OMKB Q&A Talk mit Dr. Florian Heinemann von Project A
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Video: OMKB Q&A Talk mit Dr. Florian Heinemann von Project A

Zusammenfassung

Dr. Florian Heinemann von Project A diskutiert in dieser Q&A-Session die Bedeutung von KI im Marketing, Livestreaming und Gaming-Werbung. Er sieht Livestreams vor allem im B2B-Bereich als etabliertes Lead-Generierungstool, während Gaming-Werbung für größere Advertiser interessant ist – kleine und mittlere Unternehmen sollten aber kritisch prüfen, ob sie authentisch in diesem Kosmos positioniert sind.

KI im Marketing und die Zukunft digitaler Werbeformate

Die Rolle von Künstliche Intelligenz Marketing wächst stetig – doch welche Kanäle und Formate bringen wirklich messbare Ergebnisse? Dr. Florian Heinemann, Co-Founder und Geschäftsführer von Project A Ventures, teilt in dieser OMKB Live Q&A seine Erfahrungen aus der Praxis mit über 80 investierten Start-ups.

Livestreaming im B2B: Lead-Generierung mit hoher Effektivität

Livestreams sind längst kein Nischenformat mehr – besonders im B2B-Bereich zeigen sie beeindruckende Ergebnisse. Heinemann beobachtet in seinem Portfolio, dass Unternehmen wie Spryker Livestreams gezielt zur Lead-Generierung einsetzen. Das Format funktioniert dort besonders gut, weil Interessenten sich anmelden müssen und Unternehmen so wertvolle Daten potenzieller Kunden sammeln.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Livestreams ermöglichen direkte Nutzerinteraktion, erlauben Live-Feedback und schaffen eine dynamische, authentische Kommunikation. Im Vergleich zu klassischen Webinaren bieten sie zusätzlich den persönlichen Touch einer echten Live-Übertragung.

Anders sieht es derzeit noch im B2C-Bereich aus. Hier sind Livestreams zwar im Gaming-Segment etabliert (hier dominiert Twitch), in der FMCG-Industrie nutzen aber bislang nur Marken wie Red Bull das Format erfolgreich – weil sie dabei authentische, eigenständige Inhalte produzieren, etwa aus dem Extremsportbereich.

Werbeformate in Livestreams: noch in der Entwicklung

Eine offene Frage bleibt: Wie lassen sich Drittanbieter-Werbeplatzierungen innerhalb von Livestreams optimal gestalten? Heinemann vergleicht das mit klassischer Fernsehwerbung und meint, dass hier noch experimentiert werden müsse. Die steigende Internet-Qualität, besonders mobil, wird Livestreams weiter attraktiver machen.

Gaming und E-Sport als Werbeplattform: Authentizität ist entscheidend

Gaming ist längst Massenphänomen, keine Nische mehr. Allerdings warnt Heinemann vor oberflächlichen Werbeansätzen. Marketer haben mehrere Optionen:

  • In-Game Advertising: Direkt in Spielen werben (über Plattformen oder Google Display-Netzwerk)
  • Plattform-Werbung: Auf Twitch, YouTube Gaming oder anderen Gaming-Umfeldern buchen
  • Native Kooperationen: Produkte oder Inhalte direkt in Spiele einbauen – dies bleibt aber größeren Werbetreibenden vorbehalten
  • Sponsoring & Brand Partnerships: Mit Gaming-Protagonisten oder E-Sport-Teams kooperieren (wie Red Bull es tut)

Die Engagement-Herausforderung

Hier liegt das zentrale Problem: Spieler sind extrem fokussiert und engaged. Das macht es schwer, mit klassischen Werbebotschaften durchzudringen – ähnlich wie bei Spotify, wo nur kostenlose Nutzer (eine weniger attraktive Zielgruppe) Anzeigen sehen.

Für große Marken mit Authentizität im Gaming-Umfeld (wie Red Bull oder Sportmarken) ist Gaming-Werbung sinnvoll. Für eine durchschnittliche FMCG-Marke oder ein Finanzunternehmen ist es oft eine konzeptionelle Herausforderung, überhaupt glaubwürdig in diesem Kosmos Fuß zu fassen. Heinemann konkludiert: Ja, Gaming-Werbung muss auf der Agenda stehen – aber nur mit durchdachtem Konzept, nicht als Schnellschuss.

Kernerkenntnisse für deine Marketing-Strategie

  • Livestreams im B2B funktionieren: Nutze sie gezielt zur Lead-Generierung mit hoher Conversion-Rate
  • B2C-Livestreams brauchen Authentizität: Red Bull zeigt, wie es geht – aber mit eigenem, hochwertigem Content
  • Gaming-Werbung ist Massenmarkt: Ignorieren wäre fahrlässig, aber Durchdenken ist essentiell
  • Authentische Positionierung schlägt Schnelligkeit: Lieber kein Gaming-Marketing als schlecht umgesetztes
  • Werbeformate entwickeln sich noch: Livestream-Advertising ist ein wachsendes Feld – wer jetzt experimentiert, hat Vorteil

Fazit: Neue Kanäle, klassisches Denken

Marketing Automatisierung und neue Plattformen ändern die Landschaft – aber eines bleibt konstant: Zielgruppenverständnis und Authentizität. Egal ob Chatbot oder Live-Event, ob Gaming-Sponsoring oder klassisches Display-Advertising – die Frage bleibt immer: Erreiche ich die richtige Zielgruppe mit der richtigen Botschaft im richtigen Moment?

Häufige Fragen

Sind Livestreams im Marketing gekommen, um zu bleiben?

Ja, besonders im B2B-Bereich: Livestreams funktionieren hervorragend zur Lead-Generierung, weil Zuschauer sich anmelden müssen und Unternehmen so qualifizierte Kontakte sammeln. Im B2C sind sie noch nischenhaft, außer im Gaming und bei Marken mit authentischen Inhalten (wie Red Bull). Die steigende Internetqualität wird Livestreams weiter attraktiver machen.

Wie können kleine und mittlere Unternehmen in Gaming-Werbung investieren?

Das ist die größte Herausforderung: Große Budgets sind nötig, um entweder in Spielen selbst zu werben oder authentische Sponsorships aufzubauen. Kleine Unternehmen sollten kritisch prüfen, ob sie glaubwürdig im Gaming-Kosmos passen – wenn nicht, ist Gaming-Werbung wahrscheinlich zu teuer und unwirksam.

Welche Werbeplatzierungen funktionieren in Gaming-Umfeldern?

Es gibt mehrere Optionen: In-Game Advertising über spezialisierte Plattformen, Display-Werbung auf Twitch/YouTube Gaming, oder direkte Kooperationen mit Spielentwicklern. Am authentischsten und wirksamsten ist ein Sponsoring von Gaming-Teams oder Influencern – aber das bleibt größeren Advertisern vorbehalten.

Warum ist Livestream-Werbung im B2C schwerer als im B2B?

Im B2B sammeln Unternehmen durch Anmeldungen Lead-Daten – das ist das Ziel. Im B2C ist unklar, wie man Werbung in Livestreams platziert, ohne störend zu wirken. Außerdem sind die Nutzerzielgruppen dort oft weniger attraktiv (z. B. kostenlose Spotify-Hörer vs. Premium-Abonnenten).

Sollte mein Unternehmen ins Gaming-Marketing investieren?

Gaming ist Massenmarkt und gehört auf die Agenda – aber nur mit durchdachtem Konzept. Große Marken mit Gaming-Authentizität (Sportartikel, Energie-Drinks) profitieren. Für andere Branchen (Finanzen, klassische FMCG) ist es oft eine konzeptionelle Herausforderung, authentisch dort zu bestehen.

Transkript Komplettes Gespräch zum Mitlesen & Durchsuchen

So, wir bewegen uns jetzt direkt in das nächste Highlight unserer OMKB Live, und zwar direkt in die Q&A-Session mit Dr. Florian Heinemann, Co-Founder und Geschäftsführer von Project A. Und ich glaube, Florian, der eine oder andere aus der Audience-Häufde dürfte dich schon kennen. Nichtsdestotrotz stelle ich dich gerne ein bisschen ausführlicher vor. Florian war von 2007 bis 2012 Managing Director bei Rocket Internet, er hatte dort unter anderem direkt mit dem Aufbau von Zorlando zu tun, beispielsweise oder auch von der Global Fashion Group, hat promoviert an der RWTH in Aachen und ist im Bereich Project A verantwortlich für die Themen Marketing, CRM und Business Intelligence. Project A, einer der größten VCs sicherlich mit einer zahlreichen Anzahl an Series A-Investments und über 80 Start-ups, in die Project A in Summe investiert ist. Und Florian, natürlich an vorderster Front auch beliebter Podcast-Gast und Conference-Speaker auf den diversen digitalen Marketingveranstaltungen, die wir sicherlich alle kennen. Und Florian, du wirst eben auch gerne von den Fachmedien als der Online-Marketing-Guru in Deutschland bezeichnet. Und deswegen freuen wir uns natürlich insbesondere darüber, dass du heute ein bisschen Zeit mitgebracht hast, die eine oder andere Frage aus dem Zuschauerkreis hier heute im Rahmen der OMKB live zu beantworten. Und ich würde einmal das Wort abgeben an meinen lieben Kollegen Shahab, der durch diese Session einmal moderieren wird. Wünsche euch allen ganz viel Spaß und herzlich willkommen Florian bei der OMKB Live. Moin, moin. Servus Florian. Ich muss mich ja outen als Florian Heinemann Fan. Ich glaube, damit bin ich nicht ganz alleine. Von daher ist es heute ein absolutes Privileg, noch mal mit dir in eine etwas tiefere Q&Asession einzusteigen. Herzlichen Dank auch für deine Zeit. Wir sitzen hier gerade in Osnabrück. Background, wahrscheinlich bei dir Homeoffice, nehme ich an? Absolut. Genau. Berlin, Prenzlauer Berg, im Homeoffice. Wunderbar. Florian, wir haben ganz viele Fragen, die vielfach auch sehr spannend sind. Von daher würde ich gar nicht so viel wertvolle Zeit über Small Talk ins Land ziehen lassen und direkt einsteigen ins Eingemachte. Wir sind ja heute in einem Livestream unterwegs und spätestens durch die Übernahme von Twitch durch Amazon ist das Thema Livestream auch bei vielen Marketeers dann auf der Agenda aufgeploppt. Heute sehen wir, dass spätestens nach COVID-19 auch viel im Mittelstand anfängt, in Richtung Livestreams zu investieren. Wie ist deine Position zum Thema Livestream? Ist Livestream gekommen, um zu bleiben? Und wie ist deine Position grundsätzlich zu diesem Thema Livestreaming? Ja, wir sehen ja eigentlich eine Menge auch im eigenen Portfolio, dass Firmen das einsetzen. Insbesondere, lustigerweise – das liegt aber fairerweise ein bisschen daran – wir investieren seit zwei, drei Jahren verstärkt in B2B-Themen, weil das auch eben eine der Fragen hier ist, auch im B2B-Bereich. Wir sehen das bei Firmen wie Striker, Uberall und so weiter, die B2B-Kundschaft haben, dass die eben sehr viel, so wie ihr das jetzt ja auch macht, für eine relativ spezifische Audience, so eine Mischung aus Webinar, Livestream, Formaten machen und das auch sehr gut zur Lead Generierung im B2B-Bereich funktioniert. Mir ist es jetzt im B2C-Bereich noch nicht so stark aufgefallen, muss ich sagen. Außer natürlich klar, im Gaming-Bereich. Ich meine, Twitch ist ja nach meinem Verständnis zumindest immer noch aus der Heritage kommt, primär Gaming-Content, der da gestreamt wird und auch Gamer, die da streamen. Aber es ist natürlich schon ein sehr mächtiges Format, was natürlich für den B2C-Bereich noch mal eine gewisse Relevanz hat, ist natürlich auch immer die Frage: Wie kann man da werben? Wie sind die Werbeumfelder rund den Livestream? Und das ist jetzt für einen Spryker oder so oder in B2B-Firmen nicht ganz so wichtig, weil die natürlich im Zuge der Anmeldung für diesen Livestream dann eben letztendlich die Daten von potenziellen Leads bekommen und das ist dann letztendlich genug der Werbung. Das ist natürlich jetzt die Frage: Wie macht man das als FMCG? Mir sind jetzt zumindest noch keine Formate aufgefallen, wo jetzt endkundenorientierte Firmen, beispielsweise aus dem FMCG-Bereich, quasi eigene Livestreams aufsetzen, das zu machen, wo du das natürlich viel siehst oder wer sehr viel in diesem Bereich unterwegs ist, ist Red Bull, die natürlich mit ihrem eigenen Content, den sie ja selbst auch in der Regel produzieren, in der Regel ja im Extremsportbereich, da häufig Livestreams einsetzen und wo dann quasi der Livestream an sich natürlich auch letztendlich eine Art Red Bull-Werbung darstellt. Was natürlich noch mal ein interessantes Element wäre, wäre quasi Werbeformate für Drittfirmen innerhalb eines Livestreams. Das wäre sicherlich noch mal ein ... Ich meine, man sieht ja auch bei euch, ihr blendet jetzt da im Hintergrund die Partner in der Mitte ein. Ist ja auch letztendlich eine Art von Werbeplatzierung und ich glaube, da wird sich sicherlich noch zeigen, wie man das eigentlich am besten macht. Ob du dann quasi wie Fernsehwerbung das machst. Ich meine, Fernsehen ist ja auch häufig live oder eine Art Stream. Wird das dann genauso sein im Livestream? Ich glaube, das ist noch unklar, aber was man, glaube ich, schon festhalten kann, die Bedeutung davon wird zunehmen, weil natürlich auch die Qualität der Internetverbindung auch gerade mobil weiter zunehmen wird und das erhöht natürlich zusätzlich die Attraktivität von Livestreams, weil du natürlich auch das Risiko eingehen kannst, immer mehr von so einer Live-Übertragung. Und ich glaube, die Leute werden natürlich auch immer besser da drin, auch im B2B-Bereich.Lernen immer mehr, wie man eigentlich dort Formate gestalten kann und der Livestream, das ist natürlich sozusagen das nächste und deswegen glaube ich, wird es auch noch mal zunehmen, ist natürlich auch das einzige Format, was letztendlich eine sehr gute Nutzerinteraktion oder sehr dynamische Nutzerinteraktion ermöglicht. Deswegen hat das natürlich schon einen enormen Charme, das zu machen, weil du dann natürlich auch theoretisch letztendlich live auf Nutzerfeedback und sowas reagieren kannst. Aber ich glaube, wir sind ja immer noch in einer früheren Phase, wie das eben letztendlich auch für Advertising Zwecke genutzt werden kann. Aber ich glaube, das zu können, sowohl im B2B Bereich als auch im B2C Bereich, da nah dran zu sein, ist auf jeden Fall etwas, was ich für sehr sinnvoll halte. Ja, okay, das heißt zusammenfassend gesagt sagst du B2B definitiv. Da siehst du auch im eigenen Portfolio schon erste Aktivitäten. Im B2C Bereich sehen wir tatsächlich bei Modehäusern sehr, sehr stark Aktivitäten, zumindest während Covid 19, weil natürlich da die Schotten zu waren. Und ist ja auch ein super Bereich, letztendlich eine Art Live Modenschau, QVC, letztendlich QVC und Steroids. Und ich meine, das ist ja auch so ein bisschen das, was du in China ja sehr stark siehst, wenn du guckst, eleven Eleven, wer das mal verfolgt hat, das ist ja letztendlich nichts anderes als sozusagen Monster QVC, sehr kondensiert, eine Mischung aus eben Offline Event für ein paar Leute und dann aber letztendlich die Millionenreichweite wird dann eben erzeugt über Livestreaming dieses Offline Events oder solcher auch about you Influencer Awards oder so. Das geht natürlich genau in solche, geht genau in diese Richtung, wo du häufig dann eben Events hebelst in Richtung Livestreaming und die Bedeutung dessen wird zunehmen. Das ist völlig klar. Die Frage ist eben insbesondere, wie kann ich mich da als Drittetwerteiser mit einklinken? Das ist eigentlich noch eine ganz spannende Frage. Ja, okay, dann bleiben wir doch vielleicht beim Themenkomplex Livestreams und vermengen das Ganze mit Online Gaming. Wir haben ja gerade auch schon über Twitch gesprochen. Twitch spielt in dieser Kategorie mit Google, Facebook, alle mischen mittlerweile im Online Gaming Segment mit. Vor allem jetzt auch in Covid 19 Zeiten ist der Konsum natürlich nochmal deutlich angestiegen, auch in Richtung Online Gaming. Wie können Marketer aus deiner Sicht in diesem gesamten Kosmos des Gamings jetzt punkten? Also was muss man hier als Marketer machen, um da auch diesen hohen Traffic, der dort ja stattfindet, und die hohe Nutzerintensität und spannende Zielgruppe nicht zu verpassen? Ja, ja, also es gibt ja eine Reihe von Ingame sozusagen Gaming Werbung Plattformen, wo man natürlich irgendwie mitmachen kann. Du bist ja auch durchaus auch in der Lage, über Google, also im Display Content Netzwerk Gaming Umfelder zu buchen, wenn du das möchtest. So, das ist ja durchaus möglich. Auch auf Twitch kann ich ja werben oder letztendlich natürlich auch in den YouTube Umfeldern sozusagen rund um Gaming. Da gibt es ja auch durchaus relevante Umfelder, aber wahrscheinlich die größte Reichweite ist natürlich in den Spielen selbst, also ingame. Oder natürlich, und das ist letztendlich natürlich dann so der nächste Schritt in Kooperation und das ist wahrscheinlich dann auch noch der schlaue Weg in Kooperation mit Gaming Anbietern selbst, wo man natürlich versucht, dann die eigenen Produkte, die eigenen Inhalte in die Spiele selbst ein Stück weit einzubauen, in der Kooperationsform. Aber das ist natürlich etwas, was jetzt eher den größeren Advertisern offen steht und nicht unbedingt den kleineren. Aber das ist sicherlich ein spannendes Umfeld. Man muss aber natürlich immer gucken, und ich glaube, das ist auch die Schwierigkeit, die du natürlich hast, in einem Musikumfeld, wenn du jetzt bei Spotify wirbst oder sowas, die haben natürlich auch eine Monster Reichweite. Bei Spotify hast du natürlich aber noch zusätzlich auch das Problem, dass Werbung ist ja dann nur möglich im Bereich der Nichtabonnenten. Und das ist natürlich die soziodemografisch systematisch deutlich unattraktivere Zielgruppe. Weil wenn du jetzt sagst, ich bin nicht bereit, €10 zu bezahlen, um werbefreie Musik zu hören, pro Monat, das ist natürlich schon eine gewisse Hürde. Und ähnlich wird es ja wahrscheinlich auch sein, wenn dann sozusagen Netflix vielleicht mal ein werbefinanziertes Angebot macht oder was ja durchaus, wo man sich durchaus überlegen könnte, ob das nicht Sinn macht. Auch dort hast du natürlich nicht unbedingt eine positive Auswahl des soziodemografischen Umfeldes. Insofern muss man mal gucken, wie das. Und beim Gaming hast du natürlich die Problematik, muss man sagen, dass die Leute natürlich schon extrem engaged sind. Das heißt, in etwas in dem Umfeld zu werben, wo Leute sehr, sehr engaged sind, ist schon immer die Frage, wie dringe ich dann durch oder inwieweit dringe ich dann durch? Klar habe ich eine riesen Reichweite, aber sagen wir mal, das charmante an so was wie Radiowerbung oder so war ja immer, du hast halt so semi hohes Engagement und dann bin ich eben auch in der Lage, sozusagen Botschaften zu transportieren beim Gaming, sozusagen, weil die Spiele natürlich auch so wahnsinnig gut sind mittlerweile. Ich komme ja noch aus der Zeit, da wurde irgendwie Winter Games gespielt. Das war natürlich handwerklich eine ganz andere Liga. Und deswegen muss man natürlich auch immer gucken, inwieweit bin ich eigentlich in der Lage, mit meinen Werbebotschaften durchzudringen. Und deswegen ist wahrscheinlich sozusagen dieses Thema In Game Advertising muss man sich sicherlich genau angucken, gerade wenn man für Produkte wirbt, die halt nicht im spielernahen Umfeld sind. Das ist dann natürlich immer noch mal was anderes. Aber wenn ich jetzt als FMCGler im spielernahen Umfeld werbe, ist das sicherlich eines der Themen, die man sich anschauen muss, ob das wirklich Sinn macht. Und deswegen ist schon die Frage, ob man das nicht eher so macht, wie das halt Red Bull macht oder auch verschiedene Sportvereine, die dann eben im Gaming Umfeld weniger sozusagen eingespielte Werbung zeigen, sondern eben eher versuchen, quasi mit den Protagonisten in dieser Szene oder auch mit eigenen Teams letztendlich auf diese Art und Weise ihre Marke dann da zu platzieren. Aber das ist natürlich wieder etwas, was du jetzt nicht für ein paar €1000 machen kannst, sondern das ist natürlich schon eine Geschichte, die eher größeren Advertisern offensteht. Aber ich glaube, das ist schon sozusagen der Witz daran, dort als Marke dann eher zu werben, wenn ich auch in der Lage bin, eine authentische Positionierung innerhalb dieses Gaming Kosmos einzunehmen. Und das ist natürlich sozusagen für die, sage ich das so, dahergelaufene FMCG Marke nicht immer so leicht. Und dann ist halt schon die Frage.Und ob ich dann überhaupt in der Lage bin, sozusagen durch die Dicke der Engagement-Schicht, die das Spiel halt an sich hat, überhaupt durchzudringen, ne? Deswegen ja, ist ein sehr attraktives Umfeld wegen Reichweite und ja, äh, (stammelt) ich glaub, Online-Gaming, E-Gaming, E-Sport ist, ist 'n Massenphänomen. Das ist kein Nischenthema, deswegen muss man sich damit auseinandersetzen. Aber ich glaube, das inhaltliche Konzept, wie man das tut, ist für die allermeisten Firmen 'ne relativ große Herausforderung, ne? Also für Red Bull und vielleicht auch für 'ne Modemarke oder so, da geht das. Aber wenn ich jetzt 'n Finanzprodukt bin oder die Deutsche Bank, authentisch in einem Gaming-Umfeld zu werben, ist auf jeden Fall mal 'ne konzeptionelle Herausforderung. Ja. Verstehe. Mhm. 'n sehr valider Punkt mit der, mit der Zielgruppe habe ich sogar nicht drüber nachgedacht, aber, ähm, guter Punkt. Definitiv. Bleiben wir vielleicht beim Thema Werbevermarktung. Ähm, vielleicht hast du die Studie gelesen, die, die ging auch durch die Presse von, von PwC unter anderem auch initiiert, dass fünfzehn Prozent der programmatischen Gelder tatsächlich in 'nem völligen schwarzen Loch verschwinden. Also ich konnte das ja gar nicht glauben, ja. Wo, wo, was ist jetzt mit den fünfzehn Prozent? Also circa einundfünfzig Prozent kommt tatsächlich beim Publisher an. Du kennst ja auch die, die komplette, äh, Ekosystemwelt, die ist ja hochgradig komplex. Du hast DSPs, SSPs, DMPs, ETC. Ihr seid da ja auch ganz, ganz weit mit dabei mit, mit, äh, euren Investments, äh, seid ja auch im AdStack, soweit ich informiert bin. Echt gut investiert. Was ist deine Hypothese? Wo landen denn diese fünfzehn Prozent, ja? (lacht leise) Also das ist ja eigentlich, eigentlich total crazy, oder? Ja, einerseits ist das natürlich crazy. Ne? Das muss man, das muss man, äh, schon, ja, ist crazy, ne? Auf der anderen Seite, ähm, äh, ist natürlich sozusagen in dem pro-programmatischen Bereich überhaupt die Möglichkeit, mal zu messen, dass das so ist, ne? Also was will ich damit sagen? Äh, wenn ich das eine oder andere Reichweitentunnel im Fernsehen sehe oder die eine oder andere Studie zur Wahrnehmung von Zeitschriften, ne, wie oft jetzt ein Spiegelfokus oder irgendwas gelesen wird. Laut, äh, der Erhebungen, die da stattfinden, wundert man sich teilweise schon, ne, wo diese Zahlen herkommen. Hmm. Was will ich damit sagen? Ähm, im Onlinebereich hat man zumindest mal die Fähigkeit, ne, ähm leakage, sag ich jetzt mal, oder, oder Verlust in irgendeiner Weise zu messen, ne? Und ich würde sagen, wenn ich eben eher CPCs bezahle oder sozusagen Dinge, die näher an einem Engagement liegen oder näher an einer Conversion liegen, ist mir das ehrlicherweise gar nicht so wichtig. Ne? Also weil ich eben, sah ich bin halt bereit, 'ne gewisse Cost für Engagement oder 'n gewisses, gewissen Kundenakquisitionskosten zu bezahlen. Und wenn halt fünfzehn Prozent Leakage dabei sind oder in irgendeiner Form Verlust durch Tracking Themen, durch Fraud, aber natürlich durch aktiven Fraud, dann biete ich einfach fünfzehn Prozent weniger. Ja, so. Ähm, weil mein Ziel ja letztendlich nicht ist, 'n absoluten TKP zu erreichen oder so, sondern mein Ziel ist ja, 'n gewissen Preispunkt-- Deswegen ist es, glaub ich, so wichtig, als Advertiser generell 'n Gefühl dafür zu haben, was ist eigentlich die tatsächliche Performance Metrik, auf die ich abziele, ne? Ich hab jetzt aber natürlich leicht reden, ne, weil ich in der Regel natürlich auch in Umfeldern unterwegs bin, die in irgendeiner Form eine direkte Conversion haben, die in irgendeiner Form direkt 'n Conversion Punkt haben. Wenn du jetzt natürlich ein FMCGler bist mit primär indirektem Abverkauf, ne, dann ist natürlich sozusagen diese, diese Engagement Metrik gar nicht so einfach, äh, valide herzustellen. Und dann ist das natürlich schon ein Problem und sehr ärgerlich, wenn du einfach weißt, fünfzehn Prozent gehen da in den Orkus, ne? Und das darf man natürlich auch nicht vergessen, wozu führt das letztendlich, ne? Das führt letztendlich dazu, dass natürlich noch mehr Geld, äh, zu Google und Facebook, äh, und in Zukunft auch noch zu Amazon gehen, die natürlich diese Themen nicht haben, ne, weil sie halt 'n geschlossenes Ökosystem sind, ne? Das heißt, man kann jetzt zum zehnten Mal natürlich den Aufruf starten und sagen, liebe Menschen, die da zu diesem Fraud beitragen, ne, äh, äh, bitte reduziert diese Aktivität, weil es führt natürlich mittelfristig und langfristig dazu, dass noch mehr Werbegelder, ne, äh, äh, zu den drei großen Plattformen gehen. Ähm, und dann hast du natürlich noch, was ich jetzt, 'n bisschen TikTok in, in Zukunft oder was weiß bisschen. Also nachmer- nachdem, was ich gerade so gelesen habe, die bereitet auch ihren Börsengang vor, sind die auch schon im Milliardenbereich an Werbeeinnahmen, ne? Ähm, so, haben jetzt den Börsengang erst mal abgesagt deswegen. Aber, äh, also auf jeden Fall täten natürlich eigentlich die Plattformspieler, äh, die, die Spieler im Ad Stack sehr gut da dran, die nicht Google, Facebook und Amazon sind, äh, genau diesen Leakage zu verhindern, genau die Transparenz zu schaffen. Das Problem ist aber natürlich, dass jeder individuelle Spieler, der von dieser, der von diesem Betrug oder von diesen Verlusten profitiert, gewisse Arbitragegewinne halt realisiert kurzfristig, ne? So, deswegen ist das natürlich 'n frommer Wunsch, der leider wahrscheinlich nicht erhört werden wird, ne? Ähm, aber man muss ganz klar sagen, das, was PwC da feststellt und quantifiziert, ist ja keine besonders neue Erkenntnis, sondern das haben wir schon seit zehn, zwölf, fünfzehn Jahren und hat letztendlich dazu geführt, ne, den Shift in Richtung Online Advertising, dass davon hauptsächlich Google, Facebook und Amazon profitiert haben, Amazon erst die letzten paar Jahre. Das hat natürlich dieser, dieser Vertrauensverlust, der durch diese, durch diese Entwicklung letztendlich, äh, äh, erzeugt wurde beim Advertiser, hat natürlich dazu geführt, dass der, der Gewinn von Google und Facebook von diesem Shift deutlich überproportional ausgefallen ist, ne? So, und, und ich glaube, das, äh, und ich glaube, diese, diese Entwicklung ist leider nicht reversibel, ne? So wenn Leute das lesen, der normale Advertising verantwortlich von einem FMCG, der wird natürlich sagen, puh, die sind sowieso skeptisch, was Online Advertising angeht. Das ist ganz lustig, die sind sehr viel skeptischer, was Online Advertising angeht, als irgendwelche Statistiken ausm Offline-Bereich, die aus meiner Sicht ehrlicherweise häufig genauso falsch sind, ne? Also wenn du guckst, wie irgendwelche Einschaltquoten hochgerechnet werden im Fernsehen teilweise, also jetzt nicht digital, also nicht die, äh, äh, digital basierten TV Geschichten, aber sagen wir mal, wenn du jetzt irgendwelche Nielsen Panels für TV-Einschaltboten, das sind 'n paar tausend Haushalte, die da hochrechnen. Also, ne, und auch irgendwie die Statistiken zu was, wie viel Zeitschriften jetzt gelesen werden, das ist auch, bin ich, äh, überrumpelt.Also bin ich mir sicher, wenn du da reinguckst, das stimmt auch alles so nicht. Aber weil es natürlich lang etabliert ist und und hat man das Gefühl, das zu verstehen und man weiß es natürlich auch nicht besser und leider führt das eben schon dazu wahrscheinlich, dass mittelfristig noch mehr der Werbegelder eben nicht in die Richtung der unabhängigen, also Google und Facebook und Amazon unabhängigen Spieler gehen. Und das ist sehr schade, aber ich glaube, das ist leider nicht seriös zu ändern. Ne, und ich meine, da gibt es natürlich wieder Start ups, die versuchen das zu ändern, also die das versuchen zumindest mal detektierbar zu machen für den einzelnen Advertiser. Ähm, und dann wird an der Stelle natürlich nochmal Geld verdient. Das ist sicherlich auch spannend, aber letztendlich ist es natürlich ärgerlich, dass man sich eher damit beschäftigen muss, Fraud zu reduzieren, ne, anstatt darauf zu konzentrieren, wie man eigentlich bessere digitale Werbung machen kann. Ne, (kichern) also sozusagen, äh, formatseitig storytelling seitig. Das sollte eigentlich der Fokus sein. Ähm, und, ähm, ich glaube, das ist halt das, was daran so schade ist, weil eben diese Entwicklung so wahnsinnig viel Fokus und Attention frisst, die sie eigentlich nicht, nicht verdient hat aus meiner Sicht oder eigentlich nicht bekommen sollte, aber leider eben immer wieder bekommt, weil eben nun mal auch leider zu Recht betrogen wird. Ja. Das heißt, du sagst ganz klar, das ist ein Thema, das ist echt nicht einfach zu beherrschen. Würdest du sagen, wir brauchen mehr Initiativen wie die Ads TXT und darüber lässt sich das ein bisschen stärker beherrschen? Oder sagst du, das Thema ist schon echt schwierig und am Ende werden höchstwahrscheinlich die Amazon, Facebooks und Google dieser Welt dadurch einfach, dass sie eine gute Fraud Protection haben, die die anderen overrulen? Ja, sagen wir so, denen fällt es natürlich deutlich leichter, eine Qualität zu gewährleisten, die ein gewisses Mindestmaß hat in allen Dimensionen, auch was Viewability und so weiter angeht. Wir haben natürlich eine Entwicklung jetzt gerade, ne, die das natürlich auch befeuert, äh, und das viel wird natürlich auch von Fraud begünstigt durch Third Party Cookie, ne davon eben auch nicht vergessen, weil du letztendlich über Piggybagging von irgendwelchen Pixeln, die dann geladen werden und hier noch ein Pixel und da noch eins. So, ähm, in dem Moment, wenn natürlich für alles, was sozusagen geladen wird, ne, expliziter Consent wirklich da sein muss und die Tendenz ganz klar auch geht. Ich meine, Google hat ja angekündigt, dass Chrome Third Party Cookie, ich glaube bis Ende 2021 oder sowas wird es keine Third Party Cookies mehr in Chrome geben. Ne, jetzt genau die zeitliche Abfolge ist glaube ich noch nicht so hundertprozentig klar. So, aber in dem Moment, wenn natürlich First Party Cookies das dominante Instrument sind und dafür im Rahmen GDPR, DSGVO und ja auch in USA gibt es ja ähnliche Entwicklungen mit CCPA, ähm, also kalifornische Datenschutzverordnung und auch die amerikanische Gesamtdatenschutzverordnung soll auch stärker sozusagen in diese Richtung gehen. Das ist das mindestens, was ich höre. Dann hast du natürlich, ähm, mit einem deutlich stärkeren Push Richtung Konsens, ne, wird natürlich auch das, was heute zu Fraud führt, deutlich erschwert. Ne, so und das heißt, du wirst da eine ganz natürliche Marktbereinigung haben, ne, aber ganz klar, ne, nicht nur wegen Tracking Qualität, sondern oder, oder Audience Targeting Qualität, sondern auch natürlich wegen der Qualität der Fraud Prevention, äh, wird es einen weiteren Push in Richtung, äh, in Richtung Google, Facebook und Amazon geben. Ähm, wenn sich da jetzt nichts Grundlegendes ändert und da ist jetzt ehrlicherweise auch das, das, das nicht zu erwarten, bei denen natürlich diese Themen sind erstmal nicht auf Third Party Cookies angewiesen. Die haben halt immer, äh, bei den Nutzern in der Regel eingeloggte Zustände. Das heißt die benötigen keine Third Party Cookies in irgendeiner Form und haben natürlich gleichzeitig noch sehr kontrollierte Umfelder im Sinne von wo jetzt Werbung angezeigt wird, ähm, wie groß das ist, ob das der Nutzer tatsächlich gesehen hat. Und das sind natürlich Vorteile, die kann ein Advertiser auf Dauer nicht, äh, negieren. Ne? Jetzt kann man natürlich sagen, als Advertiser ist es auch blöd von drei großen Systemen abhängig zu sein. Äh, es macht ja immer Sinn, ein möglichst breit diversifiziertes Marketing Mix zu haben, insbesondere wenn sozusagen die, die drei Spieler alle auf Optionsmechanismen basieren. Das heißt, du hast letztendlich immer, äh, eingebaut ja letztendlich eine, eine Margenerosion, die sich aus dem Optionsmechanismus letztendlich ergibt. Das heißt, das ist natürlich ein Argument, das sollte jeder Advertiser im Hinterkopf haben. Ne, dass es natürlich nicht gut ist, von diesen drei Systemen abhängig zu sein im Online Bereich. Ähm, aber klar, ähm, es ist natürlich sozusagen für jemanden, der Quartalsziele, Jahresziele oder so erstmal erfüllen muss, äh, ist natürlich der kurzfristige, mittelfristige Kampagnenerfolg teilweise eben wichtiger als jetzt zu wissen, mhm, ich sollte eigentlich die Abhängigkeit gegenüber diesen drei Spielern nicht erhöhen. Ähm, das heißt also, die Wahrscheinlichkeit, dass die Entwicklung einer, eines weiteren Shifts in Richtung dieser drei Plattformen und dann noch ein bisschen was drumherum, äh, dass das weitergeht, ist glaube ich, sehr wahrscheinlich. Mhm. Spannender Input, leicht düstere Zukunft, wenn ich das mal so zusammenfassen darf. Bleiben wir vielleicht beim Thema Fraud, Betrug, Cybersecurity. Das geht ja gewissermaßen Hand in Hand. Cybersecurity unter digitalen Marketingaspekten. Ich bin mir gar nicht sicher, ob Cybersecurity jetzt unbedingt dein Schwerpunkt ist, aber ich bin mir sicher, (kichern) dass du dazu bestimmt irgendwie ein Statement hast, ähm, wie zu vielen anderen Themen auch. Ähm, wie stehst du zu dem Thema? Also wir erleben häufig, dass, dass, ähm, Marketingagenturen oder in Summe Unternehmen auch in Deutschland sich noch nicht so intensiv mit dem Thema Cybersecurity beschäftigt haben, kann aber natürlich einen essentiellen Einfluss haben letztendlich auf deine Marketingaktivitäten. Alleine wenn wir uns die Downsiden von Webseiten anschauen, da müssen nicht mal DDoS Attacken gefahren werden, sondern man muss einfach nur der Server in die Knie gehen, dass dann irgendwie nicht automatisiert gegenüber Google Ads, Facebook und co. Ein Ping gesendet wird, der da besagt Website ist down, bitte Werbekampagnen stoppen.Das sind ja so ganz, ganz pragmatische Dinge, die man tatsächlich dann irgendwie umsetzen kann. Aber wie siehst du das gesamte Thema Cyber Security jetzt auch in Verbindung mit digitalem Marketing, auch wenn das vielleicht die Unit nicht direkt tangiert? Siehst du da eine Querverbindung? Sagst du ja, das ist schon so ein Thema, damit muss man sich 2021, 2020 auch unbedingt mit beschäftigen. Oder sagst du eher, na ja, das ist ein technisches Thema und das muss dann letztendlich der CTO in den Griff bekommen? Ja, also ich glaube, das ist jetzt nicht mein totales Spezialgebiet, also um da keinen falschen Eindruck zu erwecken, aber ich glaube, das ist auf jeden Fall ein relevantes Thema und passt letztendlich. Ich meine, eine meiner Thesen ist ja sowieso, und das siehst du auch bei den besseren Marketingorganisationen, jetzt about you und Zalando und so weiter, sowieso Booking auch, dass du generell mehr Technologiekompetenz auch in den Marketingabteilungen brauchst. Und das hat den Anlass, den du gerade beschrieben hast, so DDoS Attacken und so weiter, aber natürlich auch das ganze Thema Datensicherheit von Kundendaten und so weiter. Das ist ja sozusagen das nächste Thema, wo du ja auch im Rahmen GDPR, DSGVO deutlich stärkere Verpflichtung hast, als Unternehmen sorgfältig mit den eigenen Daten umzugehen. Und mal abgesehen von irgendwelchen Imageschaden, der natürlich entsteht, unabhängig jetzt von irgendwelchen Strafzahlungen. Also insofern ist das, glaube ich, für jeden Marketeer, wo ich jetzt auch mal den Bereich Retention CM mit einbeziehe, der muss sich eigentlich die Frage stellen, sind wir eigentlich entsprechend aufgestellt, um die Datensicherheit da entsprechend zu gewährleisten, der Kunden, die wir einsammeln. Und gerade wenn du dann noch der These folgst, die ja auch jetzt nicht gerade verwegen ist, dass Third Party Data, also dritt Daten einzukaufen und zu verwerten, dass das immer schwieriger wird. Das heißt, es wird immer wichtiger, die First Party Data möglichst gut zu nutzen und actionabel zu haben. Dann setzt das natürlich voraus, dass diese First Party Data, wenn man die denn besonders gut nutzen will und da sehr sophistiziert zu sein, dass die natürlich dann auch entsprechend gesichert sein müssen, damit jetzt eine Konkurrenz da nicht darauf zugreifen kann, aber natürlich, damit da eben auch keine Datenlecks entstehen, wo irgendwelche Daten nach außen dringen, was auch immer dann damit geschieht. Insofern lässt sich das, glaube ich, wenn man an mehr First Party Data glaubt, dann glaubt man sicherlich auch, oder muss man eigentlich auch zwangsläufig sagen, bin ich eigentlich da entsprechend aufgestellt. Und ich kann das nur für uns selbst sagen, wir sind eigentlich auch erst als Project A, und das ist ja eigentlich ganz lustig, ist ja so, wie es häufig ist. Du denkst, wir haben ja eigentlich sozusagen die Kompetenzen inhouse. Wir haben 100 Mitarbeitern, ein Drittel ist im technischen Bereich oder 40 %. Das heißt, wir haben eigentlich sozusagen die Fähigkeiten sehr, aber bei uns kam das dann auch erst. Also wir machen ja auch, durchlaufen wir auch Due Diligence als Fond, werden wir regelmäßig von und dann wurden wir halt von einer Reihe von institutionellen Investoren auch gefragt, was macht ihr da eigentlich? Und wir handeln ja dann regelmäßig irgendwelche Kundendaten von irgendwelchen Ventures, wo wir investiert haben. Und das ist dann von der rechtlichen Seite zwar abgesichert, also wir haben ja die entsprechenden Verträge, das wird vorher anonymisiert und so weiter, so, das alles okay so, aber sind eigentlich unsere Server so gesichert? Und dann kommst du dann eben so auf das Thema. Und das ist bei uns, ich meine, wir sind jetzt acht Jahre unterwegs und ich würde sagen, da sind wir so halbwegs ernsthaft seit drei Jahren unterwegs oder vier, obwohl wir sogar die Fähigkeiten dafür gehabt hätten, wenn man mal guckt. Also wir sind da gar nicht so weit von weg. Und es ist einfach ein Mindset Thema, weil man so denkt, ja komm, hier ist mit den Kreditkartendaten Betrug, das ist vielleicht da irgendwo, was passiert woanders, aber nicht bei uns. So, aber das war sicherlich ein Punkt. Und dann das ganze Thema GDPR, DSGVO hat uns sicherlich auch noch mal dazu gebracht, das alles nochmal zu reviewen. Können wir da eigentlich gewährleisten, wenn da mal jemand reinschaut, dass wir da irgendwie einen ordentlichen Job machen? Und konnten wir natürlich nicht. So bis jetzt eben wir das mit im Rahmen GDPR aus meiner Sicht jetzt auch mittlerweile ganz gut können. Also insofern großes Thema, immer relevanteres Thema, weil es eben wirklich alles kaputt machen kann. Das darf man eben nicht vergessen. Das ist so was, wenn jetzt irgendwie ein Konkurrent kommt und der bietet ein bisschen mehr als du, das nervt zwar so, aber ein richtig massives Datenleck oder ein richtiges Cyber Security Problem, das kann halt deine Firma in den Ruin bringen. Also ich habe jetzt gerade ein befreundeter Maschinenbauer, ganz anderer Bereich, die hatten irgendwie Namenspiel, jetzt einmal keine Rolle, aber da hatte sich ein Kollege aus Weißrüttel gemeldet, hat gesagt 50.000 € Dollar oder was auch immer überweisen, sonst legen wir auch im Maschinenpark klar, Firma paar 100 Millionen Umsatz. Der dachte natürlich irgendwie komm, der IT Leiter hat gesagt, das schaffe ich hier. Ja, und dann kam es eben dazu und die haben über ein halbes Jahr gebraucht, um sich davon dann wieder zu erholen, bis das dann alles wieder lief. Da reden wir von dutzenden Millionen Schaden, die die Firma fast in Ruinen getrieben hätte. Und das ist zwar eine sehr technologische Firma, Maschinenbau, aber das ist natürlich die Technologiekompetenz, die die haben, ist halt weniger im Digitalen angesiedelt, sondern eher in der Hardware. Technologie ist für die, also Technologie, wenn die von Technologie reden, dann geht es immer nur um Hardware, die beste Maschine und so weiter. So, und für solche Unternehmen, die betrifft das natürlich ganz genauso. Deswegen, und das ist ja eine durchaus reale Bedrohung, wo sich jetzt ein Zalando wahrscheinlich relativ entspannt gegen wehren kann, wenn das erforderlich ist oder wir das wahrscheinlich auch hinkriegen, aber natürlich viele normale Advertiser da gar nicht entsprechend aufgestellt sind. Und ich glaube, das ist ein Riesenthema. Absolut. Ok, verstanden. Das heißt, wenn es bei euch erst im Rahmen der due Diligence aufgetreten ist, bedeutet das, dass ihr bei euren Ventures tatsächlich jetzt mittlerweile auch gewisse Stresstests durchführt, um so eine Grundlage an Cyber Security Infrastruktur zu prüfen? Ja, also das war Due Diligence, die jemand drittes bei uns gemacht hat. Aber wir müssten das natürlich eigentlich auch bei unseren Ventures tun.Aber machen wir auch nicht ausreichend, ja. So, ähm, weil das natürlich immer, das ist so als Venture, dass das im Start up Bereich ist ja häufig so und das ist natürlich ein Riesenfehler. Als Start up hast du immer, du kannst nicht alles gleichzeitig machen. Das heißt, was machst du als Start up? Du machst eigentlich die Dinge, die dir die nächste Finanzierungsrunde in zwölf bis achtzehn Monaten sichern. Ja? So, und dazu gehören halt so ein paar Themen gefühlt nicht, zum Beispiel, äh, Cyber Security oder-- deswegen rede ich mir auch teilweise den Mund fusselig. Mach mal, bau ein vernünftiges Data Warehouse auf. Klar, für eine zwei Millionen Euro Umsatz Firma brauchst du kein Data Warehouse. Ne? Äh, das kannst du auch im Excel schief führen. Aber wenn du halt Prozesse, nicht Data Warehouse gesteuert etablierst über die Zeit und lernst, wie das geht, ist die Umstellung sehr, sehr schwer. Ne? Aber wenn du das natürlich Gründern dann sagst, die sagen: „Heinemann, die nächste Finanzierungsrunde ist in zwölf Monaten. Wenn ich jetzt zweihunderttausend Euro in so ein Data Warehouse investiere und irgendwie so zwei Typen, die das Ding mir bauen, die zweihunderttausend Euro, die könnte ich natürlich auch in mein Kernprodukt investieren. Ne? Da hat es natürlich einen direkteren Return oder von mir aus dem Marketing und so. Und das Gleiche ist natürlich bei Cyber Security zum Quadrat, ne? Weil das ist ja noch nicht mal umsatzrelevant. Ne? So. Cyber Security ist ja nichts, was dir direkt einen Umsatz bringt, sondern nur quasi Umsatzverlust verhindert. Ne? Oder, oder so. Und das ist, glaube ich, die psychologische Schwierigkeit, gerade im Start up Bereich von solchen Themen. Ne? Ähm, und deswegen sind wir da auch nicht genug hinterher und die meisten Start ups sind da leider auch nicht genug hinterher und dadurch natürlich eigentlich sehr verletzlich. Sie sind aber auf der anderen Seite natürlich auch relativ unattraktive Ziele, (lachen) weil sie natürlich kleine Start ups sind und da gibt es viel interessantere Dinge natürlich für Menschen, die da--Insofern ist das vielleicht sogar okay, ne? Ähm, aber ich glaube, das, das ist wie mit einer Dateninfrastruktur. Data Warehouse, du brauchst ja auch nicht so fully fletch data warehouse von Anfang an, aber zumindest schon mal zu denken, okay, wenn ich in fünf Jahren da sein will, was sind denn sowas Zwischenschritte? Ne? Das würde sicherlich auch im Thema Cyber Security eine gewisse Rolle spielen, weil man dann wahrscheinlich gewisse Setup-Entscheidungen, Architekturentscheidungen und so weiter, Tool-Entscheidungen anders treffen würde. Ne? Und da ist es schon ganz klar so, dass die Awareness dafür nicht ganz so ausgeprägt ist. Das muss ich sowohl uns an die, an die langen Ohren fassen, äh, als auch, äh, äh, den, den Startup-Unternehmer oder die Startup-Unternehmerin selbst, ne, die natürlich letztendlich als Geschäftsführerin, äh ja, auch für solche Themen mithaftet. Ne? Also das darf man immer nicht vergessen, der DSGVO, äh, da hast du ja auch gewisse persönliche Haftungen, die da zum Teil mit dranhängen, wenn du eben Themen dort vernachlässigst. Ne, äh, äh, und, äh, das ist, äh, ist, glaube ich, etwas häufig, etwas wo, wo, wo naiv agiert wird, äh, weil es einfach bei den Prioritäten immer wieder weiter nach hinten fällt. Ja. Das ist ein Short term, sagst du, es ist valide vom Vorgehen, beziehungsweise du sagst es nicht, sondern viele setzen es so um. Im Long term ist es natürlich schon wichtig, irgendwie eine Infrastruktur zu bauen. Okay, machen wir einen kurzen Theme-Switch, äh, Florian. Äh, da gibt es eine interessante Salesforce-Studie, aber die erzählt jetzt auch nicht wirklich viel Neues. Salesforce Einstein, das, das AI-Modul von, äh, Salesforce, was besagt, dass in den nächsten achtzehn Monaten, äh, ganz, ganz viele Unternehmen zumindest auf der Roadmap das gesamte Thema Chatbots haben. Das ist jetzt auch keine große neue Erkenntnis. Was mich interessieren würde, ist, äh, wie siehst du das Thema AI-based-Chatbots? Sondern vor allem auch jetzt in Zeiten von Corona dürfte das Thema noch mal an, an Auftrieb gewonnen haben. Und, äh, die anschließende Frage, so, so ein Stück weit das Thema bösartige Bots, ja, die vertrauenswürdige Entitäten vortäuschen, ähm, und quasi so das nächste Level des Betruges, äh, ja, im digitalen Zeitalter einläuten. Ja, ja, also spannende, spannende Geschäftsidee. (lachen) Also, ähm, vielleicht erstmal zum Thema AI oder dann auch in Verbindung mit Bots. Also, was ist so ein bisschen unsere Beobachtung? Wir haben auch so ein paar Investments getätigt, wo quasi AI, sage ich jetzt mal, mitschwingt. Ne? Das war ja eine ganze Zeit lang so, dass das quasi fast bei jedem Start up Pitch irgendwie was mit AI auftauchte. Und dann kann man sich immer darüber streiten, ob das dann immer tatsächlich AI war, oder, oder nennen wir es einfach mal irgendeine Art von intelligenter Umgang mit Daten. Ne? So, ähm, und, ähm, was wir sehen, ist das, was funktioniert da gerade. Ähm, und das ist sicherlich für die Themen Chatbot genauso. Ähm, was wir sehen, ist, dass eigentlich sich Geschäftsmodelle durchsetzen, wo ein relativ spezifischer Use Case oder ein relativ spezifisches Bündel von Use Cases in einem ganz bestimmten Bereich AI gestützt effizienter gemacht werden kann. Ne? So, aber, und das ist glaube ich, auch noch mal ein ganz wichtiger Punkt, da geht es selten um eine Vollautomatisierung durch AI, sondern es geht häufig darum, gewisse Tätigkeiten oder gewisse Teilprozesse zu automatisieren, ne, aber nicht mit dem Ziel eben, den vollständige User Experience AI basiert zu machen, sondern eben häufig die Dinge, die halt standardisierbar sind und die, die, ähm, über AI abdeckbar sind, die auch in der AI abzuwickeln und dann an gewissen Übergabepunkt zu definieren, wo dann eben ein Mensch, äh, äh, quasi eine finale Klärung, also ein bisschen wie so First Level, Second Level Support, wie man das ja auch kennt, ähm, wo man ja auch häufig in der Lage ist, First Level Support out zu sourcen, äh, an irgendwelche dritt Call Center und dann, wenn es kompliziertere Fragen gibt, dann gibt es eben Second Level Support, aber sagen, wo das Päckchen ist, ne, äh, äh, oder, äh, äh, wann denn letztendlich die Retoure, äh, äh, das Geld bei mir am Konto ist, das kann sicherlich ein Chatbot leisten. Kann er jetzt kompliziertere Themen tun? Wahrscheinlich nicht. Ne? So. Zumindest nicht in einem Segment, wo wir sagen können, da ist es so, dass es wirklich eine große Bedeutung hat.Wenn es sehr einen sehr breiten Use Case gibt. Und ich glaube, das ist letztendlich der Scham an dieser engen Definition an Use Cases, wo wir dann auch eben sehen, dass die Modelle, die ja letztendlich der AI, dann der spezifischen AI zugrunde liegen, natürlich auch besser trainiert werden können, wenn du einen relativ engen Datensatz hast, der hochspezifiziert ist, wo du auch dann wirklich viele Einzelheiten spezifiziert hast, viele Cases, die in einem sehr engen Umfeld sind. Und dann werden diese Modelle auch gut und erfüllen auch ein relativ erzeugen auch eine relativ gute User Experience. So und deswegen kann ich mir schon sehr gut vorstellen, dass wir diese Teilautomatisierung gerade von Customer Service Prozessen, was ja letztendlich der Ansatzpunkt von Chatbots häufig ist, dass wir da mehr Chatbots sehen werden und dass diese dann eben sukzessiv auch immer ein Stückchen breiter werden. Aber wir sehen ja gerade an sowas, ich meine, die ultimative Herausforderung bei AI ist ja letztendlich autonomes Fahren. Und da siehst du ja auch autonomes Fahren auf der Autobahn, wo alle in eine Richtung fahren und so weiter und sich die Leute so halbwegs rational verhalten. Das geht irgendwie ganz gut. Autonomes Fahren im Stadtstraßenverkehr mit Hunden, Kindern, Fahrradfahrern, e Scooter Fahrern, Vollidioten, Fußgängern und so weiter. Das ist dann natürlich schon nochmal ein ganz anderer Schnack. Und ich glaube, das ist für uns so ein bisschen das Kernlearning. Wahrscheinlich Teilautomatisierung, relativ spezifische Use cases. Die AI, das Modell dahinter ist gar nicht so der relevante Punkt. Also das wird ja auch immer stärker commodetized, die Art von Modellen, die dahinter sind, ob es jetzt verschiedene Machine Learning Sachen sind oder federated Learning oder so, sondern der Kern ist ja letztendlich, wer hat den besten Datensatz, diese Modelle besser, immer besser werden zu lassen. Das heißt, die Verfügbarkeit von Daten und die ist natürlich insbesondere dann gut, das ist natürlich insbesondere auch dann gut, wenn du halt relativ enge Use Cases hast, die dann auch relativ schnell einen hochqualitativen Datensatz letztendlich produzieren. Und dann ist es eben besonders gut, wenn man diese Use Cases sehr exakt auf klaren Dimensionen beschreiben kann, weil das natürlich auch wieder dazu beiträgt, dass das Modell dann schnell besser wird. Also da kann ich mir das schon durchaus vorstellen. Und da sehen wir auch, dass du teilweise wirklich erstaunliche Effizienzgewinne erzielst, auch im Customer Service Bereich. Und dass das natürlich sozusagen die letztendlich Möglichkeit von Customer Service Departments, viele Anfragen in einer hinreichenden Qualität zeitnah zu beantworten, dass das dadurch noch mal deutlich nach oben geht. Oder wir gucken uns auch gerade eine Lösung an, da wird letztendlich per Chatbot mit sehr vielen Zulieferern oder Lieferanten von von Wholesalern verhandelt, wo du ja so denkst, ist ja eigentlich totaler Schwachsinn. Wie kann denn das sein, dass da jetzt irgendein Zulieferer mit irgend so Bot verhandelt? Aber wenn du halt ein Zwischenhändler bist mit irgendwie dreißigtausend Lieferanten und du kannst halt nur mit tausend reden und er geht an dich, dann freuen sich die anderen Leute zwanzigtausend auch, wenn sie mal zumindest mit einem Bot reden, der halbwegs qualifiziert ist. So, das funktioniert. Ich dachte auch am Anfang wollen die mich eigentlich verarschen, aber das klappt erstaunlicherweise ganz gut. Aber ist auch wieder ein total spezifischer Use Case. Da gibt es ganz klare Dimensionen, innerhalb derer diese Verhandlung laufen kann. Da ist ein klares Modell dahinter, was die monetären Bedeutungen der einzelnen Ausprägungen sind. Und dann kannst du so ein Ding auch relativ gut trainieren und dann liefert es auch ganz gute Resultate. Und ich glaube, das ist so ein bisschen der Witz und das wäre auch meine Prognose, dass solche Modelle sich dann auch im Chatbot Bereich durchsetzen und das eben immer mit einer klar definierten Schnittstelle in Richtung Mensch, der dann eben eingreift, wenn du merkst, so das Modell erzählt doch nur Mist. Und ich glaube, das war in der Vergangenheit, was die Chatbot Erfahrung nur so gehabt hast, die jetzt nicht so super waren. Und das ist glaube ich auch noch mal total wichtig. Wann erkennt man eigentlich, dass das Ding ist jetzt gerade auf dem Holzweg, dass man sozusagen diesen Übergabepunkt in Richtung, in Richtung Mensch, den eben richtig definiert, weil ansonsten ist sozusagen diese chat basierte Experience, die ist eigentlich gar nicht schlecht und ist natürlich auch immer stärker von Leuten durch WhatsApp und Facebook Messenger und sowas gelernt. Also mit Menschen sozusagen in dieser Form per Messenger miteinander zu kommunizieren. Du siehst ja auch Messenger Commerce, also wo du so Sachen hast wie Reki und so im Gastronomiebereich, die versuchen quasi die app basiert Bestellungen von Gastronomen effizienter zu machen, was letztlich auch so der Messenger Commerce geht, geht dann gleich in die Richtung von Nutzerverhalten. Ich glaube schon, dass das Nutzerverhalten an sich dem ganzen einen gewissen Rückenwind verleiht. Ja, okay. Cool, dann machen wir noch mal einen kurzen Schwenk, weil wir sind jetzt auch schon gut fortgeschritten in der Zeit. Ich bin ganz zufällig über einen Prosus Artikel von von dir gestoßen, also offenbarenden Unternehmen, was du auch gut findest, ehemals Nespa Despers aus aus Südafrika. Wenn wir uns die Aktienmärkte mal angucken, auch mit Tech Focus, hat man ja das Gefühl, Covid war nie da. Ja, also eigentlich hat sich ja alles irgendwie noch verbessert. Konntest ja irgendwie vorher mit mit so einem Dartpfeil einfach werfen und hast jetzt satte Gewinne gemacht, würde ich sagen. Das ist ja gar nicht mehr rational. Ich glaube, da fällt es einem auch schwer, das rational herzuleiten. Vielleicht waren gewisse Verluste auch schon vorher irgendwie eingepreist, aber sei es drum. Das nehmen wir uns vielleicht einfach mal absos, das mittlerweile wertvollste Unternehmen in den Niederlanden. Hättet ihr diese Bewegung eigentlich noch für sachlogisch? Und wenn ja, was ist deine Hypothese? Und wenn nein, was ist deine Prognose nach vorne und Stocks to watch? Ja, ich glaube Prosus ist ja, muss man wissen, der Wert von Prosus hängt ja sehr stark an Tencent. Das ist ja sozusagen das Hauptasset von Prosus.Und und ich glaube über die Positionierung von Tencent, ähm, ich glaube, die sind schon echt gut aufgestellt, ne. Ähm, also, äh, Tencent ist ja wahrscheinlich neben Alibaba der best aufgestellte Spieler in, in, in China, ähm, mit WeChat und, und verschiedensten anderen, äh, Properties. Ähm, so, und deswegen ist das natürlich schon extrem attraktiv, ähm, und, ähm, ähm, also, ich glaube durchaus, äh, dass auch sozusagen Tencent, das zumindest meine Wahrnehmung gerade, Tencent und auch ein, ein Alibaba im Vergleich zu, zu Teilen westlichen Aktien, ne, die wir besser beurteilen können, äh, wahrscheinlich, ne, die sind auch schon wahnsinnig bewehrt. Ich glaube, Alibaba ist jetzt mittlerweile auch bei fünfhundertachtzig oder sechshundert Milliarden. Also, die waren ja mal so bei dreihundert, vierhundert. Und, ne, so, aber wenn du das jetzt mal vergleichst mit einem Amazon, ne, ähm, die ja bei eins Komma zwei Billionen mittlerweile sind, ne, also ist Alibaba, kostet sozusagen die Hälfte von, von Amazon. Ähm, dann, ja, kann man sich schon drüber streiten, wo jetzt das Wertesteigerungspotenzial jetzt noch, noch, noch höher ist, ne. Aber, und, und das Gleiche gilt sicherlich für, für Prosus slash Wechat, zumal da auch noch Bereich von anderen interessanten Assets drin sind, ne. Also, wer, wer Naspers verfolgt hat, da ist sowas wie Mailru drin, da ist die OLX Gruppe drin, die, also eine der stärksten Marktplatzgruppen, ähm, mit mittelsüdamerikanischem Fokus. Ähm, also die ehemalige, die ehemalige Naspers, äh, äh, das ehemalige Naspers Portfolio Digitalbereich wurde ja dahin ausgelagert. Ähm, also, ich glaube schon, ne, äh, dass quasi die überproportional positive Entwicklung von Tech-Aktien, dass die grundsätzlich okay ist, ne, weil natürlich sozusagen Covid jetzt noch mal gezeigt hat, diese wie überlegen eigentlich digitale Geschäftsmodelle im Vergleich sind und wie resilient sie sind, ne. Da, da musst du gar nicht irgendwie auf Zoom gucken, sondern eben eher auf sicherlich auch Amazon und, und so weiter, äh, die, die eben sehr stark davon profitiert haben. Ob jetzt das Ausmaß der, der Steigung da noch gerechtfertigt war, darüber kann man sicherlich streiten, ne. Aber ich glaube, dass sozusagen, wenn du jetzt auch mal schaust hier den Plattformindex von dem, von dem Holger Schmidt, den ich eigentlich ganz, ganz cool finde, der so die wesentlichsten Plattformunternehmen bündelt. Da ist eben auch Prosus ist ja mit dabei. Der ist jetzt auch eben insgesamt schon wieder auf über Corona Stand, ähm, also auf, auf, auf über vor Corona Stand. Und das an sich halte ich schon für rational, ähm, dass das so ist. Worüber man sich eben streiten kann, ist, ob die absolute Höhe dessen, äh, äh, so gerechtfertigt ist, ne. Auf der anderen Se-- Also gerade bei auch so Unternehmen wie Google oder so, wo man sich dann natürlich schon fragt, wie kann das jetzt eigentlich noch weiter wachsen? Weil noch härter monetarisieren können die eigentlich kaum. (lacht) Ähm, so, aber trotzdem wächst die auch letztes Quartal wieder. Also ich bin da echt gespannt auf das nächste Quartal. Ähm, aber ich glaube, dass du jetzt bei Amazon, sehe ich jetzt nicht, warum die nicht so weiter wachsen sollten. Was mich total erstaunt, ist Apple. Also ich finde Apple total überbewertet aus meiner Sicht. Also ich finde, die sind viel zu abhängig von Hardwareprodukten. Aber das ist jetzt so weit. Also Apple-Aktie würde ich jetzt nicht kaufen, aber das ist natürlich auch meine persönliche Einschätzung. Aber ich glaube, man darf gar keine Aktientipps geben, ne, öffentlich. Das würde mir also-- Nein, darfst du. Da macht man sich, macht man sich irgendwie, äh, macht man sich irgendwie, äh, äh, macht man sich irgendwie strafbar. Aber ich glaube sozusagen, es reicht ja, wenn du einen Nasdaq kaufst, ne. Also ich glaube, der Nasdaq, also wenn du weiter an Tech-Aktien glaubst, äh, die sind ja stark dominiert. Der Nasdaq ist ja stark dominiert von, von den gerade genannten Spielern plus Microsoft und so weiter. Ähm, also ich glaube, die, die Empfehlung, dass NAS, dass der Nasdaq sich wahrscheinlich auch in den nächsten fünfzehn Jahren überproportional entwickeln wird, ich glaube, die ist jetzt nicht, äh, verwegen. Die ist nicht aus der Luft gegriffen. Sehr schön. Zumal du musst ja immer, ist ja auch immer eine Frage der Alternativen, ne. Das darf man ja auch nicht vergessen, ne. Das, das stimmt. Wo willst du sonst investieren, ne? So, also, äh, wir haben ja der insgesamte Asset Price Inflation, ne. Ja. Und was ist billig heute, ne? So, und dann setze ich lieber natürlich auf die Dinge, die eine positive Zukunftsprognose haben. Und das, äh, haben Digital Tech-Aktien jetzt wahrscheinlich noch mal bewiesen, ne. Aber klar, wenn keiner natürlich mehr Geld hat, weil der Rest der Wirtschaft irgendwie abraucht, dann, äh, äh, kannst du natürlich auch, können die Advertiser auch weniger Geld für Google, äh, äh, Klicks ausgeben, ne. Das ist eine valide Herleitung, definitiv. (lachen) Du, ähm, Florian, wir haben ja tatsächlich noch einige Fragen, aber wir haben wenig Zeit noch über. Eine Frage hätte ich dennoch. Ja. Vielleicht versuchst du, die ein bisschen komprimierter zu beantworten, auch wenn ich dir stundenlang lauschen kann. (übersprechen 00:03:56) Also, du machst das ja super. Also ist auch sehr, sehr kurzweilig. Ähm, aber vielleicht die letzte Frage dahingehend noch mal, ähm. Ja. Wir hatten heute ein bisschen was über, über Psychomarketing gehört und auch über Micromarketing. Und jetzt steht ja demnächst auch wieder eine ganz, ganz große Wahl an in den Staaten. Ähm, in, in Summe der, der Cambridge-Analytica-Skandal passt ja auch zu dem Thema. Gerade hat Facebook, äh, ja eine ganz, ganz schwierige Situation hineinmanövriert. Also solche Datenskandale können ja so große Tech-Konzerne sehr, sehr schnell in die Knie zwingen. Ähm, wie wahrscheinlich hältst du es, ja, weil, weil dieser Skandal scheint ja auch schon wieder sehr, sehr schnell von der Agenda verschwunden zu sein, dass wir, ja, 'n Cambridge Analytica zwei Punkt null, äh, demnächst erleben werden, ja? Weil das Thema psychologisches Marketing, Micro Targeting und Co ist ja immer noch in aller Munde und, ähm, scheint ja auch weiterhin gut zu funktionieren. Wie, wie ist deine Position dazu? Müssen wir aufpassen, dass, dass wir uns da jetzt nicht erneut Trust verspielen und noch härter reguliert werden? Oder haben wir es aktuell selber in der Hand? Ja, ich glaube, das an sich ist ja-- dagegen ist ja auch erstmal nichts zu sagen, ne. Also, ähm, ich glaube, der Versuch, auf das psychologische Profil eines Nutzers einzugehen, um die richtigen Botschaften in der richtigen Art und Weise zu formulieren und zu verpacken. Das ist ja erstmal jetzt wertneutral, ne. So, das wurde ja nur deshalb, äh, äh, äh, sozusagen, diese hatte nur deshalb diesen, diesen negativen Touch bekommen, weil natürlich erstmal Cambridge Analytica-Weil Facebook nicht so hundertprozentig aufgepasst hat, die Daten falsch genutzt und eben doch nicht gelöscht hat, wie sie sich verpflichtet hatten, sondern weitergenutzt hat, dann mit diesem Persönlichkeitstest, äh, äh, gemischt hat und so weiter. Ähm, aber an sich ist dagegen ja nichts zu sagen, weil letztendlich führt es ja zu relevanterer Werbung. Ne? So negativ wird das Ganze natürlich nur in der Art und Weise, wie Cambridge Analytica das eingesetzt hat, um Menschen zu manipu-- gezielt zu manipulieren und natürlich auch gezielt die Unwahrheit zu verbreiten. Ne? Und darauf werden wir uns wieder einstellen müssen. Absolut, ne? So, ich glaube, es ist halt sehr, sehr aufwendig, das zu machen, weil ich glaube, das lässt sich halt nicht so einfach automatisieren, weil du brauchst ja immer beides. Du brauchst ein sehr feines Targeting auf Basis von psychografischen Merkmalen und dann brauchst du aber natürlich auch eine sehr feingliederige Aufbereitung von Content. Welche, welche Art von psychografischem Profil benötigt denn welche Art von Botschaft, die wie formuliert sein muss? Ja, das ist ja gar nicht so einfach. Du brauchst ja letztendlich zwei Feeds. Du brauchst ein Segmentfeed und du brauchst einen Content-Feed. Und beides muss ja systematisch zusammengebracht werden. Und Cambridge Analytica hat ja aber den Part verschwiegen, dass-- Das ist ja ein Monsteraufwand, äh, äh, auch manueller Aufwand, äh, die gerade diesen Content-Feed so aufzubereiten, dass du ihn gut matchen kannst auf psychologische Segmente oder psychografische Segmente. Ähm, aber klar, wenn jetzt hier wieder mehrere hundert Millionen, äh, Milliarden Dollar für Werbung ausgegeben werden, wie das ja in den USA in der Wahlwerbung passiert, dann wird das mit-- lohnt sich natürlich auch der Aufwand, das, das zu tun. Und insbesondere, weil wir natürlich auch gesehen haben, wie effektiv es ist, Menschen, äh, darüber zu manipulieren, ne. Und das wird für Facebook wieder extrem schwer. Aber natürlich, merkst du jetzt schon, ähm, äh, ne, sollte ich jetzt Trump bei klaren Lügen zensieren, ne? Zensur ist in den USA, äh, Meinungsfreiheit, hohes Gut. Das ist, ist, ist Lügen. Ist das noch Meinungsfreiheit? Ne? Ist bösartiges Lügen, ist das noch Meinungsfreiheit? Ja, das sind ja alles so Fragen, das kannst du als Firma-- Das ist echt keine triviale Herausforderung. Ne, und wir können uns auch mit Sicherheit darauf einstellen, weil leider, natürlich Donald Trump oder sein Team, äh, erkannt haben, wie gut das halt funktioniert, ne. Und wenn du dir anguckst, mit wel-- in welchem Maße die Wählerschaft von Trump ja völlig losgelöst ist von irgendwelchen Realitäten, ne. Dieser Zustand muss ja erhalten werden, weil das ist ja der einzige Weg zur Wiederwahl für Trump, ne. So, der wird alles tun, um das zu tun. Ähm, das heißt, es wird, es wird, es wird ein total beschissenes zweites Halbjahr für, äh, alle Menschen, die, glaube ich, äh, daran gedacht haben, dass das Internet die Welt zu einer besseren Welt macht, ne. Weil das wird, äh, es wird ein Desaster, ne. Also, äh, weil solche Botschaften mit so viel Werbedruck, äh, und dann ist schon die Frage, ob da nicht ein Facebook-- Äh, Twitter interessiert ja leider nicht so viele Leute, ne. Ähm, deswegen, die haben auch viel, viel weniger zu verlieren. Aber es ist eben schon die Frage, ob da nicht ein Facebook, äh, auch sich mal, äh, nicht eben zurückziehen kann von wegen Meinungsfreiheit und dann irgendwann mal einen Standpunkt einnehmen muss. Und du merkst ja eben auch schon, der Druck innerhalb der Mitarbeiterschaft wird höher. Ne, die ersten Mitarbeiter gehen auch, weil sie sagen, wir wollen das nicht. Ähm, ähm und, äh, ja, wird eine interessante Frage. Es wird ein sehr, sehr heißer Herbst, äh, und, äh, die US-Wahl wird, glaube ich-- Wenn es nicht so traurig wäre, dann wird das, glaube ich, wieder ein Schauspiel werden, ähm, äh, par excellence und da werden solche Themen eine Riesenrolle spielen. Da bin ich mir ganz sicher. Da ist chaotische Zeiten vor uns im digitalen Zeitalter und gewissermaßen kehrt der Wilde Westen auch digital wieder zurück, wenn er irgendwann mal weg gewesen ist. Ja, das wäre noch mal was. Ja, aber unabhängig jetzt von diesem Datenskandal, ne. Das ist ja sozusagen der Datenskandal, das war ja noch mal so das Tüpfelchen auf dem i, ne. Ich glaube sozusagen die, die alleine die inhaltliche Thematik, Äh, wird ja, selbst wenn da keiner Daten klaut oder so, äh, wird auch das schon, glaube ich, für genügend, äh, Sprengstoff sorgen. Absolut, da bin ich fest von überzeugt. Florian, äh, herzlichen Dank. War sehr, sehr kurzweilig. Wir haben nicht mal alle Fragen geschafft. Äh, ich, ich, ich liebe es ja an dir, dass du wirklich so 'n Deep Dive machst und unser Publikum hat das mit Sicherheit genauso genossen wie ich. Ich sage erstmal herzlichen Dank für deine Zeit und, äh, ja, würde mich freuen, dich bei der nächsten OMKB, falls du Zeit haben solltest, wieder als Speaker begrüßen zu dürfen in einem Livestream und in dem Sinne erstmal herzliche Grüße nach Berlin. Hab weiter eine gute Zeit und komm vor allem gesund durch die Covid-19-Phase. Ich bemühe mich. Euch noch eine gute Zeit in Osnabrück. Danke. Macht's gut. Ciao. Ciao.

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Beschreibung

Websites versteigert - “just in time”, während Nutzer Websites aufrufen. Im Hintergrund arbeiten zahlreiche Marktbeteiligte zeitgleich zusammen, seien es Publisher, Dienstleister oder Adservice-Betreiber. Britische Werbetreibende forderten nun mehr Transparenz und Einsicht in den Budgetfluss. Dazu initiierte der Verband ISBA eine Studie, die sich mit der Verteilung von Werbebudgets befasste. Das erschreckende Ergebnis, nachdem Wirtschaftsprüfer von PwC sich mit den Daten befassten: Nur die Hälfte der Ausgaben (51 Prozent) gehen an die Publisher, ganze 15 Prozent sind nicht mehr aufzufinden. Dr. Florian Heinemann, Founding Partner von Project A, über Livestreaming für Marketer, Investitionen und Cybersicherheit.

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