hreflang
hreflang ist ein HTML-Attribut, mit dem du Suchmaschinen mitteilst, für welche Sprache und optional welche Region eine URL gedacht ist. So wird Nutzenden in den Suchergebnissen die passende Sprach- oder Ländervariante einer Seite angezeigt – statt einer Version in der falschen Sprache.
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Definition & Erklärung
hreflang ist ein HTML-Attribut, mit dem du Suchmaschinen mitteilst, für welche Sprache und optional welche Region eine URL gedacht ist. So wird Nutzenden in den Suchergebnissen die passende Sprach- oder Ländervariante einer Seite angezeigt – statt einer Version in der falschen Sprache.
Was ist hreflang?
hreflang ist ein Attribut zur Auszeichnung sprachlicher und regionaler Alternativversionen einer Seite. Du nutzt es, wenn du gleiche oder sehr ähnliche Inhalte in mehreren Sprachen oder für mehrere Märkte anbietest – etwa eine deutsche, eine österreichische und eine englische Fassung derselben Produktseite. Suchmaschinen erkennen dadurch, dass die URLs zusammengehören, und können in den SERPs (Suchergebnisseiten) die passende Variante ausspielen.
Wichtig zum Verständnis: hreflang ist ein Hinweis, keine Anweisung. Es entscheidet nicht darüber, ob eine Seite indexiert wird, und es bestimmt auch nicht, welche Version „die richtige“ ist. Es ordnet gleichwertige Alternativen einander zu. Google und Yandex verarbeiten hreflang; andere Suchmaschinen bewerten Sprachsignale teils anders.
Wie funktioniert hreflang technisch?
Für die Auszeichnung stehen drei Wege zur Verfügung. Entscheide dich pro Website für einen, um Widersprüche zu vermeiden:
- Im HTML-Head: ein
link-Element pro Sprachversion, zum Beispiel<link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://example.com/at/" /> - Im HTTP-Header: sinnvoll für Dateien ohne HTML-Head, etwa PDFs.
- In der XML-Sitemap: praktisch bei vielen URLs, weil du den Quellcode nicht anfassen musst.
Der Wert besteht aus einem Sprachcode nach ISO 639-1, optional ergänzt durch einen Bindestrich und einen Ländercode nach ISO 3166-1 Alpha-2. Eine Sprache allein ist erlaubt, eine Region allein nicht.
| Wert | Bedeutung |
|---|---|
de | Deutschsprachig, ohne Länderbezug |
de-CH | Deutsch für die Schweiz |
en-GB | Englisch für Großbritannien |
x-default | Fallback für alle nicht abgedeckten Sprachen/Regionen |
Wechselseitige Auszeichnung
hreflang funktioniert nur bidirektional: Jede Version muss alle Alternativen auflisten – inklusive sich selbst. Verweist die deutsche Seite auf die englische, muss die englische zurück auf die deutsche verweisen. Fehlt der Rückverweis, ignorieren Suchmaschinen die Angabe in der Regel komplett. Verwende dabei immer absolute URLs mit Protokoll und die tatsächlich kanonische, indexierbare Adresse.
Die Rolle von x-default
Mit x-default markierst du die Version, die ausgeliefert werden soll, wenn keine passende Sprach- oder Länderfassung existiert. Typische Kandidaten sind eine internationale englische Fassung oder eine Sprachauswahlseite. Die Angabe ist optional, verhindert aber, dass Nutzende aus nicht abgedeckten Märkten in einer zufälligen Länderversion landen.
Warum ist hreflang wichtig für SEO?
- Passende Version in der Suche: Nutzende sehen das Ergebnis in ihrer Sprache – das wirkt sich meist positiv auf Klickrate und Verweildauer aus.
- Weniger Konkurrenz im eigenen Haus: Bei gleichsprachigen Ländervarianten (de-DE, de-AT, de-CH) sind die Texte oft nahezu identisch. hreflang signalisiert, dass es sich um Lokalisierungen und nicht um kopierte Inhalte handelt, und reduziert das Risiko, dass die Versionen sich gegenseitig verdrängen.
- Sauberes Crawling und Indexieren: Klare Beziehungen zwischen den Versionen helfen Suchmaschinen, die Struktur eines internationalen Auftritts zu verstehen.
hreflang ist dabei kein Rankingfaktor im engeren Sinn: Es verbessert nicht die Position, sondern beeinflusst, welche URL aus einem Cluster angezeigt wird.
Welche Fehler passieren am häufigsten?
- Fehlende Rückverweise – die häufigste Ursache dafür, dass hreflang gar nicht wirkt.
- Falsche Codes – etwa
en-UKstatten-GBoder erfundene Sprachkürzel. Auch die Reihenfolge zählt: erst Sprache, dann Land. - Verweise auf nicht indexierbare URLs – Ziele mit
noindex, Weiterleitungen oder abweichendem Canonical werden ignoriert. - Konflikt mit dem Canonical-Tag – jede Sprachversion sollte auf sich selbst kanonisieren, niemals sprachübergreifend auf eine andere Version.
- Relative Pfade statt vollständiger URLs.
- Automatische IP-Weiterleitungen ohne Wahlmöglichkeit: Wenn Crawler immer nur eine Version sehen, lassen sich die Alternativen nicht erfassen.
- Gemischte Methoden – Head und Sitemap gleichzeitig, aber mit unterschiedlichen Angaben.
Zum Prüfen eignen sich der Bericht zur Indexierung in der Google Search Console sowie SEO-Crawler, die hreflang-Cluster auf fehlende Rückverweise und Statuscodes testen – etwa Screaming Frog oder Sitebulb.
Wie grenzt sich hreflang von Canonical und URL-Struktur ab?
Drei Bausteine werden oft verwechselt, ergänzen sich aber:
- Canonical-Tag: bündelt echte Duplikate innerhalb einer Sprachversion, zum Beispiel Filter- und Parameter-URLs.
- hreflang: verbindet gleichwertige Übersetzungen und Lokalisierungen zwischen Märkten.
- URL-Struktur: ccTLD (
example.at), Unterverzeichnis (example.com/at/) oder Subdomain legen fest, wie Märkte technisch getrennt sind. Diese Entscheidung trifft du vor der hreflang-Implementierung, weil sie den Aufwand für Pflege und Skalierung bestimmt.
Das Meta-Element content-language ersetzt hreflang nicht – es wird von Google nicht als Sprachsignal ausgewertet. Und je größer die Zahl der Märkte, desto wichtiger ist die automatisierte Ausgabe der Auszeichnung aus einer zentralen Quelle: Handpflege skaliert bei mehr als einer Handvoll Sprachen kaum fehlerfrei.
Häufige Fragen zu hreflang
Brauche ich hreflang, wenn meine Website nur eine Sprache hat?
Nein. hreflang ist nur relevant, wenn es mindestens zwei Versionen eines Inhalts für unterschiedliche Sprachen oder Regionen gibt. Bei einer einsprachigen Website ohne Ländervarianten bringt die Auszeichnung keinen Nutzen und erzeugt nur zusätzliche Fehlerquellen.
Muss jede Seite sich selbst im hreflang nennen?
Ja, die Selbstreferenz gehört zum Standard. Jede Version listet alle Alternativen auf – einschließlich der eigenen URL. So entsteht auf jeder Seite des Clusters ein identischer, vollständiger Satz von Angaben, was die Pflege und die Fehlersuche deutlich vereinfacht.
Was passiert, wenn hreflang fehlerhaft ist?
Suchmaschinen ignorieren fehlerhafte oder einseitige Angaben meist und entscheiden selbst, welche Version sie ausspielen. Eine direkte Abstrafung gibt es nicht. Praktisch kann es aber passieren, dass Nutzende im falschen Markt oder in der falschen Sprache landen und die Seite schnell wieder verlassen.
Kann ich hreflang für unterschiedliche Länder mit derselben Sprache nutzen?
Ja, genau dafür ist die Kombination aus Sprach- und Ländercode gedacht, etwa de-DE, de-AT und de-CH. Achte darauf, dass sich die Versionen inhaltlich unterscheiden – zum Beispiel bei Preisen, Währung, Versand oder rechtlichen Angaben –, sonst konkurrieren nahezu identische Seiten miteinander.
Ist hreflang in der XML-Sitemap oder im HTML-Head besser?
Beide Varianten sind gleichwertig; entscheidend ist die konsistente Umsetzung. Die Sitemap ist bei vielen URLs oft pflegeleichter und belastet den Quellcode nicht, der Head-Bereich ist direkter prüfbar. Kombiniere die Methoden nicht mit widersprüchlichen Angaben.
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