ihr über 120.000 Kunden, meine ich, die die App verwenden. Das bei einem Markt, und das ist ja super spannend, von über 500 Millionen Personen in ganz Europa, die theoretisch bankkontenfähig werden. Das zeigt erst einmal natürlich ein unglaublich spannendes Wachstumspotenzial für euch, wenn ihr euch denn auf Europa beschränken wollt, aber ist erst mal ein super Markt. Weiteres Geld soll dann in der Perspektive unter anderem von Crowd-Investoren kommen, die es jetzt schon gibt. Es gibt eine Vielzahl von Crowd-Investoren, die entsprechend das Geschäftsmodell mittragen. Wenn wir uns einmal „Tomorrow und der Marke zuwenden, dann ist erst einmal euer Naming natürlich kein Zufall, wie wir es manchmal an anderer Stelle sehen im Gründertun, sondern ihr sagt auch ganz klar, ihr möchtet die Vision des Bankings von morgen prägen. Das ist echt ein starker Satz. Was bedeutet denn das persönlich für dich, die Vision des Bankings von morgen zu prägen? Ja, das ist in der Tatsache natürlich große prosaische Worte, die wir gewählt haben. Das muss man sagen. Ja, der Markennamen ist natürlich nicht zufällig gewählt. Da steckt viel Symbolik drinnen, der wir auch gerecht werden wollen. Grundsätzlich gibt es eigentlich zwei, drei große Veränderungsfelder, wo wir reinwollen. Das primäre Motiv ist der Nachhaltigkeitsaspekt von Banking. Ich habe es eben anklingen lassen: Die Finanzbranche ist in vielerlei Hinsicht Teil des Problems, Teil der großen Probleme, vor denen wir stehen als globale Gemeinschaft. Sie finanziert all die alten, dreckigen, bösen, verzichtenswerdensten Branchen. Und darum geht es eben, das Geld dorthin zu lenken, wo es Teil der Lösung sein kann. Das ist der eine Aspekt. Das zweite ist, Transparenz reinzubringen in eine Branche, die wahnsinnig undurchsichtig und intransparent ist. Klar, jeder von uns hat ein Konto oder hat vielleicht ein Aktiendepot. Jeder agiert irgendwie mit Banken, aber trotzdem ist ein ganz, ganz großer Teil der Leute versteht nicht, wie funktioniert dieses Wirtschaftssystem? Wie funktionieren da Wertschöpfungsketten? Man liest immer von irgendwelchen perversen Boni und irgendwelchen Cum-Ex-Skandalen, aber versteht es nicht so richtig. Das ist so ein zweiter Auftrag, da eben maximale Transparenz reinzubringen. Du hast es gerade gesagt, in unserer App kann man in Echtzeit sehen, wie viele Kunden, Kundinnen sind bei uns, über wie viel Geld verfügen die, wohin fließt dieses Geld. Also an der Stelle einfach Durchsichtigkeit kreieren. Und das Dritte ist einfach die Darreichung, zu gucken, wie können wir Banking viel stärker im Alltag und in den Lebensrealitäten der Menschen verankern. Am Ende geht es da ganz viel UX, convenience, Barriereabbau. Es gibt einen Satz, der bei uns überall prangt: „If you want to save the world, you have to throw a better party than those destroying it. Es geht eben darum, eine gute Party zu schmeißen und zu gucken, dass man den Leuten auch ein geiles Produkt baut, was ihnen real im Alltag ganz funktionale Bedürfnisse abnimmt. Und das sind so die drei Handlungsfelder, innerhalb der wir navigieren.Und zusammen sozusagen verstehen wir das als den Auftrag irgendwie das Banking von morgen zu bauen. Gib uns mal einen ganz kleinen Einblick noch zu Tomorrow in eurem aktuellen Entwicklungsstand. Hundertzwanzig Kunden check haben wir jetzt einen Haken dran gemacht. Ihr seid aus Hamburg, werdet aus Hamburg heraus auch groß. Wie ist eure Unternehmensstruktur aktuell? Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habt ihr? Habt ihr? Was habt ihr besonders an Talentebedarf in Richtung Development oder ähnliches schauen? Holen sie da auch gerne mal kurz ab, damit unsere OMKB Community ein bisschen mehr zur Company erfahren kann. Ja klar. Also wir verstehen uns erstmal als Social Business, insofern das das eine Buzzword, was du vorhin genannt hast, da kann ich ganz gut mit leben. Aber auf der anderen Seite sind wir natürlich dezidiert ein Technologieunternehmen, das Wir bauen eine technologische Plattform. Wir haben schon große Teile der technologischen Plattform gebaut, die wir jetzt erweitern. Insofern ist ein ganz großer Teil unseres Teams, das insgesamt hundert hundertfünfundzwanzig Köpfe stark ist, zum großen Teil in Hamburg sitzt, aber zu anderen Teilen auch irgendwo in der Welt verstreut ist, was jetzt heute 2022 irgendwie auch zumindest in dem Ökosystem, in dem wir uns bewegen, auch unternehmerische Realität ist. Ein ganz großer Teil, fast die Hälfte würde ich sagen, kann man grob den Bereich Engineering Product UX zuordnen, die am Ende in dem Maschinenraum sitzen und diese Banking Experience vom Backend bis zum Frontend gestalten. Dann gibt es natürlich Customer Support. Wir sind eine sehr dialogorientierte Marke, das heißt wir investieren extrem stark in präsent sein, erreichbar sein, Fragen beantworten und der Rest konstituiert sich so aus den klassischen Funktionen. Natürlich Brand Marketing, Comms, Growth Marketing und dann haben wir eine relativ große People und Culture Unit, weil wir extrem viel investieren in in Werte und in Organisation. Ich glaube, da sind wir quasi überproportional gut besetzt, nicht nur von Leuten, sondern auch auch inhaltlich, weil wir einfach es auch unternehmerisch sehr spannend finden zu gucken, wie können wir eine Organisation bauen, die auch in der Art und Weise der Zusammenarbeit zeitgemäß ist, also nicht nur vom Produkt her was macht was, was den Anspruch des Morgens gerecht wird, sondern auch nach innen einfach einen tollen Ort eine tolle Organisation schafft. Genau. Was ja auch eine große Herausforderung mit sich bringen wird, gerade eine tolle Organisation zu schaffen, weil ihr ja auch Pläne habt, euch ambitioniert weiterzuentwickeln. Also ihr habt ja schon einen großen Meilenstein erreicht, aber du sagtest Ende des letzten Jahres im Finance Forward Podcast, dass ihr im Moment so stark wachst wie nie zuvor, was sicherlich immer auch strukturelle Herausforderungen mit sich bringt. Ganz klar. Aber auch, dass ihr euch zum Ziel gesetzt habt, bis Ende 2024 die Schallmauer von 1 Million Kundinnen und Kunden oder eröffneten Konten entsprechend dann auch durchbrechen zu können. Wenn man das so hochrechnet, dann ist das ungefähr eine Verdoppelung year over year, also schon eine progressive Wachstumskurve, je nachdem, wie ihr es denn tatsächlich dann auch auf die Straße bringt. Auf der einen Seite bist du aber auch ein Fan davon, sich zwar unternehmerisch ambitioniert natürlich Projekten hinzugeben, aber nicht jetzt Wachstum um jeden Preis in irgendeiner Form dann auch zu zu forcieren. Ihr habt zusätzlich bei euch in der Investorenfamilie Family Offices dabei, die institutionellen Investoren dabei, aber auch eben die Crowd Investoren. Siehst du da in irgendeiner Form Zielkonflikt zwischen der eigentlich rasanten Wachstumskurve, die ihr anstrebt? Auf der einen Seite aber eine gute Organisation zu sein, saubere Strukturen zu haben und insbesondere eben dann auch nachhaltig wachsen zu können, das stelle ich mir, da stelle ich mir eine gewisse Spannung vor in dem System. Ja, da, da hast du nicht unrecht. Das ist auf jeden Fall ein sehr neuralgischer Punkt. Ich würde es nicht als Zielkonflikt beschreiben, ganz sicher nicht, wenn die groben Ziele sind allein bei allen Stakeholdern, wir alle, das Team, die Investoren, die Crowd, Investoren, unsere Community, wir alle wollen dieses Thema groß machen. Wir wollen es aus der Nische rausholen. Wir wollen es in die Mitte der Gesellschaft führen. Wir wollen es perspektivisch internationalisieren, also dieses Thema groß, mutig und skalierbar zu denken, da sind alle alleint. Aber es geht natürlich schon um die Frage des Wie und wie schnell und zu welchem Preis. Und an der Stelle gehen wir sicherlich Dinge anders an, als es vielleicht sozusagen auf Hypergrowth getrimmte andere Akteure in der Branche und auch direkt in unserem Vertical machen, dass wir an der Stelle sehr, sehr werteorientiert arbeiten und schauen, dass wir die Interessen aller Stakeholder alignen und zusammenführen. Wir sind ja auch eine zertifizierte Bcorp. Wir gehören zu den besten fünf Bcorps der Welt. Und da geht es ja im Nukleus darum, allen Interessengruppen gerecht zu werden der Öffentlichkeit, den Mitarbeitern, Partnern, mit denen man arbeitet, Investoren und so weiter und so fort. Und am Ende nicht den Profit alleine in den Fokus zu stellen, sondern all diesen Interessen irgendwie zuträglich zu sein. Und das haben wir immer offensiv und klar formuliert. Als Bcorp musst du das sogar in deinem Gesellschaftsvertrag verankern. Also insofern ist das jetzt nicht so eine hohle Phrase, sondern das steht in dem sozusagen wichtigsten, in dem wichtigsten Stück Papier ist das fundiert, und das wissen alle und haben immer alle gewusst. Und die Investoren, die wir an Bord haben, sind ja auch erklärte Impact Investoren. Das sind Leute, die gesagt haben, ich möchte mein Geld dezidiert in Companies investieren, die einen positiven Hebel einsetzen. Und insofern ist das ein sehr offener und transparenter Dialog, den wir haben. Und da gab es noch keinerlei Konflikte. Und am Ende ist es ja so ein bisschen ein Interessengerangel im positiven Sinne ist ja auch ganz gut, weil man am Ende auch immer noch mal ein Korrektiv dagegen gesetzt bekommt. Aber die Grundsatzmission ist, das Ding, das Ding groß machen und auf dem Weg aber keine Leichen im Keller verscharren, im Gegenteil, sondern wo man kann, positiv wirken. Okay, wie kommt so eine Zieldefinition zustande? 1 Million Kunden ende 2024 ist das etwas, was ihr dann gemeinsam strategisch verabschiedet? Ist das mehr eine Vision? Und ob ihr sie dann erreicht oder nicht, ist gar nicht so wichtig. Aber es ist schon auch enorm relevant für euch, dann tatsächlich dort zu stehen. Ja, ich meine, du oder ihr, ihr kennt ja auch ein bisschen den Startup Alltag, wenn man so will. Ich glaube, alles, was sozusagen auf so einer Zeitscheibe in zwei, drei Jahren ist, ist.Kann man nur erstmal als Vision titulieren. Das ist das, worauf wir hinarbeiten und wo wir unsere Strategien drauf andocken. Aber auf dem Weg dahin passiert natürlich so viel. Insofern steht das Wohl und Weh dieser Organisation jetzt nicht mit diesem Fixpunkt. Ist natürlich auch eine schöne Zahl, ist eine symbolische Zahl und vor allem die Geschwindigkeit, die man auf dem Weg dahin generieren muss, nämlich die Verdopplung. Du hast es vorhin richtig runtergebrochen. Das ist was, was wir für ambitioniert, aber machbar halten. Eine Geschwindigkeit, an der wir uns messen lassen möchten. Und insofern geht es jetzt gar nicht um die Frage, wann genau ist die Million, sondern das ist auch erstmal ein Fixpunkt, an dem wir uns festhalten und der stellvertretend für dieses Thema steht. Wir wollen es uns jetzt nicht in der Nische irgendwie muckelig gemütlich machen, sondern wir wollen perspektivisch im Rahmen der Möglichkeiten das Ding auch expandieren. Wachstum ist auf der einen Seite eine strukturelle Herausforderung klar, ihr braucht die richtigen Köpfe, Kompetenzen bei euch auf der anderen Seite aber auch eine große Marketingchallenge. Wir sind ja primär auch im Kern eine Veranstaltung rund um Marketing und darum digitale Marketingthemen. Wenn wir so ein bisschen versuchen zu verstehen, wie eure Kernzielgruppe heute aussieht und gegebenenfalls auch die Zielgruppen, in denen ihr am meisten Wachstumspotential vermutet, ist es so klassische These, die man aufstellen kann. Ihr seid jetzt eher in städtischen Regionen präsent mit euren Kunden. Die haben vielleicht ein überdurchschnittlich hohes Einkommen, sind gut gebildet und werden dann auf euch aufmerksam. Also ist das so die Analogie eurer Zielgruppe, die du auch unterschreiben würdest? Oder seid ihr selber überrascht, dass ihr vielleicht auch ganz andere Leute bei euch erreicht? Das beschreibst du erstmal ganz richtig. So also das Klischee, was man vielleicht von draußen erkennen mag, die Daten spiegeln das schon grob wieder. Es ist ein relativ junges, digital affines, ein städtisches, relativ akademisches Publikum, aber eben auch nicht ausschließlich. Und grundsätzlich muss man ja sagen das Produkt, was wir anbieten, das kann jeder, der der oder die 18 Jahre alt ist, ein Handy bedienen will und der möchte, dass sein Geld nicht irgendeinen Scheiß anrichtet. Der ist bei uns willkommen. Und insofern haben wir auch ein Spektrum, was tatsächlich von 18 bis irgendwo Anfang 90 sind, sind unsere User gestreut. Natürlich mit den dicken Clustern, wenn man so will, zwischen Anfang 20 und und Ende 30. Grundsätzlich, wenn wir in Kommunikation, in Produkten, in Kampagnen denken, haben wir grob drei Segmente im Blick. Das sind studentisches Milieu, junge urbane Arbeitnehmer und das, was wir immer so ein bisschen überspitzt als das neue grüne Bürgertum bezeichnen. So die, die Familie, die versucht, irgendwie Nachhaltigkeit und und Lebensqualität unter einen Hut zu bringen. Und ich glaube, was die alle eint da gibt es einen ganz schönen Satz, dass sie sagen, die sind alle interessiert an einem besseren Morgen, aber wollen nicht zwingend ein schlechteres Heute. Und ich glaube, darum geht es. Das sind Leute, die die, die ein Bewusstsein haben für Nachhaltigkeit und nachhaltigen Konsum oder nachhaltige Veränderung. Aber das sind alles keine Vollprofis. Und das sind auch alle Leute, die haben. Die haben auch noch reale andere Sorgen, als jetzt zu optimieren den Fußabdruck ihres Einkaufskorbs bei Alnatura. Und ich glaube, das ist es wichtig auszubalancieren. Das ist eine gewisse. Das sind Leute, die eine gewisse Offenheit für dieses Thema haben, aber grundsätzlich jetzt auch nicht Superpros sind und die vielleicht auf ganz unterschiedlichen Stellen dieser Reise sind. Und da seid ihr ja in einer Zielgruppe aktiv, die massiv wächst, gerade auch beschleunigt natürlich durch die aktuellen Geschehnisse, die uns begleiten, die natürlich häufig einen sehr negativen Impact mit einbringen. Gerade auch in den letzten Jahren. Aber das ist sicherlich dann möglich, sich in der Zielgruppe klar, wo das Awareness für diese Themen wächst, entsprechend auch zu positionieren. Die Frage ist, wie können eure Wege zu Wachstum auf Marketingseite aussehen? Also ist es so, dass ihr schon jetzt heute auch sehr stark performanceorientiert arbeitet, euch in die Haifischbecken hineinwirft? Neues Konto eröffnen? Nachhaltig? Vielleicht ja, vielleicht nein. Und dann seid ihr bei Google aktiv und im Zielgruppenbuilding auf Meta und Co. Oder habt ihr einen ganz anderen Marketingansatz? Also das gibt so ein bisschen Ja und Nein zu der Frage. Wir sind, denke ich schon von den von den Skillsets und von den Qualifikationen, die wir bei uns in der im Team auch aufgebaut haben, erstmal in der Lage und auch erprobt, im Grunde genommen einen Großteil dieser Kanäle, die du gerade genannt hast, zu bespielen. Wir haben in den letzten anderthalb Jahren so ein interdisziplinäres Growth Team gebaut, wo Product Leute, Techleute sitzen, Customer Engagement Leute, aber eben auch Performance Marketing von Paid, Social Search, SEO und so weiter und so fort. Das heißt, wir haben all die Disziplinen an Bord. Ich glaube, in Relation zum zum Wettbewerb. Ich kenne nun natürlich nicht die, die die exakten Zahlen, aber die, die kolportiert werden, muss man sagen, liegt bei uns ein deutlich größerer Bedeutung und Traglast auf organischen Effekten. Wir sind extrem stark über, über PR, über Word of Mouth, über Organic Social Media gewachsen in der Vergangenheit. Das heißt, wir haben im Schnitt geben so die klassischen konventionellen Banken zwei, drei, 400 € aus pro Neukundenakquisition. Und das unterschreiten wir natürlich um ein Vielfaches. So eben, weil wir erstmal eine andere. Sagen wir mal Anschlussfähigkeit für die Menschen haben als Produkt und mit der Mission. Aber auch, weil wir, denke ich, eine andere Marketingklaviatur bespielen und das ganze Thema Referral zum Beispiel, also dieses ein User, eine Userin wirbt andere User extrem stark versuchen zu bespielen. Wir haben eine extrem enthusiastische, loyale Community, die sich auch als Ambassadoren begreifen und insofern bespielen wir all diese, sagen wir mal die Klaviatur des digitalen Marketings. Ja, aber die große Traglast liegt auf Effekten, die wir, die wir nicht mit harten Marketing Dollar bezahlen müssen. Sondern es geht eher darum, dann so ein bisschen auch die Leute natürlich erfolgreich zu konvertieren durch den Funnel. Da hilft es dann am Ende auch mal Reklame zu schalten im ganz klassischen Sinne. Aber das ist jetzt nicht unser Wachstumshebel. Und vor allen Dingen natürlich auch ein einfacher Prozess zu haben, um jemanden on zu boarden. Dazu kommen wir gleich noch mal wieder. Ist ja auch ein Key Feature der Tomorrow Bank. Du hast gerade gesagt, dass ihr die Customer Acquisition Cost der klassischen Player um ein vielfaches unterschreitet. Dann eben über diese Strategie bedeutet bei euch, wenn ihr Richtung Neukundenkosten kommt, dann liegt ihr unter 75 €. Ja, auf jeden Fall deutlich drunter. Da liegen wir ganz klar drunter. Mit der Zielsetzung, auch noch mal, dass das auch noch verstärkt zu zu verbessern. Noch mal Wir investieren gerade relativ stark in soJa, Buzzword Bingo, Product led growth. Also wie können wir aus dem Produkt selber eigentlich den größten Growth Engine bauen und an der Stelle gucken, dass man alle Features auch noch viel sozialer und integrativer und partizipativer denkt, dass aus dem Produkt heraus eigentlich ständig Pull Faktoren kreiert werden, noch andere Leute an Bord zu holen. Und die Zielsetzung ist es da, den Wert nochmal deutlich zu unterschreiten, was wir heute schon tun. Aber da ist noch Luft nach unten in diesem Sinne. Da seid ihr auch nach meinem Empfinden zumindest. Ich habe mir ein paar Banken angeschaut. Jeder ist ja auch seit jeher Kunde von einer oder mehreren Banken. Seid ihr auch, finde ich, bisweilen die einzigen, die es tatsächlich auch schaffen, das Thema nachhaltig zu emotionalisieren. Was wahrscheinlich dann auch dazu führt, dass ihr eben in der Lage seid, auch wirklich dann über Weiterempfehlungen und dann auch ehrliche Ambossadoren entsprechend Wachstum zu generieren. Was ich ganz spannend finde und ich glaube auch eins der ersten Differenzierungsmerkmale war, die wirklich sichtbar waren dann auch im Markt, ist das Element der Holzkarte. Wie ich finde, ein mega intelligenter Schachzug, weil dadurch auch Banking sichtbar wird und Zahlprozesse natürlich auch immer noch vielfach stattfinden. Wie wichtig ist diese Holzkarte für euch? Also die gibt es ja nicht bei jedem Konto, glaube ich. Da muss ich schon in das obere Regal greifen bei euch. Aber wie kam es dazu und wie wichtig ist das Element? Ja, wie wichtig ist das? Also so richtig quantifizieren tut es mir, kann ich schwer. Genau, die Holzkarte, die haben wir vor anderthalb Jahren, glaube ich, gelauncht. Die ist verknüpft mit unserem Top Tier Produkt Tomorrow Zero, also das teuerste der drei Kontoprodukte, was das größte Feature Bundle beinhaltet. Und da hängt eben auch diese Karte dran. Da sind die, sorry für Startup, spreche so Adoption Rates, Adoptionsraten sehr, sehr hoch. Also 20 % der Leute schließen das im Moment ab, was für so ein verhältnismäßig teuer bepreistes Produkt eine sehr, sehr gute Quote ist. Welche Bedeutung hat jetzt die Karte und welche Bedeutung hat sozusagen das andere Teil der Zero Offerte, das mag ich nicht beziffern, aber was du sicherlich zu Recht gesagt hast, es ist einfach ein wahnsinnig tolles Symbol für die Idee von nachhaltigem Banking. Und wir haben ja nicht so viel physische Kontaktpunkte. Die Karte ist der, ich bezahle im Café, im Hotel irgendwo. Und das ist das, worüber du auch Gesprächsstoff erzeugst. Wenn die Leute, was das denn ist, die wirklich aus Holz, kann ich mal anfassen? Funktioniert die denn trotzdem? Was machst du denn, wenn die ins Wasser fällt und so? Also das ist am Ende auch ein Erzeug gesprächsstoff. Und darum geht es letztendlich. Und insofern ist das ein Instrument, was wir erfolgreich eingeführt haben, was jetzt schon der eine oder andere Teilnehmer im Markt auch kopiert. Das ist auch total in Ordnung so. Ist es immer, wenn du vorradest, primär ein Kompliment ja wahrscheinlich absolut. Schauen wir in eure App. Ja, auch Key Feature, also das Key Feature letztendlich ja auch eurer Bank. Wenn du dir das einmal anschaust im Hinblick auf Features, Simplicity, auch im Onboarding Prozess, was sind so zwei, drei Elemente, die du da auch in den Vordergrund stellen möchtest, die euch extrem wichtig sind und auch unterscheiden von anderen Playern? Am Ende hast du das wesentliche Stichwort gesagt. Es geht um Einfachheit, es geht um Barriereabbau. Es geht darum, den Leuten das so einfach wie möglich zu machen, tomorrow kennenzulernen und dann zu nutzen. Das fängt mit dem Onboarding an, dass man mit einem einfachen Video Call sich einmal identifiziert und dann in der App drin ist. Und dann hat man ein paar Tage später kriegt man die Karte zugeschickt. Also im Grunde dauert das Onboarding, der erste Schritt dauert irgendwie 8 bis 10 Minuten und dann muss man noch mal ein paar Tage warten und dann kommt die Holzkarte oder eine andere angeflattert und es geht los. Also es ist in Relation zu wie hat man früher Konten eröffnet oder Depots eröffnet. Einfach ein fundamental anderes Erlebnis. So und Convenience erzähle ich dir, erzähle ich euch nichts Neues, ist die Währung des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Darum geht es gerade bei einem Produkt, was erstmal in der Wahrnehmung der Leute oft so ein bisschen boah, ist irgendwie stressig und Kontowechsel und irgendwie mühsam, fühlt sich irgendwie nicht so richtig sexy an als Prozess, da den Leuten das wirklich maximal einfach zu machen. Und ich glaube, das ist in der Nussschale im Grunde genommen das, was wir versuchen zu verändern im Vergleich zu nachhaltigen Banking, wie es das schon gab in der Vergangenheit, 30 Seiten Papier ausfüllen etc. Pp, heute 8 Minuten ein Call, zack, los geht's. Und danach geht es ganz doll um Transparenz schaffen. Eben auch in der App kann man immer in einem sogenannten Impact Board, das ist eines unserer Key Features, sehen, was bewirkt mein Geld, wie viel haben wir gemeinsam als Community schon realisiert? Also an der Stelle auch die App nicht nur als funktionales Instrument, da kann ich irgendwie meine Daueraufträge oder Überweisungen oder so managen, sondern letztlich auch verstehen, was sich hinter der Mission verbirgt. Und vielleicht das letzte, und das kommt jetzt sukzessive, ist das ganze Thema Financial Education, die Leute auch über die App eben dazu zu befähigen, ihre Finanzen noch besser zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und dann künftig für sich auch zu optimieren. Du hast gerade ein ganz wichtiges Thema genannt, und zwar Impact board. Und auch was passiert eigentlich mit meinem Geld? Da müssen wir kurz drauf eingehen, weil vielleicht fragt sich der eine oder andere auch von euch, was ist denn jetzt? Warum denn Nachhaltigkeit? Also ist die Holzkarte das einzige Element? Das kann es ja nicht sein. Und die Grundidee ist es ja bei euch und du hast es so schön formuliert, Geld zu einem Teil der Lösung werden zu lassen, um die größten Probleme unserer Zeit zu lösen. Da auch wieder mit viel Pathos natürlich, aber gemeint ist ja, dass ihr eben einen relevanten Anteil aller Geldeinlagen, die ihr verwalten dürft, letztendlich in nachhaltige Projekte investiert und damit im Vergleich zu zumindest der durchschnittlichen Bank, wenn man sie so bezeichnen mag, dann eben wesentlich wertstiftendere Unternehmens und Geschäftsmodelle entsprechend unterstützt als jetzt vielleicht Massentierhaltung oder in irgendeiner Form Energieproduktion oder oder. Bei euren Investitionen konzentriert ihr euch auf die, sie heißen Sustainable Development Goals der United Nations. Da ist sicherlich nicht jeder direkt so ganz trittsicher. Was ist das? Kannst du so ein bisschen aufklären? Was versteckt sich hinter den Sustainable Development Goals der United Nations? Und was sind so dann auch im Anschluss zweitausendein?Ein, zwei, gerne auch drei konkrete Projekte und Ziele, denen ihr euch insbesondere verschrieben habt. Ja, das ist eine gute Frage und du hast total erst mal recht, muss man anerkennen. Es ist erklärungsbedürftig, anders als irgendwie eine Bio-Zucchini oder so, wo klar ist, was unterscheidet die von einem konventionellen Produkt, muss man das bei Banking erklären. Im Grunde genommen ist der zentrale Satz, es geht darum, Geld in die richtige Richtung zu lenken. Es geht, Geld dahin zu lenken, wie du zitiert hast, wo es zum Teil der Lösung wird. Und dass, passiert, diese Geldströme lenken, passiert an unterschiedlichen Bereichen. Wir können-- Das einfachste, prominenteste Beispiel bei uns ist die Frage: Was passiert mit den Geldern, die bei den Kundinnen auf dem Konto liegen, die sogenannten Kundeneinlagen? Heute hundertdreißigtausend Kunden ungefähr. Da liegen aufgerundet vierhundert Millionen Euro, knapp. Und die liegen da ja nicht nur, sondern die sollen arbeiten. Und da geht es eben genau darum, dass wir dieses Geld konkret in Green Bonds, in Social Bonds investieren und an der Stelle gucken, dass wir Renaturierungsprojekte, Klimaschutzprojekte, sozialen Wohnungsbau et cetera finanzieren. Das ist der eine Punkt. Der zweite ist, ähm, das ganze Thema, wir haben Benefits bei uns gelauncht. Das ist so ein Programm, wo du aus der App heraus bei nachhaltigen Marken einkaufen kannst. Auch da geht es eben darum, dann deinen Konsum, den du tätigst, auch da geht ja Geld in eine Richtung, das dorthin zu lenken, dass man alternativ, äh, nachhaltigere Alternativen leistet. Dann gibt es darüber hinaus, das haben wir so einen, nennen wir die, ähm, Interchange Fee. Jedes Mal, wenn man mit der Karte bezahlt, egal ob es die Holzkarte ist oder eine andere, ähm, geht es darum, dass eine kleine Gebühr fällig wird. Und dieses Geld nutzen wir zu hundert Prozent und finanfieren-- finanzieren damit Klimaschutzprojekte. In der Vergangenheit in Brasilien, im brasilianischen Amazonas-Gebiet, seit kurzem in Südafrika haben wir ein eigenes Klimaschutzprojekt initiiert, wo es Dekarbonisierung geht. Ähm, und so gibt es verschiedene Hebel. Es ist jetzt vielleicht noch nicht konkret genug, aber man muss sich merken: Kundeneinlagen. Was passiert mit dem Geld? Was passiert, wenn ich bezahle mit der Gebühr? Und künftig kommt eben noch das ganze große Thema Investment. Das heißt, wir haben einen eigenen Aktienfonds entwickelt im letzten Jahr, der jetzt in den nächsten Wochen gelauncht wird. Auch da geht es dann wiederum, das Geld der Leute, was sie investieren wollen, dorthin zu lenken, wo es Gutes tun kann. Darüber unterhalten wir uns auch gleich noch, über euren Fonds, den ihr auflegt. Wie kommt die Auswahl der Projekte zustande? Du hast gerade zwei Projekte genannt. Ähm, es gibt dann auch den Impact Council in dem Zusammenhang. Also wie entscheidet ihr dann eben, diese Verantwortung tragend, dann auch entsprechend wirkliche Projekte dann auch auszuwählen, die eben tatsächlich auch einen wirksamen Effekt in irgendeiner Form haben, im Hinblick auf dann die SDGs der United Nations? Genau, und SDGs habe ich eben versäumt, das noch mal zu erklären. Genau, die SDGs, das sind die sechzehn großen Baustellen quasi, die die Vereinten Nationen uns als Menschheit beschrieben hat. Die Handlungsfelder, wo wir aktiv werden müssen, um, um, um das Wohl des Planeten und der Bewohner zu wahren. Wir haben da, äh, drei Themen fokussiert. Das eine Thema ist Klimaschutz, das andere ist nachhaltige Produktion und nachhaltiger Konsum und das Dritte ist, ähm, äh, Reduce Inequalities, heißt es im UN-Sprech, also Reduktion von, von sozialem Ungleichgewicht. Das sind die drei Handlungsfelder, die wir fokussiert bearbeiten mit den Instrumenten, die ich eben beschrieben habe. Wie stellen wir das sicher? Das ist ein mehrstufiger Prozess, an dem, wo es erst mal um Positivkriterien geht. Also jedes Projekt, jede Institution, jedes Finanzprodukt, was wir, und, äh, finanzieren wollen, muss eben einen aktiven Beitrag zu diesen, äh, Sustainable Development Goals leisten. Das ist das Erste. Dann gibt es Negativkriterien, wo man ganz klar wegstreicht, wo es irgendwie Umrüstung, Massentierhaltung, fossile Energien geht, sozusagen, da wird weg, äh, gestrichen. Das darf nicht sein. Und dann gibt es nochmal ein sogenanntes ESG-Screening, wo man, äh, Environmental, Social und Governance-Kriterien prüft. Und ganz zum Schluss, wenn dieser Prüfprozess, den unser Impact Management Team macht, gibt es noch mal ein Council, das sogenannte Impact Council, wo unabhängige Vertreter aus Aktivismus, NGO, Forschung sitzen und das letzte Wort haben bei jedem Investment, bei jeder Investmententscheidung, die getätigt wird. Ist quasi ein objektives Gremium. Da sitzen nicht wir als Management, da sitzen nicht die Investoren, da sitzen nicht die Mitarbeiter, sondern da sitzen externe Fachkräfte, die am Ende sagen: „Okay, das ist gut genug und erfüllt all die Tomorrow-Standards." Und dann kann zum Beispiel ein Green Bond gezeichnet werden oder künftig ein Titel, einen Weg in unseren Aktienfonds finden. Wie kann ich eigentlich als, als Privatkunde beispielsweise oder auch als gewerblicher Kunde in irgendeiner Form den Bankensektor überprüfen, in welche Unternehmen und Assets die Bank jetzt, meines bisherigen Vertrauens vielleicht, sondern auch meine Einlagen investiert. Also, ob ich bei der Deutschen Bank bin oder bei einer anderen großen Bank oder ähnlichen. Wie finde ich das heraus? Ist das irgendwo klar ersichtlich? Gibt es da Leitlinien? Macht das die eine mal so oder mal so? Weil es ist ja-- stellt sich ja dann doch die Frage erst einmal oder ich könnte mir vorstellen, dass ihr euch auch die Frage stellt: Was passiert denn mit meinen Einlagen, mit meinem Geld? Ähm, ist das transparent? Gibt es da ein Register? Ja, schön wäre es. Nein, das ist, habe ich ja vorhin anklingen lassen, wahnsinnig intransparent und da haben die großen konventionellen und dazu gehören fast alle Finanzinstitute, auch ihr Bestes getan in der Vergangenheit, um das mehr oder weniger aktiv zu verschleiern. Da steigt jetzt der politische Druck, die sogenannte Taxonomie, also die Gesetzgebung aus EU, zwingt, die, äh, die Finanzinstitute, Banken, künftig auch Versicherungen, immer stärker zu kommunizieren und offenzulegen, wie es um den Nachhaltigkeitsanspruch ihrer Produkte bestellt ist. Aber das ist noch sehr im, im Anfang sozusagen dieser Transformationsprozess und man muss heute als User, als Userin sehr aktiv erst mal nach, äh, nachschauen. Es gibt wahnsinnig viel Greenwashing in dem Bereich. Also es gibt aber hunderte von Finanzprodukten auf dem deutschen Markt, die sich als nachhaltig labeln, von denen wir sagen würden, nur eine Handvoll von denen ist wirklich sozusagen, hält diesem Anspruch auch stand. Es gibt zum Glück, ähm, wahnsinnig tolle, ähm, NGOs, die sich aufgemacht haben. Urgewalt ist eine, die das eben durchleuchten. Die haben tolle Reports, äh, die sie ganz unabhängig offenlegen und gucken sozusagen, wer hat wie viel Dreck am Stecken. Insofern, es lohnt sich an der Stelle auch auf Verbraucherschutzzentralen und so zuzugehen.Es gibt neutrale Instanzen, die versuchen, da Transparenz reinzubringen. Also wer jetzt sagt, der Typ von Tomorrow sagt natürlich, dass das bei Tomorrow alles super ist und bei den anderen nicht. Insofern würde ich jedem raten, sich einfach auf objektive Instanzen zu berufen, die versuchen, die Klarheit reinzubringen, die die Marktakteure selber nicht gewährleisten können. Sicherlich keine leichte Aufgabe, aber sehr gut, dass die Kollegen wie Urgewalt entsprechend sich damit sehr intensiv auseinandersetzen. Schauen wir mal auf die Konsumentenperspektive. Das ist so ein bisschen die anschließende Frage. Ich kann mir auch vorstellen, dass bisweilen eben nur ganz wenig Inhaber von Bankkonten sich auch wirklich damit auseinandersetzen oder bisher ein Interesse daran hatten, auch wirklich zu erfahren, Was passiert denn mit meinem Geld außer eben, wie es sich gegebenenfalls entwickelt im Hinblick auf die Rendite? Stellt ihr fest, dass sich das jetzt ändert, weil sich so vieles auch im europäischen Markt aktuell ändert, im Positiven wie im Negativen, Also jetzt plötzlich aufgrund der unsäglichen Kriegssituation aktuell Energieversorgung in einem großen Licht steht, Unabhängigkeit Ängste geschürt werden, die Pandemie über ganz unterschiedliche Kompromisse, Reiseverhalten und Co. Sich verändert hat natürlich auch Nachhaltigkeitsbewegungen. Gott sei Dank. Da sind treibende Kräfte aus der Jugend heraus, aber auch immer mehr Unternehmerinnen und Unternehmer, die dort gründen. Merkt ihr, dass sich dort merklich etwas tut, tatsächlich auch auf Konsumentenperspektive und so etwas mehr hinterfragt wird? Was machen eigentlich die Banken mit dem Geld oder auch andere Akteure? Oder ist es mehr ein von euch dann auch eben entsprechend punktuell natürlich in der Kommunikation herausgestelltes Nachdenken anregen zum Nachdenken? Ja, vermutlich sowohl als auch. Ich glaube, es sind eben diese unterschiedlichen Ströme, die du beschrieben hast. Ich glaube, das ist das eine, dass Nachhaltigkeit per se als Bewusstsein natürlich wahnsinnig im Wandel und im Vormarsch ist. Die letzten Jahre, da erzähle ich dir euch nichts Neues. Fridays for Future, Da gibt es Akteure, die extrem das Bewusstsein geschärft haben. Insofern, und wir haben da auch eingangs drüber gesprochen, der Anteil derer, die Grün wählen zum Beispiel. Und da gibt es ja verschiedene Indikatoren, die zeigen, dass das Thema mittlerweile groß und massenfähig ist, so das Thema. Wie gucken die Leute auf auf Banken und den Finanzsektor? Das ist, denke ich schon eine kleinere Gruppe und das ist dann auch einer der Aufträge an uns und an unser Marketing, unsere Kommunikation, dieses Problembewusstsein auch herzustellen, weil viele wissen bei anderen Themen Wie wird meine Kleidung hergestellt, wo kommt mein Essen her, wie komme ich von A nach B viel stärker, Ob diesen Fußabdruck, das ist bei Finanzen eben noch sehr verschleiert, wo wir eben sagen müssen ein jeder dealt mit Banken und Finanzen und ein jeder hat es auch in der Hand, die die Wirkungsmacht sozusagen da auch zu steuern. Da ist schon noch viel Aufklärungsarbeit nötig. Und natürlich hat die ganze Diskussion um Energie und nachhaltige Energiequellen und sich unabhängig machen von fossilen Energien jetzt durch die politischen, durch die politische Lage, durch den schrecklichen Krieg in Osteuropa nochmal eine neue Brisanz gewonnen. Weil es natürlich jetzt auch einfach wirtschaftlich existenziell wird für die Leute. Sie merken, dass am Ende der Wechsel hin zu anderen Energieträgern nicht mehr nur eine Frage von von von Nachhaltigkeit und ökologischen Folgeschäden ist, sondern auch ganz reale politische und wirtschaftliche Implikationen hat. Insofern bringt das jetzt natürlich noch mal eine Brisanz rein, von der ich noch nicht direkt sagen könnte, Das schlägt sich nieder in der in der, wie die Leute auf Tomorrow gucken. Das ist relativ entkoppelt, aber wird es natürlich perspektivisch dahingehend, weil die der der die Energiewende muss jetzt massiv und in einem viel radikaleren Tempo vollzogen werden. Das heißt, dafür braucht es Geld, es muss Geld in diese Wirtschaftskreisläufe umgelegt werden. Und das hat natürlich mittelbar dann auch wieder einen Einfluss auf auf Kapitalmärkten und und Finanzprodukte. Du hast ja über eure Projekte gesprochen und auch die Geldanlagen, die ihr investiert. Es gibt aktuelle Statistiken über euch, die sagen, dass Ende 2021 circa 15 % der Geldanlagen, die von euren Kundinnen und Kunden bei euch liegen, tatsächlich in nachhaltige Projekte investiert werden. Ich glaube, ihr seid gestartet mit noch einem wesentlich geringeren Prozentsatz, das heißt, ihr habt geschafft, diesen sukzessive weiterzuentwickeln. Der Unbedarf der Geldanleger mag aber vielleicht auch irgendwie sagen, dass nur 15 %. Er hat doch gerade erzählt, dass du das. Das muss doch viel mehr sein. Setzt man diese 15 % in Kontext. Seid ihr damit zufrieden? Und was? Was sind eure eigentlichen Ziele? Ja, also erstmal zitierst du die Zahlen richtig. Die 15 % stammen aus dem Jahreswechsel. Die haben wir. Damals waren wir damit überhaupt nicht zufrieden. Und da haben wir massiv dran gearbeitet im letzten halben Jahr und sind jetzt kurz vor der 30 % Schwelle. Das heißt, wir haben diese Ratio von wie viel Geld liegt auf den Konten und wie viel davon ist fair investiert in Green Bonds, Social Bonds etc. pp. Die haben wir fast verdoppelt in der Zeit. Insofern haben wir da viel genau haben wir diese Kritik sozusagen uns auch sehr zu Herzen genommen. Es war nicht so, dass wir da früher nicht drüber nachgedacht hätten, aber wir haben jetzt noch mal die, die die Bemühungen natürlich intensiviert. Das kann nie und darf auch nicht regulatorisch zu 100 % investiert sein. Das Geld. Weil es muss immer ein gewisser Liquiditätspuffer, ein Liquiditätspuffer muss gegeben sein. Das steht und fällt dann immer mit der Frage sozusagen In was für. Jetzt wird es ein bisschen technisch und boring. In was für Finanzprodukte investiert man das? Da sind sozusagen Green Bonds immer noch gegenüber Staatsanleihen noch als etwas riskanter eingestuft. Deswegen müssten wir theoretisch deswegen noch mehr Geld liquide zurückhalten. Aber wir haben durchaus einen Puffer. Und wir haben immer gesagt, vor ein paar Jahren schon 30 % ist die Schwelle, die wir mindestens anstreben. Da sind wir jetzt, da wollen wir jetzt drüber hinaus, und da arbeiten wir mit unserem Partner Solaris Bank sehr intensiv dran. Okay, stark. Ich habe auch mal zwischen den Zeilen von dir gelesen, dass das auch gar nicht so einfach gewesen ist, tatsächlich richtige Projekte zu identifizieren. Das hat mich erst einmal überrascht, der nicht so diesen tiefen Markteinblick hat, weil ich dachte, dass es eben so eine Vielzahl an auch an finanziellen Bewegungen in diesem Sektor schon stattfindet, weil das Thema so omnipräsent omnipräsent scheint. Woran liegt es, dass es gar nicht so einfach ist, das Geld anzupassen? Da gibt es nicht genug Projekte, Ist die.Anlege Konkurrenz so groß, dass extrem viele in die gleichen Projekte investieren wollen. Also wo ist so die Hürde entsprechend dann auch das Geld sinnvoll anzulegen? Ja, im Grunde genommen ist es beides. Der Markt gibt nicht so viel her. Das sind ja auch nur spezifische Finanzprodukte, in die wir da investieren können. Das sind Bonds, das sind Anleihen. Wir könnten jetzt nicht in Einzelunternehmen, das wäre viel zu riskant und das wäre auch gar nicht sozusagen vermittelbar unseren Kunden, dass wir ihre einladen. Wahrscheinlich auch nicht kommen. Genau, sondern es geht an der Stelle darum, dass man dass man so vorstrukturierte Anleihen, die aber einen klaren Nachhaltigkeitsstandard gerecht werden, da rein investiert. Und weil unsere Kriterien so anspruchsvoll sind und weil das Council auch da sehr genau hinguckt, verengt sich natürlich nochmal das Portfolio dessen, worauf wir zugreifen könnten. So, wenn man die Kriterien aufweichen würde, wenn man sagt Ach ja, das mit fossiler Energie muss man nicht so ernst nehmen, dann würde sozusagen natürlich auch mehr zur Verfügung stehen. Insofern ist es ein relativ enger, enger Markt, auf dem auch viele zugreifen. Insofern war es auch teilweise manchmal einfach der Wettbewerbssituation geschuldet. Aber es kommen mehr Produkte angesichts des politischen Drucks und insofern sind wir jetzt auch in der Lage, die Ratio zu vergrößern. Okay, ich verstehe. Eine andere Sache, die auch durchaus komplex ist, kann ich mir vorstellen, dass eure eigene Aktienfonds. Klar, als langfristiges Bindungsprodukt für euch sicherlich elementar wichtig, auch um Investitionsmöglichkeiten entsprechend zu erhöhen und zu erweitern. Nach meinen Recherchen hättet ihr mit dem Fond schon längst am Start sein wollen. Ich glaube, ihr habt ihn vielfach angekündigt und du hast es gerade auch angekündigt, dass er in den nächsten Wochen kommt. Kommt er diesmal? Und warum? Warum ist das so schwierig? Erwischt? Ja, das stimmt. Wir wir haben da sind unserem eigenen Zeitanspruch da nicht nicht gänzlich gerecht geworden. Wir wollten schon früher fertig sein. Der Fond, der ist sozusagen als als Finanzprodukt BaFin lizenziert. Schon seit einem Jahr fertig. Das muss man sagen. Das erlaubt uns jetzt, wo wir jetzt auch künftig dann bald an Markt gehen, auch über seine Performance zu sprechen. Das ist nämlich so eine Auflage des Gesetzgebers. Man muss ein Jahr lang muss, muss so einen Fonds erst mal gewirkt haben, das heißt, er ist sozusagen die, die die Konstitution. Welche Titel sind da drin, nach welchen Kriterien wurde das kuratiert? Das ist längst abgeschlossen. Wir haben einfach in dem Ganzen, in der technischen Darreichung, weil man wird ihn am Anfang ja exklusiv nur in unserer App kaufen können. Da haben wir ein bisschen länger gebraucht und da sind wir jetzt auf den auf den allerletzten Metern. Da startet jetzt in den nächsten Wochen irgendwann die Betaphase und dann holen wir sukzessive mehr User rein. Insofern die Frage, ob er kommt, die gibt es nicht mehr und dass er kommt in den nächsten Wochen, das kann ich an der Stelle hier auch bejahen. Aber klar müssen wir auch keinen Hehl draus machen. Das hätte ein bisschen schneller gehen dürfen. Das ist ein sehr komplexes Terrain, da sind viele andere Partner auch in dieser Wertschöpfungskette logischerweise involviert. Das ist ein stark regulierter Markt, da guckt der Gesetzgeber zu Recht sehr intensiv hin. Insofern ist das kein Produkt, was man mal so aus dem Ärmel schüttelt. Und insofern haben wir uns da jetzt Zeit genommen und glauben, dass es entsprechend auch ein sehr, sehr gutes Marktreignung. Wir sind gespannt. Cool, danke für die Transparenz. Apropos du hast es in einem Nebensatz erwähnt, dass ihr mit der Solaris Bank kooperiert hier aus Berlin, weil ihr kein eigener Banklizenznehmer seid. Das ist ja auch gar nicht unüblich. Gibt es da für euch in irgendeiner Form Nachteile, die daraus entstehen, dass ihr nicht entsprechend mit einer eigenen Lizenz ausgestattet seid? Oder ist das eigentlich egal? Einer der Nachteile ist vielleicht, dass man es quasi in jedem Interview erklären muss. Ja, erzähl mal! Nein. Also wir arbeiten seit Anbeginn mit der Solaris Bank. Du hast richtig gesagt, das ist ein Berliner Technologieunternehmen, für uns ein sogenannter Banking as a Service Provider. Die halten die Vollbanklizenz, die wir nutzen. Das hat uns erlaubt, viel schneller, viel agiler, viel schlanker, mit viel weniger Finanzbedarf in den Markt zu gehen. Insofern war das, war das bis heute und ist es die absolut richtige Entscheidung, weil sonst hätten wir irgendwie noch keine Ahnung. 50 Risk und Compliance Manager zusätzlich einstellen müssen und sehr viel Geld auf der hohen Kante haben müssen. Insofern haben die uns erlaubt, schneller in den Markt zu gehen. Und wir haben ein wahnsinnig gutes Setup mit denen, weil wir können uns nach vorne darauf konzentrieren, ein geiles digitales Produkt zu bauen und wir sozusagen, wir own die User Experience und nach hinten raus einen sehr, sehr konsequenten wissenschaftsgetriebenen Nachhaltigkeitsprozess zu gewährleisten. Und dieser Mittelbau, der regulatorische Teil, den sourcen wir aus und sind damit als Organisation viel, viel schneller und geben aber sind trotzdem immer in der Lage, dem dem User der Userin das zu geben, was er will, nämlich ein geiles Banking Produkt, ein geiler Customer Support, eine gute Kommunikation nach vorne und nach hinten raus. Die Gewährleistung, dass das alles extrem ernsthaft und wissenschaftsgetrieben kuratiert ist. Okay, okay. Schauen wir mal auf den Markt, den Markt der Banken noch einmal und insbesondere auch den Markt der Bank mit einem grünen Konto. So würde ich es bezeichnen wollen. Du hast ein paar Player genannt, die das Game auch schon wesentlich länger spielen und mit einer anderen Marktpositionierung. Die Trio beispielsweise oder auch die GLS Bank. Die haben auch teilweise ganz andere Auffassungen und Kriterien von Nachhaltigkeit. Das muss ja auch sehr individuell sein, das ist absolut verständlich. Und dann gibt es die konventionellen Banken. Du hast ja im Nebensatz vorhin gesagt, dass ihr natürlich auch da mit ordentlich entsprechend PR mit dem grünen Anstrich gearbeitet wird, teilweise eben Greenwashing in unterschiedlichster Form entsprechend dann auch aktiviert wird. Und ein sehr beliebtes Modell nicht nur im Bankensektor, sondern allgemein in der Industrie ist das Thema der Kompensation des CO2 Abdrucks. Das ist auch etwas, das es bei euch gibt. Ich meine auch in einem der der höheren Kontenklassen, wo ihr tatsächlich entsprechend den CO2 Abdruck für eure Kundinnen und Kunden vollständig kompensiert. Für euch und Disclaimer Für Unternehmen ist das in der Regel wesentlich günstiger, so etwas zu tun als für Privatpersonen also auch vollkommen legitim. Wie macht ihr das? Also wenn ich jetzt Kunde bei euch bin und dann sehe ich ja auch meinen individuellen CO2 Abdruck tatsächlich in der App, was ja schon mal ziemlich cool ist.Und kann mir eben anschauen, wie wie sinnvoll das jetzt war mit meinem Auto irgendwie zum einer Tora zu fahren ja. Wie macht ihr das? Also wie kompensiert ihr das Ganze dann? Ja, das ist tatsächlich ein bisschen erklärungsbedürftig, weil man an der Stelle, dass die das Food Printing, also die Analyse, wie viel wie ist es um deinen Fußabdruck oder deine spezifische individuelle Konsumentscheidung jetzt bestellt? Ein bisschen trennen von dem Kompensationsaspekt. Wir haben mit Tomorrow Zero das Produkt mit der Holzkarte hatten wir vorhin unser Premiumprodukt. Das geht. Und das heißt auch deswegen Zero mit dem Versprechen einher, dass wir Monat für Monat den Fußabdruck eines durchschnittlichen Deutschen, einer durchschnittlichen deutschen Konsumentin kompensieren. Das ist über den Daumen gepeilt eine Tonne pro Monat. Und das ist das Versprechen. Wir wissen natürlich gar nicht, ob du, Mario, schon viel sozusagen klimaneutral erlebst oder agierst oder nicht. Insofern ist das erstmal eine pauschale Annahme, dass das eine und daneben gibt es aber für alle User, nicht nur die, die Zero nutzen, unser sogenanntes Food Printing Feature, das sich quasi bei jeder Konsumentscheidung jedes Mal, wenn ich irgendwo an einer Tankstelle bezahle oder im Supermarkt der Fußabdruck ausgewiesen wird. Das sind zwei Themen und da sind wir auch, glaube ich, schon bei dieser Diskussion des Für und Wider von Kompensation, weil das ist sehr kritisch diskutiert. Wir haben unsere Perspektive darauf, es muss ein es muss quasi ein Dreiklang sein, es muss darum gehen zu vermeiden, es muss darum gehen zu verringern und das, was man nicht vermeiden oder verringern kann, zu kompensieren. Und im Grunde genommen adressieren wir als Tomorrow alle drei Dinge. Mit dem Food Printing Feature geben wir dir die Transparenz zu sagen Oh, das sollte ich vielleicht noch mal überdenken. Das oder in Zukunft vermeiden. Sinnvoll so zu tun. Genau. Dann gibt es das Thema Verringern. Ich habe vorhin Benefits gesagt, wo man nachhaltige Alternativen die anbietet, sagt okay, du hast eben bei irgendeinem konventionellen Akteur eingekauft. Bestes Beispiel vielleicht. Du bist bei einem konventionellen Stromanbieter, wechsel doch zu einem nachhaltigen Akteur. Das hätte den und den die Verbesserung eines Fußabdrucks für dich zur Folge. Da geht es dann um das Thema verbessern und darüber hinaus, wenn man denkt, ich muss fliegen oder ich möchte fliegen. Das sind Themen, die die kann ich nicht so einfach beeinflussen. Da bieten wir dann Kompensationsleistungen und am Ende ist es, glaube ich, dieser Dreiklang. Mit Kompensation alleine werden wir, werden wir die Schlacht sozusagen um die Klimarettung ganz sicher nicht gewinnen. Aber als eine Teilkomponente im Mix, um die User zu befähigen, ihren Fußabdruck zu verbessern, halten wir es für eine total legitime Lösung. Ist es mit Sicherheit. Damit geht ja auch einen Schritt weiter als viele andere. Weil du hast richtigerweise gesagt, es gibt ja auch die Perspektive auf das Thema. Naja, ich habe jetzt mein Hauptkonto, ich mache mir ein Zweitkonto auf bei der Tomorrow Bank, weil ich es ganz sympathisch finde. Und mit meiner Karte zahle ich letztendlich etwas, tu was Gutes und die kompensieren auch noch meinen CO2 Ausstoß. Dann kann ich ja sonst leben wie immer. Ich muss nichts verändern. Ja, ich gönne mir entsprechend dann jeden Tag mein Bad in der heißen Wanne, fahr mit dem Auto meine Kinder in die Schule, fliegt. Also das das würde es einen ja sehr, sehr einfach machen, in Anführungsstrichen. Dann das eigene Gewissen zu beruhigen. Ja, ist es. Wirkt er da noch mehr auf dieses Thema ein? Also macht ihr euch dazu Gedanken, dann über die gerade genannten Schritte hinaus? Und ist das echt ein Thema, wo ihr das Gefühl habt, es melden sich Kunden bei euch an, einfach nur so ein bisschen was Gutes zu tun, aber sonst eben nichts zu verändern. Das können wir natürlich nur nur bedingt einsehen und beeinflussen. Noch mal Unser Ansatz ist es, die Leute sehr umfassend, quasi 360 Grad holistisch zu befähigen, sich ihres eigenen Fußabdrucks bewusst zu werden. Aber das hat, steht und fällt natürlich auch mit dem mit dem Willen und den Wunsch des Einzelnen oder der Einzelnen, das auch zu tun. Man kann ein Food Printing Feature auch an oder ausstellen bei uns. Man kann Kompensationsleistungen in Anspruch nehmen oder nicht. Wir versuchen in der Art und Weise, wie wir kommunizieren und auf all unseren Kanälen, ob das Social Media ist oder CRM oder so, den Leuten eben dieses umfassende Bild zu geben, ohne sie zu zu bevormunden. Und dann obliegt es natürlich der Verantwortung des Einzelnen. Insofern und die Frage machen das ein paar Leute bei Tomorrow, um sich ein bisschen gut zu fühlen und an anderer Stelle. Das mag sehr wohl sein und das ist ja auch erstmal legitim und ist ja auch erstmal besser, als wenn sie es nicht täten. Also wenn sie einfach nur ihrem alten Lebensstil frönen und nicht noch kompensieren. Insofern ich glaube, es geht darum, dass man die Leute nicht in der Position bringt zu sagen, jetzt musst du nichts mehr machen, jetzt hast du ja tomorrow zero abgeschlossen, jetzt ist auch alles egal, sondern eben zu sagen, das ist ein Instrument, aber es gibt noch viele weitere. Hier ist sozusagen der Besteckkasten. Nimm dir daraus, was für dein, für deine Lebenssituation passt. Schauen wir mal auf einen Marktteilnehmer, den wir auch schon genannt haben. Die Triodos, die schon wesentlich länger am Markt ist, nach eigenen Angaben ungefähr 750.000 Kundinnen entsprechend dann auch mittlerweile versorgen dürfte, also aktuell noch ungefähr fünfmal so groß sei wie ihr. Aber ihr holt ja mit großen Schritten aus, wenn ihr auf so Marktteilnehmer blickt wie Triodos und GLS, ist das so, dass es da dadurch, dass ihr mit einer ähnlichen Intention am Markt seid, entsprechend auch einen regen Austausch gibt? Oder seht ihr das eher so als wirklich Hauptkonkurrenten um die Leute, die nachhaltiger denken wollen? Ja, nee, ganz ganz klar Ersteres. Also uns einen viel mehr, als dass uns trennt und die Grundidee Geld in die richtige Richtung lenken, Geld zu einem Teil der Lösung werden lassen, das haben wir gemein mit diesen Akteuren. Wir waren eigentlich, kann man sagen, mit allen ernst zu nehmenden Nachhaltigkeits oder Ethikbanken, also mindestens im deutschsprachigen, teilweise auch im europäischen Raum, im Gespräch auf Geschäftsführer, Vorstands Managementebene sind wir mit all denen in Dialog. Da gibt es ja auch noch die EthikBank und die UmweltBank. Dann hätte man so die vier relevanten Akteure für Deutschland genannt. Das heißt, da gibt es einen Dialog zusammenarbeitbedingt. Es gab immer mal Kampagnen, die wir gefahren haben, wo wir am Ende gesagt haben So Leute, Hauptsache Geld weg holen von den Bad Banks. Sucht euch eine von den guten aus. Eine sind wir, aber es gibt auch noch ein paar mehr. Aber insofern teilen wir erstmal die grundsätzliche Anschauung. Ist das unser wichtigster Wettbewerb? Nein, auf gar keinen Fall. Sondern für uns geht es darum, die vielen, vielen 100 Millionen auf europäischer Skala, die heute bei einer konventionellen Bank sind, die dort wegzuholen. Das ist letztlich der Auftrag. Klar, Triodos hat heute schon ein paar mehr als wir und das ist auch gut und richtig. Und ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie, dass Sie weiter wachsen. Aber gemeinsam machen wir Nachhaltigkeitsbanken immer noch einen viel zu kleinen Teil des Gesamtmarktes aus. Und es geht darum, die Leute von den Volksbanken, Sparkassen, Deutschbanken, Commerzbanken usw wegzuholen. Und insofern schielen wir.Quasi gar nicht rüber zu den anderen Guten, sondern konzentrieren uns auf uns und auf das Gros des Marktes, wo eben noch ganz viel im Argen liegt. Ja, vielen Dank, Jakob. Kommen wir zum Ende des Gespräches. Wir haben noch Zeit für ungefähr zwei Fragen, noch auf ein anderes Thema zu sprechen, gerade auch eben im Finanzbereich. Und zwar, ich nenne es mal die Investmentalternative Cryptocurrencies. Und damit im Zusammenhang stehen natürlich auch solche Dinge wie NFTs, die auch von Banken mehrfach mittlerweile zumindest positiv positiv eingeschätzt werden im Hinblick auf sinnvolle Investmentalternativen, ist für euch beide Tomorrow oder für dich persönlich, je nachdem, wie du es beantworten möchtest, die Investmentalternative Cryptocurrencies nicht im Hinblick auf den heutigen Stand des Portfolios – der Markt ist ja nun vielfach abgerauscht in den letzten Wochen und Monaten – eher Good Side of Money oder ist das aufgrund der Aspekte der Energieversorgung, der Energieaufwände, die hergestellt werden müssen, zu produzieren, entsprechend eigentlich für euch auch in Zukunft keine wirkliche Asset-Klasse, die zu einer Tomorrow passen würde? Ja, faires Thema. Ich bin jetzt nicht der Experte bei uns im Haus dafür. Meine beiden Partner würden da jetzt wahrscheinlich leuchtende Augen kriegen, die sich intensiver einfach auch mit der Frage von Dezentralisierung von Finanzsystemen schon beschäftigt haben, dem wohnstrukturell natürlich total sinnvolle erst mal Eigenschaften inne, dass man die Idee der Dezentralisierung, weil das die Möglichkeit gibt, auch Assetklassen liquider und handelbarer werden zu lassen, die vorher nicht handelbar waren. Da ist strukturell erst mal ganz viel Potenzial, aber du hast recht, die Frage des ökologischen Fußabdrucks ist noch nicht geklärt, zumindest nicht bei den großen Systemen, die Popularität genießen. Und wir haben auch, muss man ja sagen, die letzten Wochen gemerkt, dass die potenzielle Downside für Verbraucher enorm ist. Also wenn das System einfach nicht stabil ist und Dinge abrauschen, Leute wahnsinnig viel sauer erspartes Geld verlieren, weil sie auf dieses Hype-Thema gegangen sind. Insofern beachten wir das mit viel Skepsis, sozusagen durchaus auch mit Sachkenntnis und beschäftigen uns im Hintergrund damit: Wie könnte man auch nachhaltige Finanzierungsformen in irgendeiner Form über die Blockchain abbilden? Aber wir haben das Gefühl, das ist noch nicht weit genug gediehen, als dass es unserem Anspruch heute gerecht wird. Vielen Dank für das klare Statement. Letzte Frage in deine Richtung, und das ist dann auch etwas mit Pathos in die Zukunft blicken. Jakob, was muss sich heute ändern? Wollen wir nicht kläglich scheitern im Hinblick auf das, was wir tun? Es gibt ja eine Vielzahl an weltweit tätigen Konzernen und Geschäftsmodellen, die eher in die Downside entsprechend investieren. Also das, was tatsächlich uns letztendlich als Bewohner dieses Planeten nicht in den Vordergrund stellt, sondern ganz andere Erlösströme beispielsweise. Was muss sich ändern, wollen wir nicht kläglich scheitern, wenn wir auf Ziele blicken wie Treibhausgasneutralität beispielsweise und Co Dein Appell. Ich glaube, wir müssen einfach unfassbar Gas geben. Ich glaube, dass ganz viele Entscheidungsträger heute, denen das schon realisiert haben, dass ein Umdenken notwendig ist, dass wir Wirtschaft fundamental transformieren müssen, aber es geht einfach viel zu langsam. Wir haben noch sechs Jahre ungefähr, in denen wir theoretisch als Akteure Einfluss nehmen können auf die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels und in den Zeiten muss einfach unfassbar viel passieren. Ich denke, politisch ist gerade einiges in Bewegung gebracht worden Aber es braucht einfach alle Akteure, jeden einzelnen und vor allem Wirtschaftsvertreter, fundamental die Geschwindigkeit zu erhöhen bei Veränderungen und von alten Privilegien und Statusdenken abzurücken und den Hebel Richtung Veränderung. Ich glaube, man realisiert es nicht, dass diese große mystische Wort „Klimawandel, „es geht ein paar Jahre und wenn wir es in der Zeit nicht gebacken kriegen, dann wird die Scheiße am Dampfen sein. Und das wird uns betreffen, das wird unsere Kinder, unsere Kindeskinder betreffen. Insofern müssen wir einfach viel radikalere und mutigere Entscheidungen treffen. Und das Das passiert an einigen Stellen, aber in ganz vielen Stellen auch noch nicht. Und das ist das, was mich persönlich einfach umtreibt, dass wir an der Stelle ja mutiger werden. Vielen Dank für das starke Statement und auch für dein klares Statement hier auf der Brust. Ich weiß nicht, ob man es lesen kann in der Kamera. Refugee is welcome. Jakob, schön, dass du zu Gast gewesen bist, heute hier im Rahmen der UMKW. Hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit dir einmal durch die Reise zu gehen, von Lemonade Richtung Tomorrow. Und ganz herzlichen Dank, dass ihr eingeschaltet habt und live mit dabei gewesen seid und immer noch seid. Wir verabschieden uns in eine kurze Pause und melden uns dann gleich wieder hier aus unserem Hauptstadtstudio. Bis gleich.

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Beschreibung

Jakob Berndt ist Co-Founder der Nachhaltigkeitsbank Tomorrow und war zu Gast bei der OMKB Summer Edition. Im 1:1 Fireside Chat gab er einen Einblick in seine Arbeit, die Tomorrow-Bank und den Auftrag, das Banking der Zukunft zu gestalten.

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