SEO

PageRank

PageRank ist ein von Google-Mitgründer Larry Page entwickeltes Verfahren, das die Bedeutung einer Webseite anhand der auf sie verweisenden Links bewertet. Jeder Link zählt als Empfehlung, deren Gewicht von der Stärke der verlinkenden Seite abhängt. Der öffentlich sichtbare PageRank-Wert existiert nicht mehr, das Grundprinzip wirkt weiter.

Zuletzt aktualisiert:

■ FÜR MARKEN · SPONSORING

Marketing-Entscheider:innen treffen.

2.000+ B2B-Marketer auf der OMKI 2027 — plus laufende Reichweite über das Magazin und Directory. Vier Touchpoints, eine Audience.

Sponsoring-Pakete ansehen

Definition & Erklärung

Definition

PageRank ist ein von Google-Mitgründer Larry Page entwickeltes Verfahren, das die Bedeutung einer Webseite anhand der auf sie verweisenden Links bewertet. Jeder Link zählt als Empfehlung, deren Gewicht von der Stärke der verlinkenden Seite abhängt. Der öffentlich sichtbare PageRank-Wert existiert nicht mehr, das Grundprinzip wirkt weiter.

Was ist PageRank?

PageRank ist ein Algorithmus zur Bewertung von Webseiten anhand ihrer Verlinkungsstruktur. Entwickelt wurde er von Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University; beschrieben haben sie ihn 1998 in ihrer Veröffentlichung zur Architektur der Suchmaschine Google. Der Name spielt sowohl auf „Page" (Seite) als auch auf den Nachnamen von Larry Page an.

Die Grundidee: Ein Backlink – also ein Link von einer fremden Website auf deine Seite – funktioniert wie eine Stimme. Aber nicht jede Stimme wiegt gleich viel. Ein Link von einer selbst stark verlinkten Seite überträgt mehr Gewicht als ein Link von einer unbedeutenden Seite. Damit ließ sich erstmals in großem Maßstab abschätzen, welche Dokumente im Web als wichtig gelten – unabhängig davon, wie oft ein Keyword im Text vorkommt. Genau das machte Google gegenüber den damaligen, rein textbasierten Suchmaschinen so treffsicher.

Wie funktioniert der PageRank-Algorithmus?

PageRank basiert auf dem Modell des Random Surfer: Man stellt sich eine Person vor, die zufällig Links anklickt und sich so durch das Web bewegt. Der PageRank einer Seite entspricht der Wahrscheinlichkeit, dass diese Person irgendwann auf genau dieser Seite landet. Weil niemand endlos klickt, enthält das Modell einen Dämpfungsfaktor (damping factor): Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bricht der Surfer ab und startet an einer zufälligen Stelle neu. In der Originalveröffentlichung wird dafür der Wert 0,85 genannt.

Vereinfacht dargestellt sieht die Berechnung so aus:

PR(A) = (1 - d) + d * ( PR(T1)/C(T1) + ... + PR(Tn)/C(Tn) )

Dabei ist PR(A) der PageRank der Seite A, T1…Tn sind die verlinkenden Seiten, C(T) ist die Anzahl der ausgehenden Links auf der jeweiligen Seite und d der Dämpfungsfaktor. Zwei Konsequenzen daraus solltest du kennen:

  • Verteilung statt Vervielfachung: Eine Seite gibt ihr Linkgewicht auf alle ausgehenden Links auf. Je mehr Links, desto weniger pro Link.
  • Iterative Berechnung: Der Wert einer Seite hängt von Werten anderer Seiten ab. Der Algorithmus rechnet deshalb in mehreren Durchläufen, bis sich die Werte stabilisieren.
  • Themenunabhängigkeit: Der klassische PageRank kennt keine Relevanz. Er misst Autorität, nicht inhaltliche Passung zur Suchanfrage.

Warum ist PageRank wichtig für SEO?

Der öffentliche PageRank – die Skala von 0 bis 10 in der früheren Google Toolbar – wurde ab Ende 2013 nicht mehr aktualisiert und 2016 endgültig abgeschaltet. Es gibt also keinen offiziellen Wert mehr, den du auslesen könntest. Google-Mitarbeitende haben jedoch mehrfach bestätigt, dass PageRank-artige Signale weiterhin Teil des Rankingsystems sind – als einer von vielen Faktoren neben Inhalt, Suchintention, technischer Qualität und Nutzersignalen.

Für die Praxis heißt das: Das Prinzip „Links übertragen Autorität" gilt weiter, die naive Zahlenjagd ist vorbei. Relevant bleibt es an zwei Stellen:

  • Offpage: Qualität und thematische Nähe der verweisenden Domains schlagen reine Menge.
  • Onpage: Über die interne Verlinkung steuerst du, welche deiner eigenen Seiten Gewicht bekommen. Seiten, die nur über viele Klicks erreichbar sind, erhalten strukturell weniger.
AussageEinordnung
„PageRank ist tot."Der öffentliche Wert ja, das Konzept der Linkbewertung nein.
„Mehr Links = besseres Ranking."Verkürzt. Google bewertet Qualität, Kontext und Natürlichkeit des Linkprofils.
„Toolbar-PR = interner Google-Wert."Nein. Die Toolbar zeigte einen stark gerundeten, oft veralteten Näherungswert.
„Externe Autoritätsmetriken sind PageRank."Nein. Werte von Drittanbietern sind eigene Modelle auf Basis eigener Crawls.

Welche Fehler solltest du vermeiden?

Rund um PageRank haben sich Praktiken etabliert, die heute nichts mehr bringen oder schaden:

  1. PageRank-Sculpting mit nofollow: Früher versuchte man, Linkgewicht gezielt umzuleiten, indem unwichtige Links das Attribut nofollow bekamen. Google hat die Behandlung solcher Links angepasst – das Gewicht wird dadurch nicht auf die restlichen Links umverteilt.
  2. Linkkauf und Linktausch in großem Stil: Fällt unter manipulative Praktiken und kann zu manuellen Maßnahmen führen.
  3. Metriken von Drittanbietern als Wahrheit behandeln: Werte wie Domain-Autorität sind Orientierung, keine Google-Signale.
  4. Interne Verlinkung ignorieren: Der am einfachsten beeinflussbare Hebel wird oft vergessen. Wichtige Seiten sollten von der Startseite und relevanten Kategorien aus gut erreichbar sein.
  5. Aussagekraft des Ankertexts unterschätzen: PageRank sagt nichts über das Thema. Erst der verlinkende Kontext ordnet den Link inhaltlich ein.

Praktisch arbeitest du also weniger an einer Kennzahl als an einer Struktur: verdiente Verweise von thematisch passenden Quellen, eine flache und logische Seitenarchitektur, keine verwaisten Seiten und saubere Weiterleitungen, damit vorhandenes Linkgewicht nicht ins Leere läuft.

FAQ

Häufige Fragen zu PageRank

Gibt es den PageRank heute noch?

Der öffentlich einsehbare PageRank-Wert der Google Toolbar wurde ab Ende 2013 nicht mehr aktualisiert und 2016 abgeschaltet. Intern nutzt Google weiterhin linkbasierte Signale, die auf dem PageRank-Prinzip aufbauen. Einen offiziellen Zahlenwert kannst du für deine Seite aber nicht mehr abrufen.

Wie kann ich meinen PageRank messen?

Gar nicht – jedenfalls nicht als offiziellen Google-Wert. Anbieter von SEO-Tools stellen eigene Autoritätsmetriken bereit, die auf eigenen Crawls beruhen und PageRank nur annähern. Nutze sie als grobe Orientierung im Vergleich, nicht als absolute Wahrheit.

Was ist der Unterschied zwischen PageRank und Domain-Autorität?

PageRank ist ein Google-interner Algorithmus, der einzelne URLs bewertet. Domain-Autorität und ähnliche Kennzahlen stammen von Drittanbietern, beziehen sich meist auf ganze Domains und werden nach eigenen Formeln berechnet. Beide Konzepte ähneln sich in der Idee, sind aber nicht identisch.

Überträgt ein Nofollow-Link noch PageRank?

Das Attribut nofollow signalisiert Google, dass ein Link nicht als Empfehlung gewertet werden soll. Seit Google es als Hinweis statt als strikte Anweisung behandelt, ist die Wirkung nicht mehr garantiert. Das Gewicht wird jedenfalls nicht auf die übrigen Links einer Seite umverteilt.

Beeinflusst die interne Verlinkung den PageRank?

Ja. Linkgewicht fließt auch zwischen deinen eigenen Seiten. Über interne Links steuerst du, welche URLs viel Autorität ansammeln und wie schnell Suchmaschinen sie finden. Wichtige Seiten sollten deshalb prominent und mit wenigen Klicks Abstand von der Startseite verlinkt sein.

Verwandte Begriffe

Das könnte dich auch interessieren

SEO

Backlink

Ein eingehender Link von einer externen Website, der als Vertrauenssignal für Suchmaschinen dient.

SEO

Linkjuice

Linkjuice ist ein umgangssprachlicher Begriff für die Link- oder Signalkraft, die ein Link von einer Seite an die verlinkte Seite weitergibt. Das Konzept geht auf PageRank zurück: Verlinkungen wirken wie Empfehlungen und verteilen Autorität – sowohl über externe Backlinks als auch über die interne Verlinkung.

SEO

Interne Verlinkung

Interne Verlinkung bezeichnet Links, die Seiten innerhalb derselben Domain miteinander verbinden. Sie führt Nutzer:innen durch die Website, hilft Suchmaschinen beim Auffinden und Einordnen von Inhalten und verteilt Linksignale im Projekt. Ankertexte und Linkstruktur geben zusätzlich Hinweise darauf, worum es auf der Zielseite geht.

SEO

OffPage-Optimierung

OffPage-Optimierung bezeichnet alle SEO-Maßnahmen, die außerhalb der eigenen Website stattfinden – vor allem den Aufbau von Backlinks, digitale PR sowie Marken- und Quellenerwähnungen. Ziel ist es, Autorität, Relevanz und Vertrauen einer Domain aus Sicht von Suchmaschinen und Nutzern zu stärken.

SEO

Domain-Autorität

Domain-Autorität bezeichnet die geschätzte Stärke einer Domain als Ganzes, meist abgeleitet aus Anzahl und Qualität ihrer Backlinks. Metriken wie Domain Rating oder Domain Authority stammen von SEO-Tools, nicht von Google. Sie dienen dem Vergleich von Websites, sind aber kein offizieller Rankingfaktor.

SEO

Nofollow

Nofollow ist ein Wert des HTML-Attributs rel (rel="nofollow"), mit dem du Suchmaschinen signalisierst, einem Link nicht zu folgen und keine Linkbewertung weiterzugeben. Google behandelt die Angabe seit 2019 als Hinweis (Hint) statt als strikte Direktive und ergänzte sie um rel="sponsored" und rel="ugc".

Finde die besten Tools für
SEO

Entdecke Software-Bewertungen und Vergleiche für SEO-Tools in unserem umfangreichen Verzeichnis.