„Was kostet ein Klick in unserer Branche?" — kaum eine Frage fällt in Google-Ads-Projekten früher. Und kaum eine Antwort ist so verlässlich falsch wie der Blick in eine der CPC-Benchmark-Tabellen, die im Netz kursieren. Eine aktuelle Mikro-Studie von Think11 Research liefert dafür einen ungewöhnlich anschaulichen Beleg: drei reale Google-Ads-Konten, dasselbe Netzwerk, derselbe Zeitraum — und Klickpreise, die um den Faktor 9 auseinanderliegen.
Transparenz: Die zitierte Mikro-Studie stammt von der Think11 GmbH, der Betreiberin von OMKI. Alle Zahlen in diesem Artikel sind der Original-Veröffentlichung entnommen; die redaktionelle Einordnung erfolgt durch die OMKI-Redaktion.
Die Zahlen: drei Konten, drei Realitäten
Ausgewertet wurden drei reale Google-Ads-Konten über die Google Ads API (Abruf: 14.07.2026): zwei anonymisierte Kundenkonten und das brand-lastige Eigenkonto der Agentur. Betrachtet wurden ausschließlich Suchnetzwerk-Kampagnen im Zeitraum 01.01.–30.06.2026, gepoolt auf Kontoebene. Das Ergebnis:
- Die durchschnittlichen CPCs der drei Konten liegen bei 0,27 €, 1,43 € und 2,42 € — eine Spannweite von 0,27 bis 2,42 €.
- Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Konto liegt der Faktor 9 — innerhalb desselben Netzwerks und Zeitraums.
- Der über alle drei Konten gepoolte Durchschnitts-CPC beträgt 0,93 € — und beschreibt kein einziges der drei Konten auch nur annähernd.
Genau dieser letzte Punkt ist die eigentliche Pointe. Denn nach demselben Muster — heterogene Konten in eine Durchschnittszahl pressen — entstehen die pauschalen CPC-Tabellen, an denen viele Marketer ihre Google-Ads-Kosten messen.
Warum der Durchschnitt lügt
Benchmark-Tabellen bilden Durchschnittswerte über tausende Konten, die strukturell nicht vergleichbar sind: Brand- und Non-Brand-Traffic, Nischen- und Massenmärkte, unterschiedliche Gebotsstrategien und Conversion-Setups landen in einer einzigen Zahl. Die Mikro-Studie macht das im Kleinen sichtbar: Der gepoolte Wert von 0,93 € liegt weit entfernt von jedem der drei tatsächlichen Konto-CPCs. Wer sein Konto an so einer Zahl misst, misst am falschen Maßstab — und zieht im Zweifel die falschen Konsequenzen für Budget und Gebote.
Ein zweiter, oft übersehener Punkt: Brand-lastige Konten — wie das Eigenkonto der Agentur in der Studie — gehören gar nicht in Wettbewerbs-Benchmarks, stehen in vielen öffentlichen Tabellen aber mit drin. Brand-Klicks sind systematisch günstiger und verzerren jeden Durchschnitt nach unten.
N = 3: Was die Studie kann — und was nicht
Wichtig für die Einordnung: Die Untersuchung ist eine Mikro-Studie mit N = 3 Konten und erhebt selbst ausdrücklich keinen Anspruch auf Repräsentativität. Sie will keinen besseren Benchmark liefern — das wäre mit drei Konten unseriös. Ihr Erkenntniswert liegt in der Streuung: Wenn schon drei Konten aus demselben Netzwerk und Zeitraum um den Faktor 9 auseinanderliegen, ist klar, wie wenig eine Branchen-Durchschnittszahl über dein konkretes Konto aussagt. Die vollständige Methodik, alle Konto-Werte und die Grenzen der Auswertung findest du in der Original-Studie bei Think11 Research.
Was du statt Branchentabellen nutzen solltest
- Eigene CPC-Historie als Vergleichsrahmen: Dein Konto von heute gegen dein Konto von gestern — gleiche Struktur, gleiche Definitionen, echte Vergleichbarkeit.
- Saubere Conversion-Definition: Ohne einheitlich definierte Conversions ist jeder Kostenvergleich Kaffeesatzleserei. Die Studie verzichtet aus genau diesem Grund bewusst auf Conversion-Vergleiche zwischen den Konten.
- Strikte Brand/Non-Brand-Trennung: Brand-Kampagnen getrennt auswerten, sonst schönt der günstige Brand-Traffic jede Kennzahl.
Werkzeuge und Partner für sauberes SEA-Controlling
Wer seinen eigenen Vergleichsrahmen aufbauen will, braucht dafür weder Magie noch Tabellen aus dem Netz — sondern sauberes Tooling und im Zweifel erfahrene Unterstützung. Einen Überblick über Bid-Management- und SEA-Tools findest du in unserem Verzeichnis unter SEA-Software im Vergleich; spezialisierte Dienstleister listet unsere Übersicht der SEA- und Google-Ads-Agenturen.
Fazit
- CPC-Benchmarks aus Branchentabellen suggerieren Vergleichbarkeit, wo strukturell keine ist — die Mikro-Studie zeigt Faktor 9 zwischen drei realen Konten.
- Gepoolte Durchschnitte (hier: 0,93 €) beschreiben oft kein einziges reales Konto — genau so entstehen irreführende Tabellen.
- Dein bester Benchmark bist du selbst: eigene Historie, saubere Conversion-Definition, Brand/Non-Brand-Trennung.
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